"Goethe light?" - Statt Konfrontation Suche nach einem pragmatischen Weg zu mehr Verständnis
Jan 24, 2026
„Goethe light?“ – Statt Konfrontation: Ein pragmatischer Weg zu mehr Textverständnis
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Die aktuelle Debatte um vereinfachte Klassiker-Texte an Gymnasien schlägt hohe Wellen. Doch ist „Goethe light“ wirklich eine Kapitulation vor sinkendem Niveau – oder eine notwendige Brücke in die Lebenswelt der Schüler von heute?
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In diesem Video werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des fiktiven Klarfurter Gymnasiums. Aus der Perspektive eines engagierten Vaters stelle ich die „Fragen eines lesenden Arbeiters“ (frei nach Brecht) neu:
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Warum verteidigen wir oft die sprachliche Asche, statt das inhaltliche Feuer weiterzugeben?
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Ist „geistige Abwesenheit“ im Unterricht nicht viel gefährlicher?
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Welche Chancen bietet die KI als „Entschlüsselungs-Werkzeug“ für Texte aus früheren Epochen?
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Oder auf den Punkt gebracht: "Für was und für wen präsentieren wir Klassiker?"
Ziel des Impulses: Weg von gegenseitigen Schuldzuweisungen, hin zu einem Evolutions-Pragmatismus. Wir wollen Klassiker nicht „eindampfen“, sondern „aufschließen“. Damit das „Brain-Gym“ Schule wieder Hanteln bietet, die die Schüler auch greifen können.
Mehr Infos, das vollständige Statement und Materialien zum Download:
👉 https://textaussage.de/anders-freistein-klassiker-in-einfacher-sprache-fuer-was-und-fuer-wen
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Heute haben wir mal wieder etwas
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besonderes zu bieten und zwar hat die
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Frankfurter Rundschau uns eine große
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Freude gemacht, nämlich einen Text
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verfasst zur Problematik. Muss man nicht
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Klassiker wie Göte und Schiller heute in
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leichter Sprache präsentieren und
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vorwiegend die Haltung eher nicht und
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sowas macht immer Spaß, sich damit
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auseinanderzusetzen. Warum eigentlich
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nicht? Für wen sind Sie denn da, die
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Klassiker? Ziel ist doch das Verstehen.
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Und wir werden dann gleich mal zeigen in
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einer fiktiven Situation, was hier ein
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Vater sich da äh ausdenkt. Der ist
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Eltern an einer fiktiven Schule und wird
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dort in der Schulkonferenz dann diesen
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Tagesordnungspunkt vorstellen und hat
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ein bisschen hier an Bertwold Brecht
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gedacht, der auch Fragen eines lesenden
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Arbeiters, na ja, hat die KI nicht ganz
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so hingekriegt hier, aber egal. Ach Gott
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arbeiter auch nur hier so. Aber so ist
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die KI immer aufpasst. Aber äh es ändert
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nichts an dem wunderbaren Text von ähm
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Brecht, der diese Frage da eben gestellt
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hat. Und genauso kann man die Frage
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natürlich auch hier mal in einer
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vorbereiteten Rede stellen. Kann man da
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nicht doch vielleicht ein bisschen was
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ändern? Ja, wie immer packen wir das
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möglichst auf eine Seite. Wir werden das
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im Einzelnen nicht alles vorstellen,
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sondern nur die besonderen Aspekte und
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Argumente hervorheben. Und hier noch mal
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die Situation, über die man sich nur
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freuen kann. Dein ein Vater liest eben
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die Zeitung und wundert sich, in der
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Firma ist es doch ganz normal sprachlich
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zu boternisieren, aber Göte und
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Schiller, das ist natürlich keine
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Werbesprache, das ist klar. Aber sie
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sollen auch jemanden erreichen. Und
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schon sitzt er am PC und hier hinten
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sieht man, dass dann rechts der Sohn in
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der Tür sich mitfreut. Beide sind
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Vertreter in der Schulkonferenz und das
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wird sicherlich spannend. Eine fiktive
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Situation an unserem Klarvor Gymnasium,
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an dem man vieles zeigen kann, was
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vielleicht für andere auch interessant
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ist. Wer möchte, kann sich jetzt erstmal
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den ganzen Text durchlesen. Äh hier
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unten wie immer geben wir natürlich auch
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äh einen Link an, wo man dann
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entsprechend zu der Druckvorlage äh
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kommt und am Ende werden wir natürlich
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wie immer auch einen Button einrichten,
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dass man da schnell hinkommt. Also
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eventuell kurze Pause, wir machen hier
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dann gleich weiter. Wir zeigen ja immer
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ganz gerne, wie wir so einen Text
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bearbeiten würden. Empfehlen auch
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mehrere Stifte mitzunehmen in eine
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Klausur z.B. Und darum konzentrieren wir
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uns jetzt links auf den Text und
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versuchen ihn aufzuschließen.
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Äh und rechts hat man die Möglichkeit äh
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sich das noch genauer anzuschauen, auch
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was die Auswertung äh angeht. Ähm, wir
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haben hier äh diese Farbe äh gewählt, um
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einfach deutlich zu machen, das sind die
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Eckpunkte gewissermaßen. Es geht um
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aktuelle Debatte ausgelöst Frankfurter
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Rundschau. Ähm und jetzt äh kommen hier
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dann entsprechend, das ist diese die
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Farbe rot natürlich, die Kritiker,
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sinkendes Bildungsniveau, Verlust
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kognitiver Spitzenkompetenzen
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und ähm jetzt verwenden wir die Farbe
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blau hier, um einfach eigene Ansätze zu
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zeigen. Die sind ja ein bisschen
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natürlich ähm hochstilisiert,
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äh denn man will in so einer
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Lehrerkonferenz ja oder Schulkonferenz
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auch zeigen, was man sprachlich drauf
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hat. Und darum Evolutionsag
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Pragmatismus heißt nichts anderes als
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die Dinge verändern sich und man muss
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sich anpassen, sonst geht man unter oder
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erreicht seine Ziele nicht. und Antwort
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an der Backsteinwand. Das ist eine
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Anspielung auf etwas, was in diesem
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fiktiven Gymnasium da eben gibt.
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Ziegelwand draußen und hin und wieder
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dürften dort auch Plakate ausgehängt
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werden oder etwas ähnliches äh um auf
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bestimmte Dinge aufmerksam zu machen
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oder auch eine Diskussion anzuregen, wie
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hier z.B. auch. Jetzt kommen wieder
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diese orangefarbenen Dinge, die man im
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Auge behalten muss. Wir müssen
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anerkennen, zeitliche Distanz ist ein
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normales Phänomen. Damit muss ich jeder
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auseinandersetzen. Und jetzt kommen die
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etwas punktierten Aspekte hier. Hey
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Leute, Mittelhochdeutsch, die Texte hat
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man von Aue oder so etwas.
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Nebelungenlied machen wir doch auch
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nicht mehr im äh Unterricht in der
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Originalsprache. Könnte es nicht sein,
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dass Schiller und Gohe jetzt den Punkt
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erreicht haben, wo sie auch so ein
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bisschen Richtung Mitteldeutsch gehen
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für uns und kaum noch verstanden werden
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und Schwierigkeiten mit der Sprache, die
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immerhin mehr als 200 Jahre äh alt ist,
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das ist nicht von vorne rein
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Intelligenzverlust, sondern Ausdruck
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einer kulturellen Evolution.
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Und dann ähm wieder die der kritische
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Einwand hier. Es wird gewarnt, dass
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vereinfachte Text das Gehirn
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unterfordern. Ja, da ist natürlich was
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dran. Aber die Frage ist, wo sind die
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wirklichen Unterforderungen auch
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manchmal im Unterricht oder falschen
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Anforderungen? Und darum hier etwas
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provokativ eine andere Situation ist
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hier mit Alternative gemeint. Schüler,
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die 6 bis 8 Stunden im Unterricht
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sitzen, sich zweimal melden und den Rest
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der Zeit mehr oder weniger geistig
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abschalten. Das ist eine ganz natürliche
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Reaktion, wenn man da mit 25, 30 Leuten
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äh sitzt äh und im wesentlichen Jahr äh
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bis auf die Gruppenarbeiten dadurch das
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Gespräch ziemlich kollektiv abläuft. Und
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diese geistige Abwesenheit ist
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möglicherweise in der Schule viel
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gefährlicher als ähm irgendwie
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fehlendes neuronales Training. Das wird
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damit nämlich dann erreicht und darum äh
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Text äh zur Diskussion auch äh stellen.
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Das ist ja eine Angelegenheit, die
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häufig im Unterricht nicht so
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stattfindet, weil da Dinge abgearbeitet
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werden, die vorgegeben sind. Das muss
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auch sein, vor allen Dingen bei der
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Vorbereitung des Abiturs, aber das
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sollte nicht einen daran hindern, jede
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Gelegenheit auch zur Diskussion und zur
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Mitwirkung der Schüler eben auch zu
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nutzen. Äh dann äh wieder diese etwas
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provozierenden Hinweise, ne? Schüler
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trauen sich häufig gar nicht zu fragen,
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was veralterte Begriffe bedeuten. Sie
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sind dann vielleicht haben das Gefühl,
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ich bin hier dumm und sonst etwas. die
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Leute lachen über mich und nicht
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vergessen, ähm Lehrkräfte ähm das kann
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man in Gesprächen mit Lehrkräften
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durchaus thematisieren. Ähm sind vor
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allen Dingen natürlich ähm mit ihrem
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eigenen Studium, ne? Das ist eine
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wichtige Voraussetzung für sie und auch
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für die Vermittlung der Dinge, aber da
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setzt man häufig Verständlichkeit als
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selbstverständlich
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voraus, was bei den Schülern gar nicht
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gegeben ist. Also, das wäre schon mal
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etwas Gutes, wenn mehr ähm Mut äh
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gemacht wird, um solche Fragen auch zu
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stellen. Ein weiterer Punkt ist die
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Frage der Relevanz der Texte. Wir haben
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das gerade beim Roman Heimsuchung hier
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Abiturthema in NRW immer wieder
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festgestellt,
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äh dass das ein hochrelevanter Text sein
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kann, aber auf einer Ebene, an die
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normalerweise nicht gedacht wird.
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Jahrhundert Roman und Heimatroman und so
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weiter. Das alles wird da diskutiert,
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aber in Wirklichkeit geht es um was ganz
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anderes und darauf verweisen wir dann
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gerne hier auch darum schreiben wir das
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mal für uns zur Erinnerung hier hin,
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dass dies der Moment ist, wo wir über
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eine Heimsuchung sprechen können. Ganz
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andere Art, denn entscheidend ist doch,
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dass Resonanz erzeugt wird, das heißt
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eine Verbindung hergestellt wird
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zwischen dem alten Text und uns heute.
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noch eine kleine Spitze gegen den
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Geschichtsunterricht, ne? Da stellen wir
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uns die Situation vor, dass ähm die
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Schwester dieses Vaters selbst
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Geschichtslehrerin ist. Äh und letztens
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gab's eine Diskussion äh Klasse 6 äh
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griechische Geschichte. Man guckt sich
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die Quellen dort an und stellt fest, das
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ist doch eigentlich eine Übersetzung.
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Das ist doch nicht das Original
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griechisch da. Die Griechen haben doch
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nicht so gesprochen, so unverständlich,
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wie es in manchen Quellen dann noch zu
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sehen ist, die aus dem 19. Jahrhundert
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stammen, weil man da leicht rankommen
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konnte und die Verlage äh stellen wenig
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Leute ein, die das alte Griechisch dann
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in moderne Sprache übersetzen, was
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völlig in Ordnung wäre.
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Also ähm warum nutzen wir KI nicht aktiv
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im Unterricht, um Texte gemeinsam zu
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entschlüsseln? Denn das ist eine Sache,
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die sich in der Schule noch stärker
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durchsetzen muss. Die KI ist nicht
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irgendetwas unangenehmes, sondern das
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ist ein großer Teil der Zukunft. Und am
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besten ist es, wenn Schüler und
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Schülerinnen schon in der Schule
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vorbereitet werden auf diese
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Kooperation, ja, diese Verteilung der
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Aufgaben zwischen KI und dem auch, was
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der Mensch weiterhin ähm für sich
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leisten muss, damit die geistige Arbeit
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nicht völlig abgegeben wird. Aber das
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ist ein eigenes Thema. Auf jeden Fall
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besser als wenn die Schüler und
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Schülerinnen zu Hause sich das dann äh
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übersetzen lassen. Aber dabei ist
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eigentlich geistig nichts geschehen. Und
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dann der Vorschlag am Ende ein bisschen
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allgemein hier, ne? Äh schön Sprache
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nicht eindampfen die Klassiker, sondern
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aufschließen. Das bleibt alles sehr
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theoretisch. Äh und da kann man drüber
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diskutieren, was kann man denn tun? Und
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auf jeden Fall könnte es interessant
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sein, einen Klassiker nicht Seite für
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Seite äh durchzuwühlen,
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sondern bestimmte Teile sich auch äh
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zusammenfassen lassen und sich dann auf
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Kernelemente, Kernstellen konzentrieren
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und da auch dann durchaus eine KI
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Übersetzung daneben äh legen und dann
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ist das Verständnis besser und
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gleichzeitig lernt man etwas über
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Sprachwandel.
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Auf jeden Fall ist Mut nötig. Dann noch
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ein bisschen Spaß hier. Neologismus,
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Brain Gumm sind wir doch eigentlich. Das
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wollen wir alle sein. Und hier unten
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haben wir dann den Artikel natürlich
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auch verlinkt. Das werden wir auch noch
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in die Infos zum ähm Text zu dem Video
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hier machen, denn Ehre, wem Ehre gebührt
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und die Frankfurter Rundschau hat hier
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etwas
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sehr schönes geleistet und da geht es ja
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nicht einfach darum, das alles zu
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übernehmen, sondern sich anregen zu
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lassen für eigene Diskussionen. Wie
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immer machen wir das dann so, dass wir
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diese Dokumentation hier natürlich
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ablegen. Auch Infos zum Video, da ist
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das dann. Und wir werden einen Button
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oben rechts wieder auf der Seite
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einfügen. Dort Korrekturen, ansonsten
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Ergänzungen. Vor allen Dingen, wenn uns
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Fragen gestellt werden, ja, wie sollen
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wir es denn machen? Könnt ihr nicht mal
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ein Beispiel bringen? Wir freuen uns
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daruf. Das sind Anregungen, denn wir
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wollen ja einfach, dass hier gute
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Lösungen gefunden werden und wünschen
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dabei viel Erfolg.
#Primary & Secondary Schooling (K-12)
#Discrimination & Identity Relations
#Human Rights & Liberties

