Schiller, "Sehnsucht" - drei Epochen in einem Gedicht: So kann man das gut klären!
Jan 16, 2026
Schiller, "Sehnsucht" - drei Epochen in einem Gedicht: So kann man das gut klären!
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Ja, heute ist der Bus, wie man sieht,
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hier mal wieder weggefahren.
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Aber glücklicherweise ist unser Profiin
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da auch zurückgeblieben und er hat jetzt
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Zeit für eine Schülerin und einen
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Schüler, um einfach mal mit Ihnen
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zusammen etwas besprechen, was Sie für
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die Schule brauchen. Jetzt haben wir 20
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Minuten Zeit, aber bei uns wird es nicht
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so lange dauern. Wir haben das ja
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vorbereitet. Es geht um das Gedicht
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Sehnsucht von Schiller und die Frage um
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welche Epoche handelt es sich? Eine
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beliebte Aufgabe bei Klausuren und da
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bieten sich an bei Schiller natürlich
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Sturm und Drang Klassik. Na ja, Romantik
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nur mit Einschränkungen, ne? Aber auch
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ein Dichter der Classic ist davon nicht
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völlig frei, wie wir gleich sehen
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werden. Wir kennen uns natürlich mit den
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Epochen relativ gut aus. Ähm für
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diejenigen, keine Sorge, das tragen wir
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jetzt nicht vor, werden wir ein eigenes
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Video machen, wo man sehr schön sehen
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kann, wie die verschiedenen Epochen von
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der Aufklärung, ne, bis zur Romantik bei
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bestimmten Themen sich unterschiedlich
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präsentieren. Das machen wir jetzt
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nicht, setzen wir einfach voraus. Wir
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gehen davon aus, dass einige nur einfach
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wissen wollen, wie kann ich auch ohne
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das alles auswendig gelernt zu haben,
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das schnell klären. Wir haben das so
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gemacht, dass wir hier alles, was so ein
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bisschen nach Sturm und Drang äh
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Gefühlsintensität klingt, wie z.B. ach
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aus dieses Tales gründen, die der kalte
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Nebel drückt, könnte ich doch den
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Ausgang finden. Ach, wie fühle ich mich
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beglück. Blückt kommt dann halt. Ja,
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also ein Wechsel der Stimmung hier. zu
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Romantik blau natürlich hier. Dort
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erblicke ich schöne Hügel, ewig jung und
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ewig grün. Hätte ich Schwingen, hätte
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ich Flügel, nach den Hügeln zöge ich
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hin. Das ist natürlich ganz eindeutig
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hier Sehnsucht.
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Dann in der zweiten Strophe: Harmonien
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höre ich klingen, Töne süßer Himmelsruh.
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Das kann auch noch Romantik sein, darum
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auch ein bisschen blau hier. Aber
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Harmonie ist etwas, was schon durchaus
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mit der Klassik sich verbinden lässt.
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Und die leichten Winde bringen mir der
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Düfte Balsam zu, ne? Auch hier ein sehr
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schöner Rhythmus, Harmonie und Balsam
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ist ja etwas gut und goldene Früchte
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sehe ich glühen auch alles. Das kann
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noch Romantik auch sein, aber zeigt auch
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schon Elemente der Klassik. Winken
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zwischen Dunklem Laub. Da sieht man
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übrigens hier, dass die Natur beseelt
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ist. Das ist wieder eher ein bisschen
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Romantik.
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Und die Blumen, die dort blühen, werden
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keines Winters raub. Das ist eine
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Vorstellung eben, die hier mit Harmonie,
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Glückseligkeit und so weiter in
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Verbindung steht. Dann in der dritten
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Strophe acht, da haben wir wieder Sturm
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und Drang. Gefühle, wie schön muss ich
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es ergehen dort im ewigen Sonnenschein.
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Ja, das ist wieder Ewigkeit und so
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weiter. Sind klassische äh Elemente und
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die Luft auf jenen Höhen, wie labend
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muss sie sein, wie erholsam ist sie.
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Auch das geht in diese Richtung. Jetzt
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geht's los. Doch mir werd des Stromes
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toben. Der er grimmt dazwischen braust.
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Seine will seen sind gehoben. Ja, das
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ist eine Situation, wie sie im Sturm
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Drang sehr gut sein könnte. Eine große
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Gefahr durch die Natur und dann äh bis
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hin zur romantischen Vorstellung, ne,
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dunkle Seite der Romantik, dass die
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Seele mir ergraust. Grausen, das ist
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etwas, was dann eher zur Romantik schon
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wieder gehört. Man sieht also, wie die
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Epochen hier äh zusammenpassen.
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Jetzt geht's wird spannend. Einen naen,
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ein Boot sehe ich schwanken, gefährlich.
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Aber ach, der Färmann fehlt. Also, der,
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der normalerweise diesen das Boot
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steuert, ist nicht da. Und jetzt geht's
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rund, frisch hinein und ohne Wanken. Das
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ist typisch äh Sturm und Drang, ne? Das
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ist dieser Mensch, der sich alles
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zutraut, der sagt: "Komm, ich mach's
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einfach, ich gehe da rein." Seine Segel
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sind beseelt. Da haben wir wieder hier
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äh die Seelengeschichte, die mit der
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Romantik zusammenhängt. Das heißt also
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in den Segeln ist sogar etwas Seles
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drin. Ja, die haben also fast eine
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Personalisierungsäpekt
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da. Jetzt musst geht's los. Du musst
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glauben, du musst wagen, denn die Götter
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leihen kein Pfand.
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Da, wenn man das äh Gedicht das
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Göttliche kennt, wahrscheinlich gemacht
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hat im Unterricht, dann weiß man, dass
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die Götter zwar irgendwie da sind, aber
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sie schenken einem nichts, sondern man
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muss es selbst wagen, man muss an sich
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arbeiten, man muss etwas tun und dann
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kann es gelingen. Aber Vorsicht, nur ein
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Wunder kann dich tragen in das schöne
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Wunderland. schön Wunderland. Das kann
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klassisches Ziel sein durchaus, wenn man
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gekämpft hat, erfolgreich, aber das
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Wunder ist etwas, was wieder zur
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Romantik gehört. Man sieht also, dass
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hier äh alle ähm Epochen von Sturm und
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Drang äh über die Klassik bis zur ähm
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Romantik dann vorhanden sind. Weil das
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hier alles in der Mitte jetzt
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handschriftlich ist, erstellen wir das
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kurz vor. Das gibt's auf der Webseite
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natürlich auch noch etwas klarer. Wir
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hatten schon am Anfang gesagt Sturm und
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Drang, Gefühlsintensität, Romantik. Dann
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haben wir hier Klassik, ne, die
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Harmonie, dann Romantik Elemente äh
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wieder, dass die ähm
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Früchte hier winken. Äh, das gehört
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dazu, Besehlung der Natur, Sehnsucht
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hatten wir gesagt, das Ideal der
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Schönheit, Vollkommenheit, Sturm und
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Drang bringt dann wieder dann in der
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dritten Strophe Gefühlsintensität, dann
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wieder die Harmonie der Klassik und
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Romantik mit der dunklen Seite und am
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Ende dann Tatkraft, Sturm und Drang,
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Seele in den Dingen, das wäre wieder
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Romantik. Wunder gehört zur Romantik.
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Und dann hatten wir darauf hingewiesen,
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dass äh in der Klassik aber eben
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verlangt wird, es wird dir nichts
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geschenkt, du kannst das Gute erreichen,
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aber du musst alles dafür tun. Wir haben
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das hier jetzt mal äh zusammengestellt.
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Wie gesagt, ein eigenes Video noch
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machen zu den Voraussetzungen für die
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Epochen. Wir stellen fest, das Ganze ist
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hier ein Gedicht an der Schnittstelle
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zwischen verschiedenen Epochen.
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Biographisch verbunden natürlich, denn
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Schiller wacht ja nicht eines Morgens
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auf und sagt: "Nee, Sturm und Drang ist
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nicht mehr. Jetzt bin ich Klassiker."
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Sondern das geht natürlich in einer
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Lebenskontinuität
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natürlich auch durch. Man hat
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gewissermaßen parallele Säulen, die die
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Aussagen des Gedichtes tragen. Das
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heißt, wir haben hier Sturm und Drang
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haben wir versucht in diesen Säulen so
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darzustellen. Und das hier oben drüber
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wäre dann das Gedicht. Das wird getragen
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sowohl von Sturm und Drang als auch von
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Klassik, aber auch eine ganzen Menge
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Romantik. Und diese emotionale Wucht
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hier unten äh und der Drang zur
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Selbstverwirklichung, das wäre eben
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Sturm und Drang.
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Sehnsucht haben wir da aber auch und
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Rettung durch das Wunder, das sind die
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blauen Elemente und Harmonie ideal und
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auch Gestaltung.
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Man muss etwas gestalten, an sich
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arbeiten. Das wäre dann eben klassisch.
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Ja, was an der Bushaltestelle natürlich
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nicht mehr läuft, dass da jemand hier so
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einen Text erzeugt. Das verspricht dann
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der Profi Freistein den beiden Schülern
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dem Motto, das arbeite ich zu Hause aus.
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Das schicke ich euch noch, damit ihr mit
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meinen ganzen handschriftlichen Notizen
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auch klar kommmt, wie sie in der
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Situation halt nur möglich sind. Wir
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haben das jetzt so hier aufgebaut.
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Einmal am Anfang noch mal ganz kurz.
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Epochen sind wichtige eure
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Ordnungsversuche,
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aber die Schriftsteller halten sich
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nicht daran oder sie wachsen durch sie
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hindurch. Das heißt also, das ist eine
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Frage der Wissenschaft und nicht der
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Leute, die das machen. Und dann haben
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wir hier mal versucht, ne, eben einfach
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zu zeigen, wie man das formulieren
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könnte in sieben Sätzen. Die These ist,
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das Gedicht ist ein schönes Beispiel
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dafür, dass ein Gedicht Kennzeichen
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mehrere Epochen zeigen kann. Dann kommen
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insgesamt sieben Argumente.
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Argument 1 am Anfang Wechsel intensiver
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Gefühle. Das ist die Gefühlsseite des
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Sturm und Rangen. Dann die romantische
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Begeisterung, die in Sehnsucht mündet.
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Argument 2. Dann haben wir Harmonie und
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dauerhaftes Glück. Klassik Argument 3.
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Dann in der vierten ähm das vierte
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Argument ist dann die Wiederholung von
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Klage, wie am Anfang, dass die Harmonie
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nur geahnt werden kann und es gibt jetzt
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die Gefahrenseite, die von wilder Natur
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ausgeht. Das gehört ja auch zum Sturm
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und Trank, ja? nicht nur die intensiven
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Gefühle und so weiter, sondern eben auch
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eine Situation, die bis zu Angst und
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Grausen auch gehen kann. Das könnte man
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noch also Argument 4a hier wohl dazu
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schreiben, wenn man wir vergessen, die
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dunkle Seite der Romantik. Dann fünf ist
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dann die Selbstermutigung, wieder
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typisch Sturm und Drang, aber auch
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verbunden mit der klassischen
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Vorstellung, dass die Götter einem nicht
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alles schenken. Muss etwas wagen, also
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an sich arbeiten muss und das ist
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eigentlich Bildung. Bildung im
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klassischen Sinne heißt ja nicht, dass
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man sich Wissen in den Kopf knallt,
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sondern das bedeutet, dass man an sich
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arbeitet, sein Ziel im Auge hat und
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edel, hilfreich und gut im Idealfall
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auch noch wird. Und am Ende haben wir
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dann wieder Romantik mit der Perspektive
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eines Wunders, bei dem höhere Mächte
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wohl einen solchen Mut belohnen mit dem
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Geschenk einer Art Paradies und höhere
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Mächte. Das ist natürlich etwas, was
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sehr stark in den Bereich der Classic
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geht. So, wir unten haben die Seite, auf
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der wir das ablegen werden. Wie immer
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packen wir die in die Infos zum Video.
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Wir werden auch hier oben noch äh nicht
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sehr schön. Ja, nee, das ist jetzt
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überhaupt nicht schön. Das machen wir
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jetzt wieder weg hier. So, was wir
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eigentlich sagen wollte, hier oben, da
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haben wir dann den Button.
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Ähm und wir hoffen, dass das hilfreich
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war, immer dran zu denken, nicht sich
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auf eine Epoche konzentrieren, sondern
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auch die anderen den Blick behalten. Und
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dazu machen wir, wie gesagt, noch ein
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zweites Video für diejenigen, die sich
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noch nicht so gut da auskennen. Auf
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jeden Fall hoffen wir, dass das hier gut
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angekommen ist und wünschen auf jeden
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Fall viel Erfolg, wenn das demnächst
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dann in einem Härtetest mal unter Beweis
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gestellt werden muss.
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