Bushaltestellen-Tipp: Kafka, "Eine kaiserliche Botschaft" - Vierspalten-Methode - schnelles Ergebnis
Jan 15, 2026
Wir zeigen, wie man sogar an einer Bushaltestelle in kurzer Zeit eine Geschichte von Kafka verstehen kann.
In vier Spalten nimmt man den Inhalt auf, achtet schon mal auf Signale, die auf Aussagen hindeuten. Wenn einem "sprachliche" Mittel auffallen, nimmt man die einfach mit - und am schönsten ist es, wenn einem schon etwas zu der Geschichte einfällt.
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Am Ende wird dann noch deutlich, dass es sich um keine "normale" Kurzgeschichte handelt, sondern um eine, die etwas ganz Bestimmtes deutlich macht.
Und schon hat man verstanden, was eine Parabel ist - mit ganz wenig Mathematik ;-)
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Die Dokumentation ist auf dieser Seite zu finden:
https://textaussage.de/kafka-eine-kaiserliche-botschaft-kurz-coaching-an-der-bushaltestelle
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Wir sind ja seit einiger Zeit mit der
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Idee dieser Bushaltestelle beschäftigt,
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wo drei Leute den Bus verpassen und dann
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haben sie plötzlich 20 Minuten Zeit. Ein
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älterer Herr pensioniert, aber noch voll
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Begeisterung für Literatur, Geschichte
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und ähnliche Dinge und der freut sich,
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wenn dann hier dieser Junge und das
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Mädchen dann irgendwie doch deutlich
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machen, na, sie haben das so eine
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Problem, das müssen sie lösen und dann
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holt er sein Tablet raus. Ein moderner
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Rechner Rentner natürlich. hat auch ein
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Stift natürlich dabei und dann wird das
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eben gezeigt, wie es geht. am Ende den
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beiden abgeschickt, mitgeschickt und
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dann sind alle gut zufrieden und das
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Leuchten in diesen Augen und vielleicht
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gelingt es uns ja auch hier ein bisschen
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dieses Leuchten in die Augen zu
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bekommen. Es geht also um Tipps an der
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Bushaltestelle und zwar geht es von
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Kafka bei Kafka um die Geschichte eine
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kaiserliche Botschaft und wir zeigen,
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wie man mit einer schnellen vier
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Spaltenmethode da eine ganze Menge
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Klarheit schaffen kann. Es geht erstmal
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um Inhalt und Aussagen der Geschichte,
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dann die sprachlichen Mittel und dann
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eine Deutungshypothese. Was soll das
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Ganze überhaupt? Wir haben das Ganze
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natürlich jetzt vorbereitet, ne? Sonst
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würde das wirklich 20 Minuten dauern und
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da hat ja keiner etwas davon. Wir haben
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also links hier die Geschichte. Schauen
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wir mal, ob das hier funktioniert. Hier
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auch die Quellenangabe.
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Äh, wir nutzen ganz gerne die
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Internetseite Zeno. Da kann man diese
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Dinge kostenlos abrufen. Und unser Profi
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Freistein, der alte Herr, hat das
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natürlich jetzt eben schnell auf sein
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Tablet
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kopiert und dann entsprechend geht er
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die Dinge durch. Äh, dies hier ist jetzt
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die Inhaltsspalte.
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Das hier ist die Spalte Aussage, wenn
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man schon merkt, wie man die Signale
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bündeln kann. Das sind hier die Mittel.
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Wenn einem da etwas einfällt, kann man
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das notieren. Und das ist hier die Frage
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des Sinns. Was fällt mir dazu ein? Und
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wir gehen das jetzt mal ganz kurz durch.
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Wir machen das schnell auf der Webseite,
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die wir hier unten natürlich auch
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angegeben haben und zu den Infos äh
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packen und auch oben noch einen Button
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einfügen.
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Hier kann man das nicht so ganz lesen,
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aber das wird man nachher schon
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hinbekommen und da kann man sich das in
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Ruhe angucken. Wir gehen das kurz durch.
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Und zwar ist es sehr sinnvoll auch mit
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verschiedenen Stiften zu arbeiten. Man
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sieht, es geht hier um einen Kaiser
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hier. Den kann man natürlich gut golden
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malen. Kaiserliche Sonne passt dazu. Die
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großen des Reiches stehen um ihn herum
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und der Bote, den er losschickt, der hat
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das Zeichen der Sonne. Das heißt, wir
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gruppieren hier alle. Äh, man kann es
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jetzt erstmal durchlesen natürlich auch,
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wenn man möchte, Pausentaste drücken,
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aber ich denke, es reicht jetzt, um das
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Prinzip hier deutlich zu machen. und
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diesem Kaiser, der tatsächlich auf dem
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Sterbebett hier
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dem einzelnen, dem jämmerlichen
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Untertan, das ist die Gegenseite hier
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eine Botschaft sendet und es war ihm
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wichtig, ne, so sehr war ihm an ihr
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gelegen, an der Botschaft hier immer
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blau für Fantasie, dass er sich noch ins
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Ohr wiedersagen ließ. Er hat die
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Richtigkeit des Gesagten bestätigt, also
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ganz hochoffiziell wichtig und das
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Beste, was einem solchen jämmerlichen
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Untertanen da irgendwo passieren kann.
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Und jetzt äh sieht man auch das ganze
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geht gut los hier. Alle Hinderen, darum
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grün hier Wände werden niedergebrochen.
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Es gibt Freitreppen, da stürmt der Mann
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los. Er hat sich auf den Weg gemacht,
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der Bote, ein kräftiger, ein
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unermüdlicher Mann, ne? Und dann
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erschafft sich Bahn durch die Menge und
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wenn es Widerstand gibt, zeigt auf die
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Brust. Da ist das Zeichen der Sonne.
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Schon weichen alle beiseite. Es sieht
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gut aus. Hier rechts haben wir im Inhalt
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einfach notiert. Es gibt ja einen
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Kaiser, dann einen Untertalen, der im
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Schatten lebt. Die Botschaft, das
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wiederholt sich auch von den Farben
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hier. Guter Start, er kommt gut
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vorwärts. Und jetzt im zweiten Teil der
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Geschichte, aber das ist bei Kafka
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häufig der Fall, aber aber aber aber die
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Menge ist so groß, die Wohnstätten
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nehmen kein Ende. Öffnete sich freies
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Feld. Das macht Kafka auch ganz gerne,
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dass sich hörlich, ach, wie schön wäre
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es doch, er würde fliegen und bald wohl
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hörtest du das herrliche Schlagen seiner
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Fäuste an deiner Tür und die Botschaft
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würde bei dir ankommen. Aber
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stattdessen, wie nutzlos müht er sich
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ab. Immer noch zwängt er sich dadurch.
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Niemals wird das überwinden. Und dann
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auch typisch KFK und Gelänge in dies
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Hoffnung aufgebaut, nichts wäre
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gewonnen. Die Treppen hinab müsste er
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sich kämpfen und jetzt wieder macht sich
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auch einen traurigen Scherz mit uns der
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Kafka und gelingen dies nichts wäre
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gewonnen die Höfe wären zu durchmessen,
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also da auch noch durchzukommen. Und
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nach den Höfen der zweite umschließende
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Palast und wieder Treppen und Höfen.
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Bemerkt also richtige Atemlosigkeit,
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Dramatik. Es wird hier ziemlich
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unangenehm. So und und dann hier und so
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weiter durch Jahrtausende. So und jetzt
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noch einmal die Hoffnung und stürzt er
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endlich aus dem äußersten Tor, hurra,
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ich habe es geschafft. Dann liegt erst
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die Residenzstadt vor ihm. Das heißt
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also neben dem Palastbereich gibt es
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auch noch eine große umgebende Stadt.
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Die Mitte der Welt hochgeschüttet, voll
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ihres Bodensatzes, ne? Also alles, was
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man jetzt nicht gebrauchen kann. Niemand
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dringt hier durch und gar mit der
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Botschaft eines Toten. Also hier rechts
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Hindernisse ohne Ende. Ein richtiger
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Albtraum. Keine Chance. Und jetzt
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kommt's. Du aber sitzt an deinem Fenster
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und erträumst sie dir, wenn der Abend
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kommt. Aber Traum.
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So. Ähm, also Aussage, es gibt ein
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Geschenk des Himmels, aber Absturz der
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Chancen, endlose Abfolge von
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Hindernissen mees chancenlos und am Ende
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bleibt nur als Gegenstück die Fantasie.
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Was die Mittel angeht, haben wir uns
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hier notiert, also den Gegensatz von
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Kaiser natürlich ganz extrem Kaiser
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jämmerlicher Untertan. Dann gibt es eben
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zwei Teile ist natürlich ganz wichtig.
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Der erste Teil, da sieht das alles sehr
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gut aus und dann sieht das überhaupt
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nicht mehr gut aus. Dann kommt diese
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endlose Kette, dann immer ähm dieses
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diese Besonderheit von Kafka und wenn
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das auch gelingen würde, dann wird's
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noch viel schlimmer und so weit
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kurzzeitig Hoffnung, fast wie eine
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Folter oder so, kurzzeitig Entspannung
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und dann kommt wieder der Rückschlag und
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am Ende absolut negativ, das eine sehr
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starke Steigerung, aber das Positive
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ist, es gibt eben diesen Gegensatz zu
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dem Traum. Und was den Sinn jetzt
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angeht, ähm könnte man sich notieren,
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ein großes Geschenk gibt es da, aber es
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kommt leider nicht an. Aber man darf
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träumen und wenn man zufällig da
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irgendetwas weiß dazu, kann man sich das
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notieren. Es gibt von einem berühmten
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Mann diesen Satz: "Wer nicht träumt, der
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ist kein Realist." Über den kann man
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lange nachdenken, aber wenn man
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überhaupt nicht träumt, dann ist das
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Leben überhaupt nicht so schön. Soweit
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also dazu und dann machen wir gleich
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hier weiter. Ja, wir hoffen, dass
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wir zeigen konnten, dass es ganz
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sinnvoll ist mit Farben zu arbeiten,
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schnell zu erkennen,
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dass es hier diesen Kaiser gibt und was
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dazu gehört, kommt mit der einen Farbe
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dann in Berührung und dann gibt's die
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anderen Farben entsprechend.
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Das kann sehr hilfreich sein. Und hier
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rechts diese vier Spaltenmethode ist
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natürlich sehr günstig, weil man dann
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beim ersten Lesen schon gleich mehrere
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Dinge miterledigt. Entscheidend ist
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erstmal der Inhalt. Über die anderen
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Dinge kann man dann auch später noch
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nachdenken. Jetzt wird's spannend. Was
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soll das Ganze denn jetzt? So, mal
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gucken, ob das hier funktioniert hier
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mit unserem Stift. Was soll das Ganze?
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Es ist keine normale Kursgeschichte.
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Das sollte schon mal
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klar sein. Hier ein bisschen den Stift
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einstellen. Es ist keine normale
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Kurzgeschichte. Das merkt man daran. Das
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ist sehr unwahrscheinlich. Es gibt
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keinen Namen, der Kaiser, welcher Kaiser
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ist das und so weiter. Das ist
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irgendeine Geschichte, die anscheinend
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eine Bedeutung hat. Und man kann sie so
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verstehen, dass ähm Kafka immer äh eine
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Lehre, nennt man das hier bei Fabeln
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z.B. Aber gemeint ist, damit diese
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Geschichte sagt etwas aus, ne, was man
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auf andere Bereiche übertragen kann und
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so etwas nennt man Parabel oder auch
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Gleichniserzählung, aber eben ohne
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Tiere. Ansonsten fast wie bei einer
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Farbe. Jetzt haben wir hier mal das
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Ganze aufgezeichnet. Ähm links hier, das
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kennt man ja hier die Normalparabel
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hier. So so nimmt man das ja wohl,
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soweit wir uns daran erinnern können an
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die Mathematik. So, der hat zwei Äste
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und der linke Ast, das ist der
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sogenannte Bildteil, das ist die
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Geschichte.
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Da gibt es also hier den Kaiser, die
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Botschaft, die Hindernisse,
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den Untertan, den Traum und hier eine
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gegenläufige Bewegung. Hier haben wir
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die Bewegung, die nach unten geht. Ja,
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eine Chance andeutet. Das hier ist die
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Bewegung, die nach oben geht. Ähm, das
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sind die Hindernisse, die stemmen sich
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dem gewissermaßen entgegen. Und jetzt
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ist es bei Kafka immer ganz sinnvoll,
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ähm seine Geschichten zu übertragen auf
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die Situation des Menschen ganz
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allgemein. Das heiß Untertan, das wäre
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also der Mensch. Was ist der Kaiser, ne?
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Das ist irgendeine Sehnsucht, die man
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hat. Mit Gewalt ist hier nichts ähm
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Negatives gemeint. Manche denken an
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einen Engel, z.B. manche denken an Gott.
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Da gibt's verschiedene äh Möglichkeiten.
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Auf jeden Fall ist hier ganz eindeutig,
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dass Kafka der Meinung ist, es gibt dort
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oben eine höhere Gewalt, die sich dem
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Menschen, dir uns allen zuwendet. So,
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dann kommt das natürlich hier das
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Negative. Das normale Leben lässt das
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nicht ankommen. Überall die
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Enttäuschung. Ja, der Engel war nicht
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da, als man ihn brauchte und
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so dann hat man ein Problem. Kafka sagt
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in dieser Geschichte ist eine der
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positivsten Geschichten, die es von
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überhaupt gibt. Ähm, aber man kann
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träumen und das verbinden wir mit
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Fantasie
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und das ist möglicherweise etwas äh was
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die Menschen am Leben hält, ihnen
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Hoffnung erhält. Und Kafka selbst, ne,
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der hat, es gibt eine Biografie von ihm,
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da heißt es, der hat um sein Leben
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geschrieben, der Mann, weil er nur so
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das Leben aushalten konnte. Wir halten
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also fest und man nimmt das hier unten
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dann den gemeinsamen Punkt. Das
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Gemeinsame ist, es gibt etwas Gutes, es
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erreicht uns nicht, aber wir können es
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uns erträumen. Darum hier rechts
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Sehnsucht, nicht sichtbar, aber träum.
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So, wir haben hier oben jetzt ähm dann
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ähm die nicht ganz lesbare äh URL hier.
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Das kann man auf der Webseite oder
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natürlich unter Infos zum Video kann man
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das gut sehen. Dort Korrekturen,
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Ergänzungen. Wir freuen uns über Fragen,
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die uns gestellt werden oder auch andere
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Anregungen, womit wir uns mal an der
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Bushaltestelle einmal niedersetzen
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sollten. Und damit sind wir auch hier
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bei der Idee schon wieder. Das bieten
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wir an, ne, dass man sich an uns wenden
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kann und dann spielen wir mal die kurz
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die Kurzgeschichte oder auch ein Gedicht
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an der Bushaltestelle durch und hier
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oben bringen wir dann einen Button
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unter, mit dem man dann direkt die Seite
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erreicht. Wir hoffen, dass das hilfreich
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war und wünschen viel Erfolg bei der
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nächsten Geschichte, die man sich dann
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selbst mal anschaut. M.
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