Faust und seine "zwei Seelen" - was macht den Mann reif für Mephisto? (ohne Sauerstoffflasche)
May 11, 2026
Warum braucht ein Mensch, der alles weiß, den Teufel? Goethes Faust hat eine Antwort — und die steckt in seinen „zwei Seelen".
---
Um das zu verstehen, muss man wissen, was Faust vorher erlebt hat: den gescheiterten Versuch, mit Magie das Innerste der Welt zu begreifen, die vernichtende Begegnung mit dem Erdgeist, den Griff zur Giftphiole — und die Rettung durch Osterglocken, nicht durch Glauben.
Wer das kennt, versteht: Faust ist kein Zweifler. Er ist jemand, der zu viel gewollt hat — und daran zerbrochen ist. Wagner besteigt seinen Erkenntnisgipfel mit Sauerstoffflasche und Büchern. Faust will ohne — und wird damit reif für Mephisto.
Das Video klärt:
- Was die „zwei Seelen" konkret bedeuten
- Wie sich Faust von der Szene Nacht bis Vor dem Tor verändert hat
- Warum genau das ihn für Mephistos Angebot empfänglich macht
- Und was Mephistos eigener Monolog über den Pakt verrät
---
Die Dokumentation ist hier zu finden. https://textaussage.de/goethe-faust-welche-bedeutung-haben-die-zwei-seelen-in-der-brust
---
0:00 Einleitung: Was hat es mit den zwei Seelen auf sich?
1:08 Überblick: Alles auf einen Blick
1:34 1. Ausgangspunkt: Das Zitat (Vers 1112)
2:02 2. Warum man die Szene „Nacht" kennen muss
2:10 3. Der Ausgangsmonolog: Erkenntnishunger
3:06 4. Erste Erfahrung: Das Makrokosmoszeichen
Show More Show Less View Video Transcript
0:01
Es ist immer wieder schön, wenn man
0:03
feststellt, dass man ein Werk wie Götes
0:06
Faust z.B. zwar gut kennt, aber doch
0:09
nicht so gut, dass man direkt so
0:11
erklären kann, was hat's denn mit diesen
0:13
beiden Seelen auf sich? Die davon
0:16
spricht der Faustjahr, als er mit Wagner
0:18
da Ostern unterwegs ist. Und darum
0:21
werden wir versuchen zu klären, was ist
0:22
damit gemeint, was hat sich bei Faust
0:25
geändert. Wir werden sehen, dass da
0:27
zwischen dem Anfang, wo er sagen: "Ah,
0:29
ich weiß überhaupt nichts, nur studiert,
0:31
aber nichts rausgekommen, die Welt im
0:32
Innersten zusammenhält und so, da hat
0:34
sich was geändert bis zu diesen zwei
0:36
Seelen. Und warum führt das mit diesen
0:40
Seelen dann am Ende zu Meepisto und auch
0:43
zu dieser ganzen Leidensgeschichte, vor
0:45
allen Dingen, was das arme Grätchen
0:47
angeht. Und wir werden am Ende hier auch
0:50
zeigen, dieser Profiin erklärt mal
0:53
demomäßig wieder etwas, wie wir es hier
0:55
auch jetzt versuchen und wir werden
0:57
nachher erklären, was es da mit diesem
0:59
komischen Bild auf sich hat, was wir
1:01
natürlich nicht schön in diesem
1:02
Bildschirm da reinkopiert haben, aber so
1:05
ist jedenfalls das richtige Bild dort.
1:08
Dann legen wir jetzt mal los. Auch hier
1:10
sieht man jetzt, wir lieben es einfach
1:12
alles auf einer Seite zu haben. Aber
1:15
keine Sorge, wir stellen das im
1:16
einzelnen kurz vor. Und hier unten
1:19
werden wir am Ende nachher auch eine
1:20
Webseite äh auflisten. Das heißt, sie
1:23
ist schon da. Und die packen wir auch zu
1:25
den Infos zum Video und werden hier oben
1:27
auch noch einen Button hier einrichten.
1:29
Dann kann man leicht drauf gehen und da
1:31
kann man das alles in Ruhe nachlesen.
1:34
Gehen wir jetzt mal die Sachen im
1:35
einzelnen durch. Wir beginnen hier oben
1:38
mit dem Ausgangspunkt. 111 ist die
1:41
Stelle in Götes Faust in der Ausgabe mit
1:44
Verszeilen. Da sagt Faust zu seinem
1:48
Mitarbeiter Wagner in diesem sogenannten
1:50
Osterspaziergang.
1:52
Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust.
1:55
Die eine will sich von der anderen
1:57
trennen. Das heißt, die passen nicht
1:58
zusammen. Das ist sein Problem. Und das
2:02
unser Problem ist jetzt, dass die Frage,
2:05
die sich hier stellt, kann man
2:08
eigentlich nur klären, wenn man sich
2:10
vorher mit der Szene Nacht beschäftigt,
2:13
also ganz am Anfang. Und da haben wir ja
2:15
diesen berühmten Ausgangsmonolog
2:18
von ihm, wo er am Ende seiner
2:21
Möglichkeiten ist. Er hat Wissenschaften
2:22
studiert und fühlt sich jetzt doch als
2:24
Armor, der keine Ahnung hat, der nichts
2:27
wirklich begriffen hat und sein Ziel
2:29
ist, wie eben schon erwähnt, zu
2:30
erfahren, was die Welt im Innersten
2:33
zusammenhält. Und er kommt dann auf den
2:36
Gedanken, sich der Magie zuzuwenden. Das
2:38
war um 1800 zur Götezeit war das eine
2:41
beliebte Geschichte, dass auch die
2:44
klugen Leute sich gerne ein bisschen mit
2:45
Magie beschäftigten, um dann ihre
2:47
Erkenntnis zu erweitern. Auf jeden Fall,
2:50
es ist bei ihm nicht wirklich
2:52
Weltmüdigkeit,
2:54
sondern ein Übermaß an Verlangen. Er
2:56
will einfach immer noch mehr und darauf
2:59
werden wir ja auch noch genauer
3:01
eingehen. Ja, wir waren eben bei Punkt 3
3:04
der Ausgangslage, wo er noch ganz auf
3:06
dem Erkenntnisweg ist und jetzt macht er
3:08
eine erste Erfahrung im Bereich der
3:11
Magie. Er nimmt ein Buch zur Hand, ne,
3:13
da gibt es ein sogenanntes
3:14
Makrokosmoszeichen.
3:16
Das schaut er sich dann an. Aber es
3:20
klappt irgendwie nicht. Er kommt nicht
3:22
wirklich zu der Erkenntnisse. Es gibt so
3:24
ein Kurzschluss gewissermaßen in dem,
3:27
was er da begreifen möchte. Und äh
3:29
Begeisterung äh ist aber grundsätzlich
3:32
da. Er fragt sich sogar, bin ich ein
3:35
Gott? Mir wird so Licht, mir wird so
3:38
hell. Also, wir haben das ja ein
3:39
bisschen verwechselt von der Reihenfolge
3:40
her. Am Anfang hat er schon das Gefühl,
3:43
dass er da etwas sieht, aber dann
3:44
erkennt er, das ganze ist nur ein
3:46
Schauspiel. Es ist kein echter Kontakt,
3:49
kein Erleben. Und jetzt wendet er sich
3:51
dem Erdgeist zu, einem geheimnisvollen
3:55
Wesen. Und jetzt wird's hammerhart für
3:58
ihn, denn Faust sagt: "Ich bin's, bin
4:03
Faust, bin deines Gleichners." Dieser
4:05
Erdgeist da plötzlich da in seinem
4:07
Gelehrten Zimmer erscheint. Und die
4:09
Antwort des Geistes: Du gleichst dem
4:12
Geist, den du begreifst, nicht mir.
4:16
Das ist natürlich die hammerharte
4:19
Zurückweisung. Er verschwindet dann
4:20
auch. Und das bedeutet für Faust ein
4:24
totaler Zusammenbruch seines
4:26
Selbstbildes, des Bildes von sich
4:27
selbst. Vorher eben Bild der Gottheit
4:30
und jetzt sagt er dem Wurme gleichig.
4:33
Also ein völliger Absturz. Hier geht's
4:36
noch einigermaßen, aber er merkt, es ist
4:39
nicht ganz echt und dann kommt das echte
4:41
magische Phänomen hier und von dem wird
4:45
er brutal zurückgewiesen.
4:48
Ja, man sieht an dem ganzen hier ist
4:51
eine Bewegung berch ab und jetzt wird's
4:54
ganz ganz schlimm, denn er macht einen
4:56
Selbstmordversuch oder will sich das
4:58
Leben nehmen. Er greift nämlich zu einem
5:00
kleinen Giftfläschen.
5:02
Äh wobei deutlich wird, das ist kein
5:04
Lebensüberdruss, sondern einfach trotz.
5:07
Ja, wenn er schon keinen Aufstieg zu den
5:11
Geistern erreicht, dann will er wenstens
5:13
die Grenzüberschreitung durch den Tod
5:16
auf sich nehmen. Er will dieses große
5:18
Risiko eingehen.
5:20
Mal sehen, was danach dann kommt. Und
5:22
das nennt er Manneswürde. Also man
5:24
sieht, es ist immer noch ein Rest
5:27
Selbstbewusstsein da, aber das könnte
5:29
das Ende von Faust sein, das Ende des
5:31
Dramas und wir könnten ja das Video auch
5:34
schließen, aber nein, jetzt kommen die
5:36
Osterglocken, sogar ein Chorgesang
5:38
ertönt und jetzt äh sagt er plötzlich
5:43
ähm er will doch weiterleben, aber
5:45
nicht, weil er irgendeinen Glauben jetzt
5:47
hat, der glaubt doch nicht an das, was
5:49
da von der Kirche da jetzt ihn erreicht.
5:51
Mir fehlt der Glaube, heißt es ganz
5:52
eindeutig, aber es ist eine
5:55
Kindheitserinnerung.
5:56
Das heißt also etwas vor der
5:58
Rationalität
6:00
in der Kindheit, wo man noch unter
6:01
Umständen ganz kindliche Vorstellungen
6:03
hat, die wirken sich bei ihm immer noch
6:05
aus und die retten ihn gewissermaßen, so
6:08
dass er dieses Giftfläschchen dann doch
6:10
rechtzeitig beiseite legt. Und wir haben
6:13
hier schon ein erstes Zeichen, dass es
6:16
rausgeht bei ihm aus der reinen
6:18
Rationalität des Wissenschaftlers. Jetzt
6:21
kommen alte Gefühle, Erinnerungen durch
6:24
und das setzt sich gleich noch fort.
6:26
Dann wenden wir uns jetzt mal der Nummer
6:28
8 zu und das ist jetzt tatsächlich die
6:31
Szene, um die es geht. Da ist er also
6:34
mit Wagner unterwegs vor dem Tor. Das
6:36
heißt, die Leute gehen aus der engen
6:37
Stadt raus in die freie Natur, freuen
6:39
sich und dann gibt es drei Signale der
6:42
Veränderung bei ihm. einmal hier bin ich
6:45
Mensch, hier darf's, hier darf ich sein.
6:48
Also zwischen diesen ganz einfachen
6:50
normalen Leuten ähm gibt der Professor
6:53
zu, ich bin jetzt einfach Mensch. Ich
6:55
vergesse jetzt mal alles. Eine echte
6:57
Erleichterung. Es ist kein herablassen
7:00
bei ihm und er ist sogar bereit äh eine
7:04
Schuld zuzugeben. Es gab mal eine
7:06
schwere Krankheit da hat solche und sein
7:09
Vater und er, die haben da so ein
7:10
Medikament hergestellt und das hat sich
7:13
hinterher aber eher als Gift
7:14
herausgestellt, hat die Menschen noch
7:16
eher sterben lassen als die Krankheit
7:18
und darum sagt er, ich habe selbst das
7:20
Gift an tausende gegeben, ne? Also eine
7:22
radikale Selbstkritik nach der
7:25
Demütigung durch den Erdgeist. Man sieht
7:27
bei ihm ist nicht mehr viel von da von
7:29
der alten Arroganz, die hat er
7:32
weitgehend verloren. Und es gibt bei ihm
7:35
jetzt eine Sehnsucht nach Bewegung. Oh,
7:37
dass kein Flügel mich vom Boden hebt.
7:41
Jetzt geht es nicht mehr um
7:42
Erkenntnishung, sondern um
7:44
Erfahrungshunger. Und damit sind wir
7:47
eigentlich jetzt hier auch schon bei
7:49
unserem Titel. Schauen wir erstmal an,
7:52
was es mit den beiden Seelen auf sich
7:55
hat. Das ist ja die Kernstelle hier.
7:58
Unmittelbarer Anlass ist
8:00
Wagner, dieser trockene
8:01
wissenschaftliche Assistenter, er fühle
8:04
nur einen Trieb, ne? Er will immer nur
8:07
Erkenntnis, dass wenn man ihm sagt, was
8:08
Sache ist. Das nimmt er auf und das
8:11
prägt er sich ein und dann ist er
8:12
glücklich. Und Faust sagt, du bist dir
8:15
nur des einen Triebs bewusst. O lernen
8:18
nie den anderen kennen. Das heißt, hier
8:20
wird also diese Normalität Normalität
8:23
des Bücherstudierens
8:26
einem anderen Trieb gegenübergesetzt.
8:28
Und bei Faust sieht das aber so aus,
8:30
dass er jetzt feststellt in der
8:33
Begegnung mit den Menschen, hier bin ich
8:34
Mensch, hier darf ich sein, da klammern
8:37
sich seine Organe, alles in ihm strebt
8:40
dabei jetzt in diese Menschenmenge
8:42
hineinzugehen, sich mit ihr wohl zu
8:44
fühlen. Es geht um Welt, es geht um
8:46
Sinnlichkeit, es geht um Präsenz, ganz
8:48
bei sich sein. Alles, was wir heute ja
8:51
als sehr positiv ansehen, wenn man so
8:53
auch in einer Gemeinschaft aufleben und
8:56
aufgehen kann, vielleicht sogar er will
8:57
im Augenblick leben. Und das Ganze ist
9:00
natürlich eine gewisse Erdung, die hat
9:02
sich schon angedeutet, wenn er sich an
9:04
seine Kindheit erinnert. Was ist nun die
9:07
Seele Nummer 2? Da spricht er von den
9:09
Gefilden, von den Gegenden hoher Ahnen.
9:13
Also er möchte an das rankommen, was
9:16
kluge Geister vor ihm bereits
9:17
herausgefunden haben und das noch weiter
9:19
ausdehnen. Er will sich dem Unendlichen
9:22
zu äh wenden, dem Absoluten. Man merkt
9:25
übrigens hier, dass in der Klassik
9:27
durchaus
9:29
schon die Romantik auch mit einer Rolle
9:31
spielt. Das Unendliche ist ein Begriff
9:32
der Romantik ja auch. Er will den
9:34
Augenblick jetzt überwinden und die Welt
9:37
insgesamt erfassen. Aber nicht mehr nur
9:39
wissen, was die Welt im Innersten
9:41
zusammenhält, eine physikalische Frage,
9:44
sondern er will das Grundsätzliche
9:46
insgesamt begreifen und das Leben dabei
9:49
auch einbeziehen. Also er übersteigt das
9:51
ganze, was man normalerweise erleben
9:54
kann. Und ganz wichtig ist das Ach, das
9:57
steht im Zentrum. Faust leidet, er kann
10:00
wieder loslassen.
10:02
Das einfacher vor dem Tor noch ankommen
10:06
bei dem, was er sich vorstellt. Ja,
10:09
jetzt wissen wir zwei Dinge. Erstens, er
10:12
will durchaus im normalen richtigen
10:14
Leben sein und gleichzeitig möchte er
10:17
dieses Leben übersteigen,
10:19
sich überhöhen. Und wieso macht ihn das
10:23
jetzt empfänglich? für Meephisto. Er ist
10:26
also in einem Zustand produktiver Lehre.
10:30
Das heißt, äh ihm fehlt etwas. Er möchte
10:33
gern produktiv sein, etwas erfahren,
10:35
etwas erleben. Der alte Erkenntnis
10:38
versucht, das Programm, was er sich
10:39
überlegt hatte, ist gescheitert mit dem
10:41
Erdgeister und so weiter.
10:42
Selbstmordversuch abgebrochen. Volksnähe
10:45
ist real für ihn, aber sie reicht ihm
10:47
nicht aus.
10:49
Jetzt kommt der entscheidende Punkt. was
10:51
Meephisto ihm dann anbietet, der
10:53
erscheint ja dann plötzlich, der sieht,
10:54
der Mann ist reif für mich und kommt
10:56
vorbei. Das ist nicht Wissen, sondern
10:59
Erfahrung. Alle Art passt genau zur
11:02
ersten Seele, zur Welt erleben, Genuss
11:06
und wir werden gleich sehen, dass
11:09
Mephisto das ein bisschen anders
11:10
versteht. Die Ironie der Konstruktion,
11:12
die Gote sich überlegt hat, ist nämlich,
11:15
dass Meephisto wirklich glaubt, er könne
11:17
Faust durch Vergnügen verderben, so wie
11:20
es im Prolog im Himmel ja gegenüber den
11:22
her dem Herrn schon angedeutet hat.
11:24
Faust ahnt durchaus, das genügt ihm
11:26
nicht, was der lässt sich aber drauf
11:28
ein. Ja, und so wird der sogar mit Blut
11:30
unterschrieben da und so. Also richtiger
11:32
Pakt wird da abgeschlossen
11:34
und er ist bereit alles zu riskieren,
11:37
sogar mit der Menschheit unterzugehen.
11:39
Ja. äh dabei. Also, er geht aufs Ganze
11:43
und äh Meephisto äh von dem gibt es
11:46
jetzt im Faust einen kurzen Monolog und
11:49
da sagt er deutlich verrät er, was er
11:52
wirklich vorhat, den diesen Faust
11:54
schleppe ich durch das wilde Leben. Na
11:57
ja, gut, das geht ja doch, aber durch
11:59
flache Unbedeutenheit. Das heißt auf gut
12:01
Deutsch, er will ihm nichts
12:03
bedeutungsvolles anbieten, sondern
12:05
bestimmte Dinge, auf die wir gleich
12:06
eingehen. Das heißt, eigentlich ist der
12:09
Pakt damit schon hinfällig. Er kann
12:11
höchstens noch versuchen, die Wette aus
12:13
dem Prolog zu gewinnen und die Wette
12:16
bestand ja darin, dass er ihn von dem
12:19
rechten Wege ableiten will, eben zu
12:22
ziemlich, na ja, problematischen Dingen.
12:25
Schauen wir uns mal an, was das denn für
12:27
problematische Dinge sind. Zunächst mal
12:28
geht's in eine Kneipe. Powerbachskeller,
12:31
aber Faust sagt ganz eindeutig, das
12:33
gefällt mir nicht. Hätte Lust hier
12:34
abzureisen. Komm, lass uns hier
12:35
verschwinden. Das bringt nichts.
12:38
Er wird dann in die Hexenküche geführt.
12:41
Da will er auch nicht so richtig hin,
12:42
aber er bekommt ja diesen Liebestrank
12:45
und so kann er gleich der ersten Frau,
12:47
die er begegnet, das arme Grädchen dann
12:49
eben sagen: "Oh, ich möchte sie doch
12:51
gern begleiten und so weiter." Hätte als
12:53
Professor früher nie getan. Und sie
12:55
verlieben sich und zwar auf beiden
12:57
Seiten Grätchen auf ihre Art und Weise,
13:00
aber auch Faust ist dadurch aus ein
13:02
bisschen hingerissen und Meifisto sorgt
13:04
dann für eine Liebesnacht, ne? Und da
13:06
muss die Mutter aber ein bisschen ähm in
13:08
tiefen Schlaf versetzt werden, aber ganz
13:10
nebenbei, das macht ihm auch nicht so
13:12
aus, bekommt sie eine so dicke Packung,
13:14
dass sie davon alle stirbt. Damit haben
13:16
wir jetzt das erste Opfer äh für das ja
13:20
indirekt zumindest Faust Verantwortung
13:22
trägt. Dann entführt Meephisto den Mann
13:25
zu einem Teufelhexentreffen in der
13:27
sogenannten Wald Burgesnacht.
13:29
Ähm Grätchen ist in dieser Liebesnacht
13:32
aber schwanger geworden, bringt ihr Kind
13:34
dann in ihrer Verzweiflung um und wird
13:37
am Ende von Faust 1 ja im Kerter im
13:40
Kerker angetroffen und ähm sie will von
13:43
Faust nicht gerettet werden mit den
13:45
teuflischen Künsten von Ephesisto.
13:49
Aber eine Stimme von oben sagt am Ende,
13:51
sie ist gerettet.
13:54
Und damit äh ist Faust 1 ja zu Ende und
13:57
im zweiten Band von Faust erlebt Faust
14:00
dann noch viele bedeutungsvolle
14:02
Abenteuer. Am Ende aber ist er doch
14:04
nicht zufrieden mit all dem, was er
14:06
erlebt. Er will der Magie abschwören.
14:08
Auch Mefisto ist ja ein Teil der Magie
14:10
und am Ende will er Land gewinnen für
14:12
Millionen Menschen. Dummerweise sind das
14:16
zwei alte Menschen, die an ihrer Hütte
14:17
leben und die stören. Das kann er gar
14:19
nicht ertragen und dann ist auch eine
14:21
kleine Kirche mit Glocke ganz ganz
14:23
schlecht. Das macht ihn ganz nervös.
14:25
Also sagt er, komm, schaffen wir die vom
14:27
Leib. Und das bedeutet dann, dass Mfisso
14:29
für ihren Tod sorgt. Jetzt merkt man,
14:32
ne, dass Gohe das ihn doch nicht so
14:34
davon kommen lassen will, denn ihm
14:37
begegnet die sogenannte Sorge, also eine
14:41
personifizierte
14:43
ähm Angelegenheit, die macht ihn blind
14:47
und er wird dann von Meephisto am Ende
14:49
betrogen. Er hört nämlich
14:50
Spartengeklappe und glaubt, das ist
14:52
dieser Deichland für Millionen und so
14:55
weiter. In Wirklichkeit arbeiten die an
14:57
seinem Grab und dann spricht er die
15:00
verhängnisvollen Worte aus, ne, dass er
15:02
glücklich ist, aber ist er betrug. Und
15:05
jetzt greift der Himmel ein. Es kommt
15:07
dann zu einem kleinen Fass einer einem
15:09
Ringkampf zwischen Meephisto und den
15:11
himmlischen Mächten und er wird am Ende
15:13
gerettet. Und die spannende Frage ist
15:16
jetzt, das aber Thema für ein eigenes
15:18
Video, warum kommt dieser Mann am Ende
15:21
gewissermaßen in den Himmel? Es heißt,
15:24
wer immer strebenend sich bemüht, den
15:26
können wir erlösen. Das können wir schon
15:28
mal festhalten. Das heißt, in der
15:30
Konstruktion von Gote hier ist das kein
15:34
Rahmen, kein Gott im Prolog, dem es
15:36
darauf ankommt, dass der Mensch hier
15:39
gute Dinge tut, wie es im Gedicht
15:40
göttliche ja ist, wo es ganz heißt edel,
15:43
hilfreich, gut soll man sein. Das wird
15:45
ja ausgeblendet. Entscheidend ist nur,
15:47
dass der Mensch strebt und dieser Herr
15:50
im Himmel ist der Meinung, also Gott,
15:53
dass er dabei schon auf dem rechten Weg
15:54
bleiben wird. Das ist natürlich hier
15:57
sehr, sehr fragwürdig, aber nicht unser
15:59
Thema. Wir wollen jetzt lieber endlich
16:01
noch auf dieses Bild hier eingehen. Das
16:05
haben wir ähm
16:08
Gemini äh malen lassen. Und zwar sieht
16:12
man hier rechts, ne, das ist
16:14
gewissermaßen der Wagner, der beste
16:18
seine Gipfel nur mit Sauerstoffmaske
16:20
Anspielung auf etwas, was wir gleich
16:22
ausführen werden. Bei Faus hier sieht
16:24
das ganz anders aus. Er ist bereit, sich
16:29
auch diesem Meephisto hier oben
16:31
auszuliefern und sogar sein Seelenheil
16:35
dafür ähm aufzugeben. Wir haben das hier
16:39
jetzt mal so zusammengefasst, was hat
16:41
das alles mit uns heute zu tun? Auch in
16:43
unseren Zeiten gibt es Menschen, die
16:45
bereit sind, alles zu riskieren. Jetzt
16:46
kommen wir zu der Sauerstoffmaske. Das
16:48
ist Reinold Mestner, der als Bergsteiger
16:51
1978 da mit einem anderen zusammen 1980
16:54
sogar alleine den Mount Everest
16:56
bestiegen äh hat. Alle Ärzte hatten
16:58
davor gewarnt, also auch er war bereit
17:01
ein maximales Risiko einzugehen für ein
17:03
außergewöhnliches Erlebnis. Also schon
17:05
so ein bisschen wie Faust ohne
17:07
Sauerstoff auf den Mount Everest. Und
17:09
wenn der ein bisschen höher gewesen
17:10
wäre, hätte dieser gute Mann vielleicht
17:14
den Verstand verloren, weil da oben die
17:17
Sauerstoffversorgung des Gehirns nicht
17:19
mehr ausreichend gewesen wäre. Oder man
17:20
denke an Free Climer z.B. wir, ich
17:23
bewundere das immer, wenn man Leute
17:25
sieht, die da rücklings am Felsen
17:27
hängen, sich trotzdem irgendwie
17:29
festhalten können ohne Seil. Das ist der
17:31
entscheidende Punkt und die brauchen das
17:34
einfach, um sich wohlzufühlen. Auch das
17:36
entspricht der Grundhaltung von Faust
17:38
oder die heißen glaube ich Abnoucher.
17:41
Ähm das sind ja Leute, die ohne eine
17:43
Sauerstoff Flasche an bestimmten Stellen
17:46
im Meer ganz tief versuchen zu tauchen.
17:50
Und das Problem ist natürlich, ne, wenn
17:51
die sich dabei verrechnen, dass sie kein
17:53
Sauerstoff dabei haben unter Umständen,
17:56
kommen sie nicht mehr an die Oberfläche,
17:59
dann reicht der Atem für den Rückweg
18:01
nicht. Das heißt also hier noch mal ganz
18:04
eindeutig, wir haben also die Wagner
18:06
Typen und jeder kann sich ja selbst mal
18:07
überlegen, wie weit er bereit ist, da
18:10
ein Risiko auch einzugehen.
18:12
Das sind die Leute, die
18:13
sicherheitshalber immer eine
18:14
Sauerstoffmaske dabei haben bei allem,
18:15
was sie tun im übertragenen Sinne und
18:17
damit erstürmen sie dann den
18:19
Erkenntnisgipfel in Büchern und Faust
18:22
ist bereit für tiefgehende Erkenntnisse
18:25
auch im menschlichen Bereich sogar sein
18:27
Seelenheil zu riskieren. Also, man
18:30
sieht, der gute Goteh hat damals einen
18:32
Drama geschrieben, was durchaus mit uns
18:34
heute auch was zu tun hat. Zum Schluss
18:36
noch mal der Hinweis hier auf die
18:39
Webseite, die wir entsprechend hier
18:40
verlinken äh werden. Dort kann man das
18:43
noch genauer nachlesen. Wir hoffen, dass
18:45
wir das mit den beiden Seelen jetzt
18:47
klären konnten und wünschen auf jeden
18:50
Fall viel Erfolg bei der nächsten
18:52
Besteigung eines Gipfels. Ganz egal, mit
18:55
oder ohne Sauerstoff, aber als Reserve
18:57
sollte man ihn immer dabei haben. Wir
18:59
wünschen auf jeden Fall viel Erfolg und
19:01
Glück. M.
#Jobs & Education

