Notfallkoffer: "Heimsuchung" = Jahrhundertroman? Mit einem Schaubild fit für Klausuren und Prüfungen
Jan 11, 2026
Das Video zeigt, wie man mit einem gut aufgebauten Schaubild sich fit machen kann für Klausuren und mündliche Prüfungen, besonders natürlich im Abitur
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Vorteil eines selbst erstellten oder eben menschlich erklärten Schaubildes ist, dass sich das besser im Gedächtnis verankert.
Wir haben das oft ausprobiert und waren erstaunt, dass wir auch noch längere Zeit danach genau wussten, wie das Schaubild aufgebaut war und wo einzelne Elemente sich befanden.
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Hinter dem Bild des Notfallkoffers steckt die Überlegung, dass man vor schriftlichen oder mündlichen Prüfungen mehr wissen muss, als man dann wirklich braucht.
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In einer mündlichen Prüfung kommt hinzu, dass man blitzschnell reagieren muss auf Fragen.
Und dann ist es sehr hilfreich,wenn man weiß, wo im Werkzeugkasten das richtige Werkzeug - sorry: "die richtige Antwort" ;-) liegt.
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Außerdem bemühen wir uns immer darum, auch noch die eine oder andere Stelle zu finden, mit der man die Prüfer überraschen kann.
Das bringt dann entweder direkt Zusatzpunkte oder eine Atmosphäre im Bewertungsgespräch, die bei der Notenfindung günstig ist :-)
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Die Dokumentation zum Video ist hier zu finden:
https://textaussage.de/notfallkoffer-klausur-pruefung-zum-roman-heimsuchung-thema-jahrhundertroman
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00:01 – Einstieg: Notfallkoffer-Idee
00:26 – Verbindung Kopf–Schaubild
00:43 – Notfallkoffer als Prüfungsprinzip
01:03 – Unerwartete Fragen & Igelprinzip
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Ja, wir glauben, dass wir eine gute
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Nachricht haben für alle, die äh
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demnächst schriftliches oder mündliches
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Abitur im Fach Deutsch machen oder auch
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Klausuren demnächst. Und zwar wird
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demnächst dieses äh Bild hier uns immer
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begleiten, wenn es darum geht, wie man
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einem Notfall am besten begegnet. Und
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zwar indem man das entscheidende ist
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hier diese Verbindungslinie,
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nämlich die Verbindung zwischen dem
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eigenen Kopf, in dem sich nämlich ein
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Koffer befindet mit einer systematischen
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Darstellung eines Themas, äh auf die man
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jederzeit zurückgreifen kann.
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Notfallkoffer ist für uns insofern ganz
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interessant, weil das ja eben ein
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Koffer, der vieles enthält und man
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greift dann das heraus, was man braucht.
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Genau wie in einer mündlichen Prüfung,
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ja, von den insgesamt 10 oder 15 Dingen,
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die man da zusammengetragen hat, braucht
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man nur einige und die hat man dann aber
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auch sofort zur Verfügung. bei Prüfungen
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vor allen Dingen, denn das ist ja die
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größte Herausforderung oder eben aber
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auch bei Klausuren. Unerwartete Fragen,
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man muss gefasst sein. Das entspricht
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auch unserem Igelprinzip, nur dass wir
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jetzt gewissermaßen die Stacheln einfach
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äh Beleuchtungsstacheln da einfach
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gestalten zu einem Thema. Und in diesem
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Falle geht es darum, inwie weit kann man
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den Roman Heimsuchung als
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Jahrhundertroman bezeichnen. Und dann
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schauen wir uns mal an, wie wir versucht
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haben, das Problem für uns am besten zu
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lösen. Ja, wie immer arbeiten wir mit
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Schaubildern, weil wir da die besten
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Erfahrungen gemacht haben, dass man auch
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nur einige Wochen später zumindest
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ungefähr weiß, was stand unten links,
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was stand oben rechts. Und wir haben
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Erfahrung gemacht, dass die
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selbsterzeugten Schaubilder sich viel
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stärker im Gehirn verankern, als das,
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was ähm KI Programme z.B. bereitstellen,
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denn das muss man ja immer erstmal sich
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selbst anverwandeln. Wir haben das Ganze
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so aufgebaut, ähm dass wir hier zunächst
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mal festgestellt haben, wie sieht das
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denn hier eigentlich aus mit den
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Zeitverhältnissen? Und da kann man sagen
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eindeutig grün, was Jahrhundertroman
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angeht, es beginnt mit dem Kaiserreich,
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also kurz vor 1900 und ähm endet dann in
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der Nachwendezeit, also nach 1989.
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Das ist also ganz eindeutig ein
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Jahrhundert allerdings. Und jetzt kommt
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das Problem,
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Wissen wird vorausgesetzt und das darf
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die Autorin natürlich tun, aber das
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heißt noch nicht, dass Schüler und
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Schülerinnen z.B. und um die geht es ja
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hier im Vorfeld des Abiturs damit viel
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anfangen können. Wir werden ja noch
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zeigen äh und haben an verschiedenen
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Stellen das schon gezeigt, dass dieser
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Roman eher eine Herausforderung ist, wo
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hinten der Geschichtslehrer eigentlich
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nur sitzen müsste, um dann zu sagen,
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halt, stopp, das kann ich euch erklären.
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Aber schauen wir uns das jetzt mal näher
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an, was die einzelnen Epochen angeht.
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Ja, wenden wir uns jetzt mal den Epochen
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zu. Wie gesagt, es beginnt mit dem
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Kaiserreich hier. Schauen wir uns das
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mal an.
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Da kann man sich darauf konzentrieren,
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auf den Großbauern, seine vier Töchter.
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Interessant ist, das ist nur ein
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Ausschnitt aus der Sozialgeschichte
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bezogen auf eine ganz konkrete
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Situation. Und das ist das Riesenproblem
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natürlich dieser Hauskonstruktion dem
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Roman. eine wunderbare literarische
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Idee, aber schlecht, um natürlich über
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Geschichte insgesamt etwas zu lernen.
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dazu kommt, dass
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der Schwerpunkt ja auf Klaras Krankheit
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gesetzt wird und ähm
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die ist ja nun auch nicht repräsentativ
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für die Epoche und Emma hat die
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eigentlich interessante Tochter, weil
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sie nämlich ja äh die Arbeit leistet im
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Wesentlichen, ne, für ihren Vater, aber
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eben die Rolle nicht übernehmen kann.
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ähm kommt ganz schlecht weg und da würde
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man gerne wissen, ja, wie hat denn die
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Gesellschaft darauf im Einzelnen
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reagiert? Was haben die Leute weiter
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oben äh gesagt, wenn da entsprechend äh
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plane Frau am Tisch sitzt oder fiel
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nicht auf, dass der Vater vieles nicht
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so gut konnte wie die gute Emma? Das
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sind also Fragen, die man hier einfach
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stellen muss und von daher kann man nur
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sagen, dass ähm
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das Kaiserreich hier nur sehr sehr
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unzureichend dargestellt wird. Es geht
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ja fast mehr um die Hochzeitsbräuche da
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und ähnliche Dinge, äh, die mit der
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allgemeinen Geschichte kaum etwas zu tun
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haben. Ja, kommen wir jetzt zur Nazi
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Zeit. Da haben wir Unterschieden hier
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zwischen den Opfern.
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Der das Schicksal dieser jüdischen
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Familie wird ja sehr äh deutlich
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dargestellt und man bekommt schon ein
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Gefühl für die Not dieser Menschen. Es
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geht ja um diesen Tuchfabrikanten.
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Das ist äh wie gesagt berührend. Das
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wollen wir mal hier positiv.
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Ähm aber äh dann haben wir das Problem
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wieder ähm dass ähm der große Kontext
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einfach vorausgesetzt wird. Nun werden
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die meisten Leute aus dem
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Geschichtsunterricht da natürlich
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durchaus einiges kennen. Äh, aber das
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ist natürlich wieder ein Problem. Was
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leistet der Roman dann mehr? Ähm, und äh
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das Immigrationsproblem, ja, dass die da
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nicht weg können und so weiter, ähm das
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wird nur angedeutet, wenn man da also
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geschichtliche Darstellungen,
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Biographien liest, z.B. äh von Masak
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Kaleko und ähnlichen äh Leuten, dann
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kommt da sehr viel mehr an historischen
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ähm Erkenntnissen bei raus, als hier in
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diesem Roman. Dann ganz problematisch
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ähm finden wir diese drastische
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Beschreibung des Tods im Gaswagen.
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Äh da muss man einfach ähm sehen, da ist
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ja niemand dabei gewesen. Das heißt, äh
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die Schriftstellerin muss sich das ja
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ausgedacht haben, sicherlich auf der
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Basis von Quellen. Aber vor allem das
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größte Problem, es gibt ja reale
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Vorbilder, da ist ja der Roman stolz
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drauf und der Verlag weiß do darauf hin,
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dass die Schriftstellerin in ihrem
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Umfeld eine Familie kannte, die mit dem
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Haus was zu tun hat und so weiter. Und
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das nürlich äußerst problematisch. Äh
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das ist ja wie wenn jemand am offenen
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Grabe steht und dann erzählt, wie
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schrecklich der arme Mensch da noch vor
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seinem Tod gekämpft hat und was er
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gelitten hat und so weiter. Das ist also
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sehr problematisch. Ähm, was wir in
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allen ähm Beurteilungsromans immer als
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sehr positiv empfunden haben, ist nicht
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natürlich das Schicksal des Mädchens, äh
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das ist schrecklich, aber das
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schreckliche, das wird auf eine
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unglaubliche Art und Weise dargestellt,
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wie wir es noch nie erlebt haben, dass
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einfach deutlich gemacht wird, der
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gewaltsame Tod eines jungen Menschen, an
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dem andere die Schuld tragen, bedeutet
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auch gleichzeitig, dass all die
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Investitionen, die dieser Mensch in sich
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selbst hineines die ganzen Anstrengungen
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und so weiter, ist alles für die Katz,
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wie man im Deutschen so sagt, also alles
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sinnlos im Nachhinein und das ist äh ja
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so ein Highlight dieses Romans ganz
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eindeutig. Man kann auch sagen, das
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verbrecherische
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dessen, was die Nazis an der ganzen
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Bevölkerungsgruppe angetan haben, wird
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dadurch besonders deutlich und das ist
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ein Wesen von Literatur, dass es etwas
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Besonderes herausgreift, auf besondere
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Art und Weise darstellt und dann auch
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einen besonderen Effekt erzeugt. Das
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gelingt hier ganz eindeutig. Kommen wir
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jetzt zum zweiten Bereich. Auch der ist
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natürlich grundsätzlich ähm ähm in
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Teilen gut dargestellt. Das sind die
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Mitläufer. Da geht's um diesen
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Architekten. Ja. Ähm interessant äh
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finden wir aber auch ein bisschen
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fragwürdig ähm seine Rettung durch einen
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netten Nazida. Der hat ja das Problem,
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dass bei den Großeltern und so da doch
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irgendwo ein Jude aufgetaucht ist. ähm
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was damals den Leuten Kopfschmerzen
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verursachen musste angesichts der
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Nazidiktatur und der sagt: "Komm, füll
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das gar nicht aus, das spielt keine
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Rolle und so weiter. Das sieht ja fast
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so aus, als ob man auch menschlich
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bleiben sollte konnte äh in der
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Nazizeit. Das wäre ja schön, wenn das
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allgemein so gewesen wäre, aber das
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hätte man gerne gewusst. Wie viel
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Spielräume hatten Menschen damals, um im
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Einzelfall auch mal nett zu sein? Darauf
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geht der Roman in keiner Weise ein."
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was wir wiederum ähm sehr originell
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finden, wenn in der Sache natürlich auch
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bösartig, das wollen wir jetzt mal
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vielleicht mal blau hier markieren, das
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ist dieses Gespräch, wo es darum geht,
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dass man einen Film über böse Juden auf
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sich der Nazis drehen will und da
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braucht man natürlich auch Schauspieler.
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Juden will man verständlicherweise nicht
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nehmen aus der Sicht der Nazis. Also
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braucht man irgendwelche Deutschen und
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die müssen dann irgendwie so aussehen
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wie Juden und so. ist schwer natürlich
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die zu finden und so weiter. Und das ist
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natürlich ein absolut lächerliches äh
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Leiden, wenn man es von außen
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betrachtet. Aber es wird eben hier im
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Roman sehr gut dargestellt, aber eben
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auf literarische Weise. Es wird eine
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Sache herausgegriffen, aber das heißt
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nicht, dass man insgesamt ohne dieses
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Wissen, was man braucht, das auch
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überhaupt vernünftig einordnen kann.
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Kommen wir jetzt zur DDR Zeit. Da wird
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durchaus auch wieder auf die typisch
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literarische Art und Weise etwas
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deutlich. Am Beispiel des Architekten
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ähm der ähm wird also ein Opfer, ne, das
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ist das Problem eben dieses Systems
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gewesen. Er biedet sich an, er versucht
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ein guter DDRBürger zu sein, muss dann
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fliehen, wird also zum Opfer. Warum?
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weil er sich zu sehr angestrengt hat und
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dabei dachte, originell, wie wir es hier
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auch tun würden, wenn ich die Schrauben
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nicht im Osten bekomme, hole ich sie mir
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im Westen von Berlin. Ähm, aber auch das
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ist wieder eine Angelegenheit, die in
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keiner Weise historisch erklärt wird.
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Da muss dann die Lehrkraft des
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Fachesdeutsche entsprechende
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Informationen geben oder den Büchern
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steht es äh oder der Geschichtslehrer
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muss eben hinten äh sitzen. Und darum
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kommen wir jetzt zu einer ersten ähm
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These. Das machen wir mal hier in gelb
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jetzt. Ähm das ist ja ganz gut, wenn man
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zwischendurch auch schon mal sagen kann,
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legen wir mal eine Sache ab. so als
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Zwischenplateau, da der Roman erzählt,
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was ihn interessiert, ohne Rücksicht auf
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lesende. Das könnte eben hier ein ganz
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wichtiger Punkt sein, äh der nachher
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auch die Beurteilung natürlich äh dann
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beeinflusst.
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So, wir schließen damit die DDRZit ab,
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aber wir sehen im Roman, dass diese
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DDRZit natürlich Folgen hat und das ist
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die Nachwendezeit. Auch da kann man
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grundsätzlich sagen, dass wir da etwas
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erfahren, aber vielleicht sollten wir
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das äh ab jetzt immer so machen, dass
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wir darauf hinweisen, dass das auf
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literarische Art und Weise geschieht und
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nicht auf historiografische Darstellung,
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dass man etwas über Geschichte komplett
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erfährt. deutlich wird nämlich und das
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wird gut deutlich. Ja, aber auch wieder
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auf literarische Art und Weise, bleiben
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wir mal ehrlich, das Schicksal von
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Menschen mit unklaren
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Eigentumsverhältnissen,
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da haben irgendwelche Leute dann ähm aus
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ihrer Sicht sogar den Juden wie der
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Architekt noch geholfen, indem sie ihnen
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dann zumindest die Hälfte des Geldes
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gegeben haben, um ihre Chancen auf
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Auswanderung zu äh erhöhen. Äh und ähm
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wie groß ist jetzt ihre Schuld? Muss man
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ihnen das hinterher komplett wegnehmen
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wieder? Ja, das sind Dinge äh die sehr
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komplex sind, die im Roman natürlich äh
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überhaupt nicht äh erklärt wird und äh
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werden. Und dann haben wir hier wieder
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das äh Problem ähm so nicht, das erklärt
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wird. Das interessiert den Roman auch
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eigentlich viel weniger. Das sieht man
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auch die Verschiebung vom
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Jahrhundertroman zum Heimatroman,
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darüber kann man reden sicherlich,
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sondern es ist hier der Akzent. Ich aber
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sage euch als Autorin indirekt oder als
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Erzähler Erzählerin, es geht hier um den
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Heimatverlust, das ist im Titel ja auch
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Heimsuchung angedeutet. Ist keine Rede
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von Jahrhundert Romanen oder so etwas.
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Also, wir halten fest. Jetzt kommt
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unsere These, die zweite, die wir hier
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haben, These viel eher ein besonderer
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Heimatroman als ein Jahrhundertroman.
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Und das wollen wir jetzt noch schön
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umrahmen. Und dann haben wir nämlich
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diese äh vier Epochen und eine gespalten
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eben Opfer und Mitläufer oder Täter,
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könnte man noch sagen und können uns
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jetzt der ganz grundsätzlichere Frage
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zuwenden. Was ist eigentlich wirklich
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die Aussage des Romans? Ja, dann kommen
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wir zu unserem Highlight. Wir haben uns
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ja sehr intensiv mit dem Roman
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beschäftigt und je mehr wir uns damit
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beschäftigt haben, desto mehr ist uns
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klar geworden, das ist überhaupt kein
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Jahrhundertroman.
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Eingeschränkt ein Heimatroman. In
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Wirklichkeit ist es etwas ganz anderes
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und das merkt man, wenn man auf den
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Rahmen eingeht, nämlich einmal den
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Prolog. Da fragt man sich, was sollen
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diese 24 000 Jahre da? Und da ist ganz
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eindeutig und das äh darf die Autorin
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natürlich machen und die Erzählerin oder
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den Erzähler präsentieren lassen. Es
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geht um den großen geologischen Rahmen,
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es geht um die entsprechende Entwicklung
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in einer Art kosmischer Evolution. Es
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geht nicht um menschliche Geschichte.
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Die wird zwar hier erzählt, wir werden
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noch gucken, welche Konsequenz sich
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daraus ähm ergibt, aber die Natur
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insgesamt unterliegt eigenen Wechseln.
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Ja, das ist eine wunderbare literarische
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Perspektive, die ein Roman natürlich so
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tun darf. So, jetzt kommen wir zu dem,
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was für unsere Frage sehr problematisch
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ist. Die etwa 100 Jahre dazwischen
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präsentieren konkrete Einzelschicksale.
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Allerdings sehr verwirrend erzählt.
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Jetzt kommt der entscheidende Punkt.
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literarisch sicherlich wertvoll, aber es
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ist für unsere Frage wieder mehr
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Experiment als Beschreibung und bei
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Experimenten lernt nur derjenige etwas,
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der das Experiment vorbereitet hat und
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durchführt und auswertet, aber nicht die
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armen Schüler und Schülerinnen, die hier
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gewissermaßen Objekt eines Experiments
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gemacht werden. Und die Kernaussage für
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uns ist eben dann, und das ist die das
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nächste äh wichtige Element hier, die
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Bedeutungslosigkeit menschlicher
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Schicksale. Das äh passt auch übrigens
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ähm zu der festhalten Blick mal
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Vergleiche,
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die muss ein bisschen kleiner machen
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hier, sonst
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kriegen wir das hier gar nicht mehr
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unter Vergleich, wenn das jetzt noch
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gehen würde. Das geht aber natürlich
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nicht. Wir wollen damit sagen, so und
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wir gucken jetzt noch mal die
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distanzierte
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Darstellung.
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Da fragt man sicher, was ist das? Aber
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das versteht man natürlich, wenn man die
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Zielrichtung des Romans begriffen hat.
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Bedeutungslosigkeit, menschlicher
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Schicksal. So, dann literarisch, völlig
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in Ordnung. Kurzzeitiges Mitgefühl als
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Ergebnis, so wie wir das z.B. bei dem
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Mädchen besonders empfunden haben. Aber
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und jetzt kommt das Problem äh wieder
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diese Minderung durch Distanz. Das mag
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ein schöner literarischer Trick gewesen
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sein, ein literares Mittel, aber es ist
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natürlich äußerst problematisch für die
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Frage, was machen wir damit? Und wir
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haben ja in einem eigenen Video deutlich
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gemacht, dass man diesen Roman an die
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Schüler und Schülerinnen nur zumuten
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kann, wenn man ihnen auch eine positive
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Perspektive eröffnet. Und die findet man
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glücklicherweise bei Göte, man glaubt es
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kaum, der in seinem Gedicht göttliche
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genau beschrieben hat. Was können
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Menschen denn tun, um nicht nur das
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Gefühl zu haben, wir sind Opfer, wir
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sind völlig belanglos, wir können auch
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gleich in die Grube springen oder so
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etwas. Das ist natürlich für die Schule
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eine katastrophale Botschaft, die dann
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aufgehoben werden muss als Roman. völlig
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in Ordnung, aber es darf nicht sein,
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unserer Meinung nach ohne diesen zweiten
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Teil, sonst ist das ein völlig negatives
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Ungleichgewicht.
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Äh denn im Epilog, das haben wir jetzt
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vergessen, müssen wir auch noch eben
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kurz ähm sagen, das auch noch ein
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wichtiger Punkt. Äh, das äh bestätigt
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das aber hier ähm die Schicksale und das
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Haus verschwinden und man kann das gut
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finden, dass die Natur am Ende wieder
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über die Zivitation siegt. Aber wenn die
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Natur am Ende über die menschliche
16:43
Zivilisation siegt, ist das noch
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schlimmer natürlich wie nach einem
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Vulkanausbruch. Dann wächst es
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wunderbar, aber die Menschen sind
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möglicherweise Opfer geworden.
16:54
Wie immer äh legen wir die Dokumentation
16:57
hier auf dieser Seite ab. Äh wir machen
17:00
das immer so, dass dann hier äh dieser
17:04
Button hier oben dann entsprechend auch
17:06
wieder auftaucht hier oben. Man kann
17:08
direkt anklicken und dort und dann sind
17:10
wir natürlich auch auf eure Mithilfe
17:12
angewiesen. Dort Korrekturen, das ist
17:14
dann unser Problem, ne? Wenn wir etwas
17:16
korrigieren müssen, wenn wir etwas
17:18
ergänzen, ist das für uns beide gut. Äh,
17:21
aber es setzt eben auch voraus, das ist
17:23
unsere Hoffnung, dass uns Fragen
17:25
gestellt werden dazu und dann können wir
17:28
das Ganze verbessern. Noch ein wichtiger
17:30
Hinweis, auf der Website werden wir
17:32
natürlich auf einzelne Dinge auch näher
17:34
eingehen. Dort kann man auch
17:35
nachschauen, wo wird dann diese
17:37
Schraubengeschichte z.B. überhaupt
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dargestellt, wo ist das Schicksal des
17:40
Mädchens, ne, und so weiter. Dann kann
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man sich die Sachen noch mal kurz vom
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Abitur oder von der Klausur gezielt
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anschauen. Wir hoffen, dass dies hier
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hilfreich war. Uns hat's auf jeden Fall
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geholfen. Wir holen euch auch und
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wünschen viel Erfolg. M.
#Literary Classics
#Social Issues & Advocacy

