Roman "Heimsuchung" - Igel-Gesamtschaubild, gut vorbereitet auf Fragen - auch in mdl. Abiprüfung
May 7, 2026
präsentiert wird kurz vor dem mündlichen Abitur 2026 ein neues Igel-Schaubild. Diesmal geht es um den Roman "Heimsuchung". Die Idee hinter diesem Igel-Schaubild ist: Man ist auf alles vorbereitet, was einem zukommt.
Der entscheidende Unterschied zum Igel: in einer mündlichen Prüfung ist man auch in der Lage, auf alle Fragen und Aufgaben möglichst optimal zu reagieren. Aus den Stacheln machen wir auf dem Schaubild dann eine Art Kommunikation über Lichtstrahlen.
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Ganz wichtig: im Unterschied zur schriftlichen Abiturprüfung, die ja heute meist Aufgaben für alle Prüfungsgruppen enthält, hat bei der mündlichen Abiturprüfung die Lehrkraft das Sagen. Das heißt, sie kann Rücksicht nehmen auf das, was konkret im Unterricht besprochen worden ist. Interessant vor allem, wenn es dabei auch um besondere Akzente geht.
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Gerade beim Roman "Heimsuchung" ist die Versuchung groß, über das hinaus zu gehen, was in allen Büchern zu finden ist. Bei solchen originellen Ansätzen muss man darauf achten, dass man dann auch so gut im Stoff ist, dass man skeptische Prüfer überzeugen kann.
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Die Dokumentation ist hier zu finden. https://textaussage.de/roman-heimsuchung-mit-dem-igel-schaubild-optimal-vorbereitet
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0:01 – Einleitung und Anlass
0:51 – Der Notfallkasten und KI-Aspekte
1:23 – Das Herz des Igels: Besonderheiten der mündlichen Prüfung
2:22 – Struktur des Schaubilds: Aussagen und Thema
3:34 – Kritische Analyse: Der Jahrhundertroman
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Ja, das schriftliche Abitur im
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Fachdeutsch ist wohl gerade vorbei.
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Jetzt gibt es für einige natürlich noch
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das mündliche Abitur und da versuchen
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wir ja besonders äh starke Hilfen zu
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geben. Und zu diesen Hilfen gehört z.B.
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unser sogenanntes Igelschaubild.
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Das werden wir gleich noch genauer
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zeigen. Es geht in diesem Falle um den
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Roman Heimsuchung. Und hier zum Krug,
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zum äh zerbrochenen Krug gibt es das
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bereits. Und das sind so Hilfen, die
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zeigen, wie man das Ganze so als
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Gesamtschaubild im Kopf haben kann. Vor
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allen Dingen geht es dabei um wirkliches
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Verständnis und um das Setzen eigener
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Akzente. Das ist uns aber ganz wichtig,
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dass man nicht nur das abspult, was in
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den Büchern gestanden hat, sondern
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zeigt, dass man auch selbst ein bisschen
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nachgedacht hat. Und das sieht dann so
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aus. Wir haben dieses Bild hier mal ähm
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uns erstellen lassen mit dem
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Notfallkasten.
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Der Notfall ist natürlich hier, das
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Heimatroman von der KI nicht richtig
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geschrieben worden ist, aber das gibt
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uns Menschen ja auch noch mehr
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Möglichkeiten uns da einzubringen. So
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viel zur Einleitung. Jetzt geht es los.
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Ansonsten verwend verweisen wir wieder
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auf die Sprungmarken,
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die Kapitel auf YouTube, mit deren Hilfe
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man problemlos zu der Stelle springen
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kann beim langen Video, wo man hin
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möchte. Das bringen wir entsprechend
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auch auf der Website unter. Das hier ist
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also unser Schaubild. Das sieht nach
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sehr viel aus, aber wir versuchen das
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immer auf eine Seite zu bekommen, weil
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wir uns das zumindest dann optisch
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einprägen können. Dann wissen wir genau
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z.B. hier etwas ganz entscheidendes äh
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was für die mündliche Prüfung gilt das
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Herz des Igels. Gewissermaßen die
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mündliche Prüfung ist hat eine große
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Bedeutung und zwar dabei spielt vor
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allen Dingen das im Unterricht
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hervorgehobene eine Rolle. Ja. Ähm beim
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schriftlichen Abitur denken sich ja
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irgendwelche anderen Leute die Aufgaben
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auf. Sie müssen für alle Schulen gelten.
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Hier aber hat die Lehrkraft natürlich
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eine Möglichkeit, die Prüfung so
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vorzubereiten, dass die Schwerpunkte
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eine Rolle spielen, äh, die man
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gemeinsam gemacht hat und auch eventuell
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besondere Dinge, die im allgemeinen
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Schriftlitur gar nicht auftauchen
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können. Und darum hier bitte eigene
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Igelpunkte ergänzen. Wir zeigen nur
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jetzt eine Variante, die wir für uns
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erstellen würden. Z.B. Wir versuchen bei
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diesen Igelschaubildern natürlich eine
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bestimmte Struktur einzuhalten, damit
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nicht jedes völlig anders aussieht. Das
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heißt, wir bringen hier oben immer das
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Thema unter. Zunächst mal zeigen wir,
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was der Roman zeigt. Hier menschliches
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Leben wird gezeigt
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als Opfer sehr unterschiedlicher
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Heimsuchungen und Vorrang der kosmischen
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Geschichte, der Natur vor der
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menschlichen, dem was Menschen einander
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zufügen. Da gibt es den großen Rahmen
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der Natur vorne im Prolog und hinten im
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Epilog. Das sind die Aussagen. Und dann
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kann man äh daraus schließen, was ist
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das Thema des Romans? eben menschliches
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Schicksal mit Bezug zu einem Haus im 20.
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Jahrhundert. Das ist die Frage, wie
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sieht wie sehen solche menschlichen
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Schicksale aus und wie ist das
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Verhältnis von menschlicher Geschichte
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und zur kosmischen Geschichte? Das wären
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also die grundsätzlichen Dinge, die wir
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immer auf die Art und Weise ermitteln.
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Erst klären wir die Aussagen und dann
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ermitteln wir daraus das Thema. Wir
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beginnen immer ganz gerne mit
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allgemeinen Fragen, die auch
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zu Beginn einer mündlichen Prüfung
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gestellt werden können. Wie sieht das
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denn aus? Inwi weit kann man diesen
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Roman als Jahrhundertroman bezeichnen?
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Und dann kann man auf den Zeitraum äh
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verweisen. Äh allerdings wird das Ganze
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verengt, also ungefähr ein Jahrhundert
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von von 1890 bis 1990 oder etwas später
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auch noch. Allerdings wird dieser Blick
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verengt durch die Konzentration
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natürlich nur auf ein Haus und das
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vermindert natürlich die Breite des
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Blicks unendlich vieles, was in den
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Städten abgelaufen ist und so weiter,
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kann da gar nicht im einzelnen ähm
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einbezogen werden. Und der Blick wird
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zudem erschwert durch den Verzicht auf
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ausreichende historische
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Kontextualisierung gemeint ist damit
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immer, dass man auch versteht, warum
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bekommt dieser Architekt da Probleme mit
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den Schrauben. Das versteht man nur,
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wenn man weiß, wie dieser neue DDRStaat
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da eben sich unterschiedt vom Denken im
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mehr oder weniger kapitalistischen
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Westen. Auch das Kaiserreich, ne, das
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wird reduziert hier auf dörfliche
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Traditionsrituale. Da kann man nicht
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behaupten, dass ein Jahrhundert
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einigermaßen abgebildet wird. Wir halten
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das persönlich für einen sehr gelungenen
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Werbeeffekt, den man da eingebaut hat.
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Und das Schöne an der Schule ist ja eben
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auch dies selbständige Denken. Man sagt
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Jahrhundert grundsätzlich ja Zeitraum,
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ansonsten viele Einschränkungen und
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besonders die NSzeit wird in wichtigen
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Konturen klarer. Es geht auch um
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Verfolgung, Immigration und Massenmord
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gezeigt an der Ermordung dieser
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jüdischen Familie. Auf der anderen Seite
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beim Architekten vor allen Dingen dies
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Mitläufertum und auch Profit, ne? denn
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der bekommt ja das Grundstück dann sehr
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billig von dem ähm jüdischen Besitzer,
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der emigrieren muss, es aber am Ende
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nicht mehr schafft. Und der traurige
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Höhepunkt dieser Darstellung ähm ist das
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Schicksal des Mädchens Doris, bei dessen
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Tod dann aufgezählt wird, was damit
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eigentlich alles verloren geht an
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individuellem, was man sich erarbeitet
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hat. Das ist schon ein sehr bewegender
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Moment in dem Roman.
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Wir kommen zur zweiten allgemeinen
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Frage, die am ehesten wohl am Anfang
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gestellt ähm wird äh inwi weit ein
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Heimatroman
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und da sieht man natürlich gleich im
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ersten Kapitel, dass bei diesem
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Großbauer mit seinen Töchtern ein
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ziemlich altertümlicher Heimatbegriff
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präsentiert wird und das löst sich auf.
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Das ist also eine besondere Art von
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kulturell und zeitlich bedingter
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Auflösung. Besonders wichtig ist dann
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der Architekt. Äh der ist ja der
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Inbegriff dieses Heimathausgestalters.
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Das dritte Haut ist das, was er auf dem
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Grundstück da äh errecht erbaut. Und
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insgesamt dominiert der Verlust von
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Heimat. Und es gibt das Problem auch
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noch bei der Immigration noch Südafrika.
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Da merkt man äh an dem Sohn des
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jüdischen Tuchfabrikanten, dass äh die
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Kinder schon zwischen den Kulturen
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stehen, also eine alte Heimat zunehmend
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verlieren und eine neue sich langsam
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innerlich aufbauen. Wir gehen dann jetzt
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mal kurz auf die Figuren ein. Fangen wir
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an mit dem Großbauern eben schon
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erwähnt. Er ist ein Erbe langer
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Tradition. Die löst sich jetzt auf und
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das führt zum Zerfall der Familie. Dann
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der Architekt eben schon angesprochen
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Haus als zweiter Zufluchtsort neben
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seinem eigentlichen Büro und der der
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Haupt im Hauptwohnsitz dritte Haut haben
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wir schon erwähnt und der ist der
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Inbegriff des zivilisatorischen
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Umgestalters der Natur. Das wird ja an
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vielen Stellen sehr deutlich. Für uns
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eine ganz wichtige Figur, wie wir noch
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zeigen werden, ist die zweite Frau des
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Architekten. Ähm sie ist ja ein Opfer
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weiblicher Rollenzuweisung. Sie möchte
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gerne Tänzerin oder so etwas werden. Äh
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und ihr Vater zwingt sie in einen
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Bürojob hinein und dort nimmt sie dann
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gewissermaßen so eine B-lösung nach dem
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Motto, wenn ich schon nicht tän als
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Tänzerin mich verwirklichen äh kann,
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dann will ich wenigstens als ähm Ehefrau
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eines anerkannten
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äh Menschen da hier eine Rolle spielen
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dürfen. Aber das Ganze ist ein
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langweiliges und am Ende auch einsames
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Leben. Und wir werden nachher noch an
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einer bestimmten Stelle darauf eingehen
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und auch noch ein eigenes Video zu
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dieser Frau machen. Da gibt es nämlich
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eine ganz wichtige Szene, die man sich
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genauer anschauen muss. Schauen wir mal
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weiter, was wir denn haben. Dann haben
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wir natürlich die Figurengruppe
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des Tuchhändlässen seiner Familie.
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Kontrast zwischen der rechtzeitigen
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Immigration des Sohnes nach Südafrika
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mit Doppelheimert haben wir eben schon
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erwähnt und die rassistische Verfolgung
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und sogar Vernichtung ähm von Menschen
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und dann der besondere Fall von Doris,
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deren Schicksal für uns am
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eindrucksvollsten dargestellt wird. Und
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man denke auch daran, dass ihr hier auch
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der Roman gewidmet wird, was dann
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letztlich bedeutet, dass sie auch mit
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Namen hervorgehoben werden wird. Wenn
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sich hier bestimmte Dinge wiederholen,
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ist das ganz gut. Weil die Dinge sich
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dann besser im Kopf auch verknüpfen.
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Dann gibt's diese kommunistische
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Schriftstellerin
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hoch interessant, die kann emigrieren,
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aber eben nicht in der Südafrika,
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sondern die damalige Sow Sowjetunion.
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Und das war bedauerlicherweise auch eine
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Diktatur und zwar eine äh mit einem Mann
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an der Spitze, der gewisse
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psychopathische Züge regelrecht trug äh
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und ohne Hemmung auch Leute umbringen
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ließ, die eigentlich voll auf seiner
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Linie waren, aber die er als Gefahr für
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sich s oder als Abschreckung verwenden
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äh wollte. Skropellos bis zum geht nicht
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mehr. Und diese Schriftstellerin kommt
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da auch nur knapp dran vorbei. In der
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DDR, in die sie dann zurückkehrt, wird
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sie auch enttäuscht, denn dort erlebt
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sie auch so ein Fall von Korruption. Das
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heißt auch in der DDR Gesellschaft gibt
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es Leute, die mehr Rechte haben
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anscheinend als andere über ihre
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Beziehungen. Und am Ende hat uns da
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recht beeindruckt diese Idee. Meine
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Heimat ist eigentlich die gesamte
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Menschheit. Kommen wir dann zum Gärtner,
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der ja diese mythischen Züge ähm trägt.
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Das heißt, plötzlich taucht er auf und
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er verschwindet dann auch einfach wieder
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auf ganz geheimnisvolle Gestalt
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und er steht natürlich im Übergangsfeld
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von Natur. Das ist sein Wesen. Er will
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erhalten.
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Äh der Natur gewissermaßen auf die
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Sprünge helfen auch noch soweit das
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nötig ist und Zivilisation.
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Und damit verdient er eigentlich nur
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seinen Lebensunterhalt und äh er macht
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bestimmte Dinge ja auch nicht so ganz
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gern, wenn er da die natürlichen Bäume
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raum rausreißt, um andere zu pflanzen.
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Interessant auch äh dieser Roman hat ja
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biographische Züge und ähm Doris
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ist zwar nicht verwandt wohl mit der
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Autorin, aber hat das intensiv
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recherchiert, das Schicksal auch ihrer
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Familie, dann die Sache mit der Widmung.
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Die Schriftstellerin trägt dann Züge
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einer Großmutter, der Autorin und äh die
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Enkelin der Schriftstellen, das kann man
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jetzt schon sicher ausrechnen, ist dann
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die Autorin selbst, zumindest ergeben
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sich da entsprechende äh Indizien und
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Zusammenhänge. Und sie verarbeitet sehr
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intensiv ihre Verlusterfahrungen.
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Das ist eine Sache, die man auch
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kritisch sehen kann, natürlich, wenn man
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hier reale Leute hier eben einbezieht.
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Dazu kommen wir gleich noch. Nachdem wir
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jetzt so vorwiegend inhaltliche Dinge
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erarbeitet haben, gehen wir jetzt mal
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auf die Struktur des Romans und die
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Erzähltechnik hier äh ein. Ähm da ist es
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ganz schön, wenn man mit bestimmten
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Begriffen arbeiten kann, ne?
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Multiperspektivität.
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Das heißt jetzt erstmal, das klingt
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unwahrscheinlich äh hochgestochen.
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Gemeint ist damit, dass es eben keine
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zentrale Figur gibt, einen Erzähler,
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einen Icherzähler Erzählerinnen aus
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deren Perspektive das geschildert wird,
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sondern wir haben wirklich verschiedene
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Perspektiven.
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Äh das Grundstück ist eine ist der
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verbindende Faktor hier. Das ist ja ganz
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eindeutig. Dann ist es auch schön, wenn
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man den Begriff Anakronie oder
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anachronistisch mal eben fallen lässt.
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Das bedeutet, es gibt keine lineare
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Zeitlinie wie in vielen normalen
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Romanen. Es gibt Zeitsprünge.
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Ähm Fragmentierung ist auch ein sehr
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schönes Vorteil. Haben wir schon drei
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Begriffe, mit denen man glänzen kann. Äh
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gemeint ist damit, dass da nur Teile
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geschildert werden. Das hängt mit dem
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Punkt zusammen, dass wir sagen, es fehlt
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die historische Kontextualisierung, die
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Einbettung in einen Kontext.
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Besonderheit ist natürlich dann ein
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literarischer Einfall wirklich sehr
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schön gemacht. der Gärtner mit seinen
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Zwischenepisoden, wo er immer wieder
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auftaucht und eben auch das Haus als
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dritte Haut äh ist ja auch ein
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Grundmotiv. Wir kommen gleich noch zu
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den Motiven. Ähm und ähm die wird immer
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wieder neu überschrieben und da haben
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wir einen Begriff kennengelernt, den wir
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vorher gar nicht kannten. Ein Palmset äh
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ist wohl z.B. eine mittelalterliche
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Urkunde und da hat man das ja, weil das
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sehr kostbar äh war, die äh Unterlage,
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auf der man geschrieben hat, hat man das
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teilweise freigekratzt, dann neu mit
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Tinte drauf geschrieben äh und ähnliches
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mehr. Und das taucht der Literatur immer
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wieder auf. Ähm für uns ist das nicht so
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das Entscheidende bei dem Roman, aber
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ist immer wieder gut, wenn man die
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Prüfer und Prüferinnen glücklich machen
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kann. Weil wir schon dabei sind, gehen
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wir jetzt direkt über hier zum Bereich
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der Leitmotive.
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Äh, ein Motiv ist einfach ein bewegendes
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Element in einem äh Roman. Ein Ereignis
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kann ein Motiv sein, äh oder auch eine
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Gestalt, die immer wieder auftaucht,
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kann ein Motiv sein. Und wenn das immer
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wiederkommt, immer das Leidmotive. Und
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in der Literatur wird immer wieder
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darauf hingewiesen, was uns nicht so
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aufgefallen ist, auf Pfefferminz und
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Kampfer. Das ist ein Geruch, der von der
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Frau des Architekten stammt und äh eben
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auch hängen bleibt und immer wieder dann
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eben wahrgenommen wird. Na ja, gut, das
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eiserne Vögelchen, das ist schon
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interessanter. Das ist nämlich ein
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Ausstattungselement,
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das steht für die Detailverliebtheit des
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Architekten und vor allen Dingen, der
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will ja immer seiner Frau eine Freude
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machen, aber das macht er eben auf seine
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Art. Äh und wir werden nachher noch
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sehen, dass die Frau damit ja nicht so
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unbedingt glücklich wird. Und ähm dieses
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äh der das Schicksal dieses Vögelchen
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kann man auch natürlich als ähm Motiv
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sehen für den Verfall dieser
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Bürgerlichkeit, dass man sich schöne
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Dinge dahinstellt, die Bedeutung haben
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und so weiter. Dann der begehbare
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Kleiderschrank. Äh, das ist jetzt äh ein
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Punkt, zu dem wir ein eigenes Video
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machen werden. Äh, da passiert ja
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folgendes, äh, dass diese Frau des
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Architekten da sich im Schrank ähm dann
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äh versteckt, als die Russen ähm
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gewissermaßen das ganze Grundstück und
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das Haus übernehmen. Ähm, das ist also
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nicht mal ein Schutzort und der wird zum
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Ort der Gefahr ganz real, ne? Dieser
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russische Offizier, der plöt die
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Geräusche hört und den Geräuschen
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nachgeht und am Ende sogar diesen
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Schrank aufmacht. Das ist natürlich die
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absolute Gefahr der Schrecken, den viele
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Frauen äh 1945 ähm erleben mussten. Aber
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grundsätzlich in allen Kriegsgebieten
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besteht immer die Gefahr, dass Soldaten
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dann auch in dieser extremen Situation
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dann zu solchen sexuellen Übergriffen äh
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greifen. Man muss fairerweise aber auch
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sagen, dass es Berichte gibt, dass äh
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Soldaten teilweise auch erschossen
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worden sind. Also, man kann das nicht
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allgemein an der Gruppe zu ähm
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schreiben. Es geht eher darum, dass die
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Situation eben auch verbrecherisches
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Verhalten macht. Also lieber Kriege
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vermeiden, so gut das geht. Und dann
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kommt etwas, was wir eben anders sehen,
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als äh man im Internet überall finden
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kann. wird immer gesagt, ja,
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traumatisches Ereignis wird da ausgelöst
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und so weiter. Ähm, wir werden ein ein
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eigenes Video machen, dem wir sorgfältig
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am Text äh abprüfen, dass hier was ganz
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anderes passiert, äh sondern dass in
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dieser angespannten Situation etwas
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Unglaubliches von der Verfasserin da
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beschrieben wird, dass diese Frau zum
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ersten Mal in ihrem Leben dort sogar bei
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dem Sexualakter das Kommando übernimmt
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und am Ende dann mit einem fast mütter
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mütterlichen Klaps da den Offizier
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verabschiedet hätte. Aber das schauen
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wir uns genauer an, damit jeder sich ein
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eigenes Bild davon machen kann. Eigene
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Dokoseite und wir sind da anderer
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Meinung als dieser normalen
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Interpretation. Kommen wir noch zu den
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Symbolen. Symbole sind grundsätzlich
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Gegenstände z.B. die eine tiefere
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Bedeutung haben, die für etwas anderes
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stehen und der kann man sagen, der See
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steht für das Aufbewahren. Dort werden
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ja auch Gegenstände untergebracht,
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während die Menschen letztlich
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verschwinden.
16:20
Der See steht also auch für das
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Gesamtphänomen der Natur, auch wenn er
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am Ende auch verschwindet, aber das
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gehört zur Natur dazu. Und der Garten
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zeigt eine gewisse, aber auch gestaltete
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Beständigkeit, die am Ende aber auch der
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großen normalen natürlichen Natur, wenn
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wir das mal so sagen dürfen, weichen
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muss. Wer unsere Materialien sich
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angeschaut hat, die wir zu dem Roman
16:47
haben, der weiß, dass wir diesem Werk
16:50
relativ kritisch gegenüber stehen, aber
16:52
nur was die Verwendung als
16:55
Pflichtlektüre angeht. Dazu kommen wir
16:57
gleich im einzelnen noch. Ansonsten
16:59
haben wir an verschiedenen Stellen schon
17:00
gezeigt,
17:02
dass wir bestimmte Dinge einfach
17:03
grandios finden, auch wenn es sich um so
17:06
schreckliche Dinge handelt, wie das Ende
17:08
des Mädchen Doris oder diese ganz
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problematische Schrankszene zwischen der
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Frau und dem russischen Offizier.
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Schauen wir uns jetzt mal die Kritik
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etwas genauer an. Wir haben eben schon
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darauf hingewiesen, dass wir da äh das
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Ganze für einen sehr originellen,
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inhaltlichen und der erzählerischen
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Ansatz erhalten. Die Roman das also
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wirklich was ganz Besonderes. Ähm
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allerdings stark gebunden an das Umfeld
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der Autorin. Haben wir eben schon drauf
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hingewiesen mit problematischer
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Hinversetzung vor allem in den Gastod
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des Teppichhändler Ehepas. Das finden
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wir also ganz ganz problematisch, wenn
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letztlich dahinter eine reale Figur äh
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steckt und äh die Autorin beschreibt das
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ähm im Roman, als wäre sie dabei
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gewesen. Äh, das kann jeder auch anders
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natürlich beurteilen, aber für uns geht
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das eigentlich über eine rote Linie
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hinaus, wenn man das bei einer rein
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ausgedachten Figur macht und nicht noch
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über die Zuweisung am Anfang da auch ähm
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eine Beziehung herstellt zu realen
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Personen, dann erscheint uns das
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zumindest problematisch, aber das kann
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man noch anders sehen. Dann
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diese reizvolle Herausforderung des
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kritischen Umgangs mit der Bewerbung als
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Jahrhundertroman haben wir besprochen,
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was in der Sache abwegig reiner Werbegck
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ist das in unseren Augen, der aber gut
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funktioniert und dann auch in Ordnung
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ist. Heimatroman ist okay, wenn man das
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als Antiroman eher versteht im Hinblick
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auf traditionelle Vorstellungen von
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Heimat. Das Kernproblem ist ähm dem eine
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dem Titelansatz geschuldete absolute
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Einseitigkeit. Es geht nur um
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Heimsuchungen
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und äh das ist wirklich eine
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Herausforderung. Das darf man natürlich
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machen als Autor, als Autorin, aber das
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bedeutet natürlich auch, dass der Leser,
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die Leserin damit eben auch kritisch
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konstruktiv umgehen muss. Und für uns
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hat das bedeutet, dass wir dann
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zumindest hier dieser Schraubenaffäre
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bei dem DDR Beamten, der dem Architekt,
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der die Möglichkeit der Flucht eröffnet,
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so einen Ansatz von Menschlichkeit
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sehen. Das ist dieser Schraubenbeamte
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hier.
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Sonst gibt's keine positive Figur. Und
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dann ist die Frage, wie soll das im
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Unterricht gefüllt werden, diese Lücke?
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Äh und äh damit verbunden ist auch diese
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Minimalisierung des Menschen. Ja, der
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Mensch völlig bedeutungslos, völlig
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egal, was er macht. Es gibt nur
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Heimsuchungen und da haben wir ja für
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uns die Lösung gefunden, ähm auf die
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Weimarer Klassik zurückzugreifen. Es
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geht nicht darum, diese Klassik
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insgesamt gut zu finden. Es geht nur
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darum, dass Gothe in seinem Gedicht
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göttliche etwas fantastisch geleistet
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hat. Er spricht genauso über das
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Phänomen der Heimsuchungen, wenn das
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Schicksal da durch die Menschengruppen
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geht. Dem einen haut es auf den Kopf,
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dem anderen den anderen hebt es hoch und
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beglückt ihn und so weiter. Aber es gibt
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eben diesen Anspruch auch du als
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einzelner Mensch, wir Menschen
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insgesamt, wir können zumindest in
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unserem unmittelbaren Umkreis etwas
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positiv gestalten, ein bisschen mehr
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Menschlichkeit in diese kalte Welt
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bringen, wie das dieser Beamte z.B. tut.
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Ähm und ähm dann haben wir uns auch mit
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dem Exzialismus beschäftigt. Das ja eine
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Vorstellung von Satre. Ähm das Leben ist
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eigentlich sinnlos. Du als Mensch musst
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dir selbst den Sinn machen. Ähm wir sind
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der Überzeugung, dass das nicht so
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einfach geht. Und von Nietzsche gibt es
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diesen Übermenschenansatz, den kann man
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einbeziehen. Der Begriff Übermensch ist
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ganz problematisch, aber Nietzsche
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kannte natürlich die Nazis noch nicht
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und kann auch nichts dafür, dass die ihn
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hinterher verwendet haben. Und er meint
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damit eigentlich etwas, dass der Mensch
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genau im Sinne der Klassiker eigentlich,
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ne, über sich moralisch hinauswachsen
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soll, aber im Sinne einer eigenen Moral
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und nicht einer vorgegeben. Und damit
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ist wieder der Vergleichspunkt zum
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Exentialismus. Das muss aus dem Menschen
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selbst kommen. Und ähm da gibt es ja
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diesen berühmten Satz von Böckenförder,
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so heißt er wohl, der gesagt hat, die
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demokratische Gesellschaft lebt von
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Dingen, die sie selbst nicht schaffen
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kann. Das kann eine Religion sein, das
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kann eine Erziehung sein oder andere
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Dinge, aber das sollte im Unterricht
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diskutiert und besprochen worden sein.
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Ja, unten auf diese Igelschaubilder äh
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packen wir dann immer methodische
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Fragen. Die erste Variante ist natürlich
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die Analyse des eines Romanausschnitts,
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z.B. Klärung der Voraussetzungen. Ähm,
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dann die Aussage Funktion im Rahmen des
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Gesamtromans.
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Ähm, dann das Thema des Textauszug als
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Frage, Nachklung der Aussagen als
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Antworten, so wie wir das ja immer
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machen, ist die eine Möglichkeit.
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Eventuell auch ein anderer epischer
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Text, das kann eine Kurzgeschichte z.B.
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sein. Äh und von der kann man aus dann
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zu Heimsuchung überleiten.
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Das ist natürlich auch entsprechend
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möglich. Das gilt aber jetzt natürlich
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vor allen Dingen für die Miniklausur
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äh die aber hier im Hintergrund eine
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Rolle spielt. Wir haben diese
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Schaubelder ja so gemacht, dass sie für
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Klausur Klausurvorbereitung genauso
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möglich und brauchbar sind wie für die
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Vorbereitung einer mündlichen
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Abiturprüfung. Dann die zweite Variante,
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das wäre eben Analyse eines Sachtextes
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zu dem Roman. Auch das ähm ist eine
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Angelegenheit hier äh des ersten Teils
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der mündlichen Prüfung. Ja, Miniklausur,
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das gehört ja auch zur ähm mündlichen
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Abiturprüfung hinzu, weil es hinterher
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mündlich vorgestellt wird. Dann auch
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hier Vorstellung des Textes mit Angabe
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des Themas als Fragestellung,
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Herausarbeitung der Position des
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Verfassers und ihrer Darstellung, ist
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das eher sachlich, ist das polemisch und
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Stellungnahme zur Überzeugungskraft von
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Argumentation und Position und dann
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eventuell auch weiterführende
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Überlegungen, die für uns ja immer
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besonders wichtig sind. Wie immer legen
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wir die Dokumentation zu diesem Video
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hier ab, packen das auch zu den Infos
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zum Video und werden hier oben noch
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einen Button einfügen zum einfach drauf
23:13
klicken. Dort Korrekturen,
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Ergänzungen und vor allen Dingen freuen
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wir uns natürlich über Fragen, die noch
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kommen, auf die wir dann auch gerne
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eingehen. Wir hoffen, dass wir hier
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einen kleinen Beitrag haben leisten
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können zu einer optimalen Vorbereitung
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äh der mündlichen Abiturprüfung und
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wünschen auf jeden Fall viel Erfolg. M.
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