KI-Debatte: Plädoyer für eine übersehene Chance für kritisches Denken – gezeigt an der Kurzgeschichte „Die Wortmeldung“ (Mat4280-ckd)

Wie man sich schon in jungen Jahren zu Wort melden kann

Entschuldigung, hier war etwas verloren gegangen beim Hochladen.
Wir schließen jetzt mal die große Lücke und fügen die Geschichte schon mal ein.

Anders Freistein

Die Wortmeldung

Fernsehdiskussion. Spätabends. Künstliche Intelligenz, Gefahren für die Schule. Das übliche Personal: eine Moderatorin, eine Lehrkraft, ein Experte, ein Schüler.

Der Schüler schwieg. Lange. Man hatte ihn fast vergessen.

Dann die Hand. Die Frage: Was soll die Jammerei. Hat das nicht auch etwas Gutes.

Stille im Studio, kurz.

Er holte aus. Der bisherige Unterricht, sagte er sinngemäß, sei doch selbst nichts anderes gewesen. Ein Ergebnis, kunstvoll hergestellt. Präsentiert. Zum Nachvollziehen gedacht. Zum Parathalten für die nächste Klausur.

Das waren nicht seine Worte. Ich rekonstruiere aus der Erinnerung, ungenau, wie das so ist.

Was blieb: das Gesicht der Lehrkraft. Erstaunt. Kein Ärger, eher: Wo kommt das jetzt her.

Und die Moderatorin. Routiniert, freundlich, professionell entschärfend: Das sei wohl ein eigenes Thema. Bei Gelegenheit.

Gelegenheit kam nicht.

Der Schüler schwieg wieder. Bis zum Ende der Sendung.

Ich habe seitdem öfter daran gedacht. An den Satz, der stehenblieb, weil er nicht verfolgt wurde. An das Erstaunen, das vielleicht mehr sagte als jede Antwort es gekonnt hätte.

Manchmal ist die Lücke die eigentliche Aussage.

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