So finden Sie schnell eine Kurzgeschichte zu einem bestimmten Thema

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Wenn Sie also eine Kurzgeschichte zum Thema Krieg suchen, dann verwenden Sie einfach
#Krieg
als Suchwort.
Folgende Themen sind bis jetzt vorhanden:

#Familie
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#Ehe, Beziehungen, Liebe
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#Erzähltechnik: siehe weiter unten

#Freundschaft: siehe weiter unten

#Heimat: siehe weiter unten

#Krieg / Unterdrückung: siehe weiter unten

#Lesen – Literatur: siehe weiter unten

#Satire: siehe weiter unten

#Schuld: siehe weiter unten
#Schule: siehe weiter unten

#Tod: siehe weiter unten

#Ungewöhnliche Menschen: siehe weiter unten

#Vorurteile: siehe weiter unten

#Schreibwerkstatt: Anregungen für Nachwuchs-Autoren
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Thema „Arbeitswelt“

#Arbeitswelt
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Thema „Familie“

#Familie
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Thema „Ehe, Beziehungen, Liebe“

#Ehe, Beziehungen (cf-akt)
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Thema „Erzähltechnik“

Kunert, Günter, „Sintflut“

Interessant ist das Erzählverhalten, das auf eine besondere Art und Weise auktorial ist, denn alles, was erzählt wird, wird ja nicht als real präsentiert, sondern existiert nur im Kopf des Erzählers, der – letztlich wohl im Auftrag des Autors 😉 die Menschen genau vor dieser Entwicklung warnen will.In der Geschichte geht es um eine negative Zukunftsvision, in der die im Titel angesprochene „Sintflut“ ganz langsam steigt. Der Erzähler beschreibt recht anschaulich die verschiedenen Stadien und vor allem auch die Reaktion der Bevölkerung. Ähnlich wie in Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ geht es um das Nicht-Erkennen bzw. Verdrängen einer Gefahr – nur dass es diesmal um Naturkräfte geht nicht böse Menschen.

Der Text war Teil der schriftlichen Abiturprüfung 2007 in Sachsen-Anhalt:
https://www.bildung-lsa.de/pool/zentrale_leistungserhebung/abitur/gk_deutsch_07.pdf


Thema „Freundschaft“

#Freundschaft
  • Krüsand, Lars, „Der Außenseiter“
    Die Kurzgeschichte „Der Außenseiter“ von Lars Krüsand, wirft ein hilfreiches Licht auf Menschen, die am Rande einer Gruppe stehen, ihr aber viel bieten könnten.
    Es muss nur zu dem glücklichen Moment kommen, dass darüber mal geredet wird. Das ist in dieser Kurzgeschichte der Fall – und wer weiß: Vielleicht wird sogar eine richtige Freundschaft draus.
  • Schneller, Gertrud, „Das Wiedersehen“
    In dieser Kurzgeschichte geht es um einen entlassenen Straftäter, der einem Bekannten erzählt, welche Schwierigkeiten er hat, wieder eine Wohnung zu finden. Auch jetzt scheint es keine Lösung zu geben, bis sich im letzten Moment dieser Bekannte anders besinnt und ihm seine eigene Wohnung für die Zeit seiner Abwesenheit zur Verfügung stellt.

Thema „Gesellschaft“

#Gesellschaft
  • Krüsand, Lars, „Der Außenseiter“
    Die Kurzgeschichte „Der Außenseiter“ von Lars Krüsand, wirft ein hilfreiches Licht auf Menschen, die am Rande einer Gruppe stehen, ihr aber viel bieten könnten.
    Es muss nur zu dem glücklichen Moment kommen, dass darüber mal geredet wird. Das ist in dieser Kurzgeschichte der Fall.
  • Kunert, Günter, „Sintflut“
    In der Geschichte geht es um eine negative Zukunftsvision, in der die im Titel angesprochene „Sintflut“ ganz langsam steigt. Der Erzähler beschreibt recht anschaulich die verschiedenen Stadien und vor allem auch die Reaktion der Bevölkerung. Ähnlich wie in Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ geht es um das Nicht-Erkennen bzw. Verdrängen einer Gefahr – nur dass es diesmal um Naturkräfte geht nicht böse Menschen.
    Interessant ist das Erzählverhalten, das auf eine besondere Art und Weise auktorial ist, denn alles, was erzählt wird, wird ja nicht als real präsentiert, sondern existiert nur im Kopf des Erzählers, der – letztlich wohl im Auftrag des Autors 😉 die Menschen genau vor dieser Entwicklung warnen will.
    Der Text war Teil der schriftlichen Abiturprüfung 2007 in Sachsen-Anhalt:
    https://www.bildung-lsa.de/pool/zentrale_leistungserhebung/abitur/gk_deutsch_07.pdf

  • Röder, Marlene, „Scherben“
    In der Kurzgeschichte geht es um einen 14jährigen Jungen, der von seinem Vater misshandelt wurde und deshalb von einer Pfarrersfamilie aufgenommen wird.
    Er hat große Schwierigkeiten, die Freundlichkeit, mit der man ihm entgegenkommt, anzunehmen. Zum Eklat kommt es, als die Tochter des Hauses zufällig zu ihm ins Badezimmer kommt und so die Spuren der Schläge auf seinem Rücken sieht. Dem Jungen ist das so peinlich, dass er aggressiv wird und dabei auch einen Spiegel zertrümmert. Als der Pfarrer vorsichtig anklopft und ihm über die Scherben hinweghelfen will, reagiert auch da wieder aggressiv, allerdings nur mit Worten, und geht selbst mit nackten Füßen über die Scherben zur Tür.
    Anregung zum Weiterschreiben mit Video-Hinweis:
    https://www.schnell-durchblicken2.de/marlene-roeder-scherben-weiterschreiben

Thema „Heimat“

#Heimat

  • Sybille Berg, Hauptsache weit
    Enttäuschung eines jungen Mannes, der direkt nach dem Ende der Schule hoffnungsfroh in die Ferne aufgebrochen ist und dann seine „Heimat“ erst sehr vermisst und dann im Internet-Café wiederfindet – mit offenem Ausgang.
  • Finelli, Caro, „Die Überraschung“
    Geschichte eines Studenten, der kurz nach dem Abitur fern von zu Hause merkt, dass er zu Hause doch ein ziemlich bequemes Leben hatte. Leider zieht er nur teilweise die richtigen Konsequenzen aus ersten unangenehmen Erfahrungen.

Thema „Krieg, Unterdrückung“

#Krieg / Unterdrückung

  • Bender, Der Brotholer (relativ lang für eine Kurzgeschichte)
    Eine Geschichte aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges oder danach. Es geht um den Umgang mit deutschen Kriegsgefangenen. Einer von ihnen, vergreift sich wider Erwarten nicht an einem Brot, das zuviel geliefert wurde, sondern bringt es der Lagerleitung. Diese honoriert das durch eine Verlegung in einen besseren Teil des Lagers. Dann aber wird er als Spitzel auf einen befreundeten Mitgefangenen namens Wansdorf angesetzt. Als er sich weigert, verliert er seine Privilegien. Er bekommt dann wieder ein Brot zuviel ausgehändigt. Dieshalb behält er es lieber. Dann stellt sich heraus, dass das eine Falle war. Jetzt legt man es darauf an, dass er von den eigenen Kameraden bestraft wird. Am Ende bleibt offen, inwieweit er von Wansdorf geschützt oder gar gerettet wird.
    Die Geschichte ist äußerst interessant im Hinblick auf menschliche und unmenschliche Verhaltensweisen unter extremen Bedingungen
  • Hans Bender, Die Wölfe kehren zurück
    Eine interessante und berühmte, aber von Aufbau, Gestaltung und Aussage her fragwürdige Kurzgeschichte. Sie ist vor allem geeignet, Schüler zu eigenständigem Denken  zu ermutigen, das auch keine falsche Achtung vor angenommener Meisterschaft zeigt.
  • Hans Bender, „Forgive me“
    Unmenschlichkeit und Menschlichkeit am Ende des Zweiten Weltkrieges am Beispiel des Todes eines jungen deutschen Soldaten
  • Böll, Heinrich, „Mein teures Bein“
    Ein Soldat, der ein Bein verloren hat, möchte eine höhere Rente. Der Beamte rechnet ihm vor, was das kosten würde. Darauf macht der Soldat eine Gegenrechnung auf, indem er die Geschichte seiner Verwundung erzählt: Er hat so lange ausgehalten (und ist dabei verwundet worden), bis höhere Offiziere, die viel mehr Rente kosten, sich retten konnten. Das bringt ihm zwar bei dem desinteressierten Beamten keine höhere Rente ein, aber er kann zumindest hocherhobenen Hauptes den Raum verlassen und hat sich Luft gemacht.
  • Böll, Weggeflogen sind sie nicht
    Eine Geschichte zwischen Sachtext und Fikitonalität, die sich mit der Frage der Freiheit in den Zeiten der Unterdrückung befasst
  • Borchert, Wolfgang, Die Katze war im Schnee erfroren
    • In der Kurzgeschichte geht es um ein Dorf, das im Krieg von Soldaten in Schutt und Asche gelegt wird, nachdem wie im Nachbardorf, wo sich wohl ein Kommandostand befindet, den entsprechenden Befehl per Telefon bekommen haben.
    • Nach dem ersten Teil (Zerstörung) und dem zweiten Teil (Rückblick auf die Befehlserteilung und das ganz normale Leben nach der Zerstörung bei den Tätern) kommt noch ein dritter Teil, in dem erzählt wird, wie die Männer im nächsten Frühjahr allein schon durch die blutrote Sonne an das brennende Dorf erinnert werden. „Und dann gingen sie wieder. Doch sie summten nicht mehr. Denn unter den blühenden Birnen schrie rosaner Schnee. Und sie wurden den rosanen Schnee nie wieder los.“
    • Den Schluss bilden spielende Kinder, die neben verkohlten Holz auch den Knochen einer erfrorenen Katze finden, mit dem sie in typisch Borchertscher Manier („Draußen vor der Tür“) das Schlagen der kriegerischen Trommel nachmachen.
    • Die Kurzgeschichte zeigt die Selbstverständlichkeit der Unmenschlichkeit im Krieg neben der Wiederkehr des scheinbar normalen Lebens.
    • Dann zeigt sie aber auch, dass von solchen Untaten auch in den Tätern etwas übrig bleibt und sie dauerhaft belastet.
    • Besonders interessant an der Geschichte ist, dass sie gar nicht so eng und eindeutig auf den Zweiten Weltkrieg bezogen ist, sondern sich auf alle Situationen übertragen lässt, in denen auf Befehl Grausamkeiten verübt und Zerstörungen angerichtet werden. Das geht vom Bürgerkrieg bis hin zu einer Mafia-Racheaktion. Immer gibt es dieses Nebeneinander von scheinbarer Normalität und exzessiver Grausamkeit, die auch in den Seelen der Täter Spuren hinterlässt und Menschlichkeit im Miteinander abbaut.
  • Borchert, Wolfgang, Die Kegelbahn
    Sehr distanziert angelegte Kritik an der Selbstverständlichkeit, mit der Menschen im Krieg auf andere schießen (müssen). Das Bild der Kegelbahn wird verwendet, um die Doppelrolle als Täter und Opfer zu verdeutlichen.
  • Borchert, Das Brot
    Ein Mann wird nachts von seiner Frau überrascht, währernd er in der Not der Nachkriegszeit sich eine zusätzliche Portion vom gemeinsamen Brot „gönnt“. Das Großartige an der Geschichte liegt jetzt in der behutsam-verständnisvollen Reaktion der Frau. Sie stellt ihren Mann nicht bloß, sondern sieht seine Notlage und geht damit sogar noch positiv um.
    Kleiner Tipp: Es lohnt sich, parallel dazu Borcherts Kurzgeschichte „Die Kirschen“ zu behandeln.
  • Borchert, Die Kirschen
    Diese Geschichte geht auch von einer problematischen Situation aus, allerdings beruht sie auf einer falschen Annahme, einer ungerechtfertigen Verdächtigung. Ein krankes Kind glaubt auf Grund eines Geräusches, dass sein Vater die ihm zugedachten Kirschen isst. In Wirklichkeit aber ist er nur dabei hingefallen, als er seinem Kind die Kirschen bringen wollte. Hier wird Blut mit Kirschsaft verwechselt. Als das Kind erkennt, dass es statt nachzufragen, an seinem Verdacht festgehalten und sich entsprechend verhalten hat, schämt es sich.
  • Borchert, Wolfgang, Die Küchenuhr
    Die Kurzgeschichte zeigt, was für einen Menschen als Wert bleibt, wenn er alles andere verloren hat, und wie er damit umgeht.
  • Borchert, Wolfgang, Nachts schlafen die Ratten doch
    Die Geschichte zeigt, wie man auch in ganz schlimmen Zeiten einem anderen Menschen helfen, aus seinem Trauma herauszukommen. Wir gehen auf diesen Weg von der „Trümmerwüste“ hin zur „Sonne“ in einem Schaubild genauer ein.
  • Hemingway, Alter Mann an der Brücke
    Es handelt sich um eine Kurzgeschichte, die den Spanischen Bürgerkrieg als Hintergrund hat und aus der Perspektive eines Soldaten erzählt wird, der mit einem alten Mann an einer Brücke spricht. Dieser macht sich Sorgen um seine Tiere, die er zurücklassen musste, weil die Kriegsgefahr näher rückt. Am Ende stellt der Ich-Erzähler fest, dass diesem Mann nicht mehr geblieben ist ein Tag, an dem Bombenflügzeuge wegen des Wetters nicht fliegen können und dass seine Katzen zumindest selbst für sich sorgen und die Tauben zumindest wegfliegen können.
    Insgesamt eine Kurzgeschichte, die den Wahnsinn des Krieges am Beispiel des Kummers eines alten Mannes deutlich werden lässt.
  • Kunert, Günter, „Stiefel“
    Es handelt sich um eine satirische Kurzgeschichte gegen Krieg und Gewalt. Ausgangspunkt sind genagelte Stiefel, die sich angeblich selbstständig machen und ihren Träger zu allerlei Gewalttaten veranlassen.
  • Als er zur Rede gestellt wird, verweist er auf anderes Schuhwerk, das die die Trägerin angeblich zu ständigem Tanzen gezwungen habe.
  • Er wird schließlich freigelassen, weil er die Stiefel ja braucht und verspricht, sich ab jetzt gegen sie zu wehren.
  • Bald entdeckt man ein weiteres „zertretenes Kind“ und überlegt, ob jetzt ein weiterer Mann unterwegs sei.
  • Die naheliegende Frage, ob der erste Mann sein Versprechen nicht halten konnte, stellt man nicht.
  • Kusenberg, Die Fliege
    In dieser Geschichte geht es um einen Sultan, der in einem bestimmten Raum unbedingte Ruhe braucht, um nachdenken zu können. Damit nicht mal eine Fliege ihn stört, ist ein Sklave, der früher mal Baumeister gewesen ist, angestellt, der mit einer Fliegenklatsche mögliche Unruhestifter beseitigen muss. Eines Tages gelangt eine Fliege in dieses Zimmer und der Sultan nimmt eine Sanduhr in Betrieb. Wenn sie abgelaufen ist, wird der Sklave getötet. Dieser versucht vergeblich, die Fliege zu erwischen – schließlich landet sie auf der Schulter des Sultans. In seiner Verzweiflung beschließt er Sklave, den Sultan zu töten, wenn er denn schon selbst sterben muss. In diesem Moment wacht der Sultan auf und trifft selbst die Fliege. Als ihm bewusst wird, in welcher Gefahr er geschwebt hat, gibt er dem Sklaven eine kurze Frist, in der er versuchen soll zu entkommen. Anschließend werde er ihn verfolgen und töten lassen. Während der Sklave um sein Leben läuft, bewegt sich die getroffene Fliege plötzlich wieder und kommt auf den Sultan zu – dieser nimmt das als Zeichen und lässt den Sklaven nicht verfolgen. Dieser kann jetzt in seiner Heimat wieder als Baumeister arbeiten.
    Die Geschichte zeigt sehr gut, was Despotismus und Sklaverei mit Menschen machen. Sie zeigt aber auch, welche Zufälle ihr Schicksal bestimmen können.

Thema „Lesen, Literatur“

#Lesen – Literatur

  • Krüsand, Lars, „Späte Erkenntnis“
    Geschichte eines Lehrers, der immer nur für sich Gedichte und Kurzgeschichten geschrieben hat – und dessen Tochter sie irgendwann auf Youtube präsentiert – mit überraschendem Ergebnis.
    Letztlich geht es um die Frage: Was ist Schreiben (im literarischen Sinne) überhaupt? Ist es sinnvoll, mit dem Schreiben berühmt zu werden? Gibt es Alternativen – gerade auch für junge Menschen?
    https://textaussage.de/lars-kruesand-spaete-erkenntnis
  • Auer, Martin, „Die Leserin“ : Martin Auers Kurzgeschichte wirft die Frage auf, was Lesen eigentlich ist und welche Möglichkeiten des Umgangs mit Literatur es gibt. Durchgespielt wird der Fall auf ansatzweise satirische Weise am Beispiel einer Kassiererin, die immer triviale Groschenromane liest und in dieser Traumwelt auch bleibt, als sie die reale erleben könnte.
  • Schormack, Manuel, „Die gläserne Decke“
  • In dieser Kurzgeschichte geht es um den Widerspruch zwischen den Aufrufen an alle und jeden, sich doch auch künstlerisch zu betätigen, und der Realität. Diese ist immer auch gefährdet durch eine negative Abgrenzung nach unten, die Nachwuchskünstlern mit Arroganz oder auch Misstrauen begegnet.

Thema „Satire“

  • Reiner Kunze, Fünfzehn
    Eine teils ironische, zum Teil aber auch verständnisvoll, vielleicht sogar leicht bewundernde Darstellung des Lebenskonzepts einer Jugendlichen – aus der Sicht wohl ihres Vaters.
    Interessant ist die Frage, wie der Lerneffekt der Tochter am Ende zu beurteilen ist.
  • Kurt Kusenberg, Ein verächtlicher Blick
    Eine ziemlich satirisch angehauchte Geschichte, in der es – fast im Stil von Kafkas „Schlag ans Hoftor“ um eine Lappalie geht, aus der eine richtige Folterorgie wird an allen, die einen roten Bart tragen. Das ist das einzige, woran der beleidigte Polizist sich noch erinnern kann. Der „Witz“ der Geschichte ist, dass der Mann, der den Polizisten tatsächlich verächtlich angeschaut hat, sich wegen einer anstehenden Auslandsreise den verdächigen roten Bart abnehmen lässt und problemlos vom Polizeipräsidenten persönlich den nötigen Pass bekommt. Als er doch noch in den Kreis der Verdächtigen gerät, ist das Flugzeug schneller als die Verfolger.

Thema „Schuld“

#Schuld

  • Schnurre, Wolfdietrich, „Beste Geschichte meines Lebens“
    Diese sehr seltsam – wie ein Element eines Tagebuchs oder schließlich einer Autobiografie – präsentierte Kurz-Erzählung berichtet von zwei Kranken, von denen der eine den anderen wegen seiner Fenster-Aussicht beneidet. Als der am Fenster liegende einen Erstickungsanfall hat, tut der andere nichts, um nach dem Tod an das scheinbar günstiger gelegene Bett zu kommen. Tatsächlich kommt es so – dann aber stellt er fest, dass all die Schilderungen der Fensterwelt nur Fantasieprodukte waren, in Wirklichkeit schaut er auf eine Mauer. Letztlich hat hier jemand mit kriminellen Mitteln (unterlassene Hilfeleistung) zwar sein Ziel scheinbar erreicht, es folgt aber auf dem Fuß die Strafe. Man wird erinnert an die Ballade „Die Vergeltung“ von Annette von Droste-Hülshoff.
    Eine interessante Aufgabe könnte sein, die Geschichte weiterschreiben zu lassen: Zunächst könnte der überlebende Patient an seiner Enttäuschung leiden, sich dann aber fragen, ob es nicht eine gerechte Strafe für seine Untat ist. Dieses Schuldgefühl könnte noch dadurch vergrößert werden, dass er erst jetzt erkennt, was für einen kreativen und freundlichen Menschen er dem Tod überlassen hat.
    Übrigens hat jemand mal versucht, einen ähnlichen Text zum besten Film seines Lebens zu schreiben.
    https://textaussage.de/lars-kruesand-bester-film-meines-lebens
  • Signer, Luca, „Herbstvergessen“
    In dieser Geschichte geht es um einen Ich-Erzähler, der auf ganz besondere Art und Weise die Schuld am Tod seines kleinen Bruders verarbeitet. Die Geschichte ist erschienen auf leselupe.de – d.h. der Verfasser ist noch nicht so berühmt wie die anderen hier aufgeführten Kurzgeschichten-Autoren. Um so mehr kann seine recht gut gemachte Geschichte Schülern Mut machen, sich auch selbst mal an einer Kurzgeschichte zu versuchen.
  • Stamm, Peter, „Am Eisweiher“
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-stamm-am-eisweiher
    In der Geschichte geht es um einen jungen Mann, der sich bei einem Ausflug von der Freundin eines Freundes verführen lässt. Als der das dann entdeckt, springt er in den See und verletzt sich dabei tödlich. Die beiden anderen reagieren seltsam emotionslos, besonders die Freundin. Am Ende bleibt offen, von wem das Kind ist, dass sie einige Monate nach dem Vorfall bekommt, und wie sich der Ich-Erzähler weiter ihr gegenüber verhält.
  • Borchert, Wolfgang, „Vielleicht hat sie ein rosa Hemd“
    https://www.schnell-durchblicken2.de/borchert-vielleicht-rosa-hemd
    In der Kurzgeschichte geht es um zwei Soldaten, die – aus dem Krieg kommend – erst mal von einem Brückengeländer aus das tun, worauf sie solange verzichten mussten, nämlich Frauen betrachten. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass einer dieser Soldaten dem Kameraden eine alte Schuld bekennt, die ihn immer noch quält. Offen bleibt am Ende, ob dieses Teilgeständnis ihn von der Erinnerung befreien kann oder er sie noch weiter aushalten muss.
  • Keine Kurzgeschichte, aber zwei Balladen, die es in sich haben: „Kann eine Schuld durch eine andere beglichen werden?“
    Auf dieser Seite fassen wir die ziemlich langen Geschichten in zwei Balladen, die eine besondere Art von Gerechtigkeit zeigen, mal kurz zusammen.
    Im ersten Falle (Emanuel Geibel, „Die Goldgräber“) werden zwei Leute zu Mördern, aber das Opfer ist auch nicht besser – am Ende sind alle drei tot. Hier scheint die Welt noch in Ordnung.
    https://www.schnell-durchblicken.de/e-books-und-support/eb-balladen-tipps/erg%C3%A4nzung-geibel-die-goldgr%C3%A4ber/
    Im zweiten Fall (Annette von Droste-Hülshoff, „Batavia 510“) gibt es auch eine Untat – und der Übeltäter wird auch bestraft, allerdings für eine Tat, die er gar nicht getan hat.
    https://www.endlich-durchblick.de/ansto%C3%9F-texte-zum-nach-denken/gibt-es-eine-h%C3%B6here-gerechtigkeit-durch-ungerechtigkeit/

Thema „Schule und Leben“

Frerich, Hajo, „Gekonnt ist gekonnt“
https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-frerich-gekonnt

  • Die Geschichte zeigt an mehreren Situationen, wie auch Schüler im Gespräch mit Erwachsenen (Vater oder auch Lehrer) mal die „Nase vorn“ haben können.
  • Es kommt eben nur darauf an, die Möglichkeiten von Kommunikation, Argumentation und Rhetorik für sich zu nutzen.

Frerichs, Hajo, Wenn Schule „Schule macht“
https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/frerichs-hajo-wenn-schule-schule-macht/

  • Eine amüsante Kurzgeschichte über die Problematik von Abmachungen:
  • Wie lange sollen sie gelten?
  • Wann können oder sollen sie neu „ausverhandelt werden“?
Krüsand, Lars, „Untergrundarbeit“
https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-kruesand-untergrundarbeit

  • In der Geschichte geht es um einen Schüler, der in einer Vertretungsstunde mit dem Lehrer ein richtiges rhetorisches Ping-Pong-Spiel betreibt.
  • Die Geschichte ist besonders gut als Einstieg in das Thema „Kommunikation in Kurzgeschichten“ geeignet, weil sie an die Lebenswelt der Schüler anknüpft.

Thema „Tod“

#Tod

  • Becher, Martin Roda, „Tod im Stadion“
    Aus der Ich-Perspektive wird geschildert, wie der Erzähler plötzlich entdeckt, dass ein Bekannter nach einer gemeinsamen Sportaktion tot neben ihm auf der Bank sitzt. Bezeichnend ist der Schluss: „Nicht, dass ich Ellenberg sehr gemocht hätte, aber die Tatsache hat mir zu denken gegeben, ‚wie schnell es gehen kann.'“
  • Brambach, Rainer, „Besuch bei Franz“
    In der Geschichte geht es um den Tod eines deutschen Bauarbeiters, der seinem italienischen Bauleiter vom Gerüst aus auf den Kopf spuckt und dann ein paar Tage später vom Gerüst fällt. Auf der Beerdigung ist der Bauleiter derjenige, der am meisten zu trauern scheint. Insgesamt eine Geschichte, die mit den verschiedenen Erklärmöglichkeiten für das Geschehen wunderbar herumspielt. Ist der Bauleiter der Mörder und will durch geheuchelte Trauer nur von sich ablenken – oder bereut er seine Tat oder aber schließt er auf seine Art („Verstehe einer die Südländer“ heißt es am Schluss) die Geschichte ab: Man rächt sich, erweist dann aber durchaus dem Opfer die letzte Ehre.
  • Kilian, Susanne, „Nie mehr“
    Die Geschichte behandelt aus der Sicht einer Schülerin die Erfahrung, dass man sich über den Wert eines Menschen manchmal erst nach dem Tod klar wird.
  • Schnurre, Wolfdietrich, „Beste Geschichte meines Lebens“
    Diese sehr seltsam – wie ein Element eines Tagebuchs oder schließlich einer Autobiografie – präsentierte Kurz-Erzählung berichtet von zwei Kranken, von denen der eine den anderen wegen seiner Fenster-Aussicht beneidet. Als der am Fenster liegende einen Erstickungsanfall hat, tut der andere nichts, um nach dem Tod an das scheinbar günstiger gelegene Bett zu kommen. Tatsächlich kommt es so – dann aber stellt er fest, dass all die Schilderungen der Fensterwelt nur Fantasieprodukte waren, in Wirklichkeit schaut er auf eine Mauer. Letztlich hat hier jemand mit kriminellen Mitteln (unterlassene Hilfeleistung) zwar sein Ziel scheinbar erreicht, es folgt aber auf dem Fuß die Strafe. Man wird erinnert an die Ballade „Die Vergeltung“ von Annette von Droste-Hülshoff.
    Eine interessante Aufgabe könnte sein, die Geschichte weiterschreiben zu lassen: Zunächst könnte der überlebende Patient an seiner Enttäuschung leiden, sich dann aber fragen, ob es nicht eine gerechte Strafe für seine Untat ist. Dieses Schuldgefühl könnte noch dadurch vergrößert werden, dass er erst jetzt erkennt, was für einen kreativen und freundlichen Menschen er dem Tod überlassen hat.
    Interessant der kurze, aber deutliche Kommentar eines Bloggers zu dieser Geschichte:
    https://icewolf.blogger.de/stories/1373044/
    „Eine Geschichte, die mich fasziniert – die ich nicht oft genug lesen kann.“
    Man könnte davon ausgehend mal überlegen, was an dieser Geschichte so faszinierend ist, dass man sie „nicht oft genug lesen kann.“

  • Mohl, Nils, „Tanzen gehen“
    EinFach-Deutsch-Unterrichtsmodelle-Kurzgeschichte-Jahrhundert, S. 64-65
    In dieser Kurzgeschichte geht es um ein älteres Ehepaar, das sich zwischen Kommunikationsproblemen und Versuchen der gemeinsamen Lebensbewältigung bewegt. Der Mann hat gesundheitliche Probleme, die Frau studiert gerne Todesanzeigen. Über ihre Gefühle können sie nicht offen reden, wohl aber finden sie in einem Wohnzimmertanz zu gemeinsamem Lachen. Am Ende haben den Mann seine gesundheitichen Sorgen aber wieder eingeholt. Offen bleibt, was er seiner Frau im Moment der Öffnung sagen wollte.
  • Themen: Krankheit, Tod als Erlösung, Mutter-Tochter-Konflikt, Trennung
    Reschke, Karin, „An den Strand“
    In der Geschichte geht es um eine alte Frau, die große gesundheitliche Probleme hat. Ihre Tochter, die ich Erzählerin, kümmert sich um sie, obwohl sie selbst in ihrer Kindheit und Jugend schlecht
    behandelt worden ist. Die Mutter ließ an ihr die Enttäuschung und den Ärger raus, weil ihr Mann sie verlassen hat.
    Im weiteren Verlauf der Geschichte spitzt sich die Lage zu, weil der Hausarzt vorbei kommt und unbedingt durchsetzen möchte, dass die Mutter ins Krankenhaus gebracht wird. Diese will das absolut
    nicht und wird dabei von ihrer Tochter unterstützt.
    Es ist dann der plötzliche Tod der Mutter, der sie von ihrer Krankheit erlöst und auch von den gut gemeinten, aber bei ihr schlecht ankommenden Bemühungen des Hausarztes. Es bleibt offen, wie die
    Tochter mit dieser Situation umgeht, ob sie sie auch eher als Befreiung von einer Last oder als endgültiges Aus der Beziehung zu ihrer Mutter ansieht.  Als Leser hat man im Verlaufe der
    Geschichte den Eindruck, dass die Vorgeschichte zumindest etwas verarbeitet wird und sich das Verhältnis zwischen den beiden Frauen verbessert.
    Quelle: Erfahrene Erfindungen. Deutschsprachige Kurzgeschichten seit 1989, ausgewählt und mit Materialien versehen von Sabine Grunow (Editionen für den Literaturunterricht), Ernst Klett Schulbuchverlag,  Leipzig 2004, ISBN: 978-3-12-351010-6

  • Keller, Agathe, „Frische Blutwürste“

    In der Kurzgeschichte geht es um unterschiedliche Sichtweisen auf das Schlachten von Nutztieren. Recht drastisch wird die Freude der Landbevölkerung am Metzger-Tod eines weiblichen Schweines gezeigt, während die zugereiste Ich-Erzählerin ziemlich schockiert ist und Mitgefühl mit dem Tier empfindet. Sicher ein guter Ausgangspunkt, um über unseren Umgang mit Nutztieren zu sprechen.

    Inhaltsangabe und Anmerkungen zum Inhalt und seiner Bedeutung findern sich hier:
    https://textaussage.de/agathe-keller-frische-blutwuerste


Thema „Ungewöhnliche Menschen“

#Ungewöhnliche Menschen
  • Maar, Paul, „Der Mann, der nie zu spät kam“
    Es geht um einen Mann, der in seinem ganzen Leben nie zu spät gekommen ist, bis er eines Tages dafür von seinem Chef besonders gefeiert wird. Dabei gerät er so unter den Einfluss des für ihn ungewohnten Alkohols, dass sich sein Leben völlig ändert: Zum einen verschläft er am nächsten Tag – und als er dann zum Bahnhof hetzt, stürzt er auch noch auf die Gleise. Während er – der nebenbei auch noch die Fahrpläne auswendig gelernt hat, erwartet, nun vom entsprechend zu erwarten den Zug überfahren zu werden, wird er vom Bahnhofsvorsteher über die Verspätung des Zuges aufgeklärt. Daraus entsteht die neue Einsicht, dass Verspätungen auch mal nützlich sein können.
    Unser Tipp: Diese Geschichte mal so abwandeln, dass eine klassische Kurzgeschichte draus wird.
    https://schnell-durchblicken3.de/index.php/schnell-durchblicken-kurse/lernkurs-kommunikation-kurzgeschichten-karriere/208-satire-zur-kurzgeschichte-machen-paul-maar-der-mann-der-nie-zu-spaet-kam
  • Kästner, Erich, Spuk in Genf
    Es handelt sich um eine Geschichte sicher im Grenzbereich der Gattung Kurzgeschichte. Schon der Anfang hat etwas Novellistisches, wenn der Text dann für diese Gattung aber doch etwas kurz ist.
    Es geht um die gutbürgerliche Gesellschaft, die plötzlich mit einem Menschen konfrontiert wird, der einfach mal so ein Glas zerbeißt und für seine irritierende Kunstfertigkeit am Ende auch noch recht drängend eine Art Trinkgeld einsammelt. Das Ganze hat etwas von dem Zauberkünstler in Thomas Manns „Mario und der Zauberer“, wenngleich es sich dort um eine regelrechte Novelle mit sehr viel höherem Anspruch handelt.
    Die Geschichte ist Teil einer Sammlung.
  • Kunert, Günter, „Zirkuswesen“
    https://schnell-durchblicken3.de/index.php/faq/faq-kurzgeschichten/137-kunert-zirkuswesen-parabel-politik
    Parabelartige Geschichte von einem Zirkusdompteur, der zunächst seinen Tiger totbeißt und dann sein Talent an der Bevölkerung auslässt. Die wird zunächst in Angst und Schrecken versetzt, gewöhnt sich dann allerdings an ihre Rolle und wählt den Dompteur schließlich zum Bürgermeister. Als solcher sorgt er für Ruhe und Ordnung – vor allem aber bekommt das „Zirkuswesen“ Auftrieb – womit wohl diese neue Form von Herrschaft und Gefolgschaft gemeint ist. Man ahnt eine Satire auf politische Verhältnisse.
  • Kaminer, Wladimir, „Schönhauser Allee im Regen“
    In der Geschichte geht es um die Veränderungen des Lebens bei bzw. im Gefolge eines Regengusses in einer Stadt.
    Der Schwerpunkt liegt dann auf einem besonderen Spaß, das sich ein vietnamesisches Mädchen in solchen Situationen gönnt.
    Wir veranschaulichen die verschiedenen Ebenen der Geschichte in einem Schaubild und bringen auch Anregungen zum Umgang mit der Geschichte
    Wenn man möchte, kann man diese Geschichte vergleichen mit „Die rote Perücke“ von Marie Holzer.
    In beiden Fällen zeigt sich Ich-Bewusstsein mit Auswirkung auch auf andere Leute.
    Der Unterschied aber ist und dürfte bleiben, dass das kleine Mädchen mutwillig andere Menschen in Schwierigkeiten bringt, also übergriffig wird. In der Geschichte „Die rote Perücke“ ist das anders – da ist der „Herr“ zumindest potenziell übergriffig und wird stolz zurückgewiesen.
  • Holzer, Marie, „Die rote Perücke“
    http://flitternikel.onlinehome.de/holzer.html
    Ein schönes Beispiel dafür, dass Expressionismus in der Schule nicht immer „nur“ „Gedichte“ heißen muss – oder im Ausnahmefall auch Dramen. Es gibt tatsächlich auch Geschichten, die man durchaus als Kurzgeschichten verstehen kann.
    Ein Beispiel ist diese Geschichte, die den kurzen Ausschnitt aus dem Leben einer jungen Studentin präsentiert, in dem sie

    •  a. in einer Perücke in einem Schaufenster einen Zielpunkt findet für ihre Sehnsucht nach einem anderen, besseren Leben, ja nach Autonomie,
    • dabei so stark wird,
    •  dass sie anschließend einem Herrn mit nicht ganz lauteren Absichten ihren Preis diktieren kann und
      am Ende zwar nicht die Perücke schon bekommt, aber die Gewissheit hat, dass sie sie eines Tages bekommen wird.
    • Als Thema könnte man also formulieren: Die Geschichte behandelt die Frage der Gewinnung von Ich-Stärke
    • Was eine Vergleichsmöglichkeit angeht, haben wir einiges bei
      Kaminer, Wladimir, „Schönhauser Allee im Regen“
      notiert, was man als Anregung nehmen könnte.
  • Krüsand, Lars, „Der Held“
    In dieser Geschichte geht es um einen Helden, der überhaupt keiner ist, sondern eher durch Zufall in die Rolle hineingerutscht ist. Er hat dann auch einige Probleme damit und kommt auch schwer wieder aus aus der Nummer heraus. Am Ende gelingt es ihm zwar, aber auf eine Weise, die viele Fragen und Diskussionen auslösen dürfte.
  • Kurt Kusenberg, Ein verächtlicher Blick
    Eine ziemlich satirisch angehauchte Geschichte, in der es – fast im Stil von Kafkas „Schlag ans Hoftor“ um eine Lappalie geht, aus der eine richtige Folterorgie wird an allen, die einen roten Bart tragen. Das ist das einzige, woran der beleidigte Polizist sich noch erinnern kann. Der „Witz“ der Geschichte ist, dass der Mann, der den Polizisten tatsächlich verächtlich angeschaut hat, sich wegen einer anstehenden Auslandsreise den verdächigen roten Bart abnehmen lässt und problemlos vom Polizeipräsidenten persönlich den nötigen Pass bekommt. Als er doch noch in den Kreis der Verdächtigen gerät, ist das Flugzeug schneller als die Verfolger.
  • Rauert, Annette, Der Schritt zurück
    Die Geschichte handelt von jemand, der auf dem Zehn-Meter-Turm steht und aufgefordert wird, nun ins Becken zu springen. Der größte Teil der Geschichte besteht aus den Gedanken, die einem da durch den Kopf gehen – mit wunderschönen Beispielen für die „erlebte Rede“. Am Ende entscheidet sich hier jemand aber für das, was in seiner jetzigen Situation das Richtige ist: Er klettert wieder runter – und es gibt keinen Spott, stattdessen fühlt er sich stark, weil er weiß, zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich zu dem für ihn richtigen, wird er auch springen.
  • Reding, Josef, Fahrerflucht
    Die Geschichte handelt von einem Geschäftsmann, der mit einem neuen Auto einen Radfahrer anfährt und dann nicht anhält, sondern einfach nur nach Hause will. Interessant ist, dass er sich nicht vor einer Strafe überhaupt fürchtet, sondern nur davor, dass während der Wochen im Gefängnis sein Geschäft leiden könnte.
    Die Wende bringt das Zeichen der Automarke auf dem Kühler, das durch den Unfall zu einem Kreuz verbogen ist. Der Geschäftsmann kehrt doch zum Unfallort zurück und korrigiert den Verletzten, der sich dafür bedankt, dass er „angehalten“ habe, mit den Worten: „Ich habe nicht, ich, ich bin nur zurückgekommen.“
  • Seuren, Günter, „Das Experiment“
    • In dieser sehr philosophisch, aber auch gesellschaftspolitisch ausgerichteten Kurzgeschichte geht es um eine grundsätzliche Veränderung der Blickrichtung und des Verhaltens:
    • Vorstellung eines Mannes, der immer rückwärts geht, wenn ihm dabei auch mehr der Wind ins Gesicht bläst.
    • Rückblick auf den Moment, in dem er gemerkt hat, welche Vorteile das Rückwärtsgehen hat
    • Frage der Zukunft dieser Veränderung: Hinweis auf die Notwendigkeit und Heranziehung eines historischen Beispiels, von einem Volk, das das Problem des Krieges auf sehr ungewöhnliche Weise gelöst hat
    • Erwartung des Mannes, dass er Aufsehen erregt und damit zum Nachdenken anregt
    • Überraschendes Ende: Der Mann, der angeblich keine Zusammenstoß-Probleme mit anderen Fußgängern hat, ist unter ein Auto geraten. Er fordert seinen Begleiter auf, es besser zu machen als er selbst.
    • Die Geschichte endet mit dem Hinweis eines Polizisten, dieser Mann sei schon der Vierte, der dieses Rückwärtsgehen ausprobiert.
  • Strobel, Arno, „Manu“
    Eine wunderbare Geschichte, die mit den Erwartungen der Leser spielt. Es geht um eine Bankangestellte, die sich ein heimliches zweites Leben gönnt. Man erwartet schnell etwas in Richtung Dominia (wohl auch vom Autor so angelegt) – am Ende handelt es sich um eine Bildhauerin, die einfach nur anonym bleiben will. Das schließt allerdings nicht aus, dass ihre Werke ohne Namensnennung vorgestellt werden.
  • Weisenborn, Günther, „Zwei Männer“
    Es geht in dieser Geschichte um das Verhalten von Menschen in Lebensgefahr in einer altertümlich wirkenden Atmosphäre. Diese ist vor allem geprägt durch eine erstaunlich stoische Gelassenheit, die Bereitschaft, den Kampf ums Überleben anzunehmen, dann aber doch der Kameradschaft den Vorrang einzuräumen. Am Ende folgt nach der Rettung ein Plädoyer dafür, sich – trotz aller Verluste – nicht unterkriegen zu lassen.
  • Gabriele Wohmann, Die Klavierstunde
    Die Kurzgeschichte „Die Klavierstunde“ erzählt aus zwei gegensätzlichen und sich am Ende doch negativ vereinigenden Perspektiven, wie ein Junge nur sehr widerwillig zu einer Klavierlehrerin geht, die selbst genau so wenig Lust auf die Stunde hat wie er. Am Ende setzt sich aber doch die Macht der Gewohnheit durch.
  • Gabriele Wohmann, Ich Sperber
    Eine äußerst interessante Kurzgeschichte, in der sich eine rollenbewusste Lehrerin und ein sehr „eigensinniger“ Schüler aufeinandertreffen. Diesem gelingt es, sich fast ganz aus dem vorbestimmten Schulleben abzukoppeln und in einer ganz eigenen Betrachtungswelt zu leben, indem er sich zu den Vögeln  draußen Gedanken macht und am liebsten selbst ein Sperber, also ein Jagdvogel wäre.
    Am Ende der Geschichte wird deutlich, wie wenig die Erwachsenen begreifen, womit sie es zu tun haben: Statt eines selbstbewussten, engagierten jungen Menschen wollen sie einen, der für sie ausreichend klein und gut handhabbar ist.
    Besonders auffallend ist der Einsatz des Inneren Monologs zur Verdeutlichung des Gegensatzes zwischen der äußeren Welt der Schule und der inneren Welt eines Schülers. Siehe dazu das Video:
    https://www.schnell-durchblicken2.de/wohmann-ich-sperber
    https://youtu.be/S697nd426Xg
  • Helmut Heißenbüttel, „Ein Zimmer in meiner Wohnung“
    • In der Kurzgeschichte, die vom Ich-Erzähler zwischendurch auch mal als „Bericht“ gekennzeichnet wird, geht es um jemanden, der offensichtlich große Probleme mit der Wirklichkeit und auch mit sich selbst hat.
    • Insgesamt sind die Anleihen dieser Geschichte bei Kafka überdeutlich: Es passen sowohl der Ton als auch die irritierende Situation. Viel Ähnlichkeit gibt es mit der Kurzgeschichte „Heimkehr“.  Der Unterschied ist nur, dass man bei Kafka eine Intention spürt, während man bei Heißenbüttel nicht weiß, ob er nur sein Spiel mit dem Leser treibt.
    • Interessant sind zwei Passagen, die über Kafka hinausgehen: Zum einen gibt es eine Kaskade von nur angedeuteten Überlegungen zur Vergeblichkeit alles Tuns und Forschens, das hätte Kafka plastischer ausgemalt.
    • Zum anderen gibt es eine Spiegelpassage, die auch eher kafka-untypisch ist, denn bei dem stehen die Einwirkungen von außen und die inneren Reaktionen des Menschen im Vordergrund – sein Äußeres wird nicht zum Gegenstand der Selbstreflexion.
    • Spannend der Schluss, der über die normale Kurzgeschichte hinausgeht und eher zeigt, was zu Literatur führt, was sie leisten kann. Man könnte sagen: Sie beginnt dort, wo die Indizien aufhören.
    • Näheres dazu hier:
      https://www.schnell-durchblicken2.de/hei-zimmer-wohnung
  • Lenz, Siegfried, „Wie bei Gogol“
    • Diese recht lange (9 Seiten) Kurzgeschichte behandelt auf recht originelle Weise die Folgen eines Autounfalls, bei dem ein – so hießen sie damals – türkischer „Gastarbeiter“ verletzt wird, der in schwierigen sozialen Verhältnissen in Deutschland lebt. Eingearbeitet sind philosophische Überlegungen zur Einmaligkeit bzw. Besonderheit von Ereignissen. Ein Kollege des Ich-Erzählers behauptet nämlich, alles, „was uns vorkommt oder zustößt, sei bereits anderen vorgekommen oder zugestoßen, die Bandbreite unserer Erlebnisse und Konflikte sei ein für allemal erschöpft, selbst in einer seltenen Lage dürfe man nichtmehr als einen zweiten Aufguß sehen.“ Später verweist er dann als Beweis auf den russischen Dichter Gogol.
  • Heidtmann, „Notfalls Marmelade“
    In der Kurzgeschichte „Notfalls Marmelade“ geht es um eine Mutter, die offensichtlich in finanziellen Schwierigkeiten steckt und darauf nur mit literarischer Fantasie reagieren kann. Als sie sieht, dass ihr das auch nicht weiterhilft, hat sie das Glück, von einem Mann mit dem Auto mitgenommen zu werden, der dann ihr neuer Freund wird.
    Die Geschichte erinnert in  zweierlei Hinsicht an Eichendorffs Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Näheres auf der Seite:
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-heidtmann-notfalls-marmelade
  • Hermann, Julia, „Sonja“
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-hermann-sonja
    Recht lange Kurzgeschichte, in der es um die Beziehung des Ich-Erzählers zu einer sehr ungewöhnlichen Frau geht: Einerseits will sie den Mann ganz offensichtlich, andererseits entzieht sie sich auch immer. Sex spielt von ihr aus keine Rolle, aber sie will später Kinder. Der Ich-Erzähler wiederum pflegt neben dem unklaren Verhältnis zu dieser Sonja noch eine körperlich intensive Parallelbeziehung.
  • Liepmann, Heinz, „Vor Gericht“
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-liepmann-vor-gericht
    In der Kurzgeschichte geht es um einen deutschen Einwanderer, der als Kinderarzt in New York ein hohes Risiko eingeht, weil er ohne Lizenz einen schwerkranken Jungen behandelt und damit rettet. Die Solidarität vieler anderer Einwanderer und die Menschlichkeit eines Richters bewahren ihn vor einer Strafe und bringen ihm sogar Lob ein.
    Auf der angegebenen Seite gibt es noch Tipps für die Besprechung im Unterricht.

Thema „Vorurteile“

#Vorurteile:

  • Aichinger, Ilse, Das Fenstertheater: In dieser Geschichte geht es um die Distanz und die Vorurteile, die zwischen Menschen herrschen, die sich zu wenig umeinander kümmern.
    Siehe dazu auch die Geschichte von Hajo Frerichs, „Zu schnell – zu langsam“ – weiter unten
  • Brambach, Rainer, „Besuch bei Franz“
    In der Geschichte geht es um den Tod eines deutschen Bauarbeiters, der seinem italienischen Bauleiter vom Gerüst aus auf den Kopf spuckt und dann ein paar Tage später vom Gerüst fällt. Auf der Beerdigung ist der Bauleiter derjenige, der am meisten zu trauern scheint. Insgesamt eine Geschichte, die mit den verschiedenen Erklärmöglichkeiten für das Geschehen wunderbar herumspielt. Ist der Bauleiter der Mörder und will durch geheuchelte Trauer nur von sich ablenken – oder bereut er seine Tat oder aber schließt er auf seine Art („Verstehe einer die Südländer“ heißt es am Schluss) die Geschichte ab: Man rächt sich, erweist dann aber durchaus dem Opfer die letzte Ehre.
  • de Cesco, Federica, Spagetti für zwei
    In dieser wunderbaren Geschichte werden Vorurteile auf sehr amüsante Weise in einem Schnellrestaurant entlarvt.
    Wir stellen die Geschichte vor und verdeutlichen die zentrale Aussage in einem Schaubild – dazu kommen Tipps zum Einsatz im Unterricht und als Klassenarbeit.
  • Henning Venske: Eine schöne Beziehung
    In dieser Geschichte, die viel Ähnlichkeit hat mit „Spagetti für zwei“ geht es um eine Frau, die nach dem Tod ihres Mannes ihr Heimatdorf verlässt, um noch etwas vom Leben zu haben und etwas von der Welt zu sehen. Im Restaurant eines Warenhauses kommt es dann zu der Parallelsituation zu der Spagetti-Geschichte. Der Unterschied ist hier, dass es am Ende keine Klärung zwischen den beiden Personen gibt über das, was zwischen ihnen auf Grund eines Missverständnisses vorgefallen ist, sondern die Frau damit alleine klarkommt – und anscheinend ohne Probleme. Die Verarbeitung der Peinlichkeit wird gewissermaßen dem Leser überlassen.
    Noch ein Nachtrag: Die Situation der Frau nach dem Tod des Mannes erinnert an „Die unwürdige Greisin“ von Bertolt Brecht, nur dass dort andere Akzente gesetzt werden.
    ttps://www.schule-bw.de/themen-und-impulse/individuelles-lernen-und-individuelle-foerderung/allgemein-bildende-schulen/kompetenzraster-2016/deutsch/d_nl52_3_lm_7_10.pdf
  • Oleolegua, nennt sich selbst „Hobbydichter“
    „Man sieht es den Leuten doch an“‚
    Geschichte zum Thema „Vorurteile“
    In der Geschichte geht es um einen Vorfall in einer Bäckerei, bei dem alle glauben, ein Junge mit vermutetem Migrationshintergrund wolle nachträglich einen Geldwechsel zu seinen Gunsten ausnutzen, also betrügen. Nachdem genügend Leute ihre Vorurteile ausgedrückt haben, stellt sich heraus, dass der Junge zuviel Geld herausbekommen hat und es jetzt zurückbringt.
    https://www.leselupe.de/lw/titel-Vorurteile-121965.htm
  • Frerichs, Hajo, Zu schnell – zu langsam
    Diese Kurzgeschichte behandelt in äußerst knapper Weise das Problem der Gaffer auf Autobahnen, die zum Beispiel Rettungsgassen missbrauchen und damit im Extremfall sogar eine Rettung verhindern.
    Die Geschichte lässt sich sehr gut mit Ilse Aichingers „Fenster-Theater“ vergleichen.
  • Özdogan, Selim, „Zuerst den Linken“
    In der Geschichte geht es um eine Ich-Erzählerin, die sich zu Recht darüber aufregt, dass in der Wohnung über ihr jemand auch noch spätabends oder Nachts seine Schuhe gegen die Wand donnert.
    Darauf angesprochen, verspricht die Nachbarin, das nicht mehr zu tun.
    Umso mehr ist die Ich-Erzählerin empört, als sie in der nächsten Nacht durch einen Schuhwurf geweckt wird und dann vergeblich auf den anderen wartet. Dadurch ergibt sich noch mehr Schlaflosigkeit als sonst.
    Am nächsten Morgen wird sie dann von der angeblichen Übeltäterin selbst angesprochen. Es stellt sich heraus, dass sie es nur kurz vergessen hat, dann aber eine Rücksicht genommen hat, die sich in diesem Fall negativ ausgewirkt hat.
    Die Geschichte endet mit der Erklärung: Eine gute Gelegenheit, sich für die Ich-Erzählerin eine gute Antwort und vielleicht auch noch ein bisschen gemeinsame Zukunft auszudenken.
    Die Geschichte lässt sich gut vergleichen mit Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte „Die Kirschen“.
  • Borchert, Die Kirschen
    • Diese Geschichte geht auch von einer problematischen Situation aus, allerdings beruht sie auf einer falschen Annahme, einer ungerechtfertigen Verdächtigung. Ein krankes Kind glaubt auf Grund eines Geräusches, dass sein Vater die ihm zugedachten Kirschen isst. In Wirklichkeit aber ist er nur dabei hingefallen, als er seinem Kind die Kirschen bringen wollte. Hier wird Blut mit Kirschsaft verwechselt. Als das Kind erkennt, dass es statt nachzufragen, an seinem Verdacht festgehalten und sich entsprechend verhalten hat, schämt es sich.
    • Ausführlich wird die vorwiegend personale Erzählweise auf der folgenden Seite herausgearbeitet. Dazu gibt es auch ein Video.
      https://www.schnell-durchblicken2.de/borchert-kirschen-mp3
  • Björn Lankert, „Der Streber“
    In der Kurzgeschichte geht es um Vorurteile gegenüber Menschen, die einfach gerne Leistung erbringen und dann feststellen müssen, dass sie auch negativen Gefühlen, ja sogar einem üblen „Streich“ begegnen.
    In diesem Falle löst sich das Problem durch den guten Einfall eines Vaters sowie einen erfolgreichen Rat einer Mutter auf.
    Wir zeigen, wie man die Geschichte in der Schule gut einsetzen kann.
  • Machma, Jana, „Schwarz auf weiß“
    Von der schwierigen Balance zwischen berechtigten und übertriebenen Vor-Urteilen und vom Glück, ein bisschen Wahrheit zwischen ihnen zu finden;
    Wir zeigen, wie eine junge Frau in einem Bewerbungsgespräch angenehm überrascht wird.
    Außerdem machen wir deutlich, wie man sich durch geschicktes Markieren einen optimalen Überblick über den Text der Kurzgeschichte verschaffen kann.
  • Artmann, H.C., „Keine Menschenfresser, bitte!“
    Jemand will bei der Vermietung eines Zimmers unerwünschte Personengruppen ausschließen, freut sich dann über einen Amerikaner, der als Mieter angekündigt und genommen wird. Dann wird deutlich, dass es sich um einen Afro-Amerikaner handelt.
    Eindrucksvolles Spiel mit Vorurteilen.
    Passt sehr gut zu Machma, Jana, „Schwarz auf weiß“ bzw.de Cesco, Federica, Spagetti für zwei
  • Schiefer, Dorothea, „Im Dschungel“
    Gut zu der Geschichte von Jana Machma passt diese, in der es um eine Situation in der Straßenbahn geht. Dort wird es immer enger und zwei Leute äußern sich negativ über mitfahrende Afrikaner. Der „Witz“ der Geschichte besteht darin, dass dann diese beginnen ein Lied zu singen, in das schließlich alle einstimmen – bis auf die beiden mit ihren fertigen Urteilen über scheinbar fremde Menschen.
    Nicht ganz unproblematisch ist am Ende die Erklärung eines der Afrikaner: „„Das ist der Gesang, mit dem wir im Dschungel wilde Tiere verjagen.““ Aber darüber und die gesamte Situation kann man sehr gut mit Schülern diskutieren.
    Eine kritische, letztlich aber positive Anmerkung zu der Geschicht gibt es hier:
    https://www.schule-des-schreibens.de/teilnehmer-erfolge/schreibdebuet-wettbewerb/kurzgeschichten-2013-runde-2/2-platz-dorothea-schiefer/
  • Steenfatt, Margret, „Im Spiegel“
    In dieser Kurzgeschichte geht es um die Auseinandersetzung eines Jugendlichen mit dem Vorwurf, er mache nichts aus seinem Leben: Sie wirkt zunächst verzweifelt, dann gewalttätig. Am Ende aber steht die Fähigkeit, seine Wunden zu lecken und zumindest zu seinen (!!!) Leuten zu gehen.
  • Kötter, Ingrid, „Nasen kann man so und so sehen“
    In dieser Kurzgeschichte geht es um Vorurteile sich selbst gegenüber: Ein Mädchen leidet sehr unter seinem Aussehen, bis ihm ihr Onkel deutlich macht, dass das alles eine Frage der Perspektive ist und er das gerade an ihr mag, was ihr nicht gefällt. Auf einer zweiten Ebene geht es um die Weiterentwicklung zweier junger Menschen, denn dieser Onkel ist kaum älter als das Mädchen Irina. Auch er hat sich weiterentwickelt und ermöglicht das jetzt auch seiner Nichte.
    In einem Punkt gibt es Ähnlichkeiten mit Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ – nämlich in der Frage der Wahrnehmung der eigenen Situation und wie sie sich verändern kann.

Schreibwerkstatt: Anregungen für Nachwuchs-Autoren

#Schreibwerkstatt: Anregungen für Nachwuchs-Autoren

Wir finden es wichtig, dass Literatur nicht nur an Schüler herangetragen wird, sondern dass sie selbst auch mal versuchen, zum Beispiel eine Kurzgeschichte zu schreiben.
Das folgende Beispiel finden wir zum Beispiel sehr gelungen:
  • Signer, Luca, „Herbstvergessen“
    In dieser Geschichte geht es um einen Ich-Erzähler, der auf ganz besondere Art und Weise die Schuld am Tod seines kleinen Bruders verarbeitet. Die Geschichte ist erschienen auf leselupe.de – d.h. der Verfasser ist noch nicht so berühmt wie die anderen hier aufgeführten Kurzgeschichten-Autoren. Um so mehr kann seine recht gut gemachte Geschichte Schülern Mut machen, sich auch selbst mal an einer Kurzgeschichte zu versuchen.
Übersicht über die bisher aufgenommenen Kurzgeschichten :
Eine kurze Info zur jeweiligen Kurzgeschichte gibt es auf der Seite:
https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/
  1. Aichinger, Ilse, Das Fenstertheater:
  2. Auer, Martin, „Die Leserin“
  3. Becher, Martin Roda, „Tod im Stadion“
  4. Bender, Der Brotholer
  5. Bender, Die Wölfe kehren zurück
  6. Bender, „Forgive me“
  7. Berg, Sybille, „Alles wie immer“
  8. Berg, Sybille, „Hauptsache weit“
  9. Berg, Sybille, Nacht
  10. Berg, Sybille, „Und in Arizona geht die Sonne auf“
  11. Bichsel, Peter, „Die Tochter“
  12. Bichsel, Peter, San Salvador
  13. Böll, Heinrich, „Mein teures Bein“
  14. Böll, Heinrich, Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral
  15. Böll, Heinrich, Es wird etwas geschehen
  16. Böll, Weggeflogen sind sie nicht
  17. Borchert, Wolfgang, Die Katze war im Schnee erfroren
  18. Borchert, Wolfgang, Die Kegelbahn
  19. Borchert, Das Brot
  20. Borchert, Die Kirschen
  21. Borchert, Wolfgang, Die Küchenuhr
  22. Borchert, Wolfgang, Nachts schlafen die Ratten doch
  23. Brambach, Rainer, „Besuch bei Franz“
  24. Brambach, Rainer, „Känsterle“
  25. Brecht, Bertolt, „Die unwürdige Greisin“
  26. de Cesco, Federica, Spagetti für zwei
  27. Duve, Karen, „Es gibt keine niedlichen Jungs“
  28. Finelli, Caro, „Die Überraschung“
  29. Fischer, Kai, „Erinnerungsangebote“
  30. Franck, Julia, „Streuselschnecke“
  31. Frerich, Hajo, „Gekonnt ist gekonnt“
  32. Frerich, Hajo, Wenn Schule „Schule macht“
  33. Frerich, Hajo, Zu schnell – zu langsam
  34. Fritz, Walter Helmut, „Augenblicke“
  35. Geiger, Susanne, „Flucht“
  36. Gruenter, Undine, „XLII“
  37. Heidtmann, „Notfalls Marmelade“
  38. Heißenbüttel, Ein Zimmer in meiner Wohnung
  39. Hemingway, Alter Mann an der Brücke
  40. Hemingway, Ein sauberes, gutbeleuchtetes Café
  41. Hemingway, Hochzeitstag
  42. Hermann, Judith, „Sonja“
  43. Hermann, Judith, „Zigaretten“
  44. Hoppe, Felicitas, „Die Hochzeit“
  45. Horvath, Ödön von, „Geschichte einer kleinen Liebe“
  46. Hürlimann, Thomas, „Der Filialleiter“
  47. Hürlimann, Thomas, „Der Liebhaber der Mutter“
  48. Zoë Jenny, „Sophies Sommer“
  49. Kästner, Erich, Spuk in Genf
  50. Kaminer, Wladimir, „Schönhauser Allee im Regen“
  51. Kaschnitz, Marie Luise, „Ein ruhiges Haus“
  52. Kilian, Susanne, „Nie wieder“
  53. Kötter, Ingrid, „Nasen kann man so und so sehen“
  54. Kronauer, Brigitte, Porträt Nr. 5 Ehepaar Dortwang
  55. Krüsand, Lars, „Der Außenseiter“
  56. Krüsand, Lars, „Der Held“
  57. Krüsand, Lars, „Pannen auf dem Weg zum Praktikum“
  58. Klüssendorf, Angelika, „Ficken“
  59. Kunert, „Stiefel“ – satirische Kurzgeschichte gegen Krieg und Gewalt
  60. Kunze, Reiner, „Clown, Maurer oder Dichter“
  61. Kunze, Reiner, Fünfzehn
  62. Kusenberg, Die Fliege
  63. Kusenberg, Kurt Ein verächtlicher Blick
  64. Lankert, Björn, „Der Streber“
  65. Lenz, Siegfried, „Drei Männer und ein Augenblick“
  66. Lenz, Siegfried, „Wie bei Gogol“
  67. Maatmann, Thore, Man muss sich auch mal Luft machen
  68. Machma, Jana, „Schwarz auf weiß“
  69. Marinić, Jagoda, „Kurzbiografie“
  70. Marti, Kurt,  „Happy End“
  71. Marti, Kurt, „Neapel sehen“
  72. Mohl, Nils, „Tanzen gehen“
  73. Morgner, Irmtraut, „Kaffee verkehrt“
  74. Moser, Milena, „Der Hund hinkt“
  75. Moura, Paulo, „Der virtuelle Seitensprung“
  76. Müller, Stefan, Die Fleischsonate
  77. Novak, Helga M., „Schlittenfahren“
  78. Rauert, Annette, Der Schritt zurück
  79. Reding, Josef, Fahrerflucht
  80. Röder, Marlene, „Schwarzfahren für Anfänger“
  81. Röder, Marlene, „Scherben“
  82. Schiefer, Dorothea, „Im Dschungel“
  83. Schneller, Gertrud, „Das Wiedersehen“
  84. Schnurre, Wolfdietrich, „Beste Geschichte meines Lebens“
  85. Schormack, Manuel, „Die gläserne Decke“
  86. Schüren, Hermann-Josef, „Auf dem Kriegspfad“
  87. Seul, Michaela, Allmorgendlich
  88. Seuren, Günter, „Das Experiment“
  89. Signer, Luca, „Herbstvergessen“
  90. Stamm, Peter, „Am Eisweiher“
  91. Stamm, Peter, Der Besuch
  92. Steenfatt, Margret, „Im Spiegel“
  93. Strobel, Arno, „Manu“
  94. Suter, Martin, Das Partnerproblem
  95. Walter, Otto F., „Cornflakes“
  96. Weisenborn, Günther, „Zwei Männer“
  97. Wohmann, Gabriele, Denk immer an heut Nachmittag
  98. Wohmann, Gabriele, Der Antrag
  99. Wohmann, Gabriele, Die Amsel
  100. Gabriele Wohmann, Die Klavierstunde
  101. Wohmann, Gabriele, Ein netter Kerl
  102. Wohmann, Ich Sperber
  103. Wondratschek, Wolf, Mittagspause
  104. Zwerenz, Nicht alles gefallen lassen
  105. Mark Zwollich, Die Entscheidung
Eine alphabetisch nach Verfassern geordnete Übersicht über die Kurzgeschichten  finden Sie hier:
https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/