Kafka und seine Welt

In seinen kurzen Erzählungen präsentiert Franz Kafka uns seine Sicht auf die Welt – und das ist häufig eine sehr fragwürdige, mit der man auch nicht gut klarkommt oder in der man sogar untergeht.
Am besten versteht man diese Geschichten als Parabeln, also als Beispielerzählungen, um etwas anderes, nämlich unsere Situation in der Welt zu verdeutlichen.
Gut erklärt wird das in dem folgenden Video am Beispiel von zwei Texten:
Aber darüber hinaus gibt es noch viele weitere interessante Geschichten, die auch in der Schule gerne behandelt werden.
Da wir möglichst viele Beispiele erfassen möchten, verwenden wir bis zu fünf *****, um unsere Einschätzung der Bedeutung für die Schule zu kennzeichnen. Also: Jedes * steht für brauchbar – unsere Spitzenreiter sind die mit *****.
Zunächst eine thematische Gruppierung mit einem zugehörigen Video, weiter unten dann eine kurze Vorstellung der einzelnen Geschichten in alphabetischer Reihenfolge. Dort gibt es auch Verweise auf die Seiten, auf denen wir die Geschichten  genauer vorstellen.
Im Laufe der Zeit ergänzen wir die Liste natürlich – auch über das Video hinaus.

Das Youtube-Video zu Kafkas Erzählungen

Wir zeigen hier zunächst die entscheidenden Schaubilder, die im Video erklärt werden.
Darunter kommt die Dokumentation.
Das Video selbst ist hier zu finden:


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Vorstellung der wichtigsten Erzählungen in alphabetischer Reihenfolge

  • „Auf der Galerie“
    ***** (Mat841)
    Darstellung der unmenschlichen Situation einer Zirkusreiterin, deren wahre Situation der Zuschauer aber nicht erkennt. Ihm bleibt nur ein unklares Gefühl der Trauer.
    Hierzu gibt es auch eine spezielle Seite, auf der der Text in einer kurzen Analyse vorgestellt wird (mp3-Datei, kann man sich also gut zwischendurch mal anhören!)
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kafka-auf-der-galerie-mp3 
  • „Der Geier“
    * (Mat843)
    Eine ziemlich brutale, ja blutige Geschichte, in der der Ich-Erzähler es erduldet, dass ein Geier ihm die Füße zerhackt. Erst ein vorübergehender Herr bringt den Erzähler auf den Gedanken, dagegen könnte etwas getan werden. Während er ein Gewehr holt, nutzt der Geier dafür eine letzte Attacke, tief in das Innere des Erzählers hinein. Dessen letztes Gefühl ist, dass der Geier dabei in seinem Blut ertrinkt.
    Letztlich soll die Geschichte wohl die Geschichte eines sich in Wirklichkeit selbst quälenden Menschen zeigen, der erst im eigenen Tod (und zugleich dem seines Peinigers) Befreiung findet.
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kafka-der-geier 
  • „Der Kaufmann“
    *** Mat849
    Hektische, verzweifelte Selbstbeschreibung eines Kaufmanns, der angesichts seiner Belastungen nicht mehr ganz bei klarem Verstand ist.
  • „Der Nachbar“
    ****
    Darstellung des zunehmenden Verfolgungswahns eines Mannes, der einfach einen neuen Nachbarn bekommt. Statt mit ihm Kontakt aufzunehmen, gibt er sich ganz seinen Ängsten hin. 
  • „Der Schlag ans Hoftor“
    ****
    Die Geschichte zeigt, wie aus einer Kleinigkeit, die nicht mal so stattgefunden hat, am Ende eine tödliche Gefahr wird. 
  • „Der Steuermann“‚
    **
    Situation und Schicksal eines Menschen, der offensichtlich Steuermann ist, aber leicht aus der Position vertrieben werden kann.  Das Besondere ist, dass die Mannschaft ihm seine Position zuschreibt, ihn aber nicht bei ihrer Verteidigung unterstützt. 
  • „Die Brücke“
    https://textaussage.de/kafkas-parabel-die-bruecke-im-vergleich-zur-erzaehlung-die-verwandlung
    Ein Ich-Erzähler beschreibt seine Existenz als lebende Brücke über einem Abgrund. Erlöst wird er schließlich – wenn auch unter starken Schmerzen – als ein Wanderer diese Brücke sehr sorgfältig prüft und schließlich sogar dem Brückenmenschen mit voller Wucht „auf den Leib“ springt. Dieser dreht sich um, um den Verursacher seiner Schmerzen zu sehen, was zum Einsturz der Brücke führt. 
  • „Die Prüfung“
    ***
    Die Geschichte setzt ein mit der Beschreibung einer Art von Mauerblümchen-Existenz eines Dieners. Anschließend wird beschrieben, wie dieser Ich-Erzähler in dieser Situation des Nicht-Gebrauchtwerdens sich die Zeit vertreibt. Schließlich kommt es doch noch zu einer besonderen Situation: Ein Gast lädt ihn ein, stellt ihm einige Fragen und als der Ich-Erzähler sich entschuldigen und verschwinden will, erfährt er, das sei eine Prüfung gewesen und wer die Fragen nicht beantworte, habe die Prüfung bestanden. Wieder mal eine Variante des Absurden, dafür Kafka die menschliche Existenz kennzeichnet. Offen bleibt die Frage, was nach der seltsamen Auskunft mit dem Diener geschieht – aber auch darauf gibt es keine Antwort.
    Zumindest die Situation des Dieners scheint Ähnlichkeiten mit der des Landvermessers im Roman „Das Schloss“ zu haben. 
  • „Eine kaiserliche Botschaft“
    *****
    Dargestellt wird der zusehends mühsamer und letztlich gar nicht erfolgreich zurückzulegende Weg der Botschaft eines sterbenden Kaisers an das „Du“ des  Textes, den Leser, der sich sie nur erträumen kann. 
  • „Gibs auf!“
    **
    Es geht um einen Menschen, der zwar morgens sehr früh, also rechtzeitig aufsteht, dann aber mit lauter Unsicherheiten konfrontiert wird. Sogar ein Polizist, sieht sich außerstand, ihm den richtigen Weg zu zeigen. Bezeichnend ist das Lachen, das damit verbunden wird.

  • „Heimkehr“
    *****
    Gezeigt wird die Unsicherheit eines Menschen, der in sein Vaterhaus zurückkehren möchte und schließlich sogar selbst nicht mehr weiß, wer er ist und wohin er gehört. Kann man gut mit der Geschichte vom verlorenen Sohn in der Bibel vergleichen.

    Reizvoll könnte auch ein Vergleich mit einem Gedicht von Hans Bender sein, das den gleichen Titel trägt und in einer Sammlung von Stunde-Null-Gedichten vorgestellt wird. Am Ende steht auch hier ein Zögern vor einer stummen und zugleich neuen Tür. Diese besondere Situation, die viele Kriegsheimkehrer erlebt haben, ist sie sehr schön gestaltet. So bietet sich ein Vergleich mit Kafkas Parabel geradezu an.
    http://www.lyrikschadchen.de/Interpretation_Heimkehr__Bender_.pdf 
  • Kleine Fabel“
    *****
    Die Geschichte beginnt mit der Klage einer Maus, deren Welt immer enger und schließlich ausweglos wird. Typisch für Kafka ist dann, dass die scheinbare Lösung im durchaus richtigen Ratschlag einer Katze liegt, die Maus müsse nur die Laufrichtung ändern. Was der Leser bei der Nennung des Tieres schon fast erwartet, geschieht dann auch: Die Katze frisst die Maus.
    Die Geschichte zeigt damit die Trostlosigkeit des Menschen, der zwar einen guten Rat bekommt, der aber sein Ende nicht aufhält. 
  • „Vor dem Gesetz“
    *****
    Auszug aus dem Roman „Der Prozess“: Die Geschichte erzählt den Versuch eines einfachen Menschen, sein Ziel, nämlich den Eintritt ins „Gesetz“, zu erreichen. Ein Türhüter zeigt ihm soviele Schwierigkeiten auf, dass er schließlich nur noch wartet. Kurz vor seinem Tod wird ihm dann deutlich gemacht, dass diese Tür, durch die zu gehen er sich nicht traute, nur für ihn bestimmt war. 
  • Wir führen das hier noch fort…
  • Bitte etwas Geduld 🙂