Gedichte der Romantik zum Thema „Aufbruch bis hin zum Risiko“

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  • Eichendorff, „Abend“ („Gestürzt sind die goldnen Brücken“
    Ein Gedicht, das den Neuanfang nach einem Zusammenbruch oder Absturz einfach durch den Frühling und die entsprechende Natur sowie die alten Weisen eines Spielmanns herbeikommen lässt.
    Aufbruch, Neuanfang ja, aber die neuen Brücken bauen sich von selbst – von Risiko kein Wort.
    https://www.einfach-gezeigt.de/eichendorff-abend-gestürzt
  • Friedrich Schlegel, „Betrachtung“
    • Rückkehr zum kleinen Haus der Jugend – erinnert ein bisschen an „Green green grass of home“
    • alles ist wie früher – darum bemüht sich sogar ein Diener
    • Das wird dem Lyrischen Ich zur Mahnung: „So bleibt Beschränkung gern in tiefem Frieden“
    • Dagegen: „Den künern Geist hat immer Ruh vermieden […] Er muss auf wildem Flügel weiter eilen.“
    • Der Schluss ist wohl entscheidend – noch deutlicher als in „Frische Fahrt“ von Eichendorff wird hier dem wilden Aufbruch das Wort geredet.
  • Eichendorff, „Liebe, wunderschönes Leben“
    • Verbindung von Liebe und Leben´- primär geht es aber um die Kräfte, die einen von „Fleißig ruhigem Studieren“ abhalten.
    • Hervorgehoben wird auch hier das Lockende des Frühlings
    • Letztlich wird deutlich gemacht, dass das Lyrische Ich sich diesem Drang hingeben wird.
  • Eichendorff, Frische Fahrt
    • Ausgangspunkt ist auch hier der Frühling.
    • Hervorhehoben wird dann aber ein „magisch wilder Fluss“ als das, was er hervorbringt.
    • Für Eichendorff relativ extrem heißt es dann: „Und ich mag mich nicht bewahren … Fahre zu! Ich mag nicht fragen, / Wo die Fahrt zu Ende geht.“
    • „… es ist erstaunlich, daß Eichendorff, der konservativ lebte, eines der schönsten Gedichte romantischer Entfesselung geschrieben hat“ (Safranski, Romantik, S. 214, Näheres dazu hier.)
  • Novalis, „Wohin ziehst du mich“
    • Ausgangspunkt sind die „Fülle des Herzens“ und
    • der „Gott des Rausches“
    • Dann taucht die Frage auf, in welche gefährlichen Gebiete der Natur es das Lyrische Ich treiben wird.
    • Dabei will man wie Cäsar den Göttern nahe kommen.
    • Dazu will man „Unerhörte, gewaltige / Keinen sterblichen Lippen entfallene / Dinge“ sagen, also die Grenzen der schöpferischen Kreativität angehen.
    • Einige Zeilen beziehen sich auf den Weingott Bacchus und sein nächtliches Treiben.
    • Den Schluss bildet das Gefühl, dass die Natur dem Lyrischen Ich „seltsam und fremd“ begegnet – aber es bleibt das Gefühl beim Leser, dass es sich dem stellen will, alles aus ausleben will.
  • Eichendorff, „Rückkehr“
    • Das Gedicht ist hochinteressant, weil es nämlich eine missglückte „Heimkehr“ zeigt, die dann nur noch eine Rückkehr ist, die wieder zu einer Rückkehr, nämlich in die „weite Welt“ wird.
    • Dort kommt das Lyrische Ich aber auch mehr an, so dass es am Ende den Tod auf dem „Feld“ (wohl dem Schlachtfeld) sucht und findet.
    • Das Gedicht ist insofern erstaunlich modern, weil es einen Menschen mit romantischen Zielen und Gefühlen, aber ohne seine irdische Heimat, also in absoluter Heimatlosigkeit, zeigt.
    • Selbst die bei Eichendorff sonst immer noch gegebene himmlische Heimat ist hier kein Rückzugsort mehr.
    • Man kann das Gedicht gut mit Kafkas Parabel „Heimkehr“ vergleichen, aber auch mit „Der Nachbar“, weil sich hier auch ein Kommunikationsproblem zeigt, das möglicherweise erst größere Probleme auslöst.
    • https://www.schnell-durchblicken2.de/eichendorff-rueckkehr
  • Wilhelm Müller, „Der Wegweiser

 

Weiterführende Hinweise