Anmerkungen zu der Kurzgeschichte „Wie man ein Klavier loswird“ von Marlene Röder

  1. Die Kurzgeschichte „Wie man ein Klavier loswird“ von Marlene Röder zeigt, wie man nachgeben kann, ohne sich selbst aufzugeben. (Deutungshypothese)
  2. In der Kurzgeschichte geht es um einen Jungen, der – statt mit Freunden was machen zu können – Klavier üben muss, weil er am nächsten Tag ein wichtiges Vorspiel hat, bei dem er seinen Klavierlehrer nicht blamieren soll.
  3. Im weiteren Verlauf der Geschichte stellt sich dann heraus, dass diese Klavierspiel vor allem der Mutter über den Tod des Zwillingsbruders hinweghelfen soll, der von einem Auto überfahren worden ist.
  4. Eine rettende Idee kommt dem Jungen, als er aus dem Fenster schaut und auf der Straße jede Menge Sperrmüll sieht.
  5. Er ruft seine Freunde an und gemeinsam tragen sie das schwere Klavier die Treppe hinunter.
  6. Auf den letzten Metern kommt es ins Rutschen und landet schließlich mit einigen Schrammen an der Haustür.
  7. Zur selben Zeit kommt die Mutter nach Hause, sorgt dafür, dass das Klavier wieder nach oben getragen wird und die Freunde das Haus verlassen.
  8. Als das erwartete Donnerwetter dann ausbleibt, ist der Junge unter dem Eindruck des stillen Lächelns seines Bruders auf einem Foto bereit, sich weiter auf das Vorspiel vorzubereiten. Er wird seinem Klavierlehrer aber sagen, dass es sein letztes Vorspiel ist und er ab jetzt mit ihm eine andere Art von Klaviermusik üben möchte. Dabei denkt er an den „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“-Song von Balu aus dem Dschungelbuch, mit dem sein Bruder mal einen anschwellenden Konflikt mit der Mutter regelrecht aus der Welt gespielt hat.
  9. Insgesamt zeigt die Geschichte
    1. wie sehr jemand darunter leiden kann, wenn andere – in diesem Falle – die Eltern und besonders die Mutter – ihn zwingen, fremde Ziele zu seinen eigenen zu machen,
    2. dass man sich auch dagegen wehren kann – aber nicht mit großen Aktionen wie diesem Versuch einer eigenmächtigen Entfernung des Klaviers aus dem Haus, sondern mit auf einem Weg, der einen guten Zwischenweg markiert. Der Junge geht noch einmal auf seine Mutter und ihre Wünsche ein, sorgt dann aber dafür, dass er in Zukunft eigene Wege gehen kann.
Insgesamt eine Kurzgeschichte, die einen außergewöhnlichen Rahmen hat: Am Anfang werden sog. „Tatsachen über das Klavier“ präsentiert, die sachlich beginnen, dann aber immer mehr emotionale Ablehnung ausdrücken.
Am Ende wird das spiegelbildlich noch einmal aufgenommen, indem das Klavier jetzt aus einer positiven Perspektive gesehen werden kann – nämlich aus dem der eigenen Wünsche und Vorstellungen.
Die Kurzgeschichte ist u.a. abgedruckt in: Deutschbuch. Sprach- und Lesebuch 9, Hrsg. v. Bernd Schurf und Andrea Wagener, Cornelsen-Verlag: Berlin 2015, S. 122-126
dort entnommen aus: Marlene Röder, Wie man ein Klavier loswird, aus: Melvin, mein Hund und die russischen Gurken, Ravensburger Buchverlag 2011

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