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- Die Romantik entsteht als Gegenbewegung zur Aufklärung und lehnt deren Fokus auf reine Vernunft und messbare Fakten ab.
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- Das Interesse verschiebt sich von der äußeren, rational geordneten Welt hin zur subjektiven Gefühlswelt, dem Traum und dem Unbewussten.
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- Um die als begrenzt empfundene Alltagswelt zu überwinden, suchen die Romantiker nach Räumen, die das Endliche mit dem Unendlichen verbinden (Universalpoesie).
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- In dieser Suche wird die Nacht zum idealen Gegenentwurf zum Tag; sie löst feste Konturen auf und ermöglicht einen Zustand der Entgrenzung.
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- Letztlich wird die Nacht zur existenziellen Frage, da sie als Ort der tiefsten Wahrheit, der Sehnsucht und der Begegnung mit dem Transzendenten – aber auch mit den eigenen Abgründen – fungiert.
Der Übergang:
Dämmerung und Schwellenzustand
Die atmosphärische Naturnacht:
Mond, Sterne und Sinne
- Hier stehen die sinnliche Wahrnehmung der nächtlichen Natur und die Stimmungsbilder im Vordergrund.
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- Matthias Claudius: „Abendlied“ (Einordnung zwischen Barock und Romantik).
https://schnell-durchblicken.de/matthias-claudius-abendlied
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- Clemens Brentano: „Abendständchen“ (Bekannt für die Verbindung verschiedener Wahrnehmungen/Synästhesie).
- https://schnell-durchblicken.de/brentano-abendstaendchen
- Ein Gedicht, das vor allem durch seine „Synästhesie“ (Verbindung verschiedener Wahrnehmungen) bekannt geworden ist.
- Wir fanden vor allem interessant, wie sehr dieses Gedicht einer bestimmten Wahrnehmung und entsprechenden Empfungsreaktionen verfallen ist, so dass man den Eindruck einer gewissen „Bewusst“-„Losigkeit“ hat, was hier aber ganz mit einem auch zur Romantik gehörenden nicht-analytischen Anspruch verbunden ist.
- Man kann auch im Sinne von Schlegel und Novalis davon sprechen, dass dieses Gedicht ein gutes Beispiel für das „Romantisieren“ ist.
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- Joseph von Eichendorff: „Nachts“ (Wanderung in stiller Nacht, Übergang von Mondlicht zu Stille).
https://textaussage.de/eichendorff-nachts
- Das Gedicht beginnt mit der Situation des Wanders in stiller Nacht und mit Übergangssituationen zwischen Mondlicht und grauer Umgebung bzw. zwischen dem Gesang der Nachtigall und erneuter Stille.
- Die zweite Strophe preist den „wunderbaren Nachtgesang“ und geht dann über zum Schaurigen und Verwirrenden, das mit der Nacht auch verbunden ist.
- Am Ende bezeichnet das Lyrische Ich sein „irres Singen“ sogar als „Rufen nur aus Träumen“.
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- Deutlich wird hier, in welchem Ausmaß die Nacht der Zeitpunkt und der Wald der Ort ist, an dem man sich des göttlichen Zusammenhangs des Lebens besonders der Natur bewusst wird.
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- Franz Grillparzer: „An den Mond“
(Der Mond als belebendes Moment für die Natur und die Schaffenskraft).
https://schnell-durchblicken.de/grillparzer-an-den-mond
- Hier wird der Mond mit seinem Licht als belebendes Moment beschrieben.
Für die Natur
Aber auch für die Schaffenskraft des Dichters.
Dazu kommt eine tröstende Funktion bis hin zum Vergessen.
Interessant der Vergleich der Helligkeit zwischen Mond und Sonne
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- Justinus Kerner: „In der Mondnacht“
(Schilderung der nächtlichen Stille, in der nur Wasser, Nachtigall und Liebe wachen).
http://www.deutsche-liebeslyrik.de/kerner.htm#g18
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- Justinus Kerner: „Lust der Sturmnacht“
(Geborgenheit im Inneren bei nächtlichem Sturm und Regen).
http://www.deutsche-liebeslyrik.de/kerner.htm#g30
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- Hermann Allmers: „Nachtsegen“
(Ein als „neuromantisch“ charakterisiertes Gegenstück zur klassischen Romantik).
https://schnell-durchblicken.de/hermann-allmers-nachtsegen
https://www.mumag.de/gedichte/all_h08.html
Die Nacht der Liebe und Sehnsucht
Metaphysische und religiöse Dimensionen
Die dunkle Seite:
Angst, Wahn und Tod (Schwarze Romantik)
- Gedichte, die die Nacht als Ort des Schreckens, des Verlusts oder des Übergangs ins Totenreich beschreiben.
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- Joseph von Eichendorff: „Schöne Fremde“
(Die Nacht als irritierende Wirklichkeit, die den Verstand ausschaltet).
- Joseph von Eichendorff: „Nacht“
(Die Nacht als Schattenzeit für die Schönheit der Natur).
- Justinus Kerner: „Geisterzug“
(Einsame Wanderung in düsterer Nacht als Klage um einen Verstorbenen).
http://www.zeno.org/nid/20005151880
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- Justinus Kerner: „Blinde Liebe“
(Ein Klopfen an der Tür spät in der Nacht; die Liebe macht blind für die Dunkelheit).
http://www.zeno.org/nid/20005151937
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- Sophie Mereau: „Die letzte Nacht“
(Die Nacht erscheint im Grabgewand; Sehnsucht nach Beruhigung im Tod
https://de.wikisource.org/wiki/Die_letzte_Nacht
Weitere Infos, Tipps und Materialien