Gedichte der Romantik zum Thema „Programm der Romantik“

Rückkehr zur Gesamtübersicht über Gedichte der Romantik zu verschiedenen Themen

  • Novalis, „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“
    • Ablehnung der reinen Rationalität
    • Statt reiner Vernunft Gefühle
    • und Poesie
    • Kraft geheimer Wörter
    • Man kann dieses Gedicht gut vergleichen mit „Vorzeit und neue Zeit“ von Karoline von Günderrode – dort wird die romantische Sicht mit einer sehr stark religiösen verbunden.
  • Eichendorff, „Wünschelrute“
    • Vorstellung, dass in den Dingen mehr steckt, als die Wissenschaft feststellt
    • Dieses Innenleben kann man poetisch freisetzen.
    • Man braucht dafür aber das richtige Zauberwort.
  • Eichendorff, „Entschluss“
    Absage an eine zu ruhige, statische Romantik und Plädoyer für eine stürmische, die sich hohe Ziele setzt und dabei auch Risiken in Kauf nimmt.
    https://wvm.schnell-durchblicken3.de/eichendorff-entschluss-kafka-spaziergang/
  • Ludwig Tieck, „Wonne der Einsamkeit’“
    • zunächst verstörend chaotisch wirkende Form und auch sprachlich aus heutiger Sicht etwas grenzwertig
    • bei näherem Hinsehen aber ein beeindruckendes Bild der Natur und ihrer Bedeutung
    • im Kontrast zur beengten Welt der Städte, der Zivilisation
    • mit der Aufforderung, sich zu befreien und es den Vögeln und Schmetterlingen gleich zu tun, die dem Menschen zu Freunden werden können
    • am Ende: Einsicht, dass die nicht mehr „beengte“ Form dem freien Leben in der Natur entspricht.

  • August Wilhelm Schlegel, „Meine Wahl“
    • Negativer Blick aufdie Welt von „Geschäft und Sorge“
    • Die Poesie als Möglichkeit, sich davon zu lösen – wie ein Schiff vom Strand
    • Gefühl , dass „Verbrüderte Gefährten“ ihn dabei begleiten – und das Lyrische Ich nur Gutes erwartet
    • Preis der Poesie als „Jugend in der Jugend“, „Lieb in Liebe“, „Natur in der Natur“, „Gottheit der Götter!“

  • Novalis, „Alle Menschen seh ich leben“
    • Gleich am Anfang der Unterschied zwischen den normalen Menschen und dem einen, dem „Leichtes Streben, schwebend leben“ gegeben ist.
    • Im nächsten Abschntit geht es um die „Toren“, die sich nur dem Genuss hingeben und dadurch letztlich „in der Zeit“ verloren gehen.
    • Ihm gegenüber steht der Weise: „kämpft um niemals aufzuhören“
    • „Und so wird die Zeit betrogen“, d.h. der Weise in seinem Kampf wird Sieger über die Zeit, der die Toren erliegen.
    • Am Ende ist des „Weisen Macht“ vermehrt worden.
    • Den Schluss bildet eine Art Zusammenfassung mit integriertem Appell: Ruhe und Überfluss gehören den Göttern, bei den Menschen kommt es vor allem auf „Handeln“ an, es bedeutet „Leben“.
    • Interpretationsbedürftig ist die Schlusszeile: „Macht zu üben nur Genuss“.  Am einfachsten zu verstehen ist es, wenn man annimmt, dass die Ausübung von Macht eben auch mit Handeln verbunden ist – und darauf kommt es an, nicht einfach zu repräsentieren oder nur genießen.
    • Deutlich wird wieder die Einteilung der Menschen, die in der Romantik schnell mal vorgenommen wird – verbunden mit Kritik an den Philistern. Hier hat man schon fast etwas „Faustisches“: „Am Anfang war die Tat“ – und: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“
      Von daher ergibt sich hier die Möglichkeit: Goethes Faust mit den Vorstellungen der Romantik zu vergleichen.
  • Clemens Brentano, „Hörst du, wie die Brunnen rauschen“
    • Beginn mit Aufforderng, auf die Stimmen der Natur zu achten
    • Aufforderung zu Stille
    • Hervorhebung der Bedeutung von Träumen, in und mit denen man sogar „selig“ sterben kann
    • Dann die Relativierung: Selig aber auch, „wen die Wolken wiegen, / Wem der Mond ein Schlaflied singt“
    • Noch einmal Hervorhebung der Bedeutung des Träumens, die einen sogar von der „Himmelsdecke“ Sterne wie Blumen pflügen lässt
    • Am Ende dann Aufforderung an das Gegenüber, all das zu tun, bis das Lyrische Ich es weckt und dabei ‚“beglückt“ ist.
    • Letztlich geht es um Entgrenzung bzw. Übergang in die Transzendenz, die die Romantik für sich in Anspruch nimmt.
    • Vergleichen kann man das Gedicht zum einen mit Eichendorffs „Die blaue Blume“, zum anderen mit Eichendorffs „Zauberei der Nacht“.
  • Joseph von Eichendorff, „Die blaue Blume“
    • Dreistrophiges Gedicht, in dem zunächst die Suche und Sehnsucht nach der blauen Blume dargestellt werden.
    • Die zweite Strophe nimmt den Gedanken der Suche noch einmal auf, verbindet ihn aber mit Wandern und Gesang und damit letztlich auch der Kunst
    • Die dritte Strophe zieht dann eine vorläufige allerdings negative Bilanz: Es folgt die Klage, aber die Hoffnung bzw. die Sehnsucht bleiben.
  • Joseph von Eichendorff, „Nachtzauber“
    • Auch hier zunächst einmal – ähnlich wie bei Brentanos Brunnengedicht die Aufforderung zum Hinhören
    • Dann die Angabe einer Reihe von Sehnsuchtszielen: „Stein und Blumen“, „weit“, „stillen Waldesseen“, „Marmorbilder“, „schönen Einsamkeit“
    • Ergänzt wird das dann durch die „uralten Lieder“, die die „wunderbare Nacht“ weckt.
    • Daraus enstehen Erinnerungen an Traumbilder.
    • In der zweiten Strophe dann folgt die Frage nach der Blume, „entsprossen / In dem mondbeglänzten Grund“
    • Gesehen wird sie als „Knospe“, aus der „Junge Glieder blühend sprossen“, sie wird also als Lebenskraft gesehen.
    • Das wird dann im Folgenden vermenschlicht, wenn „Weiße Arme, roter Mund“ als Zeichen für Weiblichkeit hinzugefügt werden.
    • Das leitet über zu den Nachtigallen und zu einem traurigen Lied unerfüllter Liebe, die sogar „todeswund“ ist.
    • Inhalt der Klage sind Lieder „Von versunknen schönen Tagen“.
    • Das Gedicht endet dann mit einer erneuten Aufforderung, „zum stillen Grund“ zu kommen.
    • Der Schluss des Gedichtes lässt viel in der Schwebe: Sollen die Angesprochenen in die gleiche Situation unerfüllter Liebe und Klage kommen – kann man den Ort dann schon wirklich als „stillen Grund“ bezeichnen? Oder ist das dann ein Aufgehen in der Situation, dem Tode ähnlich, der ja vorher schon angesprochen wurde.

Weiterführende Hinweise