Schnell erkennen, worum es geht ...

Fachbegriffe des Deutschunterrichts – mit Erklärungen und Beispielen

Liste der Fachbegriffe des Deutschunterrichts

Wir bauen diese Liste hier erst auf. Wichtig ist uns dabei, dass ein Begriff möglichst so erklärt wird, dass man echten „Durchblick“ bekommt und ihn sich und seine Bedeutung möglichst gut merken kann.

Absicht

Mit der Absicht eines Textes ist nicht gemeint, was er beim Leser beabsichtigt. Vielmehr geht es um das, was „abzusehen“ ist, wenn man die Signale genau aufnimmt. Worauf laufen sie hinaus, was steuern sie an.

Man verwendet hier auch den Begriff „Intention“. Das kommt aus dem Lateinischen und meint auch nichts anderes, als was da „aufgespannt“ wird.

Man kann das mit einem Puzzle vergleichen, das immer deutlicher hervortritt, je mehr Verständnisbausteine man zusammenfügt.

Allerdings ist es vor allem bei literarischen Texten immer so, dass zum Puzzle auch noch das Mosaik hinzukommt, also das, was der Leser von sich aus hinzufügt, um das Unvollständige, Lückenhafte oder auch Rätselhafte des Textes mit Sinn zu füllen.

In dem folgenden Video wird gezeigt, wie man die Aussagen eines Gedichtes auf den Textsignalen herausarbeiten kann.

In dem Video wird gezeigt, wie man diese Absicht aus einem Gedicht erschließt (auch ein schönes Wort, weil man gewissermaßen etwas aufschließt, herausholt, öffnet)

Gedicht-Aussagen leicht erkennen – mit Signalbündelung; Beispiel „Ein Liebeslied“ (Lasker-Schüler)

https://youtu.be/HHI4-9O90Xs

Alexandriner

besonderer Rhythmus (Versmaß) in der Barockzeit:

sechshebiger Jambus (zwei Silben, von denen immer die zweite betont ist)

mit einer Zäsur (Schnittstelle) in der Mitte:

Vgl. Andreas Gryphius, „Es ist alles eitel“

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden,

xXxXxX xXxXxXx

Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein;

xXxXxX xXxXxX

Anapher

„Ich kam.
Ich sah.
Ich siegte.“

Das Besondere ist hier, dass nicht nur eine Steigerung vorliegt, sondern eben auch die Anfänge der drei Sätze gleich aussehen.

Damit ergibt sich das Gefühl einer gewissen Zwangsläufigkeit der Entwicklung.

In einem Gespräch könnte die Anapher zum Beispiel so eingesetzt werden:

„Die Frau zu ihrem Mann:
‚Als ich dich kennenlernte, dachte ich: Wow, ein interessantes Wesen.
Als ich dich kennenlernte, dachte ich: Mit dir zusammen kann man im Leben was erreichen.
Was ich jetzt neben mir sitze, ist jemand, von dem absolut nichts mehr ausgeht und mit dem ich irgendwie keinen Schritt weiterkomme.“

Die Anapher macht hier deutlich, wieviele Hoffnungen beim Kennenlernen noch vorhanden waren – und wie sie nach und nach alle verlorengegangen sind.“

Deutung

  • Deuten bedeutet, dass man aus dem, was man sieht oder liest, etwas „herausliest“. Man hebt es also auf eine höhere Ebene.
  • Im Bereich der Alltagserfahrungen: Jemand weint, man deutet es als Trauer, obwohl er eben Zwiebeln geschnitten hat.
  • Im Bereich der konkreten Textstelle: Der Chef sagt: „Ich denke, wir sollten den Auftrag annehmen.“ Der Mitarbeiter: „Finde ich gut, allerdings würde ich vorschlagen, vorher noch einige Dinge zu klären.“ Das deutet man dann als vorsichtige Kritik an dem, was der Chef gesagt hat.
  • Im Bereich des gesamten Textes: Hier geht es um die Aussagen, die man einem Text entnehmen kann, was man auch Intentionalität nennt. Das bekommt man am besten heraus, wenn man den Satz auf unterschiedliche Art und Weise fortsetzt: „Der Text zeigt …“
  • Schließlich gibt es noch die Deutung im Bereich der Interpretation. Dann geht es um die Bedeutung eines Textes im Hinblick auf etwas anderes. Ein Gedicht kann zum Beispiel als Meilenstein auf dem Weg zur Emanzipation der Dritten Welt gesehen werden.

Dialektik

Was ist Dialektik?

Darunter versteht man eine gedankliche Entwicklung, bei der auf eine These eine Antithese folgt, woraus dann eine Synthese wird.

Was eine „Synthese“ nicht ist:

Wichtig ist dabei, dass es sich nicht einfach um einen Kompromiss handelt.

Beispiel: „Sollen Schüler bei der Auswahl von Schullektüren mitbestimmen?“

Dann bitte nicht:

These: „Ja, das sollen sie, denn es geht ja um ihre Interessen.“

Antithese: „Nein, der Lehrer weiß am besten, was zum Lehrplan passt.“

Falsche Synthese = Kompromiss: „Am besten entscheidet einmal der Lehrer und einmal die Klasse.“

Wie eine Synthese besser macht als ein Kompromiss

Beispiel: „Sollen Schüler bei der Auswahl von Schullektüren mitbestimmen?“

These: „Ja, das sollen sie, denn es geht ja um ihre Interessen.“

Antithese: „Nein, der Lehrer weiß am besten, was zum Lehrplan passt.“

Synthese:  Beide Seiten begründen ihre Wünsche. Die andere Seite muss dazu Stellung nehmen. Wenn es keine Einigung gibt, haben schulische Ziele erst mal Vorrang, aber den Schülern soll Gelegenheit geben werden, ihre Lese Interessen auch in den Unterricht einzubringen.

Wichtig ist hier, dass die Ausgangsthesen „aufgehoben“ sind – im Sinne von: Sie sind weiter im Ergebnis enthalten, sie wurden nicht einfach niedergebügelt.

Die Ausgangsthesen sind aber auch „aufgehoben“, weil etwas Neues entstanden ist, das beide Seiten wirklich zufriedenstellen kann. Denn man tauscht sich ja aus und trifft keine einfache „Mal-der-eine-mal-der-andere-Entscheidung“.

Erörterung – lineare, dialektische, aspektorientierte

Was ist eine Erörterung?

  • Unter einer Erörterung versteht man die Klärung einer Sachfrage. Wenn man vom Begriff ausgeht, dann wird gewissermaßen der „Ort“ der Frage, das heißt, ihr Umfeld, erkundet. Das soll dann zu einem Ergebnis führen, das einem selbst hilft und andere überzeugt.

Die lineare Erörterung

  • Bei einer linearen Erörterung geht es um eine Frage, die nur in eine Richtung geht:
    Wie kann man erreichen, dass Schüler in der Schule Selbstständigkeit lernen?
    Dann zeigt man am Anfang in der Einleitung erst mal, warum Selbstständigkeit schon bei Schülern eine große Rolle spielen sollte.
    Dann spielt man verschiedene Möglichkeiten durch, wie man das erreichen kann.

    • Zum Beispiel bei der Wahl einer Lektüre
    • Durch Wochenplanarbeit, bei der die Schüler selbst die Reihenfolge der Erledigung der Aufgaben bestimmen können.
    • Durch das Angebot etwa im Deutsch- oder Geschichtsunterricht, eine unangenehme Aufgabe durch eine andere, mindestens gleichwertige zu umgehen:
      Statt Auswendiglernen eines Gedichtes Schreiben eines Gegengedichtes
      Vgl. das Video:
      https://youtu.be/vRf7JDA1pjE

Die „aspektorientierte“ Erörterung, die eigentlich eine echt dialektische ist

  • Hier merkt man aber schon, dass bei den Möglichkeiten häufig auch Probleme auftauchen können:
    • Wenn man zum Beispiel schreibt, dass Arbeiten von zuhause aus die Selbstständigkeit fördert, muss man  bedenken, dass das nicht bei allen Schülern und in allen Situationen in gleicher Weise gelingt. Das bedeutet, man muss auch die Einwände mitbedenken.
    • So was nennt man „dialektisch“:
      • Das Pro-Argument ist: „Lernen von zuhaus aus kann die Selbstständigkeit fördern.“
      • Das Contra-Argument dazu lautet: „Aber viele Schüler lassen sich zu Hause schnell ablenken.“
      • Und dann versucht man, dieses Contra-Argument möglichst zu entkräften durch eine „Synthese“, die zwischen den beiden Positionen vermittelt:
        „Die Gefahr, dass Schüler sich zu Hause schnell ablenken lassen, kann durch intensivere Betreuung ausgeglichen werden. Größere Aufgaben werden zum Beispiel in Teilaufgaben zerlegt, die zu bestimmten Zeiten abgegeben werden müssen.“
    • Wir nennen eine solche Erörterung „aspektorientiert“, weil da wirklich der Aspekt „Lernen von zu Hause aus“ so weit im Pro und Contra geklärt wird, bis man weiß, was diese Möglichkeit wert ist.
    • Denn der Hinweis auf die „intensivere Betreuung“ kann zum Beispiel dadurch wieder in Frage gestellt werden,
      • dass als Gegenargument kommt: So viel Betreuung kann ein Lehrer gar nicht leisten.“
      • Dem kann wieder begegnet werden, dass das ja auch nicht bei allen Schülern nötig ist. Außerdem kann man Lerngemeinschaften  bilden, bei denen Schüler für einander Verantwortung übernehmen.
    • Am Ende einer „aspektorientierten“ Erörterung gewichtet man die einzelnen Aspekte, je nachdem, wie gut sie im Pro und Contra am Ende dastanden.
    • Das fasst man dann zusammen, aber eben nicht durch einfaches Zählen, sondern durch Gewichten. Gut ist natürlich, wenn man am Ende noch ein besonders starkes Argument fast zum „Killer-Argument“ machen kann.  Zum Beispiel: „Selbstständigkeit ist so wichtig, dass man auch Risiken in Kauf nehmen muss. Die kann man am besten ausgleichen durch Verantwortungsgemeinschaften. Dort entwickelt sich nämlich eine doppelte Selbstständigkeit, die individuelle und die der Gruppe.

Was leider in der Schule als „dialektische“ Erörterung gelehrt wird

  • Auf jeden Fall geht es hier um eine Frage, die man mit „Ja“ und mit „Nein“ beantworten kann:
    Zum Beispiel die berühmte Frage: „Sollen Schuluniformen eingeführt werden?“
  • Dann soll man sich eine Meinung bilden und mit den Argumenten dagegen beginnen. Das hat nämlich den Vorteil, dass am Ende die eigenen Argumente auftauchen.
  • Dabei wird aber völlig übersehen, dass eine Erörterung keine Rede ist, bei der man gewinnen will oder muss, sondern eine umfassende Klärung aller Dinge, die eine Rolle spielen.
  • Das Schema sieht auf jeden Fall so aus:
    1. Ich bilde mir zu der Ja-Nein-Frage eine Meinung.
    2. Ich beginne mit den Argumenten der Gegenmeinung – und zwar dem stärksten.
    3. Dann kommen immer schwächere Argumente, so dass man am Ende das Gefühl hat, diese Meinung muss schon ziemlich ärmlich sein. Man merkt, es geht hier nicht um die Sache, sondern darum, mit der eigenen Meinung gut darzustehen.
    4. Dann geht man über zu den Argumenten für die eigene Meinung. Man beginnt umgekehrt mit dem schwächsten
    5. und bringt dann immer stärkere Argumente,
    6. so dass am Schluss das stärkste Argument für die eigene Meinung sichtbar wird.
    7. Dann muss man nur noch sagen: Wegen dieses tollen Arguments plus einiger anderer bin ich dieser Meinung.
  • Wie gesagt, das ist mehr was für eine politische Rede, mit der man Mehrheiten gewinnen will, als echte offene Auseinandersetzung mit einer Sachfrage.

Essay

  • Seit einiger Zeit spielen Essays in der Schule eine große Rolle, weil dort die Klärung einer Sache verbunden wird mit einer „schönen“ Darstellung.
  • Mit „schön“ ist hier gemeint, dass man besonders darauf achtet, auf originelle Weise zum Thema hinzuführen.
  • Genauso originell sollte es dann weitergehen.
  • Man könnte auch sagen „anspruchsvoll“, d.h. man hat den „Anspruch“, Gedanken klug weiterzugeben – und zugleich sollte es „ansprechend“ sein, d.h. vom Leser gerne zur Kenntnis genommen werden.
  • Man könnte auch sagen: Es ist in der Sache eine Art Erörterung, wo etwas möglichst überzeugend geklärt wird, aber man sollte sich eher nicht auf die normale Abfolge der Gedanken konzentrieren.
  • Das mit der „Klärung“ sollten wir hier allerdings etwas einschränken: Es geht – anders als bei der Erörterung – nicht darum, möglichst abschließend eine Frage zu klären, sondern sich an ihr zu „versuchen“ und am Ende auch Anregungen für das Weiterdenken zu präsentieren.
  • Fassen wir also noch mal zusammen:
    • Es geht beim Essay um die weitgehende
    • und zugleich anregende Klärung
    • eines Sachverhalts
    • auf möglichst originelle, anspruchsvolle Weise.
  • Näheres und ein Beispiel finden sich auf der Seite:
    https://textaussage.de/essay-charakteristik-graf-kleist-marquise

Fiktionale Texte – oder auch literarische Texte

  • Es handelt sich um ausgedachte Texte, die natürlich mit Elementen der Wirklichkeit spielen, aber sie neu zusammensetzen und ergänzen.
  • Dazu kommt, dass sie sich im Gegensatz zu Sachtexten nicht auf einen konkreten Sachverhalt beziehen und in ihm Funktion haben. Deshalb können literarische Texte grundsätzlich auch nicht veralten bzw. zu Quellen der Geschichte werden, sie sind von der Grundidee her genauso ewig wie ein griechischer Tempel oder eine antike Statue.
  • Zu den fiktionalen oder literarischen Texten gehören zum Beispiel Kurzgeschichten, Gedichte, aber auch ganze Romane oder Theaterstücke.
  • Immer muss man bei ihnen den Autor vom Werk unterscheiden.
  • Der Autor geht natürlich mit seinen Erfahrungen und Absichten in das Werk ein, aber am Ende ist es von der Idee her selbstständig.
  • Man muss fiktionale oder literarische Texte deshalb immer erst mal für sich nehmen.
  • Wenn man gleich den Autor mit einbezieht, kann es sein, dass man dem Text etwas unterschiebt, was dort gar nicht steht, was der Autor aber mal woanders gesagt hat. Vielleicht wollte er es hier nicht sagen oder hat einfach nicht daran gedacht.
  • Literatur ist allerdings auch Bestandteil der Geschichte. Wenn man also ein Werk mit seinem Autor und dessen Leben und Zeit in Verbindung bringt, betreibt man Literaturgeschichte, so wie man auch Technikgeschichte betreiben kann.
  • Übrigens: Spannend wird es, wenn man auf einem Buchcover die Bezeichnung „Roman“ findet und es dann doch fast nur um reale Personen geht, die nur ein bisschen verfremdet sind.
  • Grundsätzlich heißt das erst mal, dass der Autor möchte, dass dieses Buch als Roman verstanden wird. Wenn der aber dann sehr oder gar zu nahe an der Wirklichkeit ist, spricht man von einem „Schlüsselroman“ und kann natürlich von einem Gericht die Eigenschaft als Literatur aberkannt werden. Sonst könnte jeder auf diese Art und Weise Mitmenschen beschimpfen oder bloßstellen und versteckt sich hinter dem angeblichen Fiktions-Charakter.

 

Innerer Monolog

Der innere Monolog ist ein Baustein des Erzählens, d.h.: er taucht nur in Kurzgeschichten, Romanen und ähnlichen Texten auf.

Ein Roman könnte zum Beispiel so beginnen.
Als er aufwachte, merkte er zu seinem Entsetzen, als er auf die alte Wanduhr blickte, dass es schon 8:15 Uhr war und um 8:00 Uhr begann die Klassenarbeit. Oh Gott, nicht schon wieder. Ich brauche diese Arbeit unbedingt. Wenn ich jetzt losfahre, bin ich frühestens um 8:45 Uhr da. Das wird nichts mehr. Was mache ich nur? Dann fiel sein Blick auf den Festplattenrekorder unter dem Fernseher. Der stand auf 7:15 Uhr. Oh Gott, die Erlösung. Die sollen bloß nicht Sommer und Winterzeit abschaffen. Manchmal ist es doch wirklich gut, dass es sowas gibt. Jetzt nichts wie rein in die Klamotten, schnell noch was zum beißen auf die Hand mitnehmen und dann raus zum Bus.

Dazu noch eine kleine Ergänzung:

Wenn man zum Beispiel einen Inneren Monolog schreiben soll, in dem der Physiker Möbius aus Dürrenmatts Drama „Die Physiker“ über die Ermordung seiner Freundin Monika nachdenkt, dann ist das erst mal sehr heikel, denn in Theaterstücken gibt es nur Monologe, aber keine inneren Monologe. Die bekäme nämlich keiner von den Zuschauern mit.

Aber stellen wir uns vor, das Stück würde zu einem Roman umgeschrieben, dann könnte es einen solchen inneren Monolog natürlich geben.

Allerdings muss man da sehr aufpassen, dass man sich wirklich in die Figur und ihre Gedanken versetzt. Die sind nämlich höchstwahrscheinlich nicht geordnet, sondern entwickeln sich spontan, stoßweise.

An einer Stelle kann man das Besondere sehr schön deutlich machen:

In einem inneren Monolog würde man an dieser Stelle nicht den Namen Monika verwenden, denn Namen sind nur was für andere, zur Information oder Anrede:

“Jetzt bin ich also auch ein Mörder, klar, es musste sein, wenn ich aber daran denke, mit welchen Augen sie mich angeschaut hat …“ da würde man nie Marion sagen, das ist wirklich eine Information für andere, hier also funktionslos.

Intention, siehe „Aussage“ weiter oben

Rollenbiografie

  • Eine Rollenbiografie ist die Vorstellung einer Figur und zwar durch sich selbst – eigentlich müsste es also „Rollen-Autobiografie“ heißen.
  • Im Deutschunterricht wird das häufig mit einer Charakteristik oder sogar einer Personenbeschreibung verwechselt.
  • Dabei geht es doch mehr darum, das Wesen und die Rolle einer Figur aus dem Stück zum Beispiel herauszuarbeiten.
  • Näheres findet sich auf der folgenden Seite:

https://www.einfach-gezeigt.de/fachbegriff-rollenbiografie

 

Sonett

Gedichtform mit vier Strophen – besonders im Barock beliebt, aber auch in anderen Epochen zu finden.

  • Zwei Quartette – mit jeweils vier Verszeilen
  • Zwei Terzette – mit jeweils drei Verszeilen.
  • Häufig enthalten die Quartette eine Situationsbeschreibung
  • und die Terzette ziehen darauf die Konsequenz.

Thema: Was ist das und wie erkennt und formuliert man es?

Wir beantworten diese Fragen im Folgenden mal am Beispiel der Kurzgeschichte „Fenstertheater“ von Ilse Aichinger:

https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/aichinger-ilse-das-fenstertheater/

Das Wesentliche dort ist der folgende Abschnitt:

Themen der Kurzgeschichte

  • Ein Thema ist ja immer eine Frage- oder Problemstellung.
  • In dieser Geschichte gibt es mehrere Themen:
    • Zum einen um die Frage, wie Menschen mit ihrer Einsamkeit umgehen.
    • Dann um die Frage, wie sehr in den Menschen ein Voyeur steckt, also jemand, der besonders interessiert ist an außergewöhnlichen oder sogar schrecklichen Dingen – wie etwa einem Autounfall, den er gleich fotografiert.
    • Es geht aber auch um die Frage, wie Menschen andere positiv beeinflussen können, so wie es hier der alte Mann mit dem Kleinkind macht.
    • Wahrscheinlich gibt es noch mehr mögliche Themen, also Fragen, auf die die Geschichte eine antwort gibt.

Versschlüsse bzw. Kadenzen

Ein schönes Beispiel für die Bedeutung der Frage, ob eine Verszeile mit einer Hebung, also einer betonten Silbe, oder auf einer Senkung, also einer unbetonten Silbe endet, findet sich in dem Barockgedicht von Sibylla Schwarz mit dem Titel „Auf die / so durch Reisen wollen berühmet werden“.
Männlicher Versschluss: „Jetzt ist mir alles klar.“ = xXxXxX
Weiblicher Versschluss: „Ich bin mit dir gegangen“ = xXxXxXx
Genauer vorgestellt wird das auf der folgenden Seite:
https://www.einfach-gezeigt.de/sibylla-schwarz-auf-die-so-durch-reisen

 

 

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