Arbeitsliste: Kennzeichen des Sturm und Drang (ca. 1765–1785)
- Geniekult
Das schöpferische Individuum gilt als höherer Maßstab als gesellschaftliche Regeln oder Konventionen. - Gefühl vor Vernunft
Emotion, Spontaneität und innere Wahrheit haben Vorrang vor rationaler Abwägung (Abgrenzung zur Aufklärung). - Rebellion gegen Autoritäten
Eltern, Kirche, Staat: alle äußeren Zwänge werden kritisch gesehen oder offen abgelehnt. - Natur als Spiegel des Inneren
Natur dient nicht der Beschreibung, sondern drückt innere Zustände und seelische Erregung aus – wild, dynamisch, ursprünglich. - Leidenschaftlicher Ausdrucksstil
Kraftvolle Sprache, Ausrufe, Ellipsen, starke Metaphorik – oft ungebändigt und drängend. - Freiheitspathos
Politisch wie seelisch wird Freiheit als Ideal beschworen. Der Einzelne soll sich „entfalten“ dürfen. - Kritik an gesellschaftlichen Normen
Ständegesellschaft, Heuchelei, Zwangsehen, Erziehungsmuster – vieles wird hinterfragt oder provokativ umgedreht. - Jugendideal und Selbstfindung
Junge Heldinnen und Helden sind typisch – im Kampf um Identität, Authentizität und Lebensentwürfe. - Originalgenie statt Regelpoetik
Ablehnung der poetischen Einrichtungen (z. B. der französischen Regelpoetik); Kunst soll „natürlich“ und subjektiv sein. - Kraftmensch und intensives Erleben
Figuren handeln extrem, oft grenzüberschreitend, weil sie ihr Leben in „Fülle“ und „Sturm“ gestalten wollen. - Musikalität und Rhythmuswechsel(optional als Zusatzpunkt)
Häufiger Wechsel zwischen ruhigen und eruptiven Passagen; auch in Gedichten spürbare emotionale „Dynamik“.