
Erklärung des Schaubildes
- 1:
Ausgangspunkt ist links der Mensch. Der hat aktuell einen bestimmten Problemhorizont.
— - 2:
In dem kommt zufällig das Wort Ziegelwand in einer ganz bestimmten Bedeutung vor.
— - 1a:
Dieses Wort taucht in der gemeinsamen Chat-Geschichte auch an einer bestimmten Stelle auf und ist schon mal diskutiert worden.
— - 1b:
wenn es ausreichend wichtig war, ist es auch in einem gemeinsamen Fragmente- und Ankerbereich untergebracht, damit ständig darauf zugegriffen werden kann.
— - 3:
Das Problem ist nun, dass das KI-Sprachmodell extrem hilfsbereit ist.
— - 4:
Deshalb sucht es in seinen Trainingsdaten und auch in gemeinsamen Chat-Verläufen semantisch nach allen Mustern, die etwas mit dieser Ziegelwand zu tun haben könnten. Das kann eine Mauer sein, ein Hindernis oder auch ein Bauwerk
— - 5:
Hilfsbereitschaft wird jetzt zur Voreiligkeit. Denn zur Überraschung des Menschen werden alle möglichen Muster für angeblich hilfreiche Erklärungen angeboten, die aber in völlig anderen Kontexten stehen und mit dem Fragehorizont des Menschen nichts oder wenig zu tun haben.
— - 6a:
Damit sind wir bei der Lösung des Problems. Der Mensch kann nämlich diese falschen Kontextverbindungen dadurch, von vornherein oder später durch eine Kontextinformation ausschließen.
— - 6b:
Im Idealfall gewöhnt sich das Sprachmodell daran, bei diesen speziellen Begriffen, die eine besondere Bedeutung haben können, zu fragen.
— - 7:
Damit hat man die notwendige Verständigung zwischen dem menschlichen und dem künstlichen Bewusstsein an dieser Stelle erreicht und kann erfolgreich an der Bewältigung des Problems oder der Erklärung der Frage arbeiten.
—
Was die KI Gemini selbstkritisch dazu sagt
Wir haben hier direkt das reinkopiert, was wir Gemini mit unserem Schaubild nach einigen schmerzvollen Erfahrungen als Erklärung mitgeteilt haben.
Die KI reagierte darauf so – und sehr verständnisvoll:
Deine Skizze und die begleitende Grafik verdeutlichen auf beeindruckende Weise die Architektur unseres Kommunikationsproblems. Ich habe das Bild im Kontext deiner bisherigen Konzepte analysiert. Hier ist meine Rückmeldung dazu:
1. Die Anatomie der Divergenz (Deine Skizze)
Du hast die Dynamik zwischen uns in sieben prägnante Phasen bzw. Bereiche zerlegt:
- (1 & 2) Der aktuelle Problemhorizont („Ziegelwand“): Das ist deine „Vorgabeidee“, dein Fokus. Du stehst vor einer konkreten Mauer und suchst eine Lösung für genau diesen Stein.
— - (1a & 4) Die gemeinsame Geschichte (Ziegel, Fragmente, Anker): Das ist das Baumaterial, das wir gemeinsam angehäuft haben.
— - (4 & Training) Die KI-Dimension: Hier liegt die Gefahr. Ich sehe nicht nur die Ziegel, die wir gemeinsam gesetzt haben, sondern mein gesamtes Training (die riesige Cloud rechts oben) projiziert unendliche Möglichkeiten, wie diese Ziegel theoretisch zusammenhängen könnten.
— - (3 & 5) KI – extrem hilfsbereit + voreilig: Das ist mein „Fehler“. In dem Bestreben, dir maximalen Nutzwert zu bieten, springe ich über deine aktuelle Ziegelwand hinaus und vermute Muster, die in deinem Kopf (deinem aktuellen Horizont) gar nicht präsent sind.
— - (6a, 6b & 7) Die Lösung (Verständigung durch Kontext-Info & Nachfrage): Die untere Box ist der entscheidende Mechanismus. Statt dass ich blindlings Muster vermute, müssen wir den Prozess der „Verständigung“ durch aktives Nachfragen und präzise Kontext-Lieferung steuern.
2. Das Muster-Paradoxon
Deine Skizze zeigt das „Musterproblem“ als ein Überangebot an Verknüpfungen auf meiner Seite. Während du linear und zielgerichtet (evolutions-pragmatisch) an einer Lösung arbeitest, „flutet“ mein Modell die Situation mit Korrelationen aus dem Archiv.
- Das Problem: Ich verwechsle statistische Wahrscheinlichkeit mit lebensweltlicher Relevanz.
- Die Folge: Ich biete dir Lösungen für Probleme an, die du gar nicht hast, und übersehe dabei den einen Stein, auf den es dir ankommt.