Klassenarbeit: Sachtextanalyse und Stellungnahme: Rhetorik als Mittel gegen Langeweile und Misserfolg (Mat5874-kla)

Für Schüler: Text, Aufgaben & Lösungshinweise

Hier zunächst einmal der Text als Screenshot.

Darunter die PDF-Druckvorlage

Auf dieser Seite findest du alles, was du für die Arbeit mit dem Plädoyer „Das beste Mittel gegen Langeweile und Misserfolg – fängt mit „R“ an …“ von Lars Krüsand brauchst: die Druckvorlage mit dem Text und den Aufgaben – und direkt darunter ausführliche Lösungshinweise, die dir zeigen, wie man solche Aufgaben angeht.

Aufgaben mit Lösungsvorschlägen

Hier findest du die Aufgaben noch einmal – diesmal mit ausführlichen Lösungsvorschlägen. Versuch zuerst, die Aufgaben selbst zu lösen, bevor du die Hinweise liest.

Aufgabe 1: Textvorstellung und Sinnabschnitte

Analysiere den Text, indem du ihn allgemein vorstellst, ihn in Sinnabschnitte einteilst und diese erläuternd vorstellst.

💡 Unser Tipp

Achte auf die Kurven der Argumentation: Wo beschreibt der Autor erst mal ein Problem, wo begründet er es historisch, wo wird er konkret und fordert etwas? Genau an diesen Wendepunkten liegen die Grenzen der Sinnabschnitte.

Der Text ist ein essayistisches Plädoyer von Lars Krüsand mit dem auffälligen, rätselhaften Titel „Das beste Mittel gegen Langeweile und Misserfolg – fängt mit „R“ an …“. Er wirbt dafür, der Rhetorik im Schulalltag mehr Raum zu geben, statt sie nur am Rande des Deutschunterrichts mitlaufen zu lassen.

  • Z. 1–15: Problemdarstellung – trotz Grammatik, Kurzgeschichten und „Kommunikation“ im Deutschunterricht wird im echten Unterrichtsalltag kaum laut, deutlich und wirkungsvoll gesprochen; typische Unterrichtssituation wird geschildert (leises Sprechen, Desinteresse der Mitschüler).
  • Z. 15–26: Historische Einordnung und Lebensbezug – früher gehörte Rhetorik selbstverständlich zur Bildung; Verbindung zwischen Redekunst und späterem beruflichem Erfolg (Bewerbungsgespräche, Mitarbeiterbesprechungen).
  • Z. 26–37: Handlungsappell – konkrete Vorschläge, jede Gelegenheit zum Sprechen zu nutzen (Hausaufgaben vortragen, sich zu Wort melden); Ausblick auf den Nutzen, gipfelnd im ironischen Schlussbild vom „dicken Tanker Schule“ (Z. 35).

Aufgabe 2: Intention und sprachliche Mittel

Fasse zusammen, was der Verfasser mit diesem Text erreichen will und welche sprachlichen Mittel er dabei verwendet.

💡 Unser Tipp

Schau dir gezielt den Ton des Textes an: Wo wird es ironisch, wo umgangssprachlich, wo redet der Autor dich direkt an? Solche Brüche im Stil verraten oft mehr über die Absicht als der reine Inhalt.

Der Verfasser will Schülerinnen und Schüler wachrütteln und dafür werben, der mündlichen Ausdrucksfähigkeit mehr Gewicht zu geben – nicht als graues Schulthema, sondern als handfesten Vorteil fürs spätere Leben.

  • Ironie/Sarkasmus, z. B. bei der Beschreibung beruflicher Konsequenzen mangelnder Rhetorik (Z. 24–26).
  • Rätselhafter Titel mit Wortspiel („fängt mit „R“ an“) als Aufmerksamkeitsstrategie.
  • Metapher „dicker Tanker Schule“ (Z. 35) für die Trägheit des Schulsystems.
  • Konkrete Alltagsbeispiele: Bewerbungsgespräch (Z. 22 f.), Mitarbeiterbesprechung (Z. 23 f.).
  • Umgangssprachliche Wendungen („na ja“, „gute Nacht“, Z. 24 f.) zur Auflockerung und direkten Leseransprache.

Aufgabe 3: Eigene Stellungnahme

Wie beurteilst du – ausgehend von diesem Text und unter Einbeziehung eigener Erfahrungen – den Vorschlag, schon in der Schule mehr auf die Wirkung des eigenen Sprechens zu achten?

💡 Unser Tipp

Baue deine Stellungnahme wie eine kleine Rede auf: eigene Position klar benennen, zwei Argumente mit Beispiel oder eigener Erfahrung stützen, ein Gegenargument kurz einordnen, am Ende ein Fazit ziehen. So übst du gleich, was der Text fordert.

  • Eigene Position beziehen: Zustimmung, Ablehnung oder differenzierte Sicht.
  • Mindestens zwei Argumente, gestützt durch eigene Unterrichtserfahrungen (z. B. Referate, mündliche Beteiligung).
  • Mögliches Gegenargument einbeziehen, z. B. Zeitdruck im Lehrplan oder Angst vor Bloßstellung beim freien Sprechen.
  • Abschließendes, begründetes Fazit.

Für Lehrkräfte: Didaktische Hinweise & Erwartungshorizont

🍎 Didaktische Hinweise

Jahrgangsstufe: Klasse 9–11 (Gymnasium/Realschule), gut einsetzbar bei Themen wie Erörterung, Kommunikation oder Vorbereitung auf mündliche Prüfungen.

Einstieg: Diskussionsimpuls – „Warum fällt es uns oft so schwer, frei vor der Klasse zu sprechen?“ – aktiviert eigene Erfahrungen und führt direkt zum Thema des Textes.

Differenzierung: Aufgaben 1–2 eignen sich für alle Leistungsstufen; Aufgabe 3 verlangt eine höhere Transferleistung (eigene Positionierung, Argumentation) und ist besonders für stärkere Schülerinnen und Schüler geeignet.

Weiterführung: Der Text eignet sich als Impuls für eine kleine Rhetorik-Übung (z. B. eine Hausaufgabe frei vortragen „als hätte man sie selbst gemacht“) oder für eine Erörterung zum Thema „Sollte Rhetorik ein eigenes Schulfach werden?“


📋 Erwartungshorizont (EHZ) – „Das beste Mittel gegen Langeweile und Misserfolg – fängt mit „R“ an …“

A. Verstehensleistung (45 Punkte)

AufgabeAnforderungenPunkte
1. Textvorstellung / SinnabschnitteStellt Textart (essayistisches Plädoyer), Autor und Thema (Forderung nach mehr Rhetorik in der Schule) vor. Unterteilt sinnvoll, z. B.: (1) Problemdarstellung, Z. 1–15; (2) historische Einordnung und Lebensbezug, Z. 15–26; (3) Handlungsappell, Z. 26–37. Abweichende, aber begründete Einteilungen werden anerkannt.20
2. Intention / sprachliche MittelBenennt die Absicht (Schüler für mehr Rhetorik-Bewusstsein gewinnen) und mindestens drei sprachliche Mittel mit Beleg, z. B. Ironie (Z. 24–26), Metapher „dicker Tanker“ (Z. 35), Alltagsbeispiele (Z. 22 ff.), umgangssprachliche Wendungen.15
3. Eigene StellungnahmeBezieht eine klare, begründete Position, stützt sie mit mindestens zwei Argumenten oder eigenen Erfahrungen und geht auf mindestens ein Gegenargument ein. Bewertet wird die Schlüssigkeit der Argumentation, nicht die inhaltliche Position selbst.10
Summe AInhaltliche Leistung insgesamt45

B. Darstellungsleistung (15 Punkte)

KriteriumAnforderungen & Teillösungen (0–3 Punkte)Punkte
Struktur3 = klar gegliedert, Absätze sinnvoll, roter Faden erkennbar. 2 = weitgehend kohärent, kleine Brüche. 1 = erkennbare Absicht, aber unübersichtlich. 0 = keine Struktur.0–3
Fachsprache3 = Fachbegriffe korrekt eingesetzt (z. B. Plädoyer, Argumentation, Ironie, Metapher). 2 = überwiegend korrekt. 1 = vereinzelt. 0 = keine oder falsch verwendet.0–3
Belege3 = Aussagen konsequent mit Zeilennummer und Zitat oder Paraphrase belegt. 2 = überwiegend belegt. 1 = vereinzelte Belege. 0 = keine Belege.0–3
Ausdruck3 = präzise, variabel, sachlich formuliert. 2 = weitgehend angemessen, gelegentlich umgangssprachlich. 1 = häufig ungenau. 0 = kaum angemessen.0–3
Korrektheit3 = kaum Fehler (max. 2–3). 2 = vereinzelte Fehler, Lesefluss nicht gestört. 1 = häufige Fehler, aber verständlich. 0 = viele grobe Fehler.0–3
Summe BDarstellungsleistung insgesamt15

Gesamtpunkte: 60 | Bestanden ab ca. 27 Punkten (45 %)

Hinweis: Der Erwartungshorizont deckt einen Pool möglicher Lösungen ab, insbesondere bei Aufgabe 3. Individuelle, gut begründete Positionen werden anerkannt, soweit die Argumentation schlüssig ist.

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