Heimito von Doderer, „Das Verhängnis“ (Mat3050-ddv)

Handgezeichnetes Männchen mit Sprungtuch als Wegweiser zum Inhaltsverzeichnis

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Inhaltsverzeichnis

  1. Worum es geht: eine Kürzestgeschichte mit Haken
  2. Wo man den Text findet
  3. Die Geschichte Schritt für Schritt
  4. Vergleich mit Schiller – und kreative Antworten
  5. Weitere Infos, Tipps und Materialien

Worum es geht: eine Kürzestgeschichte mit Haken

Eine junge Frau, ein netter junger Mann, eine harmlose Frage nach dem Beruf – und schon ist alles vorbei. Heimito von Doderer braucht nur wenige Sätze, um zu zeigen, wie schnell ein Vorurteil eine Begegnung beendet.

Besonders reizvoll: Der Erzähler spielt offen mit den Erwartungen des Lesers. Und der Schluss erinnert an eine berühmte Ballade von Schiller. Wer danach Lust bekommt, selbst weiterzuschreiben, findet weiter unten unsere eigene Antwort auf diese Geschichte.

Wo man den Text findet

Der Text ist leicht zu finden. Zwei Möglichkeiten:

Die Geschichte Schritt für Schritt

  1. Die Geschichte beginnt wie eine normale Kurzgeschichte: Die Hauptfigur wird ohne Namen, aber mit einigen charakteristischen Kennzeichen vorgestellt. Man kann als Leser den Eindruck haben, dass es hier um die Selbsteinschätzung einer jungen Frau geht:
    „Sie war jung, sie war hübsch und drall, gesund und froh.“
  2. Dann mischt sich der Erzähler ein, indem er einen möglichen Gedanken des Lesers präsentiert:
    „Nun gut, aber irgendein Haken wird dabei sein, sonst wäre ja keine Geschichte daraus geworden.“
  3. Anschließend wird genauer auf ihre berufliche Tätigkeit eingegangen – aber so, dass die Auflösung des im Titel angedeuteten Texträtsels dem Schluss vorbehalten bleibt.
  4. Es folgt die kurze Beschreibung der Annäherung zwischen der jungen Frau und einem möglichen Partner.
  5. Zum Eklat kommt es, als der junge Mann sie fragt, welchen Beruf sie denn ausübe.
  6. Der Frau ist es zwar unangenehm, mit der Wahrheit herauszurücken: Sie arbeitet als Toilettenfrau, eine Tätigkeit, die die meisten Menschen mit Naserümpfen zur Kenntnis nehmen. Aber sie ist offen und versucht nicht, darum herumzureden.
  7. Es kommt, wie man es vermuten kann: Der Mann verabschiedet sich mit dem Hinweis, dass das für ihn nicht „geht“, also für eine Beziehung nicht akzeptabel sei.

Vergleich mit Schiller – und kreative Antworten

Ein Schluss, den man schon einmal gehört hat

Der letzte Satz klingt für den einen oder anderen sicher so, als habe man ihn schon einmal gehört. Hier hilft Googeln – und schon ist man bei Schillers Ballade „Der Handschuh“. Dort verlässt ein junger Ritter seine Verehrerin allerdings aus einem ganz anderen Grund.

Sich einen anderen Schluss ausdenken

Reizvoll ist es sicher, sich einen anderen Schluss auszudenken. Wie das bei der Ballade „Der Handschuh“ aussehen könnte, zeigen diese beiden Beispiele:

Ganz neu: unsere eigene Antwort auf Doderer

Und wenn die Toilettenfrau nicht einfach zurückbleibt? In unserer Kurzgeschichte „Hinterausgang“ wird eine junge Germanistin, die am Hauptbahnhof putzt, von einem Geschäftsmann von oben herab behandelt. Sie antwortet nicht mit Rache, sondern mit einer Geschichte – und diesmal gehört die Pointe ihr.

  • Anders Freistein, „Hinterausgang“ – eine Kurzgeschichte als Frustbewältigung
    https://textaussage.de/anders-freistein-hinterausgang
    Die vollständige Geschichte, Abschnitt für Abschnitt erklärt – mit Ideen zum Vergleich mit Doderer und zum eigenen Weiterschreiben.

Weitere Infos, Tipps und Materialien

Weitere Infos, Tipps und Materialien