KiMia Tivag, Sind wir immer noch Steinzeitmenschen? (Mat1929-ins)

Müssen wir uns infragestellen? Nicht die Steinzeitmenschen!

Wer sich fragt, ob die Menschheit nicht in unserer Zeit an einem gefährlichen Wendepunkt steht …
für den ist der folgende Text sicher hilfreich.

  • KiMIA heißt für uns, dass wir eine KI wie Google Gemini gerne nutzen – vor allem für die Datensammlung.
  • Aber das Ergebnis wird von unseren Fragen und Formulierungen bestimmt.
  • Dabei interessiert uns hier nur der historische Blick – als Historiker muss man sich von aktuellen politischen Einschätzungen möglichst fern halten – sonst verliert man den notwendig sachlichen Blick auf Ereignisse und Entwicklungen.
  • Der Text verkündet keine Weisheiten, hat keinen Wahrheitsanspruch. Er will nur ein Impuls sein, um sich selbst mit den Fragen und Ideen zu beschäftigen.

Schauen wir uns den Text nun einfach mal an:

Hier zunächst ein Screenshot für den schnellen Blick

Dann eine PDF-Vorlage für Interessierte

Mat1929-ins HP KiMia Freistein, Sind wir immer noch Steinzeitmenschen

… und schließlich der komplette Text hier in der Browser-Darstellung.

KiMia Freistein

Sind wir immer noch Steinzeitmenschen?

Wenn wir heute die Welt betrachten, beschleicht uns ein beunruhigender Verdacht: Die glänzende Fassade unserer Zivilisation, die wir über Jahrzehnte für ein unerschütterliches Fundament hielten, erweist sich als dünner, als wir dachten. Wir beobachten, wie mühsam errungene Regeln des Miteinanders – das Völkerrecht, die Berechenbarkeit, der Schutz des Schwächeren – mit einer fast archaischen Leichtigkeit beiseitegeschoben werden.

Aus anthropologischer Sicht müssen wir uns eingestehen: Die Software in unseren Köpfen hat sich seit der Steinzeit kaum verändert. Unser Gehirn ist immer noch darauf programmiert, in Stressmomenten auf Macht, Territorium und den Schutz der eigenen Gruppe zu reagieren. Die Welt zwischen 1945 und 1990, die zumindest uns hier im westlichen Europa wie ein „relatives Paradies“ erschien, war vielleicht weniger eine evolutionäre neue Stufe als vielmehr ein historischer Glücksfall – eine Zeit, in der der Kontext so stabil war, dass unsere steinzeitlichen Reflexe schlichtweg nicht „virulent“ werden mussten.

Doch diese Erkenntnis ist kein Grund zur Resignation. Wenn die letztlich immer scheinbare „Sicherheit der Begriffe“, wie Edmund Husserl sie nannte, wankt, dann ist das die Stunde der Besinnung auf das Wesentliche. Es ist der Moment, in dem wir die Arroganz der großen Weltentwürfe ablegen und uns dem zuwenden, was in unserem direkten Wirkungskreis liegt.

Hier treffen wir auf Goethe, der uns in seinem Gedicht „Das Göttliche“ den zeitlosen Kompass für stürmische Zeiten hinterlassen hat:

„Edel sei der Mensch, / Hilfreich und gut! / Denn das allein / Unterscheidet ihn / Von allen Wesen, / Die wir kennen.“

Goethe wusste bereits, dass die Natur und das Schicksal „unfühlend“ sind – die Sonne scheint über Gute und Böse, und das Glück trifft den Schuldigen wie den Unschuldigen. Der Mensch ist das einzige Wesen, das diesen blinden Kräften der Natur etwas entgegensetzen kann: die Fähigkeit zu wählen, zu richten und das Gute bewusst zu tun.

Wir können die großen tektonischen Verschiebungen der Weltpolitik nicht aufhalten. Aber wir können uns weigern, die Erosion der Werte in unsere eigene Lebenswelt einziehen zu lassen. Edel, hilfreich und gut zu sein, ist keine politische Strategie, sondern ein täglicher Akt des Widerstands gegen die eigene Steinzeit-Natur.

Wenn wir im Kleinen das Nützliche und Rechte tun, dann machen wir die Welt vielleicht nicht im Ganzen heil, aber wir halten das Licht der Humanität an dem Ort brennend, an dem wir stehen. Das ist der wahre Evolutions-Pragmatismus, also die Fähigkeit praktisch mit der Evolution, also den großen Entwicklungen positiv umzugehen.

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