Für Schüler: Text, Aufgaben & Lösungshinweise
Auf dieser Seite findest du alles, was du für die Arbeit mit Der Held von Lars Krüsand brauchst: die Druckvorlage mit dem Text und den Aufgaben – und direkt darunter ausführliche Lösungshinweise, die dir zeigen, wie man solche Aufgaben angeht.
Hinweis zur Druckvorlage
Hier zunächst eine Vorschau, darunter die PDF-Datei.

Und hier die PDF-Datei.
Hier gibt es ein Video, in dem diese Kurzgeschichte in sieben Minuten vorgestellt wird.
Interessant vor allem, wenn es über eine schnelle Übersicht und ein entsprechendes Verständnis geht.
Hier die Dokumentation
https://textaussage.de/lese-scout-lankert-der-streber
Und hier der Link zum YouTube-Video.
https://youtu.be/VVzlnCy-aSo
Aufgaben mit Lösungsvorschlägen
Hier findest du die Aufgaben noch einmal – diesmal mit ausführlichen Lösungsvorschlägen. Versuch zuerst, die Aufgaben selbst zu lösen, bevor du die Hinweise liest.
Aufgabe 1: Inhaltsangabe
Verfasse zu der unten abgedruckten Geschichte eine Inhaltsangabe.
💡 Unser Tipp
Eine gute Inhaltsangabe nennt: Wer? Was? Warum? Wie endet es? – in zwei bis drei Sätzen, im Präsens, ohne Wertung. Beginne mit einer Einleitung, die Autor, Titel und Thema nennt, und fasse dann die wichtigsten Stationen der Handlung zusammen.
- In der Kurzgeschichte „Der Held“ von Lars Krüsand geht es um einen Schüler namens Jan, der sich auf einem Klassenausflug im Winter mit Lara, einer Mitschülerin, für die er sich interessiert, zu einem in der Nähe liegenden See entfernt hat.
- Als sie im Eis einbricht, will er nur Hilfe holen, rutscht dabei aus und fällt ebenfalls ins Wasser – kann sich aber mit ihr an einem abgebrochenen Ast einigermaßen über Wasser halten, bis beide gerettet werden.
- Da der Lehrer Jan für einen bewusst handelnden Lebensretter hält, wird er plötzlich als Held gefeiert – obwohl das alles purer Zufall war.
- Zum Problem wird das in der nächsten Schwimmstunde, als von ihm heldenhaftes Verhalten erwartet wird – er täuscht eine Fußverletzung vor, um dem Sprung vom Fünf-Meter-Turm zu entgehen.
- Als die Stimmung in der Klasse allmählich kippt, greift Jan zu einem unerwarteten Mittel: Er übernimmt für seinen Mitschüler Tim die Schuld an einem Missgeschick im Unterricht – und gewinnt so wieder das Ansehen, das er sich nicht wirklich verdient hatte.
Aufgabe 2: Merkmale der Kurzgeschichte
Erläutere, inwiefern und inwieweit es sich um eine Kurzgeschichte handelt.
💡 Unser Tipp
Denke an die typischen Merkmale der Kurzgeschichte: Wie beginnt der Text? Was wird uns nicht erklärt? Gibt es einen offenen Schluss? Schau dir gezielt den ersten Satz, die innere Handlung und das Ende an.
- Direkter Einstieg: Die Geschichte beginnt mitten im Geschehen – „Irgendwie war sie ausgerutscht“ (Z. 1). Wer „sie“ ist, wird nicht erklärt. Weder Ort noch Zeit werden zu Beginn genannt.
- Fokus auf einen Ausschnitt: Es geht um einen kurzen, bedeutsamen Moment in Jans Leben – einen „Ausriss“, der ihn sowohl nach hinten (Ruf als Feigling) als auch nach vorne (mögliche Konsequenzen) berührt.
- Innere Handlung / Erlebte Rede: Jan denkt in Z. 3–5 über seine Optionen nach, in Z. 28–31 überlegt er, ob er die Wahrheit sagen soll. Diese inneren Monologe sind typisch für die Kurzgeschichte.
- Offener Schluss: Die Geschichte endet mit Tims Worten „du bist wirklich ein Held“ (Z. 66–67) – aber was das für Jan langfristig bedeutet, bleibt offen. Hat er wirklich Heldenmut bewiesen – oder nur eine neue Lüge durch eine mutigere Tat ersetzt?
Aufgabe 3: Innere Handlung
Erkläre, was „innere Handlung“ ist, und zeige, wo es sie in dieser Geschichte gibt (mit Zeilenangabe).
💡 Unser Tipp
„Innere Handlung“ bedeutet: Was passiert im Kopf einer Figur? Also Gedanken, Überlegungen, Gefühle – Dinge, die man von außen nicht sieht. Suche gezielt nach Stellen, wo Jan denkt oder zweifelt, statt zu handeln.
Was ist innere Handlung? Bei innerer Handlung geht es um Entwicklungen und Aktivitäten, die in den Personen selbst stattfinden und nicht direkt nach außen sichtbar werden. Meistens handelt es sich um Gedanken, Überlegungen oder Gefühle – oft auch als erlebte Rede dargestellt.
Stellen im Text:
- Z. 3–5: Jan wägt ab, ob er Lara rausziehen soll – Überlegung als Vorstufe zu einer Entscheidung.
- Z. 15–18 (Klassenarbeit-Zählung: Z. 11–13): Selbstkritische Rückblende – warum haben sie sich überhaupt von der Gruppe entfernt? Jan erkennt im Nachhinein seinen Fehler.
- Z. 28–31: Jan denkt darüber nach, ob er die Wahrheit sagen soll – klassisches Dilemma zwischen Ehrlichkeit und Selbstschutz.
- Z. 33–36: Das Bild der „schiefen Ebene“ und des „Meers voller Ungewissheiten“ spiegelt Jans Bewusstsein wider, dass er in eine Rolle gerutscht ist, aus der er nicht einfach herauskommt.
- Z. 53–57: Jan fragt sich, ob Lara geredet hat – Rückblick auf das, was sie wirklich erlebt haben, mit wachsender Paranoia.
Aufgabe 4: Was zeigt die Geschichte?
Was zeigt die Geschichte? (Hier gibt es möglicherweise mehrere Antworten!)
💡 Unser Tipp
Überlege: Was lernt man über Menschen, Gruppen und den Umgang mit Wahrheit und Lüge? Denke auch daran, was der Titel „Der Held“ bedeutet – und ob Jan am Ende wirklich einer ist.
- Die Geschichte zeigt, wie schnell jemand durch besondere Umstände in eine falsche Rolle gedrängt werden kann – ohne aktiv gelogen zu haben.
- Sie zeigt den Druck, den soziale Erwartungen erzeugen: Wer einmal als Held gilt, muss immer Held sein.
- Außerdem wird ein Ausweg gezeigt, der selbst wieder problematisch ist: Jan rettet sich durch eine mutige, aber ethisch zweideutige Tat – er lügt, um gut dazustehen.
- Zugleich stellt die Geschichte die Frage, was „Heldenmut“ eigentlich ist: Manchmal entsteht echter Mut nicht im großen Moment, sondern im Kleinen – wenn man für jemand anderen einsteht.
Aufgabe 5: Offener Schluss – Wie könnte die Geschichte weitergehen?
Wie könnte die Geschichte weitergehen?
💡 Unser Tipp
Schau dir die letzten Zeilen genau an: Was ist noch nicht gelöst? Welche Figuren könnten wie reagieren? Nutze die Signale, die der Text selbst gibt – du erfindest nichts, du verlängerst den Text logisch.
- Jan könnte zunehmend mutiger werden und irgendwann die Wahrheit über den Seeunfall erzählen – aus eigenem Antrieb oder weil der Druck zu groß wird.
- Lara könnte das Gespräch mit Jan suchen, da sie weiß, was wirklich passiert ist – das könnte zu einer ehrlicheren Beziehung führen.
- Tim, dem Jan geholfen hat, könnte Jan als echten Freund gewinnen – und Jan entdeckt, dass echte Freundschaft kein „Heldenbild“ braucht.
- Ein anderer Mitschüler könnte herausbekommen, was wirklich am See passiert ist, und Jan unter Druck setzen – was dann zu einer offenen Auseinandersetzung führt.
Aufgabe 6: Jans Verhalten gegenüber dem Lehrer – eine Beurteilung
Wie beurteilst du Jans Verhalten gegenüber dem Lehrer, als er statt Tim die Verantwortung für den Vorfall übernimmt?
💡 Unser Tipp
Beurteilungsaufgaben verlangen, dass du beide Seiten zeigst. Überlege: Was spricht für Jans Entscheidung? Was dagegen? Am Ende kannst du deine eigene Meinung formulieren – gut begründet.
- Positiv gesehen: Jan handelt spontan und mutig – er schützt einen anderen, ohne eigenen Nutzen zu erwarten. Das ist eine echte solidarische Tat und zeigt, dass er durchaus Verantwortungsgefühl besitzt.
- Kritisch gesehen: Die Tat ist zugleich eine Lüge gegenüber dem Lehrer. Jan nutzt den Moment auch, um sein Ansehen zu retten – der Wunsch, als Held zu gelten, schwingt mit.
- Das eigentliche Dilemma: Jan kann kaum überall den Helden spielen. Die Lösung ist kurzfristig wirksam – langfristig holt ihn die Situation wahrscheinlich wieder ein.
- Eigene Meinung: Hier ist Raum für deine Einschätzung – was überwiegt für dich? Die mutige Geste oder die Unehrlichkeit?
Für Lehrkräfte: Didaktische Hinweise & Erwartungshorizont
🍎 Didaktische Hinweise
Jahrgangsstufe: Klasse 8 (Gymnasium/Realschule), gut einsetzbar als Klassenarbeit oder Übungsklausur zur Kurzgeschichte.
Einstieg: Diskussionsimpuls – „Warst du schon einmal in einer Situation, in der andere mehr von dir erwartet haben, als du leisten konntest?“ – aktiviert Vorwissen und erzeugt Neugier auf den Text.
Differenzierung: Aufgaben 1–3 eignen sich für alle Leistungsstufen; Aufgaben 4–6 verlangen höhere Transfer- und Urteilsleistungen und sind für stärkere Schülerinnen und Schüler besonders geeignet. Aufgabe 6 kann als freiwillige Zusatzaufgabe behandelt werden.
Weiterführung: Die Geschichte eignet sich hervorragend als Impuls für eine Erörterung zum Thema „Mut und Heldenmut – was ist das eigentlich?“ oder für kreatives Schreiben (Perspektivwechsel: Wie erlebt Lara die Situation am See?).
📋 Erwartungshorizont (EHZ) – Kurzgeschichte „Der Held“ von Lars Krüsand
A. Verstehensleistung (45 Punkte)
| Aufgabe | Anforderungen | Punkte |
|---|---|---|
| 1. Inhaltsangabe | Verfasst eine komprimierte Zusammenfassung im Präsens mit Einleitungssatz (Autor, Titel, Thema). Kernpunkte: Jan und Lara entfernen sich vom Klassenausflug zum See; Lara bricht ein, Jan rutscht ebenfalls ins Wasser, beide werden gerettet; Jan wird fälschlicherweise als Held gefeiert; er täuscht in der Schwimmstunde eine Verletzung vor; als die Stimmung kippt, übernimmt er für Tim die Schuld am zerbrochenen Glas und gewinnt so erneut Ansehen. Keine Wertung, kein wörtlicher Zitatersatz. | 10 |
| 2. Merkmale der Kurzgeschichte | Benennt: unvermittelter Einstieg ohne Namensnennung oder Erklärung des Kontexts (Z. 1), Fokus auf einen zentralen Konflikt, keine expliziten Orts- und Zeitangaben zu Beginn, offener Schluss. Ergänzend: erlebte Rede als Mittel der indirekten Figurencharakterisierung (z. B. Z. 28–31, Z. 33–36) – zeigt Jans innere Stimme ohne Erzählerkommentar. Abweichende, aber begründete Einteilungen werden anerkannt. | 8 |
| 3. Innere Handlung | Erklärt den Begriff korrekt: Gedanken, Gefühle, Überlegungen einer Figur, die nicht direkt nach außen sichtbar sind. Nennt und kommentiert mindestens drei der folgenden Textstellen: Z. 3–5 (Abwägen der Optionen), Z. 11–13 (selbstkritische Rückblende), Z. 28–31 (Überlegung, ob die Wahrheit gesagt werden soll), Z. 33–36 (Bild der schiefen Ebene / innere Orientierungslosigkeit), Z. 53–57 (Frage, ob Lara geredet hat, mit Rückblick). Zeilenangaben erforderlich; kurzer Kommentar zur Funktion erwünscht. | 10 |
| 4. Aussage / Was zeigt die Geschichte? | Benennt mindestens zwei der folgenden Aspekte: (a) Wie jemand durch Zufall in eine falsche Rolle gerät; (b) der Druck sozialer Erwartungen; (c) die Frage, was Heldenmut wirklich ist; (d) die Problematik des gewählten Auswegs (Lüge als Lösung). Stärkere Schüler erkennen die Ambivalenz: Jans abschließende Tat ist mutig und unehrlich zugleich. | 8 |
| 5. Offener Schluss / Weiterführung | Deutet das Ende als offen und ungelöst: Jan hat sich Luft verschafft, aber das eigentliche Problem (die Lüge über den See) besteht fort. Entwickelt mindestens eine plausible Fortsetzung mit Textbezug (z. B. Laras mögliche Reaktion, Tims neue Rolle, Jans wachsendes Selbstbewusstsein oder drohende Entlarvung). Kreative Weiterführungen, die die Textlogik respektieren, werden anerkannt. | 7 |
| 6. Beurteilung von Jans Verhalten | Zeigt beide Seiten: Pro – spontane Solidarität, echte Schutzleistung für Tim, möglicher Beginn echten Mutes. Contra – Lüge gegenüber dem Lehrer, eigennützige Komponente (Ansehen retten), keine nachhaltige Lösung. Formuliert eine eigene, begründete Position. Gut: Bezug auf konkrete Textstellen (Z. 62–66). | 12 |
| Summe A | Inhaltliche Leistung insgesamt | 55 |
B. Darstellungsleistung (15 Punkte)
| Kriterium | Anforderungen & Teillösungen (0–3 Punkte) | Punkte |
|---|---|---|
| Struktur | 3 = klar gegliedert, Absätze sinnvoll, roter Faden erkennbar. 2 = weitgehend kohärent, kleine Brüche. 1 = erkennbare Absicht, aber unübersichtlich. 0 = keine Struktur. | 0–3 |
| Fachsprache | 3 = Fachbegriffe korrekt eingesetzt (z. B. Protagonist, erlebte Rede, innere Handlung, offener Schluss, Kurzgeschichte). 2 = überwiegend korrekt. 1 = vereinzelt. 0 = keine oder falsch verwendet. | 0–3 |
| Belege | 3 = Aussagen konsequent mit Zeilennummer und Zitat oder Paraphrase belegt. 2 = überwiegend belegt. 1 = vereinzelte Belege. 0 = keine Belege. | 0–3 |
| Ausdruck | 3 = präzise, variabel, sachlich, durchgehend Präsens. 2 = weitgehend angemessen, gelegentlich umgangssprachlich. 1 = häufig ungenau oder Tempuswechsel. 0 = kaum angemessen. | 0–3 |
| Korrektheit | 3 = kaum Fehler (max. 2–3). 2 = vereinzelte Fehler, Lesefluss nicht gestört. 1 = häufige Fehler, aber verständlich. 0 = viele grobe Fehler. | 0–3 |
| Summe B | Darstellungsleistung insgesamt | 15 |
Gesamtpunkte: 70 | Bestanden ab ca. 32 Punkten (45 %)
Hinweis: Der Erwartungshorizont deckt einen Pool möglicher Lösungen ab. Individuelle, gut begründete Deutungsansätze werden anerkannt, soweit sie am Text nachweisbar sind.
Weitere Infos, Tipps und Materialien
- Wie interpretiert man Kurzgeschichten schnell und sicher?
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