Wichtig: Bei Entscheidungen auf die Umstände achten
Die Kurzgeschichte macht deutlich, dass es nicht darauf ankommt, wieviel Angst man vor einer Aufgabe hat.
Wichtig ist, dass man jemanden findet, der einem hilft, den richtigen Blick für die eigenen Fähigkeiten zu bekommen.
Gezeigt wird das am Beispiel eines Referendars, der sich den Anforderungen der Lehrerausbildung nicht gewachsen fühlt, aber eigentlich schon alles richtig macht und kann.
Hier ein paar Vorab-Infos
Worum geht es in der Geschichte?
Ein stark verunsicherter Lehreranwärter, Mark Zwollich, zweifelt aufgrund des hohen Leistungsdrucks und der strengen Aufsicht durch seinen Fachleiter an seiner Eignung für den Lehrberuf, bis ihm durch seine Schwester seine eigenen Stärken und Erfolge bewusst gemacht werden.
Inhaltsangabe mit Handlungsstationen:
- Ausgangssituation:
Der Lehreranwärter Mark Zwollich leidet unter starkem Stress und Schlafentzug, da er intensiv an der Vorbereitung einer Unterrichtsstunde für die Klasse 8a gearbeitet hat. Er fühlt sich von seinem kritischen Fachleiter unter Druck gesetzt und hadert mit der Entscheidung, ob er den Beruf aufgeben soll, was er humorvoll mit einer Anspielung auf Peter Bichsel verbindet.
— - Auslösendes Ereignis:
Auf dem Weg zur Schule und im Schulalltag erhält Mark positive Bestätigung: Er wird freundlich von Schülern begrüßt, da er ihnen klargemacht hat, dass Lehrer auch Menschen sind, und der Klassensprecher Tim äußert, dass sie ihn Dr. Harkort vorziehen. Zudem bedankt sich der Fachvorsitzende Guido Bockhorst bei Mark dafür, dass er spontan ein Referat übernommen hat.
— - Zuspitzung:
Marks Anspannung verstärkt sich, als sein Fachleiter die Besprechung der „Besuchsstunde“ und die Verkündung der Zwischennote kurzfristig verschieben muss, was die Ungewissheit verlängert. Später gerät er in einen Konflikt, da er das Wochenende für die Unterrichtsvorbereitung benötigt, aber sein Fußballteam ihn dringend für ein Spiel braucht, weil er die beste Spielübersicht hat. Er sagt schließlich zu.
— - Konsequenz / Ausgang:
Zu Hause angekommen, schildert Mark seiner psychologiekundigen Lieblingsschwester Nadja seinen Frust. Anstatt seine Ängste zu bestätigen, notiert Nadja die positiven Aspekte seines Tages („Mag Literatur“, „Ist beliebt“, „springt ein“, „hat Plan“) und konfrontiert ihn damit, dass er sich nur auf seine Schwächen konzentriert hatte. Mark erkennt, dass er sich die Antwort auf seine Berufsfrage selbst gegeben hat, bedankt sich erleichtert und schlägt einen gemeinsamen Kinobesuch vor.
Was zeigt die Geschichte?
Die Geschichte zeigt die zentrale Erfahrung, dass Selbstzweifel und die Fixierung auf wahrgenommene Schwächen die positiven Rückmeldungen, die im Alltag durch eigenes Engagement und Erfolg gesammelt werden, überlagern können.
Was kann man mit der Geschichte anfangen?
Der Text eignet sich hervorragend als Diskussions- oder Reflexionsanlass über Themen wie Berufseinstieg, Selbstwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung, Stressbewältigung oder die Rolle des Referendariats. Er kann als Kontrast zu Texten dienen, die nur negative Erfahrungen im Schulalltag darstellen, da die Geschichte einen positiven Ausweg durch Perspektivwechsel bietet.
Markante Textstelle:
„Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Er war den ganzen Tag auf seine angeblichen Schwächen und Ängste konzentriert gewesen und hatte gar nicht seine Stärken mitbekommen.“
Schaubild

Anmerkungen zum Schaubild:
Das Schaubild zeigt zunächst die große Spannung zwischen den Selbstzweifeln und dem großen Ziel. Die Besuchsstunde als Bestandteil der offiziellen Ausbildung ist hier nur zum Teil eine Hilfe, weil der Referendar doch ziemlich allein gelassen wird und das Ergebnis zu lange offen bleibt.
Umso wichtiger sind die Dinge, auf die die Schwester aufmerksam macht: die Liebe zur Literatur (für einen Deutschlehrer sicher sehr wichtig), ein gutes Verhältnis zu Schülern, Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung bzw. Engagement und schließlich ein Überblick, der auch Führungsqualitäten mit einschließt.
So führen also die realen Erlebnisse des Tages zum Ziel – weniger die Formalität der Ausbildung.
Der Text der Kurzgeschichte mit Aufgaben
Wir präsentieren die Kurzgeschichte zunächst als Vorschaubild, dann zum Ausdrucken als Download.
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