Markus Reiter, Das langsame Sterben des Kommas – (Mat825-lsk)

Das Verschwinden des Kommas – Inhaltsbeschreibung eines Sachtextes und Stellungnahme

Im Folgenden geht es um einen Text, der am 1.8.2011 in der Stuttgarter Zeitung veröffentlicht worden ist.

Wir haben ihn hier gefunden.

Damit unsere Inhaltsbeschreibung und Stellungnahme besser nachvollzogen werden kann, haben wir hier eine Fassung erstellt, die nur die wichtigsten Zitat-Stellen sichtbar macht – und damit auch das Urheberrecht beachtet.

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Kommentar, der am 1.8.2011 um 17:29 Uhr auf die Internetseite der Stuttgarter Zeitung gestellt worden ist.

In dem Text geht es um das langsame Verschwinden des Kommas in der Schriftsprache und eine Beurteilung dieses Phänomens.

In den Zeilen 1-10 wird ein Wandel beschrieben, der in der Schriftsprache im Laufe des zwölften Jahrhunderts einsetzte. Im Unterschied zu früher wurden jetzt Sätze und Nebensätze mit Satzzeichen gegliedert. Außerdem wurden Punkte und Fragezeichen verwendet. In dem Zusammenhang wurden auch die Anführungszeichen erfunden, die heute für die Kennzeichnung von Zitaten verwendet werden. Insgesamt wird dies in der Wissenschaft als ein Wechsel von einer Zeit der „schriftlichen MündlichkeitW“ hin zu einer der „mündlichen Schriftlichkeit“ betrachtet. (vgl. 7-9)

In den Zeilen 11-18 wird dann auf den Vorteil dieser Satzzeichen verwiesen. Die „Satzmelodie“ (12) , die von einem Sprecher ganz natürlich verwendet wird, wird so zumindest angedeutet. Interessant ist das Beispiel, dass deutlich macht, wie ein unterschiedlich gesetztes Komma sogar die Aussage und den Sinn eines Satzes verändern kann. (vgl. 14-18)

Ab Zeile 20 wird dann versucht, den Rückgang der Verwendung von Kommas zu erklären. Verwiesen wird auf das Phänomen, dass heute ganz schnell Botschaften digital versendet werden, die nicht mehr als Schriftsprache betrachtet werden, sondern als Verschriftlichung dessen, was man sonst gesagt hätte. 

Ab Zeile 25 wird darauf eingegangen, dass das Komma gewissermaßen „das erste Opfer“ (19) ist. Dieser Rückgang habe sich allerdings auch auf Texte wie Briefe und sogar Schulaufsätze ausgeweitet. In einem nächsten Schritt wird dann auch darauf hingewiesen, dass die Rechtschreibung immer weniger eine Rolle spielt. Auch werde zum Teil inzwischen konsequent klein geschrieben.

Ab Zeile 32 wird dann eine Beurteilung der Entwicklung versucht. Was die Klage über den Niedergang einer Kulturtechnik angeht oder sogar des Anfangs vom Ende der abendländischen Schriftkultur wird das durchaus zugestanden. Dem wird aber entgegengesetzt, dass Menschen heute viel mehr schreiben als früher. Den Schluss bildet dann die Überlegung, dass durch das Internet hier nur etwas sichtbar werde, was auch im Verborgenen schon vorhanden gewesen sei.

Stellungnahme:

Der Text ist aus drei Gründen interessant.

Zunächst einmal bekommt man einen Eindruck von den Veränderungen, die es im Laufe der Geschichte beim Schreiben gegeben hat. Mich erinnert das an eine Quelle, die wir im Geschichtsunterricht im Original gesehen habe. Dabei war auffällig, dass dort auf vieles bei der Schreibweise keine Rücksicht genommen wurde, die wir heute für selbstverständlich halten.

Der zweite interessante Punkt ist die Erklärung der Veränderung. Man versteht so besser, welche Hintergründe es für solch einen Wandel gibt.

Am Ende wird das Schicksal des Kommas auch mit der Rechtschreibung verbunden und die These vertreten, dass das Internet nur ein Phänomen deutlicher hervor treten lasse, was es angeblich vorher auch schon gab. Damit widerspricht der Verfasser in gewisser Weise seiner vorherigen Erklärung, wo das Internet ja gerade diese Veränderungen ausgelöst haben soll.