Roman „Heimsuchung“ – 20 Fragen zur Abi-Vorbereitung (Mat8630-vt1-5-fua)

  • Wir haben uns überlegt, wie wir uns am ehesten auf dieses Abitur-Thema vorbereiten würden.
  • Es bringt natürlich nicht allzu viel, sich immer wieder die gleichen Videos anzuschauen.
  • Besser ist es, in einen Frage-Antwort-Modus zu gehen.
  • Also haben wir die wichtigsten inhaltlichen Elemente der fünf Basis-Videos entsprechend ausgewertet.
  • Wir werden dazu auch noch ein Video erstellen.Da kann man dann direkt nach der Frage: Die Pausentaste betätigen. Dann überlegt man sich die Antwort und vergleicht sie nachher mit dem, was wir hier vorgeschlagen haben.

1. Was ist das Besondere am Prolog des Romans?

  • Video 1 (03:26):
  • Vergleich mit einem Besuch im Naturkundemuseum
  • Rückblick auf 24.000 Jahre Erdgeschichte
  • Entstehung eines Sees, der später wieder vergehen wird
  • Thema der Vergänglichkeit und „Verwüstung“ (Desertifikation)

2. Welche Rolle nimmt die Figur des Gärtners im Roman ein?

  • Video 1 (04:51):
  • Mythische Figur ohne Namen; scheint „schon immer da“ gewesen zu sein, verschwindet am Ende des Romans aber auch einfach wieder.
  • Fähiger Handwerker, besitzt selbst keinen Grund und Boden
  • Wohnt in einer verlassenen Jachthütte.

3 Warum wird die Situation der Bauerntochter Emma als problematisch dargestellt?

  • Video 1 (06:31):
  • Sie übernimmt die Rolle des männlichen Erben (Nachfolger des Vaters), da kein Sohn da ist
  • In der damaligen Zeit eigentlich unvorstellbar – zumindest nicht in der Öffentlichkeit.
  • Eine solche Frau wurde für Männer damals uninteressant, da sie nicht dem herkömmlichen Frauenbild entsprach.

4. Was symbolisiert die Umwandlung des Waldes in einen Garten?

  • Video 2 (03:10):
  • Bändigung der Wildnis durch den Menschen
  • Wiesen werden zur „Bühne für die Selbstdarstellung“
  • Zusammenhang zur „Verwüstung“ aus dem Prolog

5. Warum drohen dem Architekten in der DDR-Zeit fünf Jahre Haft?

  • Video 2 (03:51):
  • Er hat gewissermaßen kapitalistische „Eigeninitiative“ beim Bau für den Staat gezeigt.
  • Durch den Kauf von Baumaterialien im Westen verstieß er gegen Regeln in einem System der Planwirtschaft und erweckte gewollt oder ungewollt den Eindruck der Überlegenheit der westlichen Marktwirtschaft.

6. Wie kam der Architekt in den Besitz des Badehauses?

  • Video 2 (05:30):
  • Kauf von einer jüdischen Familie zur Hälfte des eigentlichen Wertes
  • Rechtfertigung: Er habe damit deren Ausreise finanziert.

7. Wie wird das Schicksal der jüdischen Eltern des Tuchfabrikanten geschildert?

  • Video 2 (09:20):
  • Deportation und Ermordung in einem Gaswagen (frühe Form der Vernichtung, bevor die Gaskammern der Konzentrationslager in Betrieb genommen wurden)
  • Drastische Schilderung mit „furchterregender Sachlichkeit“ ohne Mitleid im Text.
    Hier ist eine kritische Anmerkung möglich. Denn diese Beschreibung ist auf Menschen bezogen, die realen historischen Personen entsprechen – und hier könnte man auch Grenzen sehen in einer Beschreibung aus der Fantasie heraus.

8. Warum wird das Haus für die Frau des Architekten zum „Gehege“?

  • Video 2 (11:43):
  • Ihr eigentlicher Lebensraum war die Zirkuswelt (Seiltänzerin/Dompteurin)
    „Seiltänzerin wollte sie werden oder Dompteurin, […] ihr ganzes Leben lang immer nur lachen und reisen, […] immer und ewig auf Tournee.“
  • Sie hat „niemals geglaubt, daß eines der größten Abenteuer darin bestehen könnte, geheiratet zu werden.“ Statt die Welt zu bereisen, führt sie eine eintönige bürgerliche Existenz
  • Das Haus begrenzt ihre Träume vom Abenteuer. Jetzt bleibt ihr nur noch nach der Verabschiedung der Gäste auf der Terrasse zu sitzen, „mit Blick auf den See“. „Gern würde sie bis in alle Ewigkeit einfach so sitzen.“

9. Durch welchen Umstand wird das versteckte jüdische Mädchen (Doris) entdeckt?

  • Video 3 (05:25):
  • Sie muss im Schrank urinieren
  • Eine Urinspur läuft aufgrund des schrägen Bodens unter dem Schrank nach außen.
  • Damit wird deutlichin welchem Ausmaß die Normalität des Lebens gestört ist und jederzeit Tod und Vernichtung drohen.

10. Was ist das Besondere an der Begegnung zwischen der Frau des Architekten und dem russischen Offizier?

  • Video 3 (07:13):
  • Einvernehmlicher Sex in einem Schrank während der Besatzungszeit
    Im Roman heißt es eindeutig am Ende:
    „Es fehlt nicht viel, und sie würde ihn mit einem kleinen Klaps auf den Po zum Schrank hinausschieben, wie eine Mutter, die ihr Söhnchen auf den Weg zur Schule verabschiedet.“
  • Für die Frau ist es ein „Loch in der Ewigkeit“ ihrer sonst langweiligen Existenz

11. Welches Heimatverständnis vertritt die Schriftstellerin?

  • Video 3 (09:21):
  • Deutschland ist für sie kein Land mehr
  • Ihre Heimat ist die gesamte Menschheit

  • 12. Video 4 (02:35): Was verbindet das Ehepaar der „Unterpächter“ miteinander?
  •     ◦ Das gemeinsame Segeln
  •     ◦ Sie müssen dabei nicht viel reden; Segeln wird als „Dienst“ verstanden

13. Welches Kindheitserlebnis prägt den „Kinderfreund“ und die Enkelin der Schriftstellerin?

  • Video 4 (05:43):
  • Sie beobachten aus einem Versteck heraus eine Vergewaltigung
  • Mögliche Auswirkung auf ihren späteren Umgang mit Sexualität

13. Welches Kindheitserlebnis prägt den „Kinderfreund“ und die Enkelin der Schriftstellerin?

  • Video 4 (05:43):
  • Sie beobachten aus einem Versteck heraus eine Vergewaltigung
  • Mögliche Auswirkung auf ihren späteren Umgang mit Sexualität

15. Welches Detail weckt das Interesse der Makler-Kundschaft am Haus?

  • Video 4 (10:25):
  • Der Hinweis, dass der Architekt Mitglied der Gruppe um Albert Speer (Germania-Projekt) war

16. Was geschieht im Epilog des Romans?

  • Video 4 (11:50):
  • Detaillierte Beschreibung des Abrisses des Hauses
  • Die Landschaft wird für einen Moment wieder „sie selbst“ (Natur kehrt zurück)

17. Welche zwei Bedeutungen hat der Titel „Heimsuchung“ im Kontext des Romans?

  • Video 5 (03:11):
  • Suche nach einem Heim/Heimat und Identität
  • Heimgesucht werden von Schicksalsschlägen, Krieg und Verlust

18. Wie lässt sich die Erzähltechnik des Romans beschreiben?

  • Video 5 (10:43):
  • Nüchterner, distanzierter und fast mitleidloser Stil
  • Wechselnde Erzählhaltungen (auktorial bis Bewusstseinsstrom)

19. Was ist laut Video die „eigentliche Aussage“ des Romans hinsichtlich der Menschheit?

  • Video 5 (14:53):
  • Minimalisierung der Menschheit im Vergleich zu kosmischen Zeiträumen
  • Menschliches Leid ist individuell groß, aber im großen Naturprozess bedeutungslos

20. Welcher humanistische Gegenentwurf wird am Ende vorgeschlagen?

  • Video 5 (21:09):
  • Vergleich mit Goethes Gedicht „Das Göttliche“
  • Der mitleidlosen Natur die Forderung „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ entgegensetzen
  • Nur der Mensch kann heilen und retten, nicht die Natur