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Schlagwort: Schwester (Seite 1 von 2)

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 19: Erleichterung der Familie

19. Abschnitt: Die Familie fühlt sich befreit und lebt auf

Wir nehmen hier den Textausschnitt als Basis, der in der Form auf der folgenden Seite zu finden ist:
https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa016.html

Überblick über den Inhalt und die wichtigsten Textstellen

  • „Sie beschlossen, den heutigen Tag zum Ausruhen und Spazierengehen zu verwenden; sie hatten diese Arbeitsunterbrechung nicht nur verdient, sie brauchten sie sogar unbedingt.“
  • „Die Bedienerin stand lächelnd in der Tür, als habe sie der Familie ein großes Glück zu melden, werde es aber nur dann tun, wenn sie gründlich ausgefragt werde. Die fast aufrechte kleine Straußfeder auf ihrem Hut, über die sich Herr Samsa schon während ihrer ganzen Dienstzeit ärgerte, schwankte leicht nach allen Richtungen. »Also was wollen Sie eigentlich?« fragte Frau Samsa, vor welcher die Bedienerin noch am meisten Respekt hatte. »Ja«, antwortete die Bedienerin und konnte vor freundlichem Lachen nicht gleich weiter reden, »also darüber, wie das Zeug von nebenan weggeschafft werden soll, müssen Sie sich keine Sorge machen. Es ist schon in Ordnung.« Frau Samsa und Grete beugten sich zu ihren Briefen nieder, als wollten sie weiterschreiben; Herr Samsa, welcher merkte, daß die Bedienerin nun alles ausführlich zu beschreiben anfangen wollte, wehrte dies mit ausgestreckter Hand entschieden ab. Da sie aber nicht erzählen durfte, erinnerte sie sich an die große Eile, die sie hatte, rief offenbar beleidigt: »Adjes allseits«, drehte sich wild um und verließ unter fürchterlichem Türezuschlagen die Wohnung.“
  • „»Abends wird sie entlassen«, sagte Herr Samsa, bekam aber weder von seiner Frau, noch von seiner Tochter eine Antwort, denn die Bedienerin schien ihre kaum gewonnene Ruhe wieder gestört zu haben. Sie erhoben sich, gingen zum Fenster und blieben dort, sich umschlungen haltend. Herr Samsa drehte sich in seinem Sessel nach ihnen um und beobachtete sie still ein Weilchen. Dann rief er: »Also kommt doch her. Laßt schon endlich die alten Sachen. Und nehmt auch ein wenig Rücksicht auf mich.« Gleich folgten ihm die Frauen, eilten zu ihm, liebkosten ihn und beendeten rasch ihre Briefe.
    • Es ist bezeichnend, dass der Rest der Familie jetzt nichts anderes im Sinn hat, als sich zu erholen. Kein Gedanke an den toten Sohn, Trauer wahrscheinlich nur in dem Maße, was man von außen für üblich hält. Letztlich sind sie nicht weit von dem entfernt, was die Bedienerin mit Gregors Resten gemacht hat.
    • Sehr beziehungsreich ist die Bitte des Vaters, jetzt die alten Sachen doch beiseite zu legen. Mehr hat er für Gregor, der ihm immerhin eine lange Zeit ein angenehmes Leben verschafft hat – auf eigene Kosten, nicht übrig.
    • Stattdessen wird eine neue Form scheinbar wohltuender Gemeinschaft präsentiert, hinter der aber nicht viel stecken dürfte, wenn einem der drei übrig geblieben etwas Ähnliches passieren sollte wie Gregor.
    • Übrigens eine schöne Anregung, um die Geschichte anders enden zu lassen.
      Zum Beispiel könnte die Mutter einen Schwächeanfall erleiden und die Tochter könnte sich genauso von ihr abwenden wie von Gregor, nur mit dem Unterschied, dass sie jetzt gar nicht erst versucht, sich um ihre Mutter noch etwas zu kümmern. Denn sie hat ja erlebt, dass es am Ende nichts bringt, und könnte das auch zynisch formulieren und dann von sich aus ihren schönen Körper der Welt präsentieren.
    • Nicht ganz klar ist, warum die Restfamilie die Bedienerin jetzt entlassen will, offensichtlich meint man, sie nicht mehr zu brauchen. Deutlich geworden ist ja, dass sie für die Familie durchaus eine Zumutung darstellt. Außerdem will man ja sowieso in eine neue, kleinere Wohnung umziehen.
    • Was auch geklärt werden könnte, wäre die der erstaunliche Hinweis des Erzählers, dass die Bedienerin vor der Mutter mehr Achtung hat als vor allen anderen.
  • Der letzte Absatz …
    • erklärt dann, warum man die Bedienerin jetzt entlassen kann. Denn die Familie will sich eine neue, kleinere Wohnung besorgen und schließt auch in dem Bereich mit dem Kapitel Gregor endgültig ab.
    • Ansonsten wird ein neues Familienglück präsentiert, das vor allem aus Erleichterung besteht.
    • Am deutlichsten ist die Perspektive in Richtung Zukunft der Tochter. Deren Verwandlung ist jetzt insofern abgeschlossen, als sie sich dem für die Zeit Kafkas typischen nächsten Entwicklungsschritt für eine junge Frau zuwenden kann, nämlich der Heirat.
    • Hier könnte man einen alternativen Schluss fortsetzen, bei dem auch Grete später auf dieselbe Härte trifft, die sie am Ende Gregor zugefügt hat.
    • Konkrete Anregung: Möglich wäre zum Beispiel am Ende ein Nachtrag, der aus drei Absätzen besteht. In jedem dieser Absätze bekommen die anderen Personen das, was Schiller in seiner Theatertheorie als eine Art Bühnengericht sich vorstellt.

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 17: Gregor soll als „Untier“ weg

17. Abschnitt:

Wir nehmen hier den Textausschnitt als Basis, der in der Form auf der folgenden Seite zu finden ist:
https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa016.html

Überblick über den Inhalt und die wichtigsten Textstellen

  1. Gregor erwartet nach der Kündigung der Zimmerherrn einen erneuten Angriff des Vaters.
  2. Die Schwester spricht von Gregor jetzt bereits als von einem Untier und will nur noch, dass es entfernt wird.
    „»Liebe Eltern«, sagte die Schwester und schlug zur Einleitung mit der Hand auf den Tisch, »so geht es nicht weiter. Wenn ihr das vielleicht nicht einsehet, ich sehe es ein. Ich will vor diesem Untier nicht den Namen meines Bruders aussprechen, und sage daher bloß: wir müssen versuchen, es loszuwerden. Wir haben das Menschenmögliche versucht, es zu pflegen und zu dulden, ich glaube, es kann uns niemand den geringsten Vorwurf machen.«
  3. Auf die Frage des Vaters, was man denn genau tun solle, zeigt die Schwester, wie man die Realität einfach auf den Kopf stellen kann:
    • „»Weg muss es«, rief die Schwester, »das ist das einzige Mittel, Vater. Du musst bloß den Gedanken loszuwerden suchen, dass es Gregor ist. Dass wir es solange geglaubt haben, das ist ja unser eigentliches Unglück. Aber wie kann es denn Gregor sein? Wenn es Gregor wäre, er hätte längst eingesehen, dass ein Zusammenleben von Menschen mit einem solchen Tier nicht möglich ist, und wäre freiwillig fortgegangen. Wir hätten dann keinen Bruder, aber könnten weiter leben und sein Andenken in Ehren halten.“
    • Die Radikalität der Schwester im Umgang mit dem Schicksal Gregors verschärft sich hier schon bis hin ins Lächerliche hinein. Denn den Verzicht Gregors auf die Rechte als Familienmitglied als Voraussetzung dafür zu nehmen, dass er sich dann noch menschlich verhalten würde, ist schon ein starkes Stück.
  4. Bei Gregor fällt auf, wie defensiv er an seine Situation heran geht. Es ist und bleibt ein ständiges Nachgeben.
  5. Am Ende wird er in Ruhe gelassen, wahrscheinlich, weil man jetzt weiß, dass es mit ihm in der jetzigen Situation bald ein Ende haben wird.

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 16: Violinienspiel der Schwester – Kündigung der Zimmerherrn wegen Gregor

16. Abschnitt: Violinenspiel der Schwester und Kündigung der Zimmerherrn, als sie Gregor sehen

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https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa016.html

Überblick über den Inhalt und die wichtigsten Textstellen

  • Die Schwester spielt den Zimmerherren vor.
  • „Die Schwester bereitete alles ruhig zum Spiele vor; die Eltern, die niemals früher Zimmer vermietet hatten und deshalb die Höflichkeit gegen die Zimmerherren übertrieben, wagten gar nicht, sich auf ihre eigenen Sessel zu setzen; der Vater lehnte an der Tür, die rechte Hand zwischen zwei Knöpfe des geschlossenen Livreerockes gesteckt; die Mutter aber erhielt von einem Herrn einen Sessel angeboten und saß, da sie den Sessel dort ließ, wohin ihn der Herr zufällig gestellt hatte, abseits in einem Winkel.“
    • In diesem Abschnitt werden zwei Elemente oder auch Momente der Erzählung gegenübergestellt.
    • Mit dem Violinenspiel von Gregors Schwester, das ja vorher schon mal als Planung für ein besseres Leben, eine Rolle gespielt hat, ist es der Hinweis auf die Möglichkeiten eines selbstbestimmten Lebens.
    • Demgegenüber stehen die realen Verhältnisse, besonders krass ausgedrückt durch den Verzicht auf das Recht, sich im eigenen Haus auch auf die eigenen Stühle setzen zu können.
    • Interessant auch der Hinweis, dass die Unterwürfigkeit der Familie auch damit zusammen hängt, dass sie bisher keine Erfahrungen im Umgang mit solchen Zimmer Herren gesammelt haben.
  • Interessant die Reaktion Gregors auf das Spiel:
  • „Gregor hatte, von dem Spiele angezogen, sich ein wenig weiter vorgewagt und war schon mit dem Kopf im Wohnzimmer. Er wunderte sich kaum darüber, dass er in letzter Zeit so wenig Rücksicht auf die andern nahm; früher war diese Rücksichtnahme sein Stolz gewesen.

Und dabei hätte er gerade jetzt mehr Grund gehabt, sich zu verstecken, denn infolge des Staubes, der in seinem Zimmer überall lag und bei der kleinsten Bewegung umherflog, war auch er ganz staubbedeckt; Fäden, Haare, Speiseüberreste schleppte er auf seinem Rücken und an den Seiten mit sich herum; seine Gleichgültigkeit gegen alles war viel zu groß, als dass er sich, wie früher mehrmals während des Tages, auf den Rücken gelegt und am Teppich gescheuert hätte. Und trotz dieses Zustandes hatte er keine Scheu, ein Stück auf dem makellosen Fußboden des Wohnzimmers vorzurücken.

    • Ein wichtiges Signal ist zunächst einmal, dass Gregor die wohl übergroße Rücksicht auf andere fallen lässt.
    • Das zweite wichtige Signal ist der noch größer gewordene Kontrast zwischen dem Schmutz im Zimmer oder im Körper Gregors auf der einen Seite und der Makellosigkeit des Restes der Wohnung.
    • Aber Gregor folgt dem, was für ihn im Augenblick wichtig ist.
  • „Allerdings achtete auch niemand auf ihn. Die Familie war gänzlich vom Violinspiel in Anspruch genommen; die Zimmerherren dagegen, die zunächst, die Hände in den Hosentaschen, viel zu nahe hinter dem Notenpult der Schwester sich aufgestellt hatten, so daß sie alle in die Noten hätten sehen können, was sicher die Schwester stören mußte, zogen sich bald unter halblauten Gesprächen mit gesenkten Köpfen zum Fenster zurück, wo sie, vom Vater besorgt beobachtet, auch blieben. Es hatte nun wirklich den überdeutlichen Anschein, als wären sie in ihrer Annahme, ein schönes oder unterhaltendes Violinspiel zu hören, enttäuscht, hätten die ganze Vorführung satt und ließen sich nur aus Höflichkeit noch in ihrer Ruhe stören.“
  • „Und doch spielte die Schwester so schön. Ihr Gesicht war zur Seite geneigt, prüfend und traurig folgten ihre Blicke den Notenzeilen. Gregor kroch noch ein Stück vorwärts und hielt den Kopf eng an den Boden, um möglicherweise ihren Blicken begegnen zu können. War er ein Tier, da ihn Musik so ergriff ? Ihm war, als zeige sich ihm der Weg zu der ersehnten unbekannten Nahrung.“
  • „Er war entschlossen, bis zur Schwester vorzudringen, sie am Rock zu zupfen und ihr dadurch anzudeuten, sie möge doch mit ihrer Violine in sein Zimmer kommen, denn niemand lohnte hier das Spiel so, wie er es lohnen wollte. Er wollte sie nicht mehr aus seinem Zimmer lassen, wenigstens nicht, solange er lebte; seine Schreckgestalt sollte ihm zum erstenmal nützlich werden; an allen Türen seines Zimmers wollte er gleichzeitig sein und den Angreifern entgegenfauchen; die Schwester aber sollte nicht gezwungen, sondern freiwillig bei ihm bleiben; sie sollte neben ihm auf dem Kanapee sitzen, das Ohr zu ihm herunterneigen, und er wollte ihr dann anvertrauen, dass er die feste Absicht gehabt habe, sie auf das Konservatorium zu schicken, und dass er dies, wenn nicht das Unglück dazwischen gekommen wäre, vergangene Weihnachten – Weihnachten war doch wohl schon vorüber? – allen gesagt hätte, ohne sich um irgendwelche Widerreden zu kümmern. Nach dieser Erklärung würde die Schwester in Tränen der Rührung ausbrechen, und Gregor würde sich bis zu ihrer Achsel erheben und ihren Hals küssen, den sie, seitdem sie ins Geschäft ging, frei ohne Band oder Kragen trug.
    • Nicht ganz klar ist die Bewertung des Spiels der Schwester. Gregor selbst ist ganz angerührt davon. Am ehesten dürfte wohl die Hypothese zu treffen, dass seine Interpretation des Verhaltens der Zimmerherrn wieder seiner negativen Grundeinstellung gegenüber sich selbst und seiner Familie entspricht.
    • Aber natürlich könnte es auch so sein, dass die Zimmerherrn tatsächlich nicht in der Lage sind, das Spiel der Schwester angemessen zu würdigen.
    • Interessant und eine gute Möglichkeit, den Deutschunterricht mal mit dem Biologieunterricht zu verbinden, ist die Frage, ob Tiere für Musik empfänglicher sind als Menschen.
    • Ansonsten fällt auf, wie Gregor sich völlig wirklichkeitsfremd eine gemeinsame Zukunft mit seiner Schwester in seinem Zimmer vorstellt.
    • Auch das ist letztlich wohl ein Zeichen für die immer größer werdende Diskrepanz zwischen realen und berechtigten inneren Wünschen und einer äußeren Wirklichkeit, die dafür keinen Spielraum gewährt.
    • Ganz nebenbei fällt noch auf, dass Gregor inzwischen jeden Zeitbezug verloren hat – er weiß nicht mal, ob Weihnachten schon vorüber ist.
  • „»Herr Samsa!« rief der mittlere Herr dem Vater zu und zeigte, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, mit dem Zeigefinger auf den langsam sich vorwärtsbewegenden Gregor. Die Violine verstummte, der mittlere Zimmerherr lächelte erst einmal kopfschüttelnd seinen Freunden zu und sah dann wieder auf Gregor hin.
  • Der Vater schien es für nötiger zu halten, statt Gregor zu vertreiben, vorerst die Zimmerherren zu beruhigen, trotzdem diese gar nicht aufgeregt waren und Gregor sie mehr als das Violinspiel zu unterhalten schien. Er eilte zu ihnen und suchte sie mit ausgebreiteten Armen in ihr Zimmer zu drängen und gleichzeitig mit seinem Körper ihnen den Ausblick auf Gregor zu nehmen.
  • Sie wurden nun tatsächlich ein wenig böse, man wusste nicht mehr, ob über das Benehmen des Vaters oder über die ihnen jetzt aufgehende Erkenntnis, ohne es zu wissen, einen solchen Zimmernachbar wie Gregor besessen zu haben.
  • Sie verlangten vom Vater Erklärungen, hoben ihrerseits die Arme, zupften unruhig an ihren Bärten und wichen nur langsam gegen ihr Zimmer zurück.
  • […]
  • Der Vater schien wieder von seinem Eigensinn derartig ergriffen, dass er jeden Respekt vergaß, den er seinen Mietern immerhin schuldete. Er drängte nur und drängte, bis schon in der Tür des Zimmers der mittlere der Herren donnernd mit dem Fuß aufstampfte und dadurch den Vater zum Stehen brachte. »Ich erkläre hiermit«, sagte er, hob die Hand und suchte mit den Blicken auch die Mutter und die Schwester, »dass ich mit Rücksicht auf die in dieser Wohnung und Familie herrschenden widerlichen Verhältnisse« – hierbei spie er kurz entschlossen auf den Boden – »mein Zimmer augenblicklich kündige. Ich werde natürlich auch für die Tage, die ich hier gewohnt habe, nicht das Geringste bezahlen, dagegen werde ich es mir noch überlegen, ob ich nicht mit irgendwelchen – glauben Sie mir – sehr leicht zu begründenden Forderungen gegen Sie auftreten werde.« Er schwieg und sah gerade vor sich hin, als erwarte er etwas. Tatsächlich fielen sofort seine zwei Freunde mit den Worten ein: »Auch wir kündigen augenblicklich.« Darauf faßte er die Türklinke und schloß mit einem Krach die Tür.“
    • Es kommt jetzt zum bereits erwarteten Eklat. Der sieht aber zunächst anders aus als beim Zusammenbruch der Mutter angesichts von Gregors neuem Erscheinungsbild. Gregor wird eher zunächst als eine Art Unterhaltungsgegenstand betrachtet, Der dem Violinenspiel vorgezogen wird.
    • Dann kommt aber doch, was kommen muss, nämlich der Auszug der drei Zimmerherren, der mit ziemlich dreisten Zusatzerklärungen verbunden wird.

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 15: Die Betreuerin und das Gerümpel

15. Abschnitt: Herabwürdigung durch die neue Bedienerin – Gregors Zimmer wird zur Abstellkammer

Wir nehmen hier den Textausschnitt als Basis, der in der Form auf der folgenden Seite zu finden ist:
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Überblick über den Inhalt:

  • Gregor wird durch eine neue Bedienerin gestört und herabwürdigend behandelt. Als er ihr zu nahe kommt, bedroht sie ihn mit einem Stuhl.
    • Auffallend sind hier zunächst einmal kritische Bemerkungen, was die Betreuung Gregors durch die Familie angeht.
    • Davon über geleitet wird zum Verhalten der neuen Betreuerin, die nicht nur nicht eingespannt wird, um Gregors Zimmer zu reinigen, sondern sie behandelt ihn auch herablassend, betrachtet und bezeichnet ihn als eine Art „Mistkäfer“.
    • Aufkommenden Widerstand dagegen beantwortest sie mit Gewalt Androhung
  • Gregors Zimmer wird immer mehr zur Rumpelkammer, sogar eine „Abfallkiste aus der Küche“ wird darin abgestellt.
  • Zufällig kann er sehen, wie das auf ähnliche Weise auch die Mutter und die Schwester erfahren, die „gespannt“ zusehen müssen, ob den Zimmerherren das Essen auch gefällt, um dann „aufatmend zu lächeln.“

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 14: Vernachlässigung, aber Betreuungstreit in der Familie

14. Abschnitt: Gregor wird vernachlässigt – Schwester will trotzdem Kontrolle über ihn behalten

Wir nehmen hier den Textausschnitt als Basis, der in der Form auf der folgenden Seite zu finden ist:
https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa014.html

Überblick über den Inhalt:

  1. Der Vater zeigt sich abends ziemlich hilfsbedürftig.
  2. Familie würde gerne in eine andere Wohnung ziehen, hat aber Angst vor Hoffnungslosigkeit
  3. Arme Familie muss angeblich schwer arbeiten, Gregors Wunde schmerzt, er wird allein gelassen.
  4. Gregors Schlaflosigkeit, möchte wieder die Familie versorgen, denkt an Vergangenheit, auch an Frauen, fühlt sich von denen allein gelassen
  5. Gregors Unzufriedenheit mit Essen, Sauberkeit, Vernachlässigung
  6. Schwester tut nichts für Gregor, verteidigt aber ihre Rolle dort -> Streit in der Familie, Gregor wütend darüber
  • „Sobald die Uhr zehn schlug, suchte die Mutter durch leise Zusprache den Vater zu wecken und dann zu überreden, ins Bett zu gehen […] Erst bis ihn die Frauen unter den Achseln faßten, schlug er die Augen auf, sah abwechselnd die Mutter und die Schwester an und pflegte zu sagen: »Das ist ein Leben. Das ist die Ruhe meiner alten Tage.« Und auf die beiden Frauen gestützt, erhob er sich, umständlich, als sei er für sich selbst die größte Last, ließ sich von den Frauen bis zur Türe führen, winkte ihnen dort ab und ging nun selbständig weiter, während die Mutter ihr Nähzeug, die Schwester ihre Feder eiligst hinwarfen, um hinter dem Vater zu laufen und ihm weiter behilflich zu sein.“
    • Hier taucht natürlich die spannende Frage auf, warum die Erzählung sich so lange mit dem Vater beschäftigt und hier vor allem mit dem Widerspruch seiner vorher gezeigten Stärke in der Uniform und seiner jetzigen Schwäche, verbunden mit Eigensinn.
    • Eine einfache Erklärung könnte sein, dass die positive Auswirkung der Uniform ein Anfangsphänomen war, das nicht lange angehalten hat. Der Vater merkt das auch und wehrt sich verständlicherweise gegen das, was er als Alterserscheinung und damit als Zeichen des Verfalls betrachtet.
    • Es gibt natürlich auch eine zweite mögliche These, nämlich die, dass es vor allen Dingen Aggressivität ist, die diesen Mann kurzzeitig stark erscheinen lässt. Was aber die normale Realität des Lebens angeht, sieht es ganz anders aus.
  • „Wer hatte in dieser abgearbeiteten und übermüdeten Familie Zeit, sich um Gregor mehr zu kümmern, als unbedingt nötig war? Der Haushalt wurde immer mehr eingeschränkt; das Dienstmädchen wurde nun doch entlassen; eine riesige knochige Bedienerin mit weißem, den Kopf umflatterndem Haar kam des Morgens und des Abends, um die schwerste Arbeit zu leisten; alles andere besorgte die Mutter neben ihrer vielen Näharbeit. […] Die größte Klage war aber stets, daß man diese für die gegenwärtigen Verhältnisse allzu große Wohnung nicht verlassen konnte, da es nicht auszudenken war, wie man Gregor übersiedeln sollte. Aber Gregor sah wohl ein, dass es nicht nur die Rücksicht auf ihn war, welche eine Übersiedlung verhinderte, denn ihn hätte man doch in einer passenden Kiste mit ein paar Luftlöchern leicht transportieren können; was die Familie hauptsächlich vom Wohnungswechsel abhielt, war vielmehr die völlige Hoffnungslosigkeit und der Gedanke daran, dass sie mit einem Unglück geschlagen war, wie niemand sonst im ganzen Verwandten- und Bekanntenkreis.“
    • Problematisierung der nur scheinbar verbesserten Situation im Bereich der Restfamilie wird hier vom Vater ausgeweitet auf alle drei. Man weiß nicht so genau, inwieweit Möglichkeit und Geldnot wirklich eine Rolle spielen oder ob Gregor sie nur zu sehen meint.
    • Aufschlussreich ist auf jeden Fall, wie deutlich dabei Gregor als Inbegriff des Unglücks für diese Familie angesehen wird. Seine früheren Leistungen werden in keiner Weise berücksichtigt.
    • Interessant, dass am Ende auch die Kombination aus Sorge vor Hoffnungslosigkeit und eine Art Opfergefühl die anderen Familien Mitglieder von einem Wohnungswechsel abhalten.
  • „Was die Welt von armen Leuten verlangt, erfüllten sie bis zum äußersten, der Vater holte den kleinen Bankbeamten das Frühstück, die Mutter opferte sich für die Wäsche fremder Leute, die Schwester lief nach dem Befehl der Kunden hinter dem Pulte hin und her, aber weiter reichten die Kräfte der Familie schon nicht. Und die Wunde im Rücken fing Gregor wie neu zu schmerzen an, wenn Mutter und Schwester, nachdem sie den Vater zu Bett gebracht hatten, nun zurückkehrten, die Arbeit liegen ließen, nahe zusammenrückten, schon Wange an Wange saßen; wenn jetzt die Mutter, auf Gregors Zimmer zeigend, sagte: »Mach‘ dort die Tür zu, Grete«, und wenn nun Gregor wieder im Dunkel war, während nebenan die Frauen ihre Tränen vermischten oder gar tränenlos den Tisch anstarrten.“
    • Der ganze Abschnitt ist wohl aus der Sicht Gregors verfasst.
    • Dementsprechend scheint er auch regelrecht mitzuleiden.
    • Der neu aufflammende Schmerz in der Wunde ist möglicherweise vor diesem Hintergrund zu verstehen.
    • Demgegenüber steht die Distanzierung von Gregor durch die Mutter am Schluss. Sie denkt wohl nur an sich und überlässt den Sohn seinem Schicksal in Dunkelheit.
  • „Die Nächte und Tage verbrachte Gregor fast ganz ohne Schlaf. Manchmal dachte er daran, beim nächsten Öffnen der Tür die Angelegenheiten der Familie ganz so wie früher wieder in die Hand zu nehmen; in seinen Gedanken erschienen wieder nach langer Zeit der Chef und der Prokurist, die Kommis und die Lehrjungen, der so begriffstützige Hausknecht, zwei, drei Freunde aus anderen Geschäften, ein Stubenmädchen aus einem Hotel in der Provinz, eine liebe, flüchtige Erinnerung, eine Kassiererin aus einem Hutgeschäft, um die er sich ernsthaft, aber zu langsam beworben hatte – sie alle erschienen untermischt mit Fremden oder schon Vergessenen, aber statt ihm und seiner Familie zu helfen, waren sie sämtlich unzugänglich, und er war froh, wenn sie verschwanden.“
    • Hier zeigt sich Gregors Reaktion – sein Helfer-Syndrom erwacht wieder und er will in seine alte Ich-opfere-mich-für-die-Familie-auf-Situation zurück. .
    • Besonders interessant ist, dass die Erinnerung an die Arbeit verbunden wird mit privaten Beziehungen.
    • Aber auch hier wird deutlich, dass es sich um nicht genutzte Chancen handelt, wie Gregor ja auch selbst zugibt.
    • Insgesamt macht dieser Absatz auf besondere Weise deutlich, was alles in diesem Leben schief gelaufen ist.
  • „Dann aber war er wieder gar nicht in der Laune, sich um seine Familie zu sorgen, bloß Wut über die schlechte Wartung erfüllte ihn, und trotzdem er sich nichts vorstellen konnte, worauf er Appetit gehabt hätte, machte er doch Pläne, wie er in die Speisekammer gelangen könnte, um dort zu nehmen, was ihm, auch wenn er keinen Hunger hatte, immerhin gebührte.
  • Ohne jetzt mehr nachzudenken, womit man Gregor einen besonderen Gefallen machen könnte, schob die Schwester eiligst, ehe sie morgens und mittags ins Geschäft lief, mit dem Fuß irgendeine beliebige Speise in Gregors Zimmer hinein, um sie am Abend, gleichgültig dagegen, ob die Speise vielleicht nur verkostet oder – der häufigste Fall – gänzlich unberührt war, mit einem Schwenken des Besens hinauszukehren.
  • Das Aufräumen des Zimmers, das sie nun immer abends besorgte, konnte gar nicht mehr schneller getan sein. Schmutzstreifen zogen sich die Wände entlang, hie und da lagen Knäuel von Staub und Unrat.
  • In der ersten Zeit stellte sich Gregor bei der Ankunft der Schwester in derartige besonders bezeichnende Winkel, um ihr durch diese Stellung gewissermaßen einen Vorwurf zu machen.
  • Aber er hätte wohl wochenlang dort bleiben können, ohne dass sich die Schwester gebessert hätte; sie sah ja den Schmutz genau so wie er, aber sie hatte sich eben entschlossen, ihn zu lassen.“
    • Zunächst ein Ansatz von Widerstand und Vertretung des eigenen Interesses.
    • Dem stehen zwei Absätze gegenüber, die das nachlassende Interesse und Engagement der Schwester zeigen.
    • Gregor versucht, dem entgegenzuwirken,
    • aber es ist hoffnungslos.
    • Hier wird deutlich, wie die Situation sich verändert: Zum einen meldet Gregor größere Ansprüche an.
    • Zum anderen tut die Schwester das genaue Gegenteil, sie vernachlässigt ihn.
  • „Dabei wachte sie mit einer an ihr ganz neuen Empfindlichkeit, die überhaupt die ganze Familie ergriffen hatte, darüber, dass das Aufräumen von Gregors Zimmer ihr vorbehalten blieb.
  • Einmal hatte die Mutter Gregors Zimmer einer großen Reinigung unterzogen, die ihr nur nach Verbrauch einiger Kübel Wasser gelungen war –
  • die viele Feuchtigkeit kränkte allerdings Gregor auch und er lag breit, verbittert und unbeweglich auf dem Kanapee –,
  • aber die Strafe blieb für die Mutter nicht aus.
  • Denn kaum hatte am Abend die Schwester die Veränderung in Gregors Zimmer bemerkt, als sie, aufs höchste beleidigt, ins Wohnzimmer lief und, trotz der beschwörend erhobenen Hände der Mutter, in einen Weinkrampf ausbrach,
  • dem die Eltern – der Vater war natürlich aus seinem Sessel aufgeschreckt worden – zuerst erstaunt und hilflos zusahen; bis auch sie sich zu rühren anfingen; der Vater rechts der Mutter Vorwürfe machte, dass sie Gregors Zimmer nicht der Schwester zur Reinigung überließ; links dagegen die Schwester anschrie, sie werde niemals mehr Gregors Zimmer reinigen dürfen;
  • während die Mutter den Vater, der sich vor Erregung nicht mehr kannte, ins Schlafzimmer zu schleppen suchte;
  • die Schwester, von Schluchzen geschüttelt, mit ihren kleinen Fäusten den Tisch bearbeitete;
  • und Gregor laut vor Wut darüber zischte, daß es keinem einfiel, die Tür zu schließen und ihm diesen Anblick und Lärm zu ersparen.“
    • Dieser Abschied macht deutlich, wie sehr die Situation um Gregor auch zu Streitigkeiten innerhalb der Familie.
    • Interessanterweise ist aber die Schwester die treibende Kraft, die immer mehr eine dominierende Position in der Familie einnehmen möchte.
    • Dem gegenüber kann es ja fast noch als positiv bezeichnet werden, dass die Mutter sich jetzt um Gregors Zimmer kümmert. Dabei fällt aber natürlich auf, dass dieser darunter eher leidet. Das hängt damit zusammen, dass man zwar einiges für ihn tun will, dies aber nicht wirklich mit Blick auf seine Bedürfnisse tut.
    • Am Ende steht Gregors Wut, dass er sich den Familienstreit mit ansehen muss. Er ist wohl sehr harmoniebedürftig.

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 13

13. Abschnitt: Der Apfelwurf als Höhepunkt der Aggression

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  • [Die Veränderung beim Vater, ausgehend von neuer beruflicher Tätigkeit]
    „Nun aber war er recht gut aufgerichtet; […] der Blick der schwarzen Augen frisch und aufmerksam […]  das sonst zerzauste weiße Haar war zu einer peinlich genauen, leuchtenden Scheitelfrisur niedergekämmt. Er warf seine Mütze, auf der ein Goldmonogramm, wahrscheinlich das einer Bank, angebracht war, über das ganze Zimmer im Bogen auf das Kanapee hin und ging, die Enden seines langen Uniformrockes zurückgeschlagen, die Hände in den Hosentaschen, mit verbissenem Gesicht auf Gregor zu.“

    • In diesem Abschnitt werden zwei Dinge deutlich: zum einen auf der Beschreibungsebene die Veränderungen, die sich beim Vater ergeben haben und die ganz offensichtlich verbunden sind mit  einer Zunahme von Aggressivität und erkennbarem Machtbewusstsein.
    • Zum anderen gibt es die Interpretationsebene, bei der man sich zum Beispiel die Frage gestellt haben kann, inwieweit diese äußerlich positiven Veränderungen beim Vater auch mit den Rollenattributen im Zusammenhang zu sehen sind, die hier ja hervorgehoben werden.

  • „Gregor staunte über die Riesengröße seiner Stiefelsohlen. Doch hielt er sich dabei nicht auf, er wusste ja noch vom ersten Tage seines neuen Lebens her, dass der Vater ihm gegenüber nur die größte Strenge für angebracht ansah. […]Und so lief er vor dem Vater her, stockte, wenn der Vater stehen blieb, und eilte schon wieder vorwärts, wenn sich der Vater nur rührte.  […] Allerdings mußte sich Gregor sagen, daß er sogar dieses Laufen nicht lange aushalten würde, denn während der Vater einen Schritt machte, musste er eine Unzahl von Bewegungen ausführen. Atemnot begann sich schon bemerkbar zu machen, wie er ja auch in seiner früheren Zeit keine ganz vertrauenswürdige Lunge besessen hatte. Als er nun so dahintorkelte, um alle Kräfte für den Lauf zu sammeln, […] da flog knapp neben ihm, leicht geschleudert, irgend etwas nieder und rollte vor ihm her. Es war ein Apfel; gleich flog ihm ein zweiter nach; Gregor blieb vor Schrecken stehen; ein Weiterlaufen war nutzlos, denn der Vater hatte sich entschlossen, ihn zu bombardieren.“
    • Auffallend ist hier die mit der Erscheinung des Vaters korrespondierende Wahrnehmung. Die Stiefel sind hier Ausdruck der Macht des Vaters und der von ihm ausgehenden potentiellen Gewalttätigkeit. Erinnert sei hier an die Lackstiefel des Prokuristen, wo es schon einmal eine ähnliche Situation gegeben hat.
    • Bemerkenswert ist auch, dass Gregor hier ganz eindeutig von seinem neuen Leben spricht. Das macht die Tiefe der Verwandlung sehr gut deutlich.
    • In einer Nebenbemerkung wird auch hier wieder deutlich, dass bei Gregor bei weitem auch im Vorfeld schon nicht alles so problemlos gelaufen ist, wie er sich das selbst ein redet beziehungsweise dem Leser vorgegeben worden ist (Atemnot/Lunge). Wer sich bei Kafka auskennt, kennt diese falsche Selbsteinschätzung der Figuren, wie sie sich zum Beispiel in der Parabel „Der Nachbar“ gleich am Anfang zeigt.
    • Der Absatz endet dann mit der körperlichen Aggression des Vaters, vermittelt durch einen Apfelwurf. Man könnte überlegen, warum hier gerade ein Apfel gewählt worden ist und ob das etwas mit dem Anfang der Bibel zu tun hat (Sündenfall),
  • „Aus der Obstschale auf der Kredenz hatte er sich die Taschen gefüllt und warf nun, ohne vorläufig scharf zu zielen, Apfel für Apfel. Diese kleinen roten Äpfel rollten wie elektrisiert auf dem Boden herum und stießen aneinander. Ein schwach geworfener Apfel streifte Gregors Rücken, glitt aber unschädlich ab. Ein ihm sofort nachfliegender drang dagegen förmlich in Gregors Rücken ein; Gregor wollte sich weiterschleppen, als könne der überraschende unglaubliche Schmerz mit dem Ortswechsel vergehen; doch fühlte er sich wie festgenagelt und streckte sich in vollständiger Verwirrung aller Sinne.“
  • „Nur mit dem letzten Blick sah er noch, wie die Tür seines Zimmers aufgerissen wurde, und vor der schreienden Schwester die Mutter hervoreilte, im Hemd, denn die Schwester hatte sie entkleidet, um ihr in der Ohnmacht Atemfreiheit zu verschaffen, wie dann die Mutter auf den Vater zulief und ihr auf dem Weg die aufgebundenen Röcke einer nach dem anderen zu Boden glitten, und wie sie stolpernd über die Röcke auf den Vater eindrang und ihn umarmend, in gänzlicher Vereinigung mit ihm – nun versagte aber Gregors Sehkraft schon – die Hände an des Vaters Hinterkopf um Schonung von Gregors Leben bat.“
    • Dieser Abschnitt beschreibt die am Anfang fast spielerisch anmutende Gewalttätigkeit des Vaters. Man wird erinnert an das Spiel einer Katze mit der Maus, was bei Kafkas „Kleine Fabel“  ja durchaus auch ein Thema ist).
      Vergleiche: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Fabel
    • Am Ende steht aber dann doch der brutale Höhepunkt, nämlich eine regelrechte  Verwundung des verwandelten Sohnes.
    • Es folgt der Blick auf die Verzweiflung der Mutter, die sie letztlich in die Arme des Vaters treibt. Das kann schon gedeutet werden als ein Vorgriff auf den scheinbar harmonischen Schluss, wo es ja zu einer regelrechten Vereinigung (man achte auf den Begriff) der Restfamilie kommt.
    • Immerhin ist die Verzweiflung der Mutter gekoppelt mit der Bitte um Schonung, was Gregors Leben angeht. Unabhängig davon ist es schlimm genug, dass diese Bitte überhaupt nötig ist.
  • „Die schwere Verwundung Gregors, an der er über einen Monat litt – der Apfel blieb, da ihn niemand zu entfernen wagte, als sichtbares Andenken im Fleische sitzen – , schien selbst den Vater daran erinnert zu haben, daß Gregor trotz seiner gegenwärtigen traurigen und ekelhaften Gestalt ein Familienmitglied war, das man nicht wie einen Feind behandeln durfte, sondern dem gegenüber es das Gebot der Familienpflicht war, den Widerwillen hinunterzuschlucken und zu dulden, nichts als zu dulden.“
  • Und wenn nun auch Gregor durch seine Wunde an Beweglichkeit wahrscheinlich für immer verloren hatte und vorläufig zur Durchquerung seines Zimmers wie ein alter Invalide lange, lange Minuten brauchte – an das Kriechen in der Höhe war nicht zu denken – , so bekam er für diese Verschlimmerung seines Zustandes einen seiner Meinung nach vollständig genügenden Ersatz dadurch, daß immer gegen Abend die Wohnzimmertür, die er schon ein bis zwei Stunden vorher scharf zu beobachten pflegte, geöffnet wurde, so dass er, im Dunkel seines Zimmers liegend, vom Wohnzimmer aus unsichtbar, die ganze Familie beim beleuchteten Tische sehen und ihre Reden, gewissermaßen mit allgemeiner Erlaubnis, also ganz anders als früher, anhören durfte.“
    • Hier wird zunächst die Schwere der Verwundung deutlich gemacht, dann aber auch ihr symbolischer Charakter.
    • Ansonsten ergibt sich eine leichte Verbesserung der Situation Gregors, weil der Vater seine Aggressivität zurücknimmt. Bezeichnenderweise tut er das aber nicht aus Menschlichkeit, sondern aus Familienpflicht.
    • Auf jeden Fall haben sich die Verhältnisse durch diese Gewalttat ganz offenbar umgedreht, der Vater wirkt jetzt stark, Gregor entsprechend schwach und alt.
    • Bezeichnend für die Hinnahme seines neuen eingeschränkten Lebens durch Gregor ist, dass er bereits die Teilnahme am Familienleben von Ferne als eine Art wohltuenden Ausgleich betrachtet.
  • „Freilich waren es nicht mehr die lebhaften Unterhaltungen der früheren Zeiten, an die Gregor in den kleinen Hotelzimmern stets mit einigem Verlangen gedacht hatte, wenn er sich müde in das feuchte Bettzeug hatte werfen müssen. Es ging jetzt meist nur sehr still zu. Der Vater schlief bald nach dem Nachtessen in seinem Sessel ein; die Mutter und Schwester ermahnten einander zur Stille; die Mutter nähte, weit unter das Licht vorgebeugt, feine Wäsche für ein Modengeschäft; die Schwester, die eine Stellung als Verkäuferin angenommen hatte, lernte am Abend Stenographie und Französisch, um vielleicht später einmal einen besseren Posten zu erreichen. Manchmal wachte der Vater auf, und als wisse er gar nicht, daß er geschlafen habe, sagte er zur Mutter: »Wie lange du heute schon wieder nähst!« und schlief sofort wieder ein, während Mutter und Schwester einander müde zulächelten.“
    • Dieser Absatz macht deutlich, dass die Veränderungen auch recht große Auswirkungen auf den Rest der Familie haben. Da ist zum einen der Wegfall von Gesprächen, an die Gregor sich gerne erinnert. Offensichtlich wird auch hier der Preis gezahlt für den großen Umbruch, der sich bisher ergeben hat.
    • Zu diesem Umbruch gehört aber auch, dass sich jetzt herausstellt, dass Gregors Hyperaktivität bis zum Beginn der Erzählung offensichtlich schädliche Auswirkungen auf die anderen gehabt hat oder zumindest nicht nötig war. Denn sie sind anscheinend im Gegensatz zu früheren Überlegungen Gregors durchaus in der Lage, für ihren Lebensunterhalt durch Arbeit selbst zu sorgen.
    • Dass das zu einer gewissen Müdigkeit am Abend führt, ist halt eine neue Erfahrung, die man als Leser den Beteiligten durchaus gönnt.
    • Der Schluss dieses Abschnitts macht deutlich, wie ungesund das Verhalten des Vaters ist. Auf der einen Seite hat er seine Uniform benutzt als Mittel der Selbststilisierung und Stabilisierung. Anderes merkt man hier eben auch, welchem Ausmaß er das braucht und welche Nebeneffekte das hat. Es lohnt sich sicherlich, darüber nachzudenken, ob die Fleckigkeit der Uniform nicht auch gleichzeitig ein moralisches Urteil ist über sie oder zumindest doch Ausdruck eines Missverhältnisses, auf jeden Fall einer ungesunden Situation.

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 12: Gregor versucht, sein altes Leben zu retten

12. Abschnitt:

Wir nehmen hier den Textausschnitt als Basis, der in der Form auf der folgenden Seite zu finden ist:
https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa012.html

Kern des Inhalts:

  1. Gregor will jetzt alles tun, um den bisherigen Zustand seines Zimmers zu erhalten. Dabei spielt das Bild der Dame eine wichtige Rolle.
  2. Die Schwester stellt sich auf die Seite des Vaters – gegen Gregor.
  3. Alles deutet auf eine gefährliche Situation für ihn hin – er kann nur noch versuchen, den aufgebrachten Mann zu besänftigen.
    1. „Trotzdem sich Gregor immer wieder sagte, dass ja nichts Außergewöhnliches geschehe, sondern nur ein paar Möbel umgestellt würden, wirkte doch, wie er sich bald eingestehen mußte, dieses Hin- und Hergehen der Frauen, ihre kleinen Zurufe, das Kratzen der Möbel auf dem Boden, wie ein großer, von allen Seiten genährter Trubel auf ihn, und er musste sich, so fest er Kopf und Beine an sich zog und den Leib bis an den Boden drückte, unweigerlich sagen, dass er das Ganze nicht lange aushalten werde. Sie räumten ihm sein Zimmer aus; nahmen ihm alles, was ihm lieb war […] da hatte er wirklich keine Zeit mehr, die guten Absichten zu prüfen, welche die zwei Frauen hatten, deren Existenz er übrigens fast vergessen hatte, denn vor Erschöpfung arbeiteten sie schon stumm, und man hörte nur das schwere Tappen ihrer Füße.“
      • Gregor hat sich nicht nur von den Worten seiner Mutter beeinflussen lassen, sondern er arbeitet den Gedanken jetzt auch richtig aus, indem er aus seiner Erinnerung alles herausholt, was er jetzt plötzlich gefährdet sieht.
      • Für die neurotische Fixierung spricht auch, dass er am Ende an die beiden „Frauen“, man achte auf die distanzierte Bezeichnung von Familienmitgliedern, gar nicht mehr denkt.
    2. „Und so brach er denn hervor […] da sah er an der im übrigen schon leeren Wand auffallend das Bild der in lauter Pelzwerk gekleideten Dame hängen, kroch eilends hinauf und presste sich an das Glas, das ihn festhielt und seinem heißen Bauch wohltat. Dieses Bild wenigstens, das Gregor jetzt ganz verdeckte, würde nun gewiss niemand wegnehmen.“
      • Interessant, worauf Gregor sich konzentriert, nämlich auf das Bild der Frau, das schon am Anfang der Erzählung eine im Vergleich zu der Gesamtsituation  erstaunlich große Rolle gespielt hat.
      • Der Eindruck verstärkt sich, dass dieses Bild ein Symbol ist für ein anderes, selbstbestimmtes Leben, in dem neben der vermeintlichen Pflicht auch Liebe und privates Glück ihren Platz haben.

    3. Die Schwester versucht die Mutter vor dem Anblick Gregors zu bewahren, was dieser wie folgt kommentiert:
      „Die Absicht Gretes war für Gregor klar, sie wollte die Mutter in Sicherheit bringen und dann ihn von der Wand hinunterjagen. Nun, sie konnte es ja immerhin versuchen! Er saß auf seinem Bild und gab es nicht her. Lieber würde er Grete ins Gesicht springen.“

      • Das Neurotische geht hier weiter, indem Gregor sich jetzt wieder in Fantasien hineinsteigert, was die anderen angeblich vorhaben. Bezeichnenderweise entsteht aus der Angst Aggression.
    4. „Aber Gretes Worte hatten die Mutter erst recht beunruhigt, sie trat zur Seite, erblickte den riesigen braunen Fleck auf der geblümten Tapete, rief, ehe ihr eigentlich zum Bewußtsein kam, daß das Gregor war, was sie sah, mit schreiender, rauher Stimme: »Ach Gott, ach Gott!« und fiel mit ausgebreiteten Armen, als gebe sie alles auf, über das Kanapee hin und rührte sich nicht. »Du, Gregor!« rief die Schwester mit erhobener Faust und eindringlichen Blicken. Es waren seit der Verwandlung die ersten Worte, die sie unmittelbar an ihn gerichtet hatte.
      […]  Gregor war nun von der Mutter abgeschlossen, die durch seine Schuld vielleicht dem Tod nahe war; die Tür durfte er nicht öffnen, wollte er die Schwester, die bei der Mutter bleiben musste, nicht verjagen; er hatte jetzt nichts zu tun, als zu warten; und von Selbstvorwürfen und Besorgnis bedrängt, begann er zu kriechen, überkroch alles, Wände, Möbel und Zimmerdecke und fiel endlich in seiner Verzweiflung, als sich das ganze Zimmer schon um ihn zu drehen anfing, mitten auf den großen Tisch.“

      • Deutlich wird hier das Ausmaß der Panik, das inzwischen sich als Potenzial aufgebaut hat und nun ausbricht.
      • Typisch für Gregor ist, dass er sich am Ende „von Selbstvorwürfen und Besorgnis bedrängt“ fühlt und voller „Verzweiflung“ ist.
    5. Als der Vater nach Hause kommt, wirft sich die Schwester an seine Brust und fasst das Geschehen so zusammen:
      „»Die Mutter war ohnmächtig, aber es geht ihr schon besser. Gregor ist ausgebrochen.« »Ich habe es ja erwartet«, sagte der Vater, »ich habe es euch ja immer gesagt, aber ihr Frauen wollt nicht hören.«“

      • In diesem Absatz wird erst mal deutlich, dass die Schwester sich jetzt ganz eindeutig gegen Gregor stellt, indem sie mit dem Satz: „Gregor ist ausgebrochen“ dem Vater die Vorlage liefert, um jetzt seine harte Haltung auszuleben.
    6. „Gregor war es klar, daß der Vater Gretes allzu kurze Mitteilung schlecht gedeutet hatte und annahm, daß Gregor sich irgendeine Gewalttat habe zuschulden kommen lassen. Deshalb mußte Gregor den Vater jetzt zu besänftigen suchen, denn ihn aufzuklären hatte er weder Zeit noch Möglichkeit.“
      • Hier wird deutlich, dass Gregor sofort die Gefährlichkeit der Situation für ihn erkennt und alles versucht, einer möglichen harten Reaktion des Vaters die Voraussetzung zu nehmen.
    7. „Aber der Vater war nicht in der Stimmung, solche Feinheiten zu bemerken; »Ah!« rief er gleich beim Eintritt in einem Tone, als sei er gleichzeitig wütend und froh. Gregor zog den Kopf von der Tür zurück und hob ihn gegen den Vater. So hatte er sich den Vater wirklich nicht vorgestellt, wie er jetzt dastand;  [… ]war das noch der Vater? Der gleiche Mann, der müde im Bett vergraben lag, wenn früher Gregor zu einer Geschäftsreise ausgerückt war; der ihn an Abenden der Heimkehr im Schlafrock im Lehnstuhl empfangen hatte; gar nicht recht imstande war, aufzustehen, sondern zum Zeichen der Freude nur die Arme gehoben hatte, und der bei den seltenen gemeinsamen Spaziergängen an ein paar Sonntagen im Jahr und an den höchsten Feiertagen zwischen Gregor und der Mutter, die schon an und für sich langsam gingen, immer noch ein wenig langsamer, in seinen alten Mantel eingepackt, mit stets vorsichtig aufgesetztem Krückstock sich vorwärts arbeitete und, wenn er etwas sagen wollte, fast immer stillstand und seine Begleitung um sich versammelte?“
      • Hier wird zum einen deutlich, dass die Reaktion des Vaters aus zwei sehr unterschiedlichen Quellen gespeist wird („gleichzeitig wütend und froh“).
      • Zum anderen machen Gregors Überlegungen klar, dass auch der Vater eine Verwandlung erlebt hat.
      • Übrigens kann man sich hier gut Gedanken machen, ob die Unterteilung der Seiten in der Ausgabe im Internet an dieser Stelle günstig ist. Sie wirkt wie eine Art Cliffhanger.

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 11: Was Gregor wirklich will bzw. braucht

11. Abschnitt: Was Gregor wirklich will bzw. braucht

In diesem Abschnitt geht es um vier Dinge:

  • Zunächst ist Gregor dabei, sich in seinem neuen Leben einzurichten und sich dabei relativ wohlzufühlen.
  • Dann zeigt sich, dass seine Mutter versucht, für ihn zu denken und zu sprechen.
  • Das wiederum führt dazu, dass Gregor den Prozess der Anpassung an sein neues Leben abbricht und wieder zu alten Scheinhoffnungen zurückkehrt.
  • Am wichtigsten und folgenreichsten ist aber, dass die Schwester immer selbstständiger agiert, selbst also eine Verwandlung durchmacht.
  1. [Gregor richtet sich in seinem neuen Leben ein und ist dabei sogar ziemlich glücklich.]
    „Der Wunsch Gregors, die Mutter zu sehen, ging bald in Erfüllung. Während des Tages wollte Gregor schon aus Rücksicht auf seine Eltern sich nicht beim Fenster zeigen, kriechen konnte er aber auf den paar Quadratmetern des Fußbodens auch nicht viel, das ruhige Liegen ertrug er schon während der Nacht schwer, das Essen machte ihm bald nicht mehr das geringste Vergnügen, und so nahm er zur Zerstreuung die Gewohnheit an, kreuz und quer über Wände und Plafond zu kriechen. Besonders oben auf der Decke hing er gern; es war ganz anders, als das Liegen auf dem Fußboden; man atmete freier; ein leichtes Schwingen ging durch den Körper; und in der fast glücklichen Zerstreutheit, in der sich Gregor dort oben befand, konnte es geschehen, daß er zu seiner eigenen Überraschung sich losließ und auf den Boden klatschte. Aber nun hatte er natürlich seinen Körper ganz anders in der Gewalt als früher und beschädigte sich selbst bei einem so großen Falle nicht.“
  2. [Die Mutter freut sich sehr, als sie aufgefordert wird, beim Umräumen in Gregors Zimmer zu helfen.]
    „Mit Ausrufen erregter Freude kam die Mutter auch heran, verstummte aber an der Tür vor Gregors Zimmer.“
  3. [Als das Umräumen doch recht schwierig ist, zeigt die Mutter, dass sie versucht, sich in Gregor hineinzufühlen und seine Interessen wahrzunehmen.]
    „Es dauerte sehr lange. Wohl nach schon viertelstündiger Arbeit sagte die Mutter, man solle den Kasten doch lieber hier lassen, denn erstens sei er zu schwer, sie würden vor Ankunft des Vaters nicht fertig werden und mit dem Kasten in der Mitte des Zimmers Gregor jeden Weg verrammeln, zweitens aber sei es doch gar nicht sicher, daß Gregor mit der Entfernung der Möbel ein Gefallen geschehe. Ihr scheine das Gegenteil der Fall zu sein; ihr bedrücke der Anblick der leeren Wand geradezu das Herz; und warum solle nicht auch Gregor diese Empfindung haben, da er doch an die Zimmermöbel längst gewöhnt sei und sich deshalb im leeren Zimmer verlassen fühlen werde.“
    „»Und ist es dann nicht so«, schloß die Mutter ganz leise, wie sie überhaupt fast flüsterte, als wolle sie vermeiden, daß Gregor, dessen genauen Aufenthalt sie ja nicht kannte, auch nur den Klang der Stimme höre, denn daß er die Worte nicht verstand, davon war sie überzeugt, »und ist es nicht so, als ob wir durch die Entfernung der Möbel zeigten, daß wir jede Hoffnung auf Besserung aufgeben und ihn rücksichtslos sich selbst überlassen? Ich glaube, es wäre das beste, wir suchen das Zimmer genau in dem Zustand zu erhalten, in dem es früher war, damit Gregor, wenn er wieder zu uns zurückkommt, alles unverändert findet und umso leichter die Zwischenzeit vergessen kann.«“
  4. [Der folgende Abschnitt zeigt, dass Gregor schnell seine Meinung anpasst und sich damit wieder etwas vormacht. Er schwankt also zwischen dem Versuch, zumindest ein bisschen freier zu leben als im stressigen Berufsalltag, will dann aber doch wieder dorthin zurück.]
    Beim Anhören dieser Worte der Mutter erkannte Gregor, daß der Mangel jeder unmittelbaren menschlichen Ansprache, verbunden mit dem einförmigen Leben inmitten der Familie, im Laufe dieser zwei Monate seinen Verstand hatte verwirren müssen, denn anders konnte er es sich nicht erklären, daß er ernsthaft danach hatte verlangen könne, daß sein Zimmer ausgeleert würde. Hatte er wirklich Lust, das warme, mit ererbten Möbeln gemütlich ausgestattete Zimmer in eine Höhle verwandeln zu lassen, in der er dann freilich nach allen Richtungen ungestört würde kriechen können, jedoch auch unter gleichzeitigem schnellen, gänzlichen Vergessen seiner menschlichen Vergangenheit? War er doch jetzt schon nahe daran, zu vergessen, und nur die seit langem nicht gehörte Stimme der Mutter hatte ihn aufgerüttelt. Nichts sollte entfernt werden; alles mußte bleiben; die guten Einwirkungen der Möbel auf seinen Zustand konnte er nicht entbehren; und wenn die Möbel ihn hinderten, das sinnlose Herumkriechen zu betreiben, so war es kein Schaden, sondern ein großer Vorteil.“
  5. [Hier geht es um die Schwester, bei der sich ganz verschiedene Motive und vor allem eine eigene Verwandlung in Richtung mehr Selbstbewusstsein zeigt.]
    „Aber die Schwester war leider anderer Meinung; sie hatte sich, allerdings nicht ganz unberechtigt, angewöhnt, bei Besprechung der Angelegenheiten Gregors als besonders Sachverständige gegenüber den Eltern aufzutreten, und so war auch jetzt der Rat der Mutter für die Schwester Grund genug, auf der Entfernung nicht nur des Kastens und des Schreibtisches, an die sie zuerst allein gedacht hatte, sondern auf der Entfernung sämtlicher Möbel, mit Ausnahme des unentbehrlichen Kanapees, zu bestehen. Es war natürlich nicht nur kindlicher Trotz und das in der letzten Zeit so unerwartet und schwer erworbene Selbstvertrauen, das sie zu dieser Forderung bestimmte; sie hatte doch auch tatsächlich beobachtet, daß Gregor viel Raum zum Kriechen brauchte, dagegen die Möbel, soweit man sehen konnte, nicht im geringsten benützte.“
  6. [Gregor wird hier wieder sehr aktiv – interessant ist die Stelle (blau markiert) , an der der Erzähler etwas berichtet, was Gregor und die Mutter nicht wissen können und wofür die Schwester sich in dem Moment auch nicht interessiert – typisch für eine nicht mehr personale, sondern auktoriale Erzählhaltung.]
    „Und so ließ sie sich von ihrem Entschlusse durch die Mutter nicht abbringen, die auch in diesem Zimmer vor lauter Unruhe unsicher schien, bald verstummte und der Schwester nach Kräften beim Hinausschaffen des Kastens half. Nun, den Kasten konnte Gregor im Notfall noch entbehren, aber schon der Schreibtisch mußte bleiben. Und kaum hatten die Frauen mit dem Kasten, an den sie sich ächzend drückten, das Zimmer verlassen, als Gregor den Kopf unter dem Kanapee hervorstieß, um zu sehen, wie er vorsichtig und möglichst rücksichtsvoll eingreifen könnte. Aber zum Unglück war es gerade die Mutter, welche zuerst zurückkehrte, während Grete im Nebenzimmer den Kasten umfangen hielt und ihn allein hin und her schwang, ohne ihn natürlich von der Stelle zu bringen.

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 10: Geldprobleme und Beziehungen

Inhalt des 10. Abschnittes: Familie zwischen Geldproblemen und Interesse an Gregor

  1. Trotz des Guthabens muss Geld verdient werden, Gregor mutet das keinem der anderen zu und er fühlt sogar „Beschämung und Trauer“.
    Hier merkt man wie falsch dieses Familienleben angelegt und eingerichtet ist.]

    • „Nun genügte dieses Geld aber ganz und gar nicht, um die Familie etwa von den Zinsen leben zu lassen; es genügte vielleicht, um die Familie ein, höchstens zwei Jahre zu erhalten, mehr war es nicht. Es war also bloß eine Summe, die man eigentlich nicht angreifen durfte, und die für den Notfall zurückgelegt werden mußte; das Geld zum Leben aber musste man verdienen.
    • Nun war aber der Vater ein zwar gesunder, aber alter Mann, der schon fünf Jahre nichts gearbeitet hatte und sich jedenfalls nicht viel zutrauen durfte; er hatte in diesen fünf Jahren, welche die ersten Ferien seines mühevollen und doch erfolglosen Lebens waren, viel Fett angesetzt und war dadurch recht schwerfällig geworden.
    • Und die alte Mutter sollte nun vielleicht Geld verdienen, die an Asthma litt, der eine Wanderung durch die Wohnung schon Anstrengung verursachte, und die jeden zweiten Tag in Atembeschwerden auf dem Sopha beim offenen Fenster verbrachte?
    • Und die Schwester sollte Geld verdienen, die noch ein Kind war mit ihren siebzehn Jahren, und der ihre bisherige Lebensweise so sehr zu gönnen war, die daraus bestanden hatte, sich nett zu kleiden, lange zu schlafen, in der Wirtschaft mitzuhelfen, an ein paar bescheidenen Vergnügungen sich zu beteiligen und vor allem Violine zu spielen?
    • Wenn die Rede auf diese Notwendigkeit des Geldverdienens kam, ließ zuerst immer Gregor die Türe los und warf sich auf das neben der Tür befindliche kühle Ledersofa, denn ihm war ganz heiß vor Beschämung und Trauer.“
  2. Hier sieht man, wie unruhig Gregor ist und wie stark ihn die Sehnsucht nach draußen, nach einem anderen Leben plagt. Das zweite Zitat zeigt dann, dass die Schwester in dieser Phase ihn noch unterstützt. Es gibt also offensichtlich eine gegenseitige geschwisterliche Zuneigung – man denke an die Idee mit dem Musikunterricht.
    • „Oft lag er dort die ganzen langen Nächte über, schlief keinen Augenblick und scharrte nur stundenlang auf dem Leder. Oder er scheute nicht die große Mühe, einen Sessel zum Fenster zu schieben, dann die Fensterbrüstung hinaufzukriechen und, in den Sessel gestemmt, sich ans Fenster zu lehnen, offenbar nur in irgendeiner Erinnerung an das Befreiende, das früher für ihn darin gelegen war, aus dem Fenster zu schauen.“
    • „Nur zweimal hatte die aufmerksame Schwester sehen müssen, daß der Sessel beim Fenster stand, als sie schon jedesmal, nachdem sie das Zimmer aufgeräumt hatte, den Sessel wieder genau zum Fenster hinschob, ja sogar von nun ab den inneren Fensterflügel offen ließ.“
  3. Der folgende Abschnitt zeigt sehr gut, welche Schwierigkeiten der Verständigung und des Miteinanders sich zwischen den Geschwistern ergeben.
    Noch ein paar Anmerkungen zu Details:
    Hier wird deutlich, wie viel Bemühen auf beiden Seiten durchaus da ist, aber eben die Situation auch zu Schwierigkeiten führt. Interessant ist hier, dass nicht ganz klar ist, ob die Schwester das Fenster in ähnlicher Absicht aufreißt, wie Gregor hindurchschaut. Oder ob ihr die Situation im Zimmer zu eng wird. Aber auch das könnte man (dialektisch gesehen) positiv sehen, denn die Situation im Zimmer ist ja eine Folge der falschen Verhältnisse. Bedauerlich ist, dass Gregor am Ende eher eine negative Interpretationsvariante wählt, die sich gegen ihn richtet und nicht gegen die Verhältnisse.
    Daraus wird schließlich die Leintuch-Zusatzabgrenzung, die Gregor wählt.

    • „Hätte Gregor nur mit der Schwester sprechen und ihr für alles danken können, was sie für ihn machen mußte, er hätte ihre Dienste leichter ertragen; so aber litt er darunter.
    • Die Schwester suchte freilich die Peinlichkeit des Ganzen möglichst zu verwischen, und je längere Zeit verging, desto besser gelang es ihr natürlich auch,
    • aber auch Gregor durchschaute mit der Zeit alles viel genauer. Schon ihr Eintritt war für ihn schrecklich. Kaum war sie eingetreten, lief sie, ohne sich Zeit zu nehmen, die Türe zu schließen, so sehr sie sonst darauf achtete, jedem den Anblick von Gregors Zimmer zu ersparen, geradewegs zum Fenster und riss es, als ersticke sie fast, mit hastigen Händen auf, blieb auch, selbst wenn es noch so kalt war, ein Weilchen beim Fenster und atmete tief.
    • Mit diesem Laufen und Lärmen erschreckte sie Gregor täglich zweimal; die ganze Zeit über zitterte er unter dem Kanapee und wusste doch sehr gut, dass sie ihn gewiss gerne damit verschont hätte, wenn es ihr nur möglich gewesen wäre, sich in einem Zimmer, in dem sich Gregor befand, bei geschlossenem Fenster aufzuhalten.“
  4. Im letzten Abschnitt geht es um die allgemeine Familiensituation. Die Eltern sind durchaus begierig, von der Schwester alles über Gregor zu erfahren. Sie tun aber selbst nichts. Das ändert sich dann allerdings bei der Mutter, deren Wunsch, ihren Sohn zu sehen, immer größer wird. Gregor macht jetzt auch deutlich, dass er sich von seiner Mutter möglicherweise besser verstanden fühlt als von seiner Schwester. Der unterstellt er eher ungünstige Motive beziehungsweise Hintergründe. Er spricht nämlich von kindlichem Leichtsinn.
    • „In den ersten vierzehn Tagen konnten es die Eltern nicht über sich bringen, zu ihm hereinzukommen, und er hörte oft, wie sie die jetzige Arbeit der Schwester völlig erkannten, während sie sich bisher häufig über die Schwester geärgert hatten, weil sie ihnen als ein etwas nutzloses Mädchen erschienen war.
    • Nun aber warteten oft beide, der Vater und die Mutter, vor Gregors Zimmer, während die Schwester dort aufräumte, und kaum war sie herausgekommen, musste sie ganz genau erzählen, wie es in dem Zimmer aussah, was Gregor gegessen hatte, wie er sich diesmal benommen hatte, und ob vielleicht eine kleine Besserung zu bemerken war.
      Erstaunlich, wie distanziert sich die Eltern hier zunächst verhalten, als wäre es nicht ihr Sohn.
    • Die Mutter übrigens wollte verhältnismäßig bald Gregor besuchen, aber der Vater und die Schwester hielten sie zuerst mit Vernunftgründen zurück, denen Gregor sehr aufmerksam zuhörte, und die er vollständig billigte.
      Hier ist wieder interessant, dass die Mutter doch noch menschliche Gefühle zeigt, Gregor aber das nicht für sich nutzt, sondern sich auf die Seite seiner Gegner stellt.
    • Später aber musste man sie mit Gewalt zurückhalten, und wenn sie dann rief: »Lass mich doch zu Gregor, er ist ja mein unglücklicher Sohn! Begreift ihr es denn nicht, daß ich zu ihm muss?«, dann dachte Gregor, dass es vielleicht doch gut wäre, wenn die Mutter hereinkäme, nicht jeden Tag natürlich, aber vielleicht einmal in der Woche;
    • sie verstand doch alles viel besser als die Schwester, die trotz all ihrem Mute doch nur ein Kind war und im letzten Grunde vielleicht nur aus kindlichem Leichtsinn eine so schwere Aufgabe übernommen hatte.“
      Hierüber könnte man natürlich diskutieren, ob Gregors Leichtsinn-These vom Text her plausibel ist.

Weiterführende Hinweise

Kafka, „Die Verwandlung“ – Abschnitt 9: Grund für die „Verwandlung“

Inhalt des 9. Abschnittes: Das Zusammenspiel falscher Interessen

Vorab-Information zu einem Video

Zu dieser Seite gibt es auch ein Video, in dem die „Voraussetzungen“ einer Schlüsselstelle aus dem 9. Abschnitt geklärt werden.

Das Video ist hier auf Youtube zu finden.

Die Dokumentation zum Video kann man hier herunterladen.

Mat1934 Analyse erzText-Einordnung-Verwandlung-A9

Im wesentlichen geht es dabei um den Unterschied zwischen der „Was-bisher-geschah-Klärung“ bei einer neuen Folge einer TV-Serie und der Klärung der Voraussetzungen einer zu analysierenden Textstelle:

Wie ist es zu Gregors Verwandlung gekommen?
Dieser Abschnitt zeigt, wie es zu einer folgenschweren Fehlentwicklung gekommen ist, die schließlich Gregor als „Ungeziefer“ aufwachen lässt.

  • Gregor erfährt beim Lauschen, dass sein Vater nicht nur aus seinem Bankrott eine schöne Summe Geldes retten und sogar durch Zinsen vermehren konnte,
  • sondern dass er auch noch einiges von dem, was Gregor reichlich zu Hause ablieferte, einfach dem Sparguthaben zugeschlagen hat.
  • Bevor man sich als Leser darüber aber aufregen kann, wird deutlich, dass Gregor sich um diese Rolle als Versorger der Familie regelrecht gerissen hat
  • und dass er es auch noch in der jetzigen Situation richtig findet.
  • Man merkt hier deutlich, dass er nur an andere und kaum an sich denkt.
    Hier lohnt es sich, das mal mit dem sogenannten „Helfersyndrom“ zu vergleichen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Helfersyndrom
  • Es gibt allerdings eine Variante, nämlich die Absicht, der offensichtlich begabten Schwester eine Musikausbildung zu ermöglichen. Dazu kommt es dann aber nicht mehr und am Ende bleibt für die Schwester nur die zeitgenössische Standardrolle der Frau, nämlich die Heirat, womit offensichtlich alle Überlebenden glücklich sind.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa009.html

Nun die Schlüsselstelle:

  • „Schon im Laufe des ersten Tages legte der Vater die ganzen Vermögensverhältnisse und Aussichten sowohl der Mutter, als auch der Schwester dar.
    • Das ist sicherlich sehr vernünftig, denn der Hauptversorger der Familie ist ja offensichtlich ausgefallen.
    • Interessant aber, dass dieser Gedanke im Vordergrund steht,
    • nicht das Schicksal und das Wohlergehen Gregors.
  • Hie und da stand er vom Tische auf und holte aus seiner kleinen Wertheimkassa, die er aus dem vor fünf Jahren erfolgten Zusammenbruch seines Geschäftes gerettet hatte, irgendeinen Beleg oder irgendein Vormerkbuch. Man hörte, wie er das komplizierte Schloss aufsperrte und nach Entnahme des Gesuchten wieder verschloss.
    • Deutlich wird hier, in welchem Ausmaß der Vater das alles vor der Familie verheimlicht und abgesichert hat. Das spricht nicht gerade für Offenheit und Transparenz bzw. gemeinsame Verantwortung der Gesamtfamilie.
    • Das mag dem zeitgenössischen Umfeld geschuldet sein, aber auf jeden Fall ist es eine Missachtung der Interessen und Sorgen der anderen Familienmitglieder, was die finanzielle Lage angeht.
  • Diese Erklärungen des Vaters waren zum Teil das erste Erfreuliche, was Gregor seit seiner Gefangenschaft zu hören bekam.
  • Er war der Meinung gewesen, dass dem Vater von jenem Geschäft her nicht das Geringste übriggeblieben war, zumindest hatte ihm der Vater nichts Gegenteiliges gesagt, und Gregor allerdings hatte ihn auch nicht darum gefragt.
  • Gregors Sorge war damals nur gewesen, alles daranzusetzen, um die Familie das geschäftliche Unglück, das alle in eine vollständige Hoffnungslosigkeit gebracht hatte, möglichst rasch vergessen zu lassen. Und so hatte er damals mit ganz besonderem Feuer zu arbeiten angefangen und war fast über Nacht aus einem kleinen Kommis ein Reisender geworden, der natürlich ganz andere Möglichkeiten des Geldverdienens hatte, und dessen Arbeitserfolge sich sofort in Form der Provision zu Bargeld verwandelten, das der erstaunten und beglückten Familie zu Hause auf den Tisch gelegt werden konnte.
    • Gleich der erste Satz der Reaktion macht deutlich, wie einseitig und fremdbestimmt – im Hinblick auf Interessen – Gregors Sicht ist.
    • Deutlich wird hier, in welchem Ausmaß sich Gregor auf eine schon ungesunde Weise auf das Glück der anderen fokussiert hat.
    • Ganz offensichtlich ist sein ganzes Glück abhängig vom Erfolg und dessen Nutzung für die Familie.
  • Es waren schöne Zeiten gewesen, und niemals nachher hatten sie sich, wenigstens in diesem Glanze, wiederholt, trotzdem Gregor später so viel Geld verdiente, daß er den Aufwand der ganzen Familie zu tragen imstande war und auch trug.
  • Man hatte sich eben daran gewöhnt, sowohl die Familie, als auch Gregor, man nahm das Geld dankbar an, er lieferte es gern ab, aber eine besondere Wärme wollte sich nicht mehr ergeben.
    • Hier präsentiert Kafka literarisch eine Lebensweisheit, nämlich dass alles Gute seine Zeit hat und sich auf Dauer in etwas Negatives verwenden kann. Dankbarkeit ist ein flüchtiges Gut und wird schnell zu erhöhtem Anspruchsdenken.
    • Erstaunlich, wie die Beschenkten anscheinend ohne Wärme und nur mit Geld leben können.
  • Nur die Schwester war Gregor doch noch nahe geblieben, und es war sein geheimer Plan, sie, die zum Unterschied von Gregor Musik sehr liebte und rührend Violine zu spielen verstand, nächstes Jahr, ohne Rücksicht auf die großen Kosten, die das verursachen mußte, und die man schon auf andere Weise hereinbringen würde, auf das Konservatorium zu schicken.
  • Öfters während der kurzen Aufenthalte Gregors in der Stadt wurde in den Gesprächen mit der Schwester das Konservatorium erwähnt, aber immer nur als schöner Traum, an dessen Verwirklichung nicht zu denken war,
  • und die Eltern hörten nicht einmal diese unschuldigen Erwähnungen gern;
  • aber Gregor dachte sehr bestimmt daran und beabsichtigte, es am Weihnachtsabend feierlich zu erklären.“
    • Hier wird deutlich, dass Gregor zumindest an einer Stelle über den Tag hinausdenkt und wirklich die möglichen Interessen der anderen im Blick hat.
    • Interessant, dass das von der Schwester nicht als realistische Möglichkeit aufgenommen
    • und von den Eltern eher abgelehnt wird.
    • An dieser einzigen Stelle merkt man, dass Gregor auf seiner Linie bleibt. Allerdings waren die Gegenkräfte wohl stärker, so dass es zur „Ungeziefer“-Verwandlung mit ihren Folgen kam.

Weiterführende Hinweise

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