So, das Video ist fertig.
Zu finden ist es auf Youtube hier:
https://youtu.be/S7v16KxEEQI
Hier die Sprungmöglichkeiten gleich zu der richtigen Stelle.
00:00 Einleitung: Warum „Seitensprünge“ in der Analyse gefährlich sind 01:25 Die 5 ultimativen Tipps für den Klausurstart (Checkliste) 03:15 Vorstellung der Klausuraufgabe zu Ludwig Tieck 04:50 Analyse-Start: Die erste Strophe & äußere Form 06:40 Anwendung der 4-Farben-Methode (Sachlich vs. Poetisch) 08:55 Das Problem der „Gelben Stellen“ (Unklarheiten meistern) 11:20 Die zweite Strophe: Naturmetaphorik und „goldene Spur“ 14:05 Der „Rot-Check“: Wo drohen Fehlinterpretationen? 16:30 Transferaufgabe: Das Thema „Unterwegs sein“ & Bezug zu heute 18:50 Fazit & Dein persönliches Angebot für den Prüfungstag 19:55 Infos zu Materialien & Website-Begleitung
Die Dokumentation ist hier zu finden:
Hier das Ergebnis unserer Arbeit: nicht erschrecken 😉
Denn es wird ja alles schön erklärt.
Und direkt darunter finden sich auch die Sprünge marken, um gleich zu einer Stelle zu springen, die einen besonders interessiert.

Schritt 1: Text und Aufgabenstellung
Wir sitzen wie gesagt an der Fertigstellung dieses Videos, fügen aber schon einiges hier ein. Dann kann jeder, der sich damit noch genauer beschäftigen will, das in aller Ruhe tun.
Hier zunächst eine Vorschau:

Und hier die Download-Möglichkeit:
Merkzettel im Kopf – ins Aufgabenblatt
- Wer sich gut auf eine Klausur vorbereitet hat, weiß auch, was er in der Klausur selbst auf gar keinen Fall vergessen oder wieder falsch machen möchte.
- Die einfachste Sicherung ist hier eine Art Merkzettel,
- den man natürlich nur im Kopf hat,
- aber zu Beginn der Klausur gleich auf den Aufgabenzettel schreibt.
- Damit ist sichergestellt, dass niemand einem vorwerfen kann, man verwende hier einen vorbereiteten Mogelzettel.
—
Folgendes würden wir zum Beispiel zu Beginn der Klausur auf den Aufgabenzettel schreiben (Stichwörter reichen natürlich).
- Gleich am Anfang:
Aufgabe: sorgfältig lesen, in die Bestandteile zerlegen und ungefähre Zeitplanung erstellen.
Damit ist sichergestellt, dass man mit allem fertig wird, rechtzeitig und am Ende nichts vergessen hat.
— - Tipp zur Vorgehensweise:
Thema und äußere Form zurückstellen, aber nicht vergessen! (Mahner-Zettel hinlegen ) - 3. Sich ganz auf den Text konzentrieren und in die Situation des lyrischen Ichs versetzen.
- 4. Für die Herausarbeitung der Aussagen, die Vier-Farben-Methode verwenden. (sachlich, poetisch, unklar mit lokaler Deutungshypothese, keine Seitensprünge)
- 5. Schon beim ersten Lesen sich ggf. Notizen machen, was auffällt und einem einfällt
- aber das ist „Beifang“ – nicht ablenken lassen.
Zur Konzeption des Vorbereitungsteils dieser Seite
Der Live-Modus – unser Ansatz
Zu finden ist das Gedicht zum Beispiel hier.
- Diese Abiturübung erstellen wir gerade.
- Wer möchte, kann uns hier gewissermaßen live folgen.
- —
- Für die Zwischenzeit können die Infos für Lehrkräfte hier eingesehen werden.
https://textaussage.de/abitur-gedicht-interpretation-ludwig-tieck-trauer - Wir bauen jetzt hier unsere Vier-Farben-Lösung auf..
- Bei der Übung wird es uns vor allen Dingen darum gehen, das Gedicht sicher zu verstehen. Da es im Vergleich zu dem Nebelgedicht ziemlich einfach ist, wird es vor allem darauf ankommen, dieses Verständnis sehr gut zu präsentieren.
- In einer zweiten Aufgabe werden wir dann zeigen, wie man dieses Gedicht in den Themenbereich „Unterwegssein“ Einordnen und wie man es kreativ, positiv erweitern könnte
Zu den verwendeten Farbmarkierungen
- Farbe Grau für einfache, sachliche Beschreibung in einem Gedicht.
— - Farbe Blau für nachvollziehbare Informationen, aber in künstlerisch verfremdeter Form, etwa Metaphern.
— - Farbe Gelb für Stellen, die unklar sind, die man aber hypothetisch erklären kann oder zumindest versucht zu erklären.
— - Farbe Rot taucht im Gedicht verständlicherweise gar nicht auf, aber in entsprechenden antizipierten Schülerseitensprüngen, die man unbedingt vermeiden sollte.
Vorlagen für die Farbblöcke bei Gedichten
Da wir das hier in dieser Form auch zum ersten Mal ausprobieren, mussten wir uns hier vorne entsprechende Farbblöcke anlegen, die man dann einfach den entsprechenden Zeilengruppen zuordnen kann.
Block grau
Text grau
- Realistischer, einfach zu verstehender Text
Block blau
Text blau
- Realistischer, aber künstlerisch aufgeladener Text.
Block gelb
Text gelb
- Unklarer Text, für den, der eine Erklärungshypothese suchen sollte
Block rot
Text rot
- Beispiel für einen Seitensprung, bei dem man nicht seine Fantasie nutzt, um die unklare Textstelle zu verstehen, sondern sie nur zum Absprung in die eigene Fantasie hinein nutzt.
Anmerkungen zum Titel
- Titel
- Trauer
- Einfache, leicht verständliche Information
- Aber Unklarheit, was dafür eine Trauer ist usw.
- Erwartung – wird im Gedicht geklärt.
- Hier die etwas ausführlichere Erklärung:
Grau es ist eine klare Bestimmung, dessen, worum es geht, allerdings wird man hier schauen müssen, welche Bandbreite der Begriff ihr hat - Das ist das Problem bei den Begriffen, dass sie, solange sie nicht noch ein Attribut bekommen oder in einen Zusammenhang gestellt werden, sehr unbestimmt sind
- Auf jeden Fall ist die erste Frage an das Gedicht damit schon klar: was genau ist hier mit Trauer gemeint worum geht es?
Strophe 1 – Zeilen 1-2
- 1. Wie rauschen die Bäume
2. So winterlich schon;
- Auch hier im Wesentlichen reine realistische Beschreibung des Sachverhaltes.
- In der Zeile zwei dann eine Art Auswertung durch das lyrische Ich, aber auch einfach verständlich.
Strophe 1 – Zeilen 3-4
3 Es fliegen die Träume
4 Der Liebe davon!
- Hier wechselt das lyrische Ich in eine bildliche Darstellung.
- Sie ist aber verständlich und von daher kein Problem.
Zusammenfassung der ersten vier Zeilen
- Die ersten vier Zeilen bringen dann genau die Deutlichkeit, die man braucht. Es geht um Träume von Liebe, die davonfliegen.
- Außerdem merkt man, dass sie ein Zusammenhang hergestellt wird oder deutlich wird zwischen der Natur in einer bestimmten Jahreszeit und dem Gefühl um das es geht
- Aber es bleiben natürlich immer noch Fragen offen – besonders um was für eine Art von Liebe es geht und was das Davonfliegen konkret bedeutet
- Außerdem sollte man im Auge behalten, dass es sich hier um einen Traum handelt. Damit hat man bereits einen zweiten Begriff, der noch präzisiert werden muss.
- Es lohnt sich durchaus eigene Überlegungen dazu schon mal festzuhalten. Allerdings müssen die dann auch überprüft werden, je nachdem wie das Gedicht weitergeht.
- Es lohnt sich auf jeden Fall, eigene Überlegungen zur Bedeutung anzustellen – aber bitte immer als Hypothese, die man dann später verfeinert, erweitert oder auch ersetzt durch eine bessere. Auf jeden Fall haben eigene Überlegungen den Vorteil, dass man hinterher erkennt, wie weit die eigene Idee von der Realisierung im Gedicht entfernt ist.
5-7
5 Und über Gefilde
6 Ziehn Wolkengebilde,
7 Die Berge stehn kahl,
- Hier wieder realistischer, einfach zu verstehender Text.
- Es werden herbstliche Wetterphänomene beschrieben.
8-9
8 Es schneidet ein Regen
9 Dem Wandrer entgegen,
- Realistischer, aber künstlerisch aufgeladener Text.
- Betonung der Aggressivität der Natur, entspricht der Aggressivität des Erlebten (Verrat).
10-12
10 Der Mond sieht in’s Tal,
11 Ein Klagelied schallt
12 Aus Dämm’rung und Wald;
- Nicht ganz klarer Text. Die Personifizierung des Mondes ist noch verständlich, aber das Klagelied ist eine Fantasie des lyrischen Ichs, die man auch blau markieren könnte.
- Aber weil hier etwas Irreales, nur Vorgestelltes auch noch künstlerisch überhöht wird, verwenden wir hier die gelbe Farbe.
Erklärung: Das lyrische Ich fantasiert sich hier eine Realität zusammen. Es unterstellt damit der Natur, dass sie nicht nur so ist, wie man selbst sich fühlt. Sondern sie übernimmt gewissermaßen stellvertretend die Klage des lyrischen Ichs und verstärkt sie.
Strophe 2 – Zeilen 13-16
13. Es verwehten die Winde
14. Den treulosen Schwur,
15. Wie Blitze geschwinde
16. Verschüttet vom Glück sich die goldene Spur;
- Realistischer Bezug, aber künstlerisch aufgeladen.
- Offensichtlich hat der Partner oder die Partnerin etwas verletzt, was als Schur empfunden wurde und wird deshalb als treulos bezeichnet?
- Betont wird außerdem die Plötzlichkeit. Es gab also anscheinend keine Anzeichen für dieses kommende Ende der Beziehung.
- Am Ende wird das Bild eines Glückes gezeichnet, das mal eine goldene Spur war, jetzt aber verschüttet ist, also nicht mehr sichtbar.
Strophe 2 – 17-24
17. dunkles Menschenleben,
18. Muß jeder Traum einst niederschweben?
19. Rosen und Nelken
20. Bekränzen das Haupt,
21. Und ach! sie verwelken,
22. Der Baum steht entlaubt;
23. Der Frühling, er scheidet
24. Macht Winter zum Herrn,
- Realistischer, aber künstlerisch aufgeladener Text
- Der Blick wird jetzt ausgeweitet vom eigenen Schicksal hin zu einer grundsätzlichen Sicht des menschlichen Lebens.
- In den Zeilen 19 bis 24 wird die Vergänglichkeit dann wieder an Naturphänomenen sichtbar gemacht?
- Wichtig hier natürlich der klagende Ausruf.
25-26
25. Die Liebe vermeidet
26. Und fliehet so fern. –
- Künstlerisch aufgeladen, aber auch missverständlich, weil rätselhaft.
Man kann die beiden Zeilen so verstehen, dass aus der Sicht des lyrischen Ichs die Liebe eine Art flüchtiges Gut ist.
Grundsätzlich vermeidet sie überhaupt Beziehungen – und wenn sie sie dann doch zulässt, nutzt sie die erste Gelegenheit zur Flucht.
Ein Seitensprung wäre hier möglich und gefährlich, wenn man persönliche Erfahrungen über die Andeutung des Textes stülpt.
So könnte man etwa behaupten: Hier wird ein allgemeines Urteil gefällt über die Liebe zwischen schwierig und unmöglich.
Der Fehler liegt darin, dass man hier von einem allgemeinen Urteil ausgeht, während der Text selbst nur eine mögliche Variante von Liebe als Verständnis für das eigene Schicksal heranzieht.
Bezeichnend ist ja, dass dieses lyrische Ich überhaupt nicht reflektiert, was es selbst möglicherweise zum Scheitern der Liebe beigetragen hat.
—
Es ist klar, dass die beiden Auffassungen nicht weit voneinander entfernt sind. Vor allem wird die Differenzierung im Text gerade nicht vorgenommen.
Umso wichtiger ist es, dass man hier nicht einfach eine mögliche Sicht des lyrischen Ichs übernimmt, wenn sie nicht klar im Text auch so formuliert wird.
Zeilen 27–32
27. Verworrenes Leben,
28. Was ist dir gegeben? –
29. Erinnern und Hoffen
30. Zur Qual und zur Lust –
31. Ach! ihnen bleibt offen
32. Die zitternde Brust.
- Verbindung von thesenartigen Überlegungen mit einer rhetorischen Frage und bildhaften Formulierungen
- Insgesamt eine zusammenfassende Sicht auf das Leben
- Mit erstaunlicher Spannweite und dem Menschen als betroffenes Wesen zwischen den Polen
Bei diesem Schluss ist wichtig zu erkennen, dass das menschliche Leben zwischen Extremen angesiedelt ist. Es gibt die Abfolge von Lust und Qual. Interessant, dass die natürliche Reihenfolge hier eher umgekehrt wird aus der aktuellen Situation heraus.
Zu dieser Realitätsebene gibt es dann noch mögliche menschliche Reaktionen. Da ist zum einen das „Erinnern“, das erstaunlicherweise aber auf „Hoffen“ hinausläuft.
Was den Menschen angeht, so wird bei ihm in der Zeile 32 etwas bildhaft hervorgehoben, was zugleich eine Art Alleinstellungsmerkmal deutlich macht, nämlich die Offenheit für Gefühle, außerdem natürlich die damit verbundene Verletzlichkeit.
Wichtig ist auch hier, nicht einseitig negativ das Leben zu sehen. Man lässt sich dann vom Titel des Gedichtes verführen und übersieht die Ausgewogenheit der Gefühle am Ende.
Strategischer Ausblick: Aufgabe 2 & Einordnung (Thema „Unterwegs sein“)
Für die Einordnung in das Abitur-Thema „Unterwegs sein“ (Lyrik von der Romantik bis zur Gegenwart) ergeben sich folgende Anknüpfungspunkte:
- Das „innere Unterwegssein“: In „Trauer“ findet keine physische Reise statt. Das Ich ist „unterwegs“ durch die Erinnerung und die Jahreszeiten der Seele. Es ist eine statische Wanderung durch eine erstarrte Winterlandschaft.
- Vergleichs-Aspekt: Während Eichendorff oft das hoffnungsvolle Aufbrechen (Aufbruchs-Motiv) thematisiert, zeigt Tieck hier das „Endstation-Motiv“. Das Ziel ist nicht die Ferne, sondern die schmerzhafte Erkenntnis im Hier und Jetzt.
- Positive Fortsetzung (Transfer): Wie könnte man das positiv fortsetzen?
- Strategischer Kniff: Man könnte argumentieren, dass das „Erinnern und Hoffen“ (trotz der Qual) die einzige Kraft ist, die das Ich überhaupt noch in Bewegung hält. Die Akzeptanz der Ambivalenz (Lust/Qual) ist der erste Schritt zur Überwindung der Erstarrung.
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Vorarbeiten – zum Teil „redundant“
Damit ist gemeint, dass hier einiges kommt, was oben schon verarbeitet worden ist, aber so ist das eben im Live-Modus.
Strophe 1 – Zeilen 5-12
5. Und über Gefilde
6. Ziehn Wolkengebilde,
7. Die Berge stehn kahl,
8. Es schneidet ein Regen
9. Dem Wandrer entgegen,
10. Der Mond sieht in’s Thal,
11. Ein Klagelied schallt
12. Aus Dämm’rung und Wald;
- Der zweite Teil der ersten Strophe erweitert und verstärkt dann eine Natursituation, die zur Stimmung passt.
- Die wird dann sogar als ein Klagelied in die Szenerie eingebaut.
- Offen bleibt immer noch, was da eigentlich beklagt wird – eine reale Beziehung oder ein Traum.
- Ebenso bleibt immer noch offen, wie es zu diesem Verlust gekommen ist
Strophe 2 – Zeilen 13-16
13. Es verwehten die Winde
14. Den treulosen Schwur,
15. Wie Blitze geschwinde
16. Verschüttet vom Glück sich die goldene Spur;
17. dunkles Menschenleben,
- Die ersten Zeilen der zweiten Strophe schaffen dann etwas mehr Klarheit. Immerhin hat es wohl sogar einen Schwur gegeben, also ein festes Versprechen in Richtung gemeinsame Zukunft und das Brechen dieses Schwur wird als treulos empfunden.
- Die Natur wird hier außerdem noch in entsprechenden Bildern genutzt, um das Plötzliche dieses Verrats und auch seine Wirkung deutlich zu machen.
- Trotzdem muss man oder kann man auch festhalten, dass dieses Gedicht bis jetzt so funktioniert wie ein normaler Lovesong, der möglichst viele Leute dazu bringen soll, sich in dem Text wieder zu finden
- Das ist übrigens ein Element, das einem am Ende einen Zusatzüunkt geben könnte, denn hier wird ein Zusammenhang hergestellt zwischen heutigen Darbietung ähnlicher Art und dem allgemeinen Unterschied in der Kunst: Will ich etwas Allgemeines besprechen oder einen konkreten Fall.
Von dem ist bis jetzt hier ja nun überhaupt nichts zu sehen.
Strophe 2 – Zeilen 18-26
18 Muss jeder Traum einst niederschweben?
19 Rosen und Nelken
20 Bekränzen das Haupt,
21 Und ach! sie verwelken,
22 Der Baum steht entlaubt;
23 Der Frühling, er scheidet
24 Macht Winter zum Herrn,
25 Die Liebe vermeidet
26 Und fliehet so fern. –
- Ab Zeile 18 wendet sich das lyrische Ich der allgemeinen Frage zu, ob jeder Traum letztlich am Ende verschwinden muss.
- Die nächsten Zeilen beschreiben dann entsprechende Phänomene aus der Natur.
- Die letzten Zeilen deuten dann zwei angebliche Eigenschaften der Liebe an, die eher negativ sind.
- Auch hier fehlt es an Konkretisierung.
Strophe 3 – Zeilen27-32
27 Verworrenes Leben,
28 Was ist dir gegeben? –
29 Erinnern und Hoffen
30 Zur Qual und zur Lust –
31 Ach! ihnen bleibt offen
32 Die zitternde Brust.
- Die Schlusszeilen gehen dann noch mehr ins Allgemeine. Jetzt ist die ganze Existenz sogar ein „verworrenes Leben“.
- Dann wird aufgezählt, was dem Menschen überhaupt noch gegeben ist, nämlich die Eckpunkte von „Erinnern und Hoffen“.
- Es folgt eine weitere Spannweite zwischen „Qual“ und „Lust“.
- Spätestens hier sollte man sehr aufmerksam lesen. Denn hier deutet sich ja anders als in der Barockzeit (möglicher Zusatzpunkt) an, dass es zumindest eine Abfolge von positiven und negativen Zeiten im Leben gibt. Interessant ist, dass in beiden Fällen am Ende etwas Positives steht: einmal „Hoffen“ und dann „Lust“.
- Dann zwei Zeilen, die in einem Schlussbild deutlich machen, wie sehr der Mensch einer solchen Abfolge ausgesetzt ist. Es ist keine Rede davon, dass er das irgendwie beeinflussen kann.
Aussagen des Gedichtes und Mittel
Unter den Aussagen des Gedichtes versteht man die Bündelung seiner Signale. Am besten kann man das herausfinden, wenn man den Satz auf irgendeine Art und Weise fortsetzt:
Das Gedicht zeigt …
Das Gedicht macht deutlich …
Sinnvoll ist es, die sprachlichen und sonstigen Mittel, die der Autor sich hat einfallen lassen, den Aussagen zuzuordnen.
Am besten geht das, wenn man sich fragt, wodurch die Aussage sprachlich oder auch auf andere Art und Weise unterstützt wird.
A 2a: Einordnung ins Thema „Unterwegssein“
Hier wollen wir nur kurz darauf hinweisen, dass man zunächst feststellt, dass dieses Gedicht nicht direkt ein Reisegedicht ist.
Dann kann man überleitend darauf eingehen, dass immer auch das Thema der Lebensreise bei diesen Gedichten eine Rolle gespielt hat.
Damit hat man eigentlich das Ziel schon erreicht. Man muss jetzt nur noch im Einzelnen ausführen, wie das Leben in diesem Gedicht gesehen wird. Letztlich erscheint es ja als Abfolge von Lust und Leid, Erinnern und Qual.
A2b: Stellungnahme – Frage einer positiven Sicht
Stellen wir uns vor, mit der Klausur wird ein Zitat mitgegeben, in dem jemand beklagt, dass die Schule den jungen Menschen zu wenig Hoffnungen gibt.
Die Aufgabe wäre dann, Ideen zu entwickeln, wie man auf dieses Gedicht als Künstler, der ja jeder Mensch im zweiten Teil des Umgangs auch mit Gedichten sein soll, positiv in Richtung Hoffnung reagieren könnte.
Hier können verschiedene Ideen entwickelt werden. Dabei kann man besonders daran ansetzen, dass dieses Gedicht ja sehr unkonkret bleibt, was die Ursachen des Liebesverlustes angeht. Eine wichtige Aufgabe wäre sicherlich das, nach einiger Zeit, wenn man dazu wieder die Kraft hat, das sich genauer anzuschauen, was schief gegangen ist. Je nachdem, zu welchem Ergebnis man da kommt, kann man sehr unterschiedliche Wege einschlagen. Eine Möglichkeit ist sicherlich, sich anderen schönen Dingen des Lebens zuzuwenden, wenn das mit der Liebesbeziehung nicht klappt. Oder aber man schaut, ob man nicht wieder einen Menschen findet, mit dem es dann besser läuft.
Weitere Infos, Tipps und Materialien
- Themenseite Vorbereitung auf das schriftliche Abitur im Fach Deutsch
https://textaussage.de/vorbereitung-auf-das-schriftliche-abitur-im-fach-deutsch-themenseite
— - Optimale Vorbereitung auf die schriftliche Abiturprüfung in Deutsch
https://textaussage.de/optimale-vorbereitung-auf-die-schriftliche-abiturpruefung-in-deutsch
— - Infos, Tipps und Materialien zu weiteren Themen des Deutschunterrichts
- https://textaussage.de/weitere-infos