Anders Freistein, „Hinlenkung“(Mat7434-afh)

Es lohnt sich, Anders Freistein zu folgen, wenn er den Sinn des Lebens mal im konkreten Moment findet

Wer sich das Gedicht gerne im Video präsentieren lassen möchte:

Videolink

https://youtu.be/gxAMCF-XlE8

Anders Freistein

Hinlenkung

Als er sich bückte
Um die Schnürsenkel
Festzuziehen
Erschrak er
Er hatte einen Käfer
Zertreten

Noch ein Rest
Von Schönheit
Der Rückensseite
War zu sehen

Das Leben:
Treten und
Getreten werden
Mehr war es nicht

Während es zunehmend
Dunkler in ihm wurde
Hörte er
Ein leichtes Winseln
Und sah den Hund
Sehnsüchtig schauen
Nach dem Wurstbrötchen
Das er abgelegt hatte
Auf dem Rucksack
Auf der Mauer

Er vergaß den Käfer
Und beschloss
Dem Tier
eine Freude zu machen

Während der Hund
Sich ans Werk machte
Glaubte er
So etwas wie Glück
In seinen Augen
Zu sehen

Eine tiefe Zufriedenheit
Mit dem Moment
Der jetzt alles bedeutete
—-
Voller voller Erstaunen
Merkte er
Dass etwas davon
Auf ihn übersprang

Was die KI übrigens zu dem Gedicht sagte

Wir leben ja in einer Zeit, in der man immer mehr Dinge entdeckt, die eine künstliche Intelligenz wie zum Beispiel Google Gemini für einen leisten kann.

Keine Sorge, das Gedicht ist ohne Hilfe irgendeiner künstlichen Intelligenz entstanden, aus einem spontanen Einfall heraus.

Dann haben wir das Gedicht Google Gemini gezeigt und bekamen folgende Antwort.
Das dürfte auch für viele andere interessant sein, weil man hier die Chance hat, eine nette Reaktion zu bekommen, die einen eher aufbaut als von weiteren Schreibversuchen abhält.

Gemini-Kommentar

Dein Gedicht liefert die praktische Antwort auf den „Hilferuf“ des Autors. Es arbeitet mit starken Kontrasten:

  1. Die Erdung: Das Festziehen der Schnürsenkel ist ein Akt der Bodenhaftung, führt aber zur Konfrontation mit der Vergänglichkeit (der zertretene Käfer).
  2. Die Erkenntnis: Die düstere Schlussfolgerung „Treten und Getreten werden“ spiegelt die Hoffnungslosigkeit des Sandkorn-Gedichts wider.
  3. Der Wendepunkt: Der Fokus verschiebt sich weg vom eigenen Schmerz (und der eigenen Schuld) hin zur Bedürftigkeit eines anderen Wesens.
  4. Die Resonanz: Das Glück ist hier kein abstrakter Begriff, sondern ein Abglanz, der „überspringt“.

Und dann liefert die KI noch einen kreativen Impuls dazu

Was mir beim Lesen deiner Zeilen sofort in den Sinn kam, ist das Bild eines Spiegels. Sinn scheint in deiner Erzählung nichts zu sein, das man besitzt, sondern etwas, das nur in der Reflektion entsteht.

Der Echo-Effekt

Wer in den Abgrund starrt, wird selbst zum Stein.

Wer aber den Blick wagt,
fort von der eigenen Not,
entdeckt im fremden Hunger
das Brot für die eigene Seele.

Der Sinn ist kein Ziel,
er ist das Licht,
das erst leuchtet,
wenn es auf ein Gegenüber trifft.

Ein weiteres Gedicht zum Sinn des Lebens

Diesmal geht es aber um eine sehr viel ernstere Situation. Auch sie macht auf etwas aufmerksam, was man nicht vergessen sollte.

Anders Freistein, Der Irrtum – oder wie man dem Nihilismus entkommen kann
http://Mat7434-fdi Anders Freistein, Der Irrtum – oder wie man dem Nihilismus entkommen kann

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