Anmerkungen zur Kurzgeschichte „Ein Zeuge“ von Edith Schmitz (Mat6117-sv)

Worum es hier geht

Wir stellen hier die Kurzgeschichte „Ein Zeuge“ von Edith Schmitz vor. ❓ Am Ende der Seite wartet eine Diskussionsfrage zur Pointe der Geschichte.

  • In der Geschichte geht es um Uwe, einen Mann, der zehn Jahre im Gefängnis gesessen hat und jetzt zu einem neuen Einbruch ansetzt.
  • Diesmal will er es alleine machen und hat sich ein Juweliergeschäft ausgesucht. Er geht dabei sehr vorsichtig vor: Er zieht sich Strümpfe über die Schuhe, damit man ihn nicht hört, und schlägt mitten in der Nacht gegen 3 Uhr zu.
  • Alles klappt auch sehr gut, bis er wieder im Auto sitzt, sein Werkzeug verstaut und die Strümpfe schon wieder auszieht – er glaubt sich in Sicherheit.
  • Da schaut er noch einmal hoch und glaubt, im ersten Stock über dem Geschäft eine Person zu sehen, die ihn beobachtet.
  • Er weiß sich nicht anders zu helfen und schießt auf diese Person.
  • Er hat sie auch offensichtlich getroffen, aber sie scheint ihn immer noch zu beobachten.
  • Der Vorgang hat Uwe so erschreckt, dass er über seinem Steuer mit einem Herzinfarkt zusammenbricht, während der Motor noch läuft.
  • Hinterher stellt sich heraus, dass es sich um eine Schaufensterpuppe in einer Schneiderei handelte, von der sich Uwe beobachtet fühlte.

Insgesamt eine Geschichte, die deutlich macht, dass auch in den besten Plänen etwas Unvorhergesehenes auftauchen kann. Es gibt übrigens eine sehr ähnliche Geschichte, in der sich ein Straftäter durch einen eigenen Fehler selbst verrät – mehr dazu findest du weiter unten bei den weiterführenden Links.

Gattungsmerkmale: Was diese Kurzgeschichte typisch macht

Die Geschichte zeigt einige klassische Merkmale der Kurzgeschichte besonders deutlich:

  • Abrupter Einstieg und Schluss: Die Handlung setzt mitten im Geschehen ein und endet unmittelbar nach der Pointe, ohne langen Ausklang.
  • Wenige handelnde Personen: Im Zentrum steht fast ausschließlich Uwe selbst.
  • Die Pointe: Die Auflösung am Ende – die vermeintliche Zeugin ist nur eine Schaufensterpuppe – kommt überraschend und wirft ein neues Licht auf die gesamte Handlung.
  • Innere und äußere Handlung: Was Uwe tut (der Einbruch), hängt eng mit dem zusammen, was in seinem Kopf vorgeht (die Angst, beobachtet zu werden).
  • Erzählperspektive: Wir erleben die Geschichte so eng aus Uwes Sicht, dass wir seine Fehleinschätzung der Puppe zunächst mitmachen – wir „sehen“ die Situation durch seine Augen und werden dadurch selbst kurz getäuscht.

Ein Gedanke, der Uwe aus seiner Gefängniszeit noch im Kopf steckt, spielt dabei eine wichtige Rolle: Wer Unrecht tut, hat das Gefühl, dass es immer irgendjemand sieht. Genau dieses Gefühl lässt ihn am Ende die Schaufensterpuppe für einen echten Zeugen halten.

Aufgabe und Diskussionsfrage

Aufgabe: Verfasse eine kurze Inhaltsangabe der Geschichte in eigenen Worten (ca. 150–200 Wörter). Achte darauf, im Präsens zu schreiben und die Handlung sachlich, ohne eigene Wertung wiederzugeben.

Diskussionsfrage: Spannend ist ja hier die Frage des perfekten Verbrechens. Hier könnte man selbst mal überlegen und / oder recherchieren, wie so etwas aussehen könnte.
Ein berühmter Fall stand mal in der Zeitung. Da hatte jemand ein Loch in seinen Teppich gebrannt. Er schrieb zwei Briefe. Der Versicherung stellte er das so dar, dass das ein Schadensfall war. In einem Brief an eine Bekannte rühmte er sich, wie geschickt er die Versicherung präsentiert hatte, und was die Wahrheit war. Am Ende vertauschte er die Schreiben. Das heißt, die Versicherung bekam den Inhalt mit dem Betrugsgeständnis.

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