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Schlagwort: Klassenarbeit

90-Minuten-Vorbereitung auf eine Kurzgeschichten-Klassenarbeit – Teil 2: Aufgaben

Ausgangspunkt: Video 1, Aufgabenteil Inhaltsangabe

Das erste Video mit der Inhaltsangabe ist hier zu finden:
https://textaussage.de/90-minuten-vorbereitung-auf-kurzgeschichten-klassenarbeit

Wenn man den Text so bearbeitet, wie wir das für die Inhaltsangabe gemacht haben, wird ein Problem deutlich: Der Text ist so ausgiebig bemalt, dass man nicht mehr viele Möglichkeiten hat, die Stellen zu markieren, die zur 2. Aufgabe passen.

Die lautet ja:

Aufgabe 2:

Arbeite aus der Geschichte heraus, was Lars und Tim gemeinsam haben und worin sie sich unterscheiden.

Deshalb unser Rat: Für die Inhaltsangabe am besten mit Randbemerkungen arbeiten und zum Beispiel bei den Figuren die entsprechenden Passagen in unterschiedlicher Färbung hervorheben.

Wir werden das hier noch einfügen.

Infos und Material zum Video 2

Inzwischen ist auch das Video mit dem 2. Teil des 90-Minuten-Projektes fertig geworden.

Es ist hier auf Youtube abrufbar:

Videolink

https://youtu.be/ax_lZ-chi4g

Die Dokumentation ist hier zu finden:

Mat2884 V2 90-Minuten-Vorbereitung-Klassenarbeit-Thema-Kurzgeschichte Aufgaben

Seiten der Dokumentation

Obiges Schaubild macht deutlich, wie gut es ist, den Text für die Inhaltsangabe möglichst nur mit Bleistift zu bearbeiten.

Dann hat man nämlich noch Spielräume für das Markieren von Textstellen, die man für die Lösung der Aufgaben braucht.


Die obige Seite macht deutlich, wie wichtig es ist, bei einem Vergleich entsprechende „Vergleichs-Aspekte“ (wir sprechen im Videeo von „Themen“) zu finden. Die kann man dann nacheinander abprüfen – und hat damit schon mal eine gute Gliederung.


Diese Seite soll deutlich machen, wie man einen solchen Vergleich am Ende auch ausformulieren kann.


Am Ende geht es hier um eine zügige Bearbeitung der beiden restlichen Aufgaben.

Links steht noch mal die Lösung der Aufgabe 2, denn darauf bezieht sich ja die Stellungnahme bei Aufgabe 3.

Bei der letzten Aufgabe ist wichtig zu unterscheiden zwischen:

  • „inwiefern“, das heißt soviel wie: Wie kann man überhaupt auf den Gedanken kommen. Es muss also überhaupt etwas geben, was in die Richtung geht – deshalb der Wortbestandteil „fern“ = Blickrichtung in eine Ferne.
  • „inwieweit“ heißt dann: Wie sehr nähert sich etwas dem Idealbild – in diesem Falle einer Kurzgeschichte. Diese kommt ziemlich weit, sieht man einmal von dem nicht ganz so offenen Ende ab.

Vorüberlegungen zum Video 2

Wir lassen das hier mal stehen, auch wenn das Video schon darüber „hinausgewachsen“ ist.

Das Folgende ist eine Lösung, bei der man schon den Überblick über den Text hat und dann die Vergleichspunkte gewissermaßen aufeinander aufbauen lässt.

In der Praxis ist es wahrscheinlich einfacher, den Text durchzugehen und die in Frage kommenden Textstellen zu sortieren:

In der Mitte kann man dann Gemeinsamkeiten aufführen, links könnte das Lars stehen, was vor allem für ihn gilt. Der Platz rechts würde dann Tim gehören.

Hier nun zunächst eine Gesamtdarstellung, bei der alle Punkte auseinander hervorgehen und aufeinander aufbauen.

  • Am besten geht man den ganzen Text der Kurzgeschichte mal durch und achtet auf alles, was die beiden Personen charakterisiert (kennzeichnet).
  • Eventuell kann man das gleich schon aufteilen in Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
    • Ein Unterschied ist zum Beispiel, dass Lars ganz offensichtlich Probleme mit bestimmten Gemeinschaftsveranstaltungen wie etwa einer Geburtstagsfeier hat,
  • während Tim damit wohl keine Probleme hat.
    Was positiv hervorgehoben wird, ist seine Toleranz und die Bereitschaft, andere auch mal gegen den Rest zu verteidigen.
  • Und bei der Gelegenheit könnte man allerdings schon darauf hinweisen,
    • dass so eine Geburtstagsfeier auch für Tim nicht das wichtigste in der Welt ist, sonst würde er nämlich sich nicht nur schnell das Fahrrad reparieren oder austauschen lassen und dann gleich zur Fete weiterfahren.
    • Stattdessen interessiert er sich für solch einen besonderen Menschen wie Lars und das, was er tut.
  • Hier kann man dann gleich den nächsten Gedanken anschließen, nämlich das Interesse von Lars an den Gefühlen seiner Mitmenschen.
    • Er will sie genauso wenig verletzen wie Tim. Das wäre also dann schon mal eine Gemeinsamkeit.
    • Bei Lars fällt allerdings auf, dass der ein ziemlich kompliziertes Innenleben hat, viele Ängste und auch einen ziemlich großen Kampf mit eine Entscheidung.
    • Zu der Nachdenklichkeit gehört auch, dass er sich gleich überlegt, wie das aussehen würde, wenn er nicht nur ein Außenseiter ist, sondern auch noch von außen den Deutschunterricht bereichert.
    • Ob das bei Tim auch so ist, erfahren wir nicht, aber einiges spricht dafür, dass er damit wohl weniger Probleme hat.
  • Was beide auf jeden Fall verbindet, ist, dass sie anders sind als die anderen: Lars sicherlich mehr, weil er weniger Interessen mit den anderen teilt.
    • Bei Tim ist es eher so, dass er sich in der Gemeinschaft grundsätzlich normal verhält, aber eben ein besonderes Hobby hat.
  • Was bei Tim auffällt, ist, dass er aus sich herausgeht, auf andere zugeht und dabei auch noch Ideen entwickelt:
    • Dazu gehört das Nachfragen nach dem, was Lars alleine so macht.
    • Dann die Idee, das in den Unterricht einzubringen
    • und dann fällt ihm auch noch eine Variante ein, die Lars nicht bloßstellt.

Am Ende ist auf jeden Fall eine Zusammenfassung gut:

Zum Beispiel:

Beide sind etwas Besonderes und haben auch jeweils ein außergewöhnliches Hobby.

Tim ist allerdings zusätzlich auch noch recht gut in die Gemeinschaft eingebunden, während das für Lars ein Problem ist.

Deshalb ist es gut, dass beide sich ergänzen: Lars kann etwas Besonderes für den Unterricht beitragen – und Tim hilft ihm, das möglichst unauffällig zu tun.

Hinweise auf weitere Infos und Tipps:

Ferdinand von Schirach, „Terror“: Was eignet sich als Klassenarbeit?

Grundsätzliches zu den Überlegungen, was in einer Klassenarbeit drankommen könnte

Zu einer guten Vorbereitung auf eine Klassenarbeit gehört sicher auch, dass man sich überlegt, was dran kommen könnte.

Dabei spielen zwei Dinge eine zentrale Rolle:

  1. Zum einen das Stück selbst, bsd. die Frage: Welche Szenen sind für eine genauere Analyse geeignet?
  2. Die Aspekte und Schwerpunkt, die die Lehrkraft im Unterricht behandelt hat.

Textbereiche, die in einer Klassenarbeit drankommen könnten

Kümmern wir uns hier mal um den ersten Punkt und gehen davon aus, dass eine längere Textstelle in meistens 2 Stunden analysiert werden soll.

  1. Am interessantesten ist sicher das Verhör des Angeklagten durch die Staatsanwältin (S. 75-97). Das ist umfasst aber einen so großen Teil des Gesamttextes, dass es
    1. als Ganzes für eine zweistündige Klassenarbeit viele zu lang ist
    2. viel zu viel von dem Text wegnimmt.
    3. Deshalb empfiehlt es sich, dieses lange Verhör in Teile zu gliedern. Eine vorausschauende Lehrkraft lässt dann zum Beispiel den Anfang exemplarisch analysieren, geht nur grob auf den Rest ein und nimmt dann in der Klassenarbeit daraus einen passenden Teil.
  2. Wenn man weitere dialogische Texte als Basis für die Klassenarbeit ins Auge fassen will, dann kommt grundsätzlich in Frage:
    1. Die Befragung des Angeklagten durch den Vorsitzenden Richter ab S. 62-76
    2. Die Befragung des Zeugen Lauterbach ab S. 23 bis  S. 50 im Gespräch mit dem Vorsitzenden Richter
    3. Die Befragung des Zeugen Lauterbach ab S. 51 im Gespräch mit der Staatsanwältin bis 59
    4. Die Befragung des Zeugen Lauterbach ab S. 59 bis 61 im Gespräch mit dem Verteidiger
    5. Befragung der Nebenklägerin, der Frau eines durch den Abschuss zu Tode gekommenen Passagiers ab S. 98 bis 110
  3. Ansonsten können eher monologische Teile analysiert werden:
    1. die Stellungnahme des Verteidigers zur Anklageschrift ab S. 16
    2. das Plädoyer der Staatsanwältin ab S. 113
    3. das Plädoyer des Verteidigers ab S. 123
  4. Die Begründung der Verurteilung wegen Mordes ab S. 134
  5. Die Begründung des Freispruchs ab S. 141

Die Prüfung der Textteile

  1. Wenn man zusammengestellt hat, welche Textteile überhaupt geeignet sind, dann
  2. muss man feststellen, welche Teile dort besonders interessant sind. Denn letztlich sollte der genau zu analysierende Textbereich nicht länger etwa als zum Beispiel die Begründung des Freispruchs. Im Vergleich zu einer Kurzgeschichte muss hier berücksichtigt werden, dass der Text ja grundsätzlich bereits gelesen worden ist. Deshalb darf der Textbereich hier sicher größer sein. Man muss aber berücksichtigen, dass eine genaue Analyse mehr Arbeit macht als einfach eine lesende Zurkenntnisnahme.
  3. Dann schaut man, welche der gefundenen Bereiche zu den Schwerpunkten des Unterrichts passen.
  4. Wenn man Glück hat, dann ist vor der Klassenarbeit eine Übungsarbeit besprochen worden, was auch ein Signal ist für das, was am Ende kommen könnte.
  5. Natürlich kann man sich auch im Internet oder bei Mitschülern erkundigen, was bei gleicher Lektüre dort als Arbeit gestellt worden ist.

Was könnte als Zusatzfrage dazukommen?

  1. Erstaunlich ist, dass mit der Frau eines der zu Tode gekommenen Passagiere nur die eine Seite das rein Menschliche in diesen Prozess einbringen kann.
    Daraus ließe sich die Frage ableiten:
    Müsste nicht eigentlich auch ein Vertreter der 70000 Leute im Stadion zu Worte kommen? Denn die sind ja nur knapp dem Tode entronnen, weil der Pilot eigenmächtig gehandelt und damit eine ungeheure Schuld auf sich genommen hat.
  2. Interessant ist die Stelle im Plädoyer des Verteidigers, an der er auf vergleichbare Fälle eingeht, die man gut mit der Situation des Piloten vergleichen kann – ganz gleich, mit welchem Ergebnis. Der Vergleich führt ja nicht immer zur Gleichsetzung, sondern arbeitet auch Unterschiede heraus.
  3. Auch könnte man die Frage stellen, wieso es in Prozesses eigentlich auch „mildernde Umstände“ gibt, während in diesem Falle dieser Pilot mit einem beliebigen Massenmörder auf eine Stufe gestellt wird.
  4. Auf jeden Fall muss bedacht und diskutiert werden, ob die Öffnung des geltenden Rechts in Richtung eines übergesetzlichen Notstandes nicht auch Leute dazu verführen könnte, eine Art von Selbstjustiz zu üben, weil sie glauben, damit größeres Unheil von der Menschheit abwenden zu können.
  5. Auch kann man das Stück prüfen, inwieweit es wirklich den Lesern bzw. Zuschauern die Entscheidung überlässt. Das beginnt schon beim Unterschied zwischen der absolut professionell agierenden Staatsanwältin und dem etwas seltsamen und damit möglicherweise weniger gut wegkommenden Verteidiger. Das könnte zum Beispiel schön in einer Facharbeit untersucht werden. Dabei wäre ein Eingehen auf die sogenannte „Tendenzliteratur“ möglich, bei der literarische Werke nicht ihre eigenen Wege gehen und manchmal sogar den Verfasser überraschen können, sondern sie sind eigentlich die fiktive Umsetzung dessen, was der Verfasser genauso als Beispiel in einem Kommentar unterbringen könnte.

Klassenarbeit zum Thema „Ballade“ – Tipps für eine gute Note

Wie erreicht man bei einer „Balladen-Arbeit“ eine möglichst gute Note?

Kurz vor einer Klassenarbeit taucht spätestens die Frage auf, was sind die wichtigsten Punkte, auf die man achten sollte.

Nicht immer haben die Lehrer dann noch die Zeit, alles Mögliche zusammenzustellen – oder aber die eine oder andere Frage taucht auch erst nach der letzten Stunde vor der Arbeit zu Hause auf.

Deshalb stellen wir hier mal die wichtigsten Punkte zusammen. Wenn man die beachtet, hat man auf jeden Fall die Chance auf eine möglichst gute Note.

Dabei konzentrieren wir uns auf die beiden „balladentypischen“ Aufgabenschwerpunkte:

  • Inhaltsangabe
  • Nachweis, dass es sich um eine Ballade handelt.
  1. Das Wichtigste ist wie bei jeder anderen Arbeit auch, die Aufgabenstellung sorgfältig zu beachten. Am besten zerlegt man sie für sich in eine kleine Checkliste, die man am Ende überprüft.
  2. Am Anfang muss meistens ein Einleitungssatz geschrieben werden: Verfasser, Titel, Gattung = Ballade. Dabei kann man eine Art Formular verwenden: „Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine Ballade von Friedrich Schiller mit dem Titel „Der Handschuh“, in der es um die Frage der Ehre geht.“
  3. Am Ende des vorherigen Satzes ist schon das Thema genannt worden. Das wird auch häufig verlangt, obwohl man das eigentlich erst genau weiß, wenn man den Text ganz verstanden hat. Deshalb kann man hier erst mal einfach zwei Zeilen frei lassen – und das später einfügen, aber nicht vergessen!
  4. Inhalt zusammenfassen – in der Zeitform des Präsens, bei Vorzeitigkeit im Perfekt: Nachdem er mehrfach versucht hat, seinen Freund telefonisch zu erreichen, fährt er einfach zu ihm nach Hause und stellt ihn dort zur Rede. Auf jeden Fall das Plusquamperfekt vermeiden, weil man dann schnell ins Präterium rutscht: „Nachdem er mehrfach versucht hatte, seinen Freund telefonisch zu erreichen, fuhr er einfach zu ihm nach Hause und stellte ihn dort zur Rede.“ Dann ist man meistens in eine Nacherzählung abgerutscht.
  5. In der Inhaltsangabe auf wörtliche Rede verzichten, weil das nicht zu einer allgemeinen knappen Inhaltsangabe passt. Ggf. umschreibt man entsprechende Passagen: „Als die Dame den Ritter auffordert, ihm ihre Liebe zu zeigen, indem er ihr aus der Arena mit den dort befindlichen Raubtieren den Handschuh holt, …“
  6. Möglichst in etwas längeren Sätzen (Haupt- und Nebensätze) Handlungsteile zusammenfassen und auf gar keinen Fall Spannungswörter wie „Plötzlich“ oder „Auf einmal“ verwenden. Möglichst auch das Aneinanderreihen mit „Dann“ vermeiden – dafür lieber „Nachdem …“
  7. Zitate gehören ebenfalls normalerweise nicht in eine Inhaltsangabe, weil die ja kurz und knapp sein soll – und es nicht um eine Interpretation des Textes geht.
  8. Wenn man zeigen soll, dass es sich um eine Ballade handelt, geht es um drei Dinge:
    1. Es handelt sich um eine Geschichte,
    2. die in der Regel dramatisch ist und
    3. außerdem in Gedichtform präsentiert wird.
  9. Wer mal an Beispielen sehen möchte, wie man eine Inhaltsangabe schreiben kann, der findet auf dieser Seite die Beschreibung des Ablaufs. (https://www.schnell-durchblicken.de/durchblick-auch-in-deutsch/thema-balladen-und-inhaltsangabe/inhaltsangabe-entwickeln/)
  10. Wer einen Überblick über interessante Balladen haben möchte, der findet ihn hier: https://textaussage.de/die-richtige-ballade-finden-thematische-uebersicht
  11. Viele weitere Hinweise und Beispiele finden sich auf der Seite: https://www.schnell-durchblicken.de/durchblick-auch-in-deutsch/thema-balladen-und-inhaltsangabe/

Weiterführende Hinweise 

Goethe, „Der Erlkönig“ – Klassenarbeit

Aufgabenstellung zu Goethes Ballade „Der Erlkönig“

  1. Stelle das unten abgedruckte Gedicht zunächst allgemein vor (Textsorte, Titel, Autor, Thema) und beschreibe dann seine äußere Form (Strophenform, Reimschema und Versmaß/Metrum)
  2. Verfasse eine Inhaltsangabe zu dem Gedicht.
  3. Erkläre, inwiefern und inwieweit es sich um eine Ballade handelt.
  4. Stelle kurz und begründet dar, wie dir diese Ballade im Vergleich zu den anderen Beispielen gefällt, die wir im Unterricht behandelt haben.

Text der Ballade

Johann Wolfgang Goethe

Erlkönig

01 Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
02 Es ist der Vater mit seinem Kind;
03 Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
04 Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

05 Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
06 Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
07 Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? –
08 Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –

09 »Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
10 Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
11 Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
12 Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«

13 Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
14 Was Erlenkönig mir leise verspricht? –
15 Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
16 In dürren Blättern säuselt der Wind. –

17 »Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
18 Meine Töchter sollen dich warten schön;
19 Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
20 Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«

21 Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
22 Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
23 Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
24 Es scheinen die alten Weiden so grau. –

25 »Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
26 Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
27 Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
28 Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

29 Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
30 Er hält in den Armen das ächzende Kind,
31 Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
32 In seinen Armen das Kind war tot.

Hinweise zur Lösung

  1. Stelle das unten abgedruckte Gedicht zunächst allgemein vor (Textsorte, Titel, Autor, Thema) und beschreibe dann seine äußere Form (Strophenform, Reimschema und Versmaß/Metrum)
    • Ballade von Goethe mit dem Titel „Erlkönig“
    • Thema: Tod eines Kindes in schauriger Umgebung
    • 8 Strophen mit jeweils 4 Zeilen
    • Lauter Paarreime
    • Kein einheitliches Versmaß, sowohl daktylische Elemente wie auch Abwechslung von betonten und unbetonten Silben

  2. Verfasse eine Inhaltsangabe zu dem Gedicht.
    • In dem Gedicht geht es um einen Jungen, der im Arm des Vaters nach Hause reitet und sich vor mysteriösen Erscheinungen fürchtet.
    • Er hat das Gefühl, von einem Erlkönig gelockt zu werden, ihm zu folgen.
    • Der Vater sieht aber nur reale Dinge und reagiert mit entsprechenden Bemerkungen.
    • Umso erschrockener muss er sein, als er am Ende tatsächlich ein totes Kind im Arm hält, das ihn kurz vor seinem Ende noch darauf hingewiesen hat, dass dieser Erlkönig auch zur Gewaltanwendung bereit ist.

  3. Erkläre, inwiefern und inwieweit es sich um eine Ballade handelt.
    • Es handelt sich zunächst einmal um ein Gedicht.
    • Außerdem wird eine Geschichte erzählt,
    • die zudem dramatisch ist.
    • Damit zeigt sich, dass eine Ballade alle drei Hauptgattungen der Literatur enthält.

  4. Stelle kurz und begründet dar, wie dir diese Ballade im Vergleich zu den anderen Beispielen gefällt, die wir im Unterricht behandelt haben.
    • Hier gibt es natürlich keine Musterlösung.
    • Alles hängt davon ab, welche Balladen vorher behandelt worden sind – günstig wäre natürlich „Der Knabe im Moor“ u.ä.
    • Die Frage des „Gefallens“ kann sich auf inhaltliche Dinge beziehen („Ich stehe mehr auf reale Dinge!“) aber natürlich auch das Verhalten des Vaters thematisieren oder auch die Darstellung.

Alternative Aufgabe:
Wie wird in der Ballade die Angst des Kindes deutlich gemacht:

  • Es beginnt in Zeile 6 mit der einfachen Frage. Der Sohn will damit erreichen, dass der Vater sich auch mit dem beschäftigt, was ihn ängstigt.
  • Ab Zeile 13 intensiviert sich das dann, indem der Junge deutlich macht, dass er sich vom Erlkönig angesprochen fühlt, allerdings hier noch „leise“ und mit schönen Angeboten.
  • In Zeile 22 ist dann allerdings schon von einem „düstern Ort“ die Rede.
  • In den Zeilen 27 und 28 dann der direkte Aufschrei mit einem Übergang zu Gewalt und entsprechender Angst.
  • Insgesamt bleibt das einige Zeit auf dem gleichen Level: Unsicherheit, aber eben von vornherein Bangigkeit, steigert sich dann langsam ins eindeutig Negative und überrascht den Leser sehr plötzlich mit etwas, was er so schnell nicht erwartet hat.

Alternative Aufgabe:
Was geschieht mit dem Jungen?

  • Von vornherein ist ja von Bangigkeit, also Angst die Rede. Wahrscheinlich hat der Junge Schauergeschichten gehört und überträgt sie jetzt auf die Umgebung.
  • Wichtig ist, dass dieser Junge sich gelockt fühlt – von einer fremden Macht, die zwar schöne Worte macht, aber letztlich sich an einem „düstern Ort“ befindet.
  • Ebenso wichtig ist, dass dieser Vater dem Jungen keinen Schutz gewährt, ihn nicht ernst nimmt, sondern einfach nur oberflächlich beschwichtigt.
  • Das Anfassen des Erlkönigs mit tödlichem Ausgang ist wohl eine innere Reaktion des Jungen. Er stirbt wahrscheinlich an Schrecken, der zu realen Schmerzen führt („das ächzende Kind“), die das Kind schließlich nicht mehr ertragen kann.

Weiterführende Hinweise

 

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