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„tschick“ – Kapitel 29-34 mit Isa unterwegs

Die Kapitel 29-34 des Romans „tschick“.

In diesen Kapiteln geht es um die gemeinsamen Erlebnisse der beiden Jungen mit Isa: vom Kennenlernen auf dem Müllberg bis zu ihrem plötzlichen Entschluss, mit einer Busgruppe ihre Reise fortzusetzen.

Auch hier führen wir die wichtigsten Textstellen auf und kommentieren sie auch. Auf besonders wichtige Textstellen, die zum Beispiel in Klassenarbeiten eine Rolle spielen könnten, gehen wir auf eigenen Seiten ein.

Kapitel 29: Maik und Tschick treffen Isa auf dem Müllberg

In diesem Kapitel sind Maik und Tschick unterwegs zu Müllbergen, um dort einen Schlauch für das Umpumpen von Benzin zu suchen. Dort treffen sie Isa, die ihnen zeigt, wo sie das Gewünschte finden. Dafür will sie dann aber auch mitgenommen werden. Vor allem Tschick ist strikt dagegen, hat auch regelrechte Schimpfkanonaden mit Isa ausgetauscht. Zunächst steuern sie alle zusammen noch mal das Brombeergebüsch an, um ihren Hunger zu stillen.

  • Zitat S. 150: „… das verdreckte Mädchen kletterte einmal wie ein kleines, schnelles Tier an mir vorbei,ohne mich anzusehen.“

Hier wird deutlich, wie naturnah und zivilisationsfern Isa ist, als die beiden Jungen sie kennenlernen.

  • Zitat S. 152:
    • „Es blieb eine Weile still, dann rief sie wieder: ‚Was habt ihr denn gesucht?‘
    • ‚Haufen Scheiße‘, sagte Tschick.
    • ‚Schläuche!‘ rief ich. Mir wurde dieses Gefluche lan gsam zu viel.
    • ‚Wir haben Schläuche gesucht. Und du?'“

Die Textstelle zeigt deutlich den Unterschied zwischen Tschick und Maik, was Isa angeht. Daraus wird dann ja auch eine zunehmende Annäherung, die man genauer untersuchen könnte.

  • S. 154/55
    • „Tschick und das Mädchen beharkten sich noch, als wir schon fast außer Rufweite waren. Er drehte sich immer wieder um und brüllte ihr Beleidigungen zu, und sie brüllte von den Müllbergen zurück.
    • Ich hielt mich da lieber raus.
    • Aber dann kam sie uns auf einmal hinterhergelaufen.
    • Und irgendwie hatte ich gleich ein komisches Gefühl bei der Sache, als ich sah, wie sie uns hinterherlief. Normalerweise können Mädchen ja nicht laufen, oder nur so schlenkerig. Aber die konnte laufen. Und sie lief mit ihrer Holzkiste im Arm, als ginge es um Leben und Tod. Ich hatte nicht direkt Angst vor ihr, wie sie da auf uns zuschoss. Aber ein bisschen unheimlich war sie mir schon. „
    • Die Textstelle zeigt wieder,
      • dass Maik sich eher etwas zurückhält, um Normalität in der Kommunikation bemüht.
      • Deutlich wird auch wieder, vgl. die Tierstelle weiter oben, dass Isa etwas Besonderes ist, sehr naturnah und voll auf den aktuellen Punkt ausgerichtet.
      • Das ist Maik zu diesem Zeitpunkt noch unheimlich.

 

Kapitel 30: S. 156-159: Auf dem Weg zur Tankstelle: Isas Gesang

In diesem Kapitel machen sie sich auf den Weg zur Tankstelle und essen gemeinsam von den Brombeeren.

Am wichtigsten ist wohl die folgende Textstelle:

  • „Mittlerweile hatte ich auch schon wieder Hunger und Tschick auch, und wir stürzten uns zu dritt in die Brombeeren.
  • Wir müssen die irgendwie loswerden , flüsterte Tschick,
  • und ich sah ihn an, als hätte er gesagt, wir sollten uns nicht die Füße absägen.
  • Und dann fing das Mädchen an zu singen. Ganz leise erst, auf Englisch, und immer unterbrochen von kleinen Pausen, wenn sie Brombeeren kaute.
  • Jetzt singt sie auch noch kacke , sagte Tschick,
  • und ich sagte nichts, denn im Ernst sang sie nicht kacke. Sie sang Survivor von Beyoncé. Ihre Aussprache war absurd. Sie konnte überhaupt kein Englisch, hatte ich den Eindruck, sie machte nur die Worte nach.
  • Aber sie sang wahnsinnig schön.
  • Ich hielt eine Ranke mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig von mir weg und schaute zwischen den Blättern durch auf das Mädchen, das da singend und summend und Brombeeren kauend im Ge- büsch stand.
  • Dazu dann noch der Brombeergeschmack in meinem eigenen Mund und die orangerote Dämmerung über den Baumkronen und im Hintergrund immer das Rauschen der Autobahn – mir wurde ganz seltsam zumute.“

Die Textstelle zeigt,

  1. dass Maik inzwischen ganz anderer Meinung ist, was das Loswerden Isas angeht.
  2. Dabei verwendet er eine äußerst originelle Wendung: „und ich sah ihn an, als hätte er gesagt, wir sollten uns nicht die Füße absägen“
  3. Was dann den Gesang angeht, sind Tschick und Maik auch ganz anderer Meinung.
  4. Dazu kommt, dass sie auch noch einen Song von Beyoncé singt, was für Maik sicher einen Zusammenhang mit seinen Gefühlen für Tatjana herstellt.
  5. Am Ende wird ganz deutlich, welchen großen Eindruck das alles auf Maik macht.

Kapitel 31: S. 160-163: Isa gibt den Jungen den richtigen Benzin-Tipp.

In diesem Kapitel geht es um die nicht gelingenden Versuche von Maik und Tschick, mit dem Schlauch Benzin rüberzupumpen.

Erst als Isa, die man zwischendurch abgewimmelt hatte, wieder auftaucht und ihnen den entscheidenden Tipp gibt, klappt es.

Deutlich wird hier, um wieviel lebenstüchtiger Isa im Vergleich zu den beiden Jungen ist. Lebenstüchtigkeit bedeutet dabei ein Leben außerhalb oder am Rande der Zivilisation, was Maik und Tschick erst langsam auf ihrer Abenteuerfahrt lernen.

Anregung: Man könnte mal genauer untersuchen, wie die beiden Jungen langsam in die Welt hineinwachsen, in der Isa sich in ihrer größeren Natürlichkeit schon sehr viel sicherer bewegt.

Kapitel 32: S. 164-168: Isa hat unterwegs was zu sagen

Isa wird jetzt doch mitgenommen, auch wenn sie furchtbar stinkt. Das ändert sich, als sie einen Bergsee erreichen, wo sie ins Wasser geworfen wird und sich anschließend mit Duschgel einseift. Wie unbefangen und damit auch wieder naturnah sie ist, zeigt sich daran, dass sie sich ungeniert vor den Jungen auszieht.

Besonders interessant:

  • „Tschick hatte mittlerweile keine Probleme mehr mit der Autobahn, er fuhr wie Hitler in seinen besten Tagen,
  • und Isa saß hinten und quasselte unaufhörlich. Sie war auf einmal ganz aufgekratzt und rüttelte beim Reden an unseren Sitzlehnen.
  • Nicht, dass ich das normal gefunden hätte, aber im Vergleich zu dem Gefluche vorher war es immerhin ein Fortschritt.
  • Und auch was sie da redete, war gar nicht immer uninteressant. Ich meine, sie war nicht doof auf ihre Weise, und auch Tschick biss sich nach einiger Zeit auf die Lippen und hörte ihr zu und nickte.“

Die Textstelle zeigt:

  1. dass Isa einen enormen Redebedarf hat, was vielleicht damit zusammenhängt, dass sie vorher wohl lange allein unterwegs war.
  2. Entscheidend auch hier wieder, dass Isa den Jungen was zu bieten hat, was „nicht immer uninteressant“ ist.
  3. Anregung: Klären könnte man mal, was es bedeutet, wenn Maik feststellt: “ … sie war nicht doof auf ihre Weise“.
  4. Interessant, dass Tschick schließlich auch ihrem Einfluss erliebt, immerhin wird sogar betont: „biss sich nach einiger Zeit auf die Lippen.“

Kapitel 33: S. 169-172: Umgang mit Sexualität

In diesem Kapitel geht um Fragen der Sexualität. Als Tschick am nächsten Morgen schon unterwegs ist, um was zu besorgen, schneidet Maik Isa die Haare, die dabei ihren Oberkörper frei gemachtd hat und schließlich Maik sogar fragt, ob er mit ihr schlafen wolle. Der ist von dem Gedanken aber überfordert, ihm reicht es, dass sie ihre Hand auf sein Knie legt. Zum Küssen kommt es dann nicht mehr, weil Tschick wiederkommt.

Interessant ist die Episode mit dem Mann am Waldrand, der im Unterschied zu Isa auf eine Weise mit Sexualität umgeht, die Isa so unnatürlich und abstoßend findet, dass sie ihn mit Steinwürfen vertreibt.

Das Kapitel zeigt:

  1. wieder, wie natürlich Isa auch mit Sexualität umgeht
  2. im Kontrast zum einen zu Maik, der offensichtlich noch nicht so weit ist
  3. und vor allem dem Erwachsenen, der zwar weiß, was Sexualität ist und was man machen kann, dies aber auf eine abstoßende Weise präsentiert,
  4. die Isa zu einer kämpferischen Gegenaktion herausfordert.

Kapitel 34: S. 173-177: Grundfragen des Lebens

In diesem Kapitel fahren die drei auf einen Berg, wo sie ein Holzkreuz sehen und eine Hütte, an deren Wänden viele Menschen ihre Namen und das Datum der Anwesenheit eingeschnitzt haben.

Tschick fügt jetzt auch ihre Namen und Daten hinzu.

Das Bewusstsein, dass die Menschen, die da etwas von sich hinterlassen haben, inzwischen alle tot sind, gibt den drei Jugendlichen zu denken. Maik schlägt schließlich vor, dass sie sich in genau fünfzig Jahren an der gleichen Stelle wieder treffen sollten. Dem stimmen die anderen zu.

Dann aber kommt es plötzlich zur Trennung, als Isa einen Reisebus sieht, mit dem sie mitfahren will. Maik gibt ihr das benötigte Geld und bekommt dafür einen Kuss von Isa auf den Mund.

Tschick kommentiert das am Ende nur noch ironisch: „du hast ja echt ein glückliches Händchen mit Frauen“. (177)

Hinweis auf den Aspekt des Existenzialismus in diesem Kapitel

Dies ist ja eins der interessantesten Kapitel des Romans, weil es um Grundfragen der Existenz geht, was man „Existenzialismus“ nennt.

Dazu haben wir an anderer Stelle schon einiges zusammengetragen:

https://www.schnell-durchblicken.de/durchblick-auch-in-deutsch/tipps-und-hilfen-zu-tschick/existenzialismus-in-tschick/

Erinnert sei daran, dass es eine Vorstufe zu dieser Episode geht, in der Maik über das Älterwerden nachdenkt (Kapitel 23)

Weiterführende Hinweise

„tschick“ – Kapitel 20-28 unterwegs bis Isa auftaucht

Die Kapitel 20-28 des Romans „tschick“.

Im 19. Kapitel haben wir zu unserer Überraschung festgestellt, dass man kaum eine Stelle findet, die man wirklich für besonders wichtig halten kann. Das haben wir zum Anlass genommen, jetzt eine andere Herangehensweise mal auszuprobieren:

Wir behandeln einfach einen größeren Erzählzusammenhang „auf einen Schlag“, nämlich die Kapitel 20-28. In ihnen geht es um die Erfahrungen, die Tschick und Maik auf ihrer Autofahrt Richtung Walachei machen, bevor Isa zu ihnen stößt.

Auch hier führen wir die wichtigsten Textstellen auf und kommentieren sie auch. Auf besonders wichtige Textstellen, die zum Beispiel in Klassenarbeiten eine Rolle spielen könnten, gehen wir auf eigenen Seiten ein.

Kapitel 20: Zitat 1 (S. 104): Maiks völlig neues Fahr-Erlebnis

Zu Beginn des Kapitels 20 beginnt die eigentliche Abenteuerfahrt und sie führt gleich zu völlig neuen Gefühlen und Ideen. Maik beginnt mit seiner Situation:

  • „Mein Arm hing aus dem Fenster, mein Kopf lag auf meinem Arm.
  • Wir fuhren Tempo 30 zwischen Wiesen und Fel dern hindurch, über denen langsam die Sonne aufging, irgendwo hinter Rahnsdorf, und es war das Schönste und Seltsamste, was ich je erlebt habe.
  • Was daran seltsam war, ist schwer zu sagen, denn es war ja nur eine Autofahrt, und ich war schon oft Auto gefahren.
  • Aber es ist eben ein Unterschied, ob man dabei neben Erwachsenen sitzt, die über Waschbeton und Angela Merkel reden, oder ob sie eben nicht da sitzen und niemand redet.
  • Tschick hatte sich auf seiner Seite auch aus dem Fenster gehängt und steuerte den Wagen mit der rechten Hand eine kleine Anhöhe hinauf.
  • Es war, als ob der Lada von alleine durch die Felder fuhr, es war ein ganz anderes Fahren, eine andere Welt. Alles war größer, die Farben satter, die Geräusche Dolby Surround, und ich hätte mich, ehrlich gesagt, nicht gewundert, wenn auf einmal Tony Soprano, ein Dinosaurier oder ein Raumschiff vor uns aufgetaucht wäre.“

Die Stelle zeigt,

  1. wie sich die Wahrnehmung eines alltäglichen Ablaufs völlig verändern kann, wenn er in einem anderen Umfeld stattfindet.
  2. Maik macht zum Teil ja auch klar, was sich für ihn am Umfeld geändert hat.
  3. Erstaunlich, wie sehr auch hier Maiks Fantasie wieder angestachelt wird.
  • Im weiteren Verlauf des Kapitels geht es um die Fahrkünste von Tschick und das Problem, wie man die Richtung nach Süden sicher finden könnte. In dem Zusammenhang geht es auch um einen kleinen Spielkompass, der Anlass wird zum Vortrag von Lese-Erinnerungen.
  • Ein anderes Problem besteht darin, dass Tschick mit seinen gerade mal 14 Jahren nicht als zu junger Fahrer auffällt. Das gehen die geradezu experimentell an, indem sie verschiedene Formen der Bemalung und der Verkleidung ausprobieren.

Kapitel 21:

  • Am Ende des vorigen Kapitels sind sie auf eine Sandkiste abgebogen, wo sie jetzt ziemlich lange allein sind.
  • In einer Sackgasse fahren sie einfach weiter durch ein Weizenfeld.
  • Schließlich endet ihre Fahrt an einem Abhang.
  • Dort erleben sie ein stundenlanges wütendes Unwetter
  • und verbringen schließlich die erste Nacht auf den Autositzen im Lada.

Kapitel 22:

  • Am nächsten Tag bringt Tschick seinem Freund Maik das Autofahren bei.
  • Am beeindruckendsten die freudige Feststellung des erfolgreichen Fahrschülers: „Der Lada machte, was ich wollte.“ (114)

Kapitel 23:

  • In einer Bäckerei treffen sie denn Bekannte und die spendieren ihnen Kaffee und Brötchen, die sie dringend brauchen.
  • Anschließend fällt ihnen ein Bus voller Touristen auf, was Maik zu tiefsinnigen Überlegungen zum Ablauf des Lebens bringt.
  • Wir gehen darauf auf einer separaten Seite ein, weil das hier zu viel würde.
  • Aufgeschreckt von zwei Polizisten tauschen sie erst mal das Nummernschild ihres Ladas aus und verschwinden dann in einer Sägewerk-Anlage.
  • Dann ziehen sie erst mal mit Rucksäcken los, um ein oder zwei Tage im Wald zu verbringen.
  • Auf dem Berg finden sie einen Kiosk, wo sie sich einiges kaufen können.
  • Sie verbringen dann den Nachmittag bei Holunderbüschen und unterhalten sich über die Frage, ob nicht irgendwo im Universum eine Insektenart genau so über sie nachdenken könnte, wie sie es jetzt gerade tun.
  • Anregung: Man könnte mal versuchen, ob man auch in der Schule ein solches Gespräch führen kann. Etwa in Gruppenarbeit mit dem Ziel, etwas Grundsätzliches über das Leben herauszufinden. Gegebenenfalls könnte man hier ein paar Vorschläge machen. Das können Fragen nach dem Beruf, dem späteren Wohnort, einer möglichen Familie oder irgendwelchen Abenteuern oder sonstigen besonderen Leistungen sein. Oder eine besondere Begegnung mit einem Menschen oder eine besondere Landschaft, die einen fasziniert und festhält.

Zitat S. 122

  • „Wahnsinn! Ja, Wahnsinn. Ich schaute in die Sterne mit ihrer unbegreiflichen Unendlichkeit, und ich war irgendwie erschrocken.
  • Ich war gerührt und erschrocken gleichzeitig.
  • Ich dachte über die Insekten nach, die jetzt fast sichtbar wurden auf ihrer kleinen, flimmernden Galaxie
  • und dann drehte ich mich zu Tschick, und er guckte mich an und guckte mir in die Augen und sagte, dass das alles ein Wahnsinn wäre
  • und das stimmte auch. Es war wirklich ein Wahnsinn. Und die ‚Grillen zirpten die ganze Nacht.“

Die Stelle zeigt,

  1. zunächst einmal, wie „philosophisch“ und zugleich kreativ-literarisch Tschick und Maik die besondere Situation nutzen, um sich Gedanken über Grundfragen unsrer Existenz zu machen.
  2. Anregung: Klären könnte man das Gemisch der Gefühle, die dabei entstehen.
  3. Anregung: Außerdem könnte man sicher mal abfragen, in welchen Situationen heute junge Menschen noch auf solche oder ähnliche Gedanken kommen.

Kapitel 24:

  • Als Maik am nächsten Morgen aufwacht, ist er allein. Tschick ist mal zum Sägewerk runtergegangen, um nach dem Lada zu schauen.
  • Wie gut Maik so ganz nebenbei wie ein Schriftsteller arbeitet, zeigt die folgende Stelle: „Die Sonne sah aus wie ein roter Pfirsich in einer Schüssel Milch.“ (123)
  • Anregung: Das ist natürlich ein guter Ausgangspunkt, selbst sich selbst mal an einem gewagten Vergleich zu versuchen.
  • Den Schluss des Kapitels bildet dann die kurze Begegnung mit einer Gruppe Mädchen, die unter dem Motto „Adel auf dem Radel“ unterwegs sind.
  • Auch Tschick zeigt sich wieder mal sehr kreativ, wenn er von sich und Maik als „Proleten auf Raketen“ spricht.

Kapitel 25:

  • Sie fahren dann weiter, weil sie sich schon wieder recht sicher fühlen, und stellen dann fest, dass sie hungrig sind.
  • Sie checken erst mal ihre Vorräte – und dann wieder eine schöne Formulierung, wie sie die Pizzen entsorgen: „… und am Ende verließen sechs Frisbeescheiben den Lada wie Ufos den brennenden Todesstern.“ (126)
  • Anregung: Hier könnte man mal klären, wie man auf so einen Vergleich kommen kann.
  • Dann sehen sie das Schild zu einem Normal-Laden, können den aber nicht finden und geraten schließlich  an eine etwas seltsame Familie, von der sie sogar zum Essen eingeladen werden.
  • Anregung: Genauer untersuchen könnte man die humorvolle Art der Kommunikation vor allem zwischen Tschick und der Familie.
  • Am Ende kommt es noch zu einem Quizwettbewerb und Tschick nutzt ihn, um herauszubekommen, wie man mit einer Uhr die Himmelsrichtung feststellen kann.

Kapitel 26:

  • Nachdem sie zum Abschied noch einen Kürbis geschenkt bekommen haben, denkt Maik darüber nach, ob Tschick es wohl ernst gemeint hatte, als er von tollen Leuten sprach.
  • Anregung: Hier könnte man mal überlegen, wie vielschichtig dieses Urteil ist und was es bedeutet. Teilweise wird das ja im Text selbst erklärt.
  • Sie kaufen dann im Norma-Laden ein und kurz bevor sie das abgestellte Auto wieder erreichen, stellt Maik plötzlich fest, dass da ein Polizist ist, der versucht sein Fahrrad zu flicken und bald misstrauisch wird, was diese Jungs und das Auto angeht.
  • Es kommt zu einer wilden Verfolgungsjagd, bei der Maik und Tschick getrennt werden.

Kapitel 27:

  • Maik und Tschick sind glücklicherweise so klug, zum letzten gemeinsamen Punkt zurückzukehren.
  • Vorher gibt es aber wieder eine schöne Beschreibung: „und die flachen Sonnenstrahlen glänzten auf dem Kopfsteinpflaster wie roter Lack.“ (140)
  • Anregung: Bei diesen und ähnlichen Bildern kann man mal überprüfen, inwieweit das Bild passt und wie der Effekt hat entstehen können.

Kapitel 28:

  • Dieses Kapitel leitet dann schon zum nächsten Kapitelblock über, weil Maik und Tschick nämlich feststellen, dass das Benzin zu Ende geht.
  • Dies führt sie dazu, einen Schlauch zu suchen, um von einem anderen Auto Sprit rüberzuziehen.
  • Recht witzig gemacht ist dann die Erklärung der Möglichkeit durch das „Prinzip der kommunalen Röhren.“ (147)

Weiterführende Hinweise

„tschick“ – Kapitel 15

Das 15. Kapitel des Romans „tschick“.

Am ersten richtigen Ferientag geht es Maik schon etwas besser und er nimmt sich sein Lieblingsbuch vor. In ihm geht es um Graf Luckner, einen deutschen Hilfskreuzer-Kapitän im Ersten Weltkrieg, der den Auftrag hat, englische Handelsschiffe zu versenken.

Zitat 1: „und Graf Luckner sprach zu mir“ (79/80)

  • „Ich hängte die Füße ins Wasser, und Graf Luckner sprach zu mir. Das ist nämlich mein Lieblingsbuch: Graf Luckner. Hatte ich mindestens schon dreimal gelesen, aber ich dachte, ein viertes Mal kann nicht schaden.
  • Wenn einer so drauf ist wie der Graf, kann man das auch fünfmal lesen. Oder zehnmal.
  • Graf Luckner ist Pirat im Ersten Weltkrieg und versenkt einen Engländer nach dem anderen. Und zwar gentlemanlike. Das heißt, er bringt die nicht um. Er versenkt nur ihre Schiffe und rettet alle Passagiere und bringt sie an Land, im Auftrag Seiner Majestät.
  • Und das Buch ist nicht erfunden, das hat er wirklich er lebt. Die tollste Stelle ist aber mit Australien. Da ist er Leuchtturmwär- ter und jagt Kängurus. Ich meine, er ist fünfzehn. Er kennt niemanden da. Er ist mit dem Schiff ausgerissen, und dann geht er zur Heilsarmee und landet auf einem Leuchtturm in Australien und jagt Kängurus.
  • Aber so weit kam ich diesmal gar nicht. Die Sonne knallte runter, ich stellte den Sonnenschirm auf, und der Wind wehte ihn um. Ich stellte Gewichte auf den Fuß. Dann war Ruhe.
  • Aber ich konnte nicht lesen. Ich war auf einmal so begeistert davon, dass ich jetzt machen konnte, was ich wollte, dass ich vor lauter Begeisterung überhaupt nichts machte. Da war ich ganz anders als Graf Luckner. „

Die Stelle zeigt,

  1. Auffallend ist auch hier, über welch mächtige Fantasie Maik verfügt. Immerhin stellt er sich beim Lesen vor, dass die Hauptfigur des Buches regelrecht zu ihm redet.
  2. Nicht verwunderlich ist, dass ihn bei der Lebensgeschichte dieses ungewöhnlichen Mannes am meisten reizt, was er mit fünfzehn Jahren macht. Da ist er nämlich etwa in Maiks Alter.
  3. Interessant ist dann, dass Maik das passiert, was vielen passiert, die sich unheimlich auf Freiheit oder Freizeit freuen. Er macht nämlich erst mal gar nichts – vor „lauter Begeisterung“, dass er jetzt alles machen kann, was er will.

Anschließend macht er dann aber doch etwas. Er wässert nämlich den Garten, gerade weil sein Vater vergessen hat, das in die Auftragsliste mit aufzunehmen. Dabei geht dann wieder die Fantasie mit ihm durch.

Zitat 2:

  • „Haustür offen, und ich: Hose hochgekrempelt und barfuß, Sonnenbrille im Haar, Graf Koks von der Gasanstalt sprengt seine Ländereien.
  • Das konnte ich jetzt jeden Morgen Ich fand es auch gut, wenn mich jemand dabei sah. Aber die meiste Zeit sah mich keiner.
  • Es war halb neun, die großen Ferien, da lag alles schläfrig versunken. Zwei Blaumeisen zwitscherten durch den Garten.
  • Der sympathisch vergrübelte und seit kurzem erschütternd verliebte Graf Koks von Klingenberg
    • weilte ganz allein auf seinen Gütern –
    • nein, nicht ganz allein. Jack und Meg, die ihn wie so oft, vom Paparazzi-Trubel ermüdet, in seinem Berliner Domizil besuchten, veranstalteten eine kleine Jamsession im Hinterzimmer.
    • Gleich würde der Graf sich zu ihnen gesellen und ein paar rockige Töne auf der Blockflöte beisteuern.
    • Die Vögel zwitscherten, das Wasser plätscherte … Nichts liebte Koks von Klingenberg mehr als diese Blaumeisen-Morgenstunde, in der er seinen Rasen sprengte.
    • Er knickte den Wasserschlauch ab, wartete zehn Sekunden, bis der volle Druck sich aufgebaut hatte, und schoss eine Dreißig-Meter-Boden-Boden-Rakete auf den Rhododendron.“

Die Stelle zeigt,

  1. Maik lebt in den Figuren, die er in Büchern und Filmen kennengelernt hat.
  2. Hier erfindet er gleich wieder eine ganze Geschichte, die in ihrem Fantasiereichtum übrigens sehr Tschicks Interpretation einer Brecht-Geschichte ähnelt (S. 54/55)
  3. Anregung: Man kann das selbst mal ausprobieren, indem man sich in eine bestimmte Situation versetzt und sich dann rollenmäßig nach oben beamt.
    • Zum Beispiel muss man bei einem Arzt zu lange warten und man stellt sich vor, man sei der Beauftragte der Krankenkasse für den Umgang mit Patienten und malt sich jetzt die Überraschung aus, die eine entsprechende Ansprache für den Arzt bedeutet. Das kann natürlich auch nach hinten  losgehen, wenn der Arzt zum Beispiel eine gute Erklärung für die Wartezeit hat: Notfall o.ä

Weiterführende Hinweise

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