Anders Freistein, „Vom Blasswerden“ (Mat7434-vbw)

Wir präsentieren hier ein Gedicht, das am 28.03.2026 spontan entstanden ist. Nötig dafür war das produktive Zusammenstoßen von zwei Elementen. Da war einmal die Alltagserfahrung, dass man manchmal sehr vorsichtig sein muss mit dem, was man sagt. Denn man weiß ja spätestens seit dem Kommunikationsforscher Watzlawick, dass jedes Gespräch eine Vorgeschichte hat und auch eine Nachgeschichte.

Das zweite Element war die tiefe Verneigung vor dem Dichter, der das Blasswerden in einem anderen kurzen Text bereitgestellt hat.
Auf der folgenden Seite haben wir den Text vorgestellt.
https://schnell-durchblicken.de/brecht-das-wiedersehen

Und so sieht eine solche Situation aus.

  • Bertolt Brecht geht hier von einer ganz normalen Alltagssituation aus.
  • Da möchte jemand einem anderen eine Art Kompliment machen.
  • Und die meisten Leute freuen sich auch, wenn sie nicht sichtbar älter geworden sind oder im Vergleich zu früher nicht mehr so gut aussehen.
  • Das wird von Brecht hier genutzt, um den Blick auf einen anderen Aspekt der Entwicklung zu lenken.
  • Er geht von der Notwendigkeit aus, dass man sich als Mensch ständig weiterentwickelt und damit auch verändert.
  • Und diesen Moment des Erschreckens haben wir hier der KI mal ein Bild fassen lassen, und es ist ihr recht gut gelungen.
  • Hier nun die Übertragung auf eine ganz andere Situation.
  • Bei der man auch auf etwas gestoßen worden ist, das einen blass werden lassen kann.

Anders Freistein

Neulich fragte ich einen Freund

Neulich fragte ich einen Freund:

Und was meinst du dazu?

Sagte der:

Ich behalte meine Meinung lieber für mich

Warum das?

Ich weiß nicht, ob sie morgen noch die richtige ist.

Ich wurde blass und beschloss,

demnächst solche Fragen nicht mehr zu stellen.

Denn wer weiß, ob sie in Zukunft noch die richtigen waren?

An einer Stelle steckt in dem Gedicht hilfreiche KI.

  • Die Entstehung dieses Gedichtes ist ein schönes Beispiel dafür, wie die künstliche Intelligenz auch Menschen im kreativen Prozess helfen kann.
  • Dabei geht es hier nicht darum, dass man der KI einfach einen Text schreiben lässt, für den man selbst keine Zeit hat oder von dem man sich überfordert fühlt.
  • Vielmehr sah das Gedicht in der ersten Fassung so aus:

Anders Freistein

Neulich fragte ich einen Freund

Neulich fragte ich einen Freund:

Und was meinst du dazu?

Sagte der:

Ich behalte meine Meinung lieber für mich

Warum das?

Ich weiß nicht, ob sie morgen noch die richtige ist.

Ich dachte darüber nach und beschloss,

demnächst solche Fragen nicht mehr zu stellen.

Denn wer weiß, ob sie in Zukunft noch die richtigen waren?

Wie sah der Austausch mit Gemini aus?

  • Wir haben dann Google Gemini dieses Gedicht gegeben. Weil wir uns gerne von der künstlichen Intelligenz auf Probleme hinweisen lassen. In der Regel erwarten wir aber so etwas wie ein Schulterklopfen. Und das bekommt man ja manchmal von der KI eher als von einem Menschen, der seine eigenen Kriterien hat.
  • Und dann macht es uns immer Spaß, die künstliche Intelligenz zu fragen, ob sie die Anspielung erkennt im Hinblick auf den Text von Bertolt Brecht.
  • Und siehe da, sie antwortete mit der Parabel von Brecht, „Maßnahmen gegen die Gewalt“.
    In ihr spricht sich jemand ganz allgemein gegen Gewalt aus, und dann steht sie plötzlich vor ihm. Er zeigt dann keinen Mut, sondern tut alles, was die Gewalt von ihm fordert.
    Er wird dann von denen, die von ihm auch viel Mut erwartet haben, kritisch gefragt, warum er denn jetzt so nachgiebig war.
  • „Ich habe kein Rückgrat zum Zerschlagen. Gerade ich muss länger leben als die Gewalt.“
  • Damit hat sich wieder mal gezeigt, dass die künstliche Intelligenz aufgrund ihres ungeheuren Wissens und der entsprechenden Mustererkennung einen auf neue und bessere Gedanken bringen kann.
    Und so ist aus dem „Nachdenken“ in der Zeile ein „Blasswerden“ geworden.

Was wir uns merken werden

Die Künstliche Intelligenz kann unsere
Intelligenz und Kreativität verschwinden lassen –
wenn wir sie an sie abgeben.

Wenn wir aber unsere produktiven Ideen
mit der KI diskutieren
und uns mit ihr darüber austauschen,
haben wir die Chance,
noch besser zu werden.

Weitere Infos, Tipps und Materialien