Im Folgenden zeigen wir mal, wie man eine vorgegebene Interpretationsliste abarbeiten kann.

Es geht dabei nicht mehr um das Gedicht von Micha Schneider mit dem Titel „Netzempfang“, das hier zu finden ist:
Das haben wir nämlich auf der Seite:
https://www.gedichte-oase.de/gedicht/netzempfang
behandelt.

Weil es aber viele Parallelen gibt, lassen wir hier alles vom anderen Gedicht erst mal stehen, markieren es aber rot.

Und das, was hier wirklich neu ist, das wird erst mal blau und später normal schwarz 😉

Das Gedicht „Plauerabend“ ist hier zu finden.

Textart:

  • gesellschafts- bzw. kulturkritisches Gedicht

Thematik:

  • Umgang mit Menschen, die streitlustig sind.

Reimart:

  • •Kreuzreim

Inhalt

1.Strophe :

  • Das Gedicht beginnt mit dem Hinweis auf Leute, die gerne „streiten“ und dabei ihr „übles Image“ überall verbreiten.
  • Sie weren sogar in die Nähe von Teufeln gerückt.

2.Strophe :

  • Die zweite Strophe wendet sich den Menschen zu, behauptet, dass sogar in Gefängnissen und unabhängig von der Intelligenz IT-Telefonie betrieben wird.

 

3.Strophe:

  • In dieser Strophe geht es darum, wie sehr diese Art der technischen Kommunikation die Menschen in Anspruch nimmt,
  • sogar in Extremsituationen wie dem „Komasaufen“.

 

4.Strophe:

  • In dieser Strophe wird deutlich gemacht, wie abhängig die Menschen von diesen Geräten sind,
  • bezieht das aber nur auf das Angeben damit.

 

5.Strophe:

  • Die letzte Strophe fasst noch mal alles zusammen
  • und macht dann die allumfassende Nutzung der Smartphones auf satirische Weise deutlich,
  • sogar im Sarg werde noch auf Netzempfang gehofft.

Sprache (Auffälligkeiten) 4Stück:

  1. Gleich am Anfang eine Reihung, die den Gedanken der weiten Verbreitung noch zusätzlich unterstützt
  2. Beschimpfung mancher Handynutzer, dabei aus rhythmischen Gründen noch ein jugendsprachlich wirkender Neologismus („Deppo“).
  3. Arbeit mit Gegensätzen, um die Spannweite zu zeigen („frei“, „in Ketten“, „dumm oder Genie“)
  4. Alliteration: „Manni, Mohammed und Mandy“
  5. Übertreibung: „nur mit Smartphone ist man chic“
  6. Weitere Übertreibung, die außerdem ein recht origineller Einfall iste: „Selbst im Sarg, beim letzten Gang, / hofft er noch auf Netzempfang.“

Intentionen (möglichst mindestens 2)

Damit ist gemeint, worauf das Gedicht hinausläuft, welche Aussagen man ihm entnehmen kann (es geht nicht um das, was der Autor sagen wollte, das kann identisch sein, muss aber nicht. Das ist ja das Schöne an Gedichten, da kann man was raushauen, wozu man nicht stehen muss – einfach mal spielerisch 😉

  1. Das Gedicht zeigt eine nur negative Sicht auf die moderne IT-Kommunikation.
  2. Was man sicher ernstnehmen muss, ist die totale Beanspruchung, der sich viele Menschen aussetzen.

Wertung (aus der eigenen Sicht)

  • Das Gedicht ist sehr einseitig.
  • Es spricht Probleme real an,
  • lässt aber alles aus, was Menschen heutzutage auch hilft. Man muss sich nur mal alte Spielfilme anschauen, wo in einer Notlage, die Leute warten mussten, bis vielleicht jemand vorbeikommt.
  • In modernen Filmen haben sie wenigstens die Möglichkeit, mit dem Smartphone Hilfe zu holen oder auch einfach zu sagen: „Mach dir keine Sorgen, ich brauche etwas länger.“
  • Aber es gibt eben auch die Situationen, wo Leute zusammensitzen und mehr mit elektronischen Nachrichten beschäftigt sind als mit ihren Mitmenschen.
  • Hier hätte man sich gewünscht, dass Handy-Nutzer nicht gleich als Deppen beschimpft werden, das lässt nur die Bereitschaft sinken, sich ernsthaft mit der Problematik zu beschäftigen.

Wer noch mehr möchte …