Björn Lankert, „Der Streber“ – oder: Manchmal lernt man nur unter Schmerzen! (Mat7052)

Worum es geht

In der Kurzgeschichte geht es um Vorurteile gegenüber Menschen, die einfach gerne Leistung erbringen und dann feststellen müssen, dass sie auch negativen Gefühlen, ja sogar einem üblen „Streich“ begegnen.

In diesem Falle löst sich das Problem durch den guten Einfall eines Vaters sowie einen erfolgreichen Rat einer Mutter auf.

Wir zeigen, wie man die Geschichte in der Schule gut einsetzen kann.

Inhaltsangabe

Kurz zusammengefasst: In der Geschichte geht es um Vorurteile gegenüber Menschen, die einfach gerne Leistung erbringen.

In der Geschichte geht es um einen Jungen namens Peter, der neu in eine Klasse kommt und dort gleich positiv auffällt, weil er durch seine Fähigkeiten in Deutsch die Mitschüler aus einer unangenehmen Hausaufgaben-Situation befreit. Im weiteren Verlauf werden dann aber auch die Schattenseiten solcher Qualitäten deutlich, denn die anderen sehen in ihm zunehmend einen Streber.

Schlimm wird es, als ihm bei der nächsten Klassenarbeit sein Banknachbar Stefan einen Mogelzettel unterschiebt, der dazu führt, dass die Arbeit mit mangelhaft bewertet wird. Während Peter ganz verzweifelt ist, entdeckt sein Vater, dass es auf dem Mogelzettel handschriftliche Einträge gibt, die nicht zu Peter passen. Ein Schriftsachverständiger wird eingeschaltet, der auch die Unterschiede feststellt.

Die Geschichte endet damit, dass Stefan seine Tat aus Angst vor einem offiziellen Schriftprobenvergleich zugibt. Dazu kommt aber auch die Einsicht aus einem Gespräch mit seiner Mutter, dass Leistung und Strebertum zwei ganz verschiedene Dinge seien, wie sich im Sport zeige.

Anmerkungen zum Schaubild

Das Bild ist so angelegt, dass eine negative Spannungskurve abgebildet wird. Alles beginnt in einem schönen Zustand von Ruhe und Harmonie. Peter ist neu, gut und hilfsbereit. Dann kommt die Warnung, er solle sich bloß nicht zum Preiseverderber entwickeln.

Dann der kriminelle Höhepunkt, nämlich der untergeschobene Mogelzettel, was wohl deutlich über den Charakter eines Streichs hinausgeht. Es löst dann auch eine richtige Verzweiflung aus.

Nach oben – bzw. in diesem Falle Richtung Ruhe-Ausgangsstand – geht es dann, als dem Vater eine Idee kommt und er beim Lehrer anruft. Die sich dann ergebende Drohung mit dem Schriftsachverständigen und der gute Rat der Mutter, zwischen Leistung und Streberei zu unterscheiden, führt zur Einsicht beim Übeltäter, zur Entschuldigung und wohl auch zur Auflösung des Problems.

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Mat159 Kurzgeschichte Der Streber Textvorlage mw

Mögliche Kurzgeschichten zum Vergleich

Die Kurzgeschichte „Der Streber – oder: Manchmal lernt man nur unter Schmerzen“ von Björn Lankert thematisiert zentrale Konfliktfelder des Jugend- und Schulalltags: Vorurteile unter Mitschülern, das Phänomen der Ausgrenzung (Außenseiterrolle) sowie schmerzhafte, aber nachhaltige Lernprozesse im sozialen Miteinander.

Um diesen Text im Deutschunterricht vergleichend heranzuziehen, bieten sich verschiedene Materialien aus der Datenbank an, die sich in drei thematische Vergleichslinien unterteilen lassen:

1. Stereotyp des „Strebers“ und Leistungsdruck

Hier stehen Texte im Vordergrund, die sich direkt mit der Schülerrolle, den Erwartungen und der Bewertung von Leistung auseinandersetzen:

  • Paulina Behrendt: „Strebertext“ (Poetry Slam / Mat2793): Setzt sich auf moderne und bühnentaugliche Weise direkt mit dem Begriff des „Strebers“ auseinander und hinterfragt die gesellschaftlichen sowie schulischen Etikettierungen.
  • Manuel Schormack: „Die gläserne Decke“ (Mat391): Erzählt die Geschichte des Schülers Jan, dessen kreativer Eifer und Engagement im Unterricht durch dogmatische und herablassende Urteile eines Lehrers ausgebremst werden. Dies eignet sich hervorragend, um die Kehrseite von schulischem Fleiß und der Bewertung von außen zu vergleichen.

2. Umgang mit Vorurteilen und die Dynamik von Ausgrenzung

Diese Texte beleuchten, wie Vorurteile entstehen, wie sie das Zusammenleben belasten und wie sie überwunden werden können:

3. Lernen durch eigene Fehler im Schulalltag

Diese Erzählungen zeigen Jugendliche, die – ähnlich wie in Lankerts Geschichte – erst durch Krisen oder Fehlverhalten zu einer wichtigen Erkenntnis gelangen:

  • Hajo Frerich: „Wenn Schule Schule macht“ (Mat395-kla): Eine sehr praxisnahe Geschichte, in der es um Kommunikation, das Aushandeln von Absprachen und das Meistern schwieriger Situationen im Schulalltag geht.
  • Lars Krüsand: „Pannen auf dem Weg zum Praktikum“ (Mat194): Erzählt realitätsnah von dem Schüler Ben, der durch Aufschieberitis und mangelnde Vorbereitung in eine Kette von Problemen gerät. Auch hier steht das schmerzhafte, aber lehrreiche Lernen aus eigenen Fehlern im Fokus.

Weitere Infos, Tipps und Materialien

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