Klassenarbeit zur Kurzgeschichte „Der Streber“ von Björn Lankert (Mat159-kla)

Björn Lankerts Kurzgeschichte „Der Streber“ bietet ein hochaktuelles, explosives Thema aus der Schüler-Lebenswelt: den sozialen Druck einer Clique gegen individuelle Leistungsbereitschaft und das Phänomen des Mobbings durch eine gefälschte Spickzettel-Intrige.

🎯 Was bietet diese Seite für die Praxis?

  • Für Schüler (Akuthilfe vor Klausuren): Ein klares Übungs- und Rettungsmodell. Der Text ist auf das absolute Wesentliche gekürzt, sodass du in einer 45-Minuten-Klassenarbeit keine wertvolle Zeit durch langes Lesen verlierst, sondern sofort in die Analyse einsteigen kannst.
  • Für Lehrkräfte (Drastische Vorbereitungsentlastung): Eine sofort einsatzbereite, lehrplankonforme Klausurvorlage für die Jahrgangsstufen 8 bis 10 inklusive eines vollständig ausgearbeiteten, bepunkteten Erwartungshorizonts (EHZ) für eine blitzschnelle Korrektur.

Für Schüler: Text, Aufgaben & Lösungshinweise

Auf dieser Seite findest du alles, was du für die Arbeit mit Der Streber von Björn Lankert brauchst: die Druckvorlage mit dem Text und den Aufgaben – und direkt darunter ausführliche Lösungshinweise, die dir zeigen, wie man solche Aufgaben angeht.

Hinweis zur Druckvorlage

Die Kurzgeschichte Der Streber von Björn Lankert sowie eine druckfertige Version der Aufgaben sind hier zu finden:

Aufgaben mit Lösungsvorschlägen

Hier findest du die Aufgaben noch einmal – diesmal mit ausführlichen Lösungsvorschlägen. Versuch zuerst, die Aufgaben selbst zu lösen, bevor du die Hinweise liest.

Aufgabe 1: Basissatz und Inhaltsangabe

Formuliere einen korrekten Basissatz (Autor, Titel, Textsorte, Entstehungszeit, Thema) zu der Kurzgeschichte „Der Streber“ und verfasse anschließend eine Inhaltsangabe.

💡 Unser Tipp

Der Basissatz folgt einer festen Formel: „Die Kurzgeschichte [Titel] von [Autor], [erschienen/entstanden …], handelt von / thematisiert …“ – bei unbekanntem Erscheinungsjahr einfach weglassen oder „aus der Gegenwart“ schreiben. Für die Inhaltsangabe: Schreib im Präsens, ohne eigene Wertung, in der Reihenfolge des Textes – und beantworte Wer? Was? Warum? Wie endet es?

Basissatz (Beispiel):

Die Kurzgeschichte Der Streber von Björn Lankert thematisiert, wie ein neuer Schüler aufgrund seiner guten Leistungen zum Ziel einer Clique wird und sich schließlich dank seines Vaters und des Lehrers gegen eine Intrige wehren kann.

Inhaltsangabe (Beispiel):

  • Peter kommt als Neuer in eine Klasse und wird von Björn, dem Boss der Clique, zunächst freundlich aufgenommen (Z. 8–10).
  • Schon bald gerät er unter Druck, weil er sich aktiv am Unterricht beteiligt – Björn wirft ihm vor, den anderen beim Lehrer „die Preise zu verderben“ (Z. 3–5).
  • Um Konflikte zu vermeiden, hält sich Peter zurück und zieht sich in der Pause mehr und mehr zurück (Z. 16–17).
  • Als Peters Deutscharbeit hervorragend ausfällt, schiebt Björns Clique einen angeblichen Spickzettel in sein Heft – der Lehrer Dr. Langkamp glaubt zunächst an einen Täuschungsversuch und bewertet die Arbeit als „mangelhaft“ (Z. 21–29).
  • Peters Vater erkennt, dass die Handschrift auf dem Zettel nicht die seines Sohnes ist, und nimmt Kontakt zu Dr. Langkamp auf (Z. 32–40).
  • Nachdem der Lehrer ankündigt, alle Hefte von einem Schriftsachverständigen prüfen zu lassen, gesteht Stefans Reue: Er war von Björn und Malte überredet worden, den Zettel zu platzieren (Z. 43–54).
  • Am Ende ruft Peters Vater gemeinsam mit Stefan beim Lehrer an, um die Situation zu klären (Z. 55–57).

Aufgabe 2: Figuren und ihr Zusammenspiel

Fasse kurz Einstellung und Verhalten der Figuren (Peter, Stefan, Björn, Dr. Langkamp) und ihr Zusammenspiel in der Geschichte zusammen.

💡 Unser Tipp

Charakterisiere jede Figur in wenigen Sätzen: Was tut sie? Was denkt oder will sie? Wie verändert sie sich? Nutze direkte Textstellen mit Zeilenangabe als Beleg – das macht deine Aussagen überzeugend. Denk auch daran, wie die Figuren aufeinander reagieren und sich gegenseitig beeinflussen.

  • Peter ist ein engagierter, leistungsbereiter Schüler, der schlicht so mitmacht, wie er es immer gewohnt war: „mitdenken, mitmachen, eigene Ideen entwickeln“ (Z. 6–7). Obwohl er unter dem sozialen Druck leidet, passt er sich äußerlich an (Z. 16–17), bleibt aber innerlich aufrecht. Sein Vertrauen in die Erwachsenen (Mutter, Vater, Lehrer) ist entscheidend für die Lösung des Konflikts.
  • Stefan schwankt zwischen Loyalität zur Clique und echtem Gewissen. Er ist Peters Banknachbar und eigentlich als Freund gedacht (Z. 41–42), lässt sich aber von Björn und Malte einspannen (Z. 47–49). Erst der Druck seiner Mutter und die Androhung des Schriftsachverständigen bringen ihn zum Eingestehen (Z. 46–54) – er ist keine böse Figur, sondern eine schwache.
  • Björn ist der Anführer der Clique und treibt den Konflikt an: Er reagiert auf Peters Leistungen mit Neid und Einschüchterung (Z. 1–5), steckt Stefan an (Z. 47–48) und schweigt, als die Wahrheit ans Licht kommt. Er bleibt bis zum Ende eine eher blasse, aber typische Figur des Gruppendrucks.
  • Dr. Langkamp reagiert zunächst nach dem äußeren Anschein und wertet die Arbeit als „mangelhaft“ (Z. 24–25), zweifelt aber schon dabei selbst: „Du kannst das doch eigentlich auch so“ (Z. 30–31). Er ist offen für Korrekturen und kooperiert mit Peters Vater – ein fairer, aber kein unfehlbarer Lehrer.
  • Peters Vater tritt spät auf, handelt aber entschlossen: Er erkennt sofort das Argument mit der Handschrift (Z. 33–37) und übernimmt die Initiative (Z. 55–57). Er symbolisiert ruhige, sachliche Stärke als Gegenpol zu schulischer Machtdynamik.

Aufgabe 3: Kennzeichen der Kurzgeschichte

Erläutere kurz, inwiefern und inwieweit die Kennzeichen der Kurzgeschichte erfüllt sind.

💡 Unser Tipp

Gehe die wichtigsten Merkmale der Kurzgeschichte systematisch durch: Wie beginnt der Text? Wie viele Figuren und Handlungsorte gibt es? Gibt es einen offenen Schluss? Wird etwas ausgespart oder nur angedeutet? Belege jeden Punkt mit einer Textstelle.

  • Unvermittelter Einstieg: Die Geschichte beginnt mitten in einer Konfrontationssituation, ohne Erklärung des Kontexts: „Sag mal, was soll das eigentlich?“ (Z. 1). Erst danach erfährt man, wer Peter ist und warum er in der Klasse neu ist (Z. 6–9).
  • Konzentration auf einen zentralen Konflikt: Der gesamte Text dreht sich um die Frage, ob Peters Engagement in der Schule geduldet wird oder nicht – und wie die Clique diesen Konflikt zu ihren Gunsten zu lösen versucht.
  • Wenige Figuren: Im Mittelpunkt stehen Peter, Stefan, Björn und Dr. Langkamp; weitere Figuren (Peters Vater, Mutter, Malte) bleiben am Rand.
  • Kein erklärender Erzähler: Hintergrundinformationen werden indirekt vermittelt, z. B. durch Peters Gedanken (Z. 6–10) oder Stefans Geständnis (Z. 46–49). Das ist typisch für die erlebte Rede in Kurzgeschichten.
  • Alltägliche Situation: Die Geschichte spielt in einem realistischen Schulalltag; nichts ist märchenhaft oder übertrieben. Der Konflikt könnte sich so tatsächlich ereignen.
  • Tendenziell offener Schluss: Die Geschichte endet mit einem Telefonat, das die Situation klären soll – aber das Ergebnis bleibt offen. Ob Björn und Stefan Konsequenzen tragen, ob Peter rehabilitiert wird, wird nicht erzählt.
  • „Ausriss aus einem Leben“: Der Text zeigt nur wenige Tage aus Peters Leben. Vorgeschichte (Köln, frühere Schule) und Zukunft (wie geht die Schulzeit weiter?) bleiben ausgespart.

Aufgabe 4: Mögliche Fortsetzung der Geschichte

Stelle Überlegungen an, wie die Geschichte weitergehen könnte. Beachte dabei die Ergebnisse aus Aufgabe 2.

💡 Unser Tipp

Erfinde nichts Beliebiges – verlängere den Text logisch. Schau dir an, welche Figuren noch offene Geschichten haben: Was wird aus Björn und Malte? Was wird aus Stefan? Wie reagiert Dr. Langkamp? Nutze die Charaktereigenschaften aus Aufgabe 2 als Grundlage – dann wirkt deine Fortsetzung glaubwürdig.

  • Das Gespräch von Peters Vater mit Dr. Langkamp dürfte die Situation klären: Der Schriftsachverständige oder ein Vergleich der Handschriften würde Björn und Malte als Urheber entlarven (Z. 36–37, 44–45).
  • Für Stefan könnte die Geschichte eine Lektion sein: Er hat sich von der Clique einspannen lassen, obwohl er eigentlich Peters Freund war. Seine Reue am Ende (Z. 50–54) deutet an, dass er sich neu positionieren muss – vielleicht zwischen echter Freundschaft mit Peter und dem bisherigen Cliquenzwang.
  • Björn ist schwerer einzuschätzen: Er könnte versuchen, die Verantwortung auf Malte zu schieben, oder tatsächlich Konsequenzen für den Schwindel tragen müssen. Sein Verhalten am Anfang (Z. 1–5) zeigt wenig Empathie – eine echte Einsicht wäre dramaturgisch weniger naheliegend, aber pädagogisch wünschenswert.
  • Dr. Langkamp hat bereits Zweifel gezeigt (Z. 30–31); er wird Peter voraussichtlich rehabilitieren und die Note korrigieren. Die eigentlich interessante Frage ist, ob er auch die Dynamik in der Klasse thematisiert.
  • Für Peter könnte die Geschichte einen Wendepunkt bedeuten: Er muss nicht mehr schweigen und zurückstecken. Die Erfahrung, dass sein Vater und der Lehrer ihn ernst nehmen, könnte ihm mehr Selbstsicherheit im Umgang mit der Klasse geben.

Für Lehrkräfte: Didaktische Hinweise & Erwartungshorizont

🍎 Didaktische Hinweise

Jahrgangsstufe: Klasse 7–9 (Gymnasium/Realschule), gut geeignet für Erst- und Wiederholungsstunden zur Kurzgeschichte sowie für die Behandlung des Themas „Gruppenverhalten und sozialer Druck“.

Einstieg: Diskussionsimpuls – „Hast du dich schon einmal zurückgehalten, obwohl du die Antwort wusstest? Warum?“ – aktiviert Vorwissen zur Gruppendynamik und erzeugt unmittelbare Betroffenheit.

Differenzierung: Aufgaben 1–2 eignen sich für alle Leistungsstufen; Aufgabe 3 (Kurzgeschichtenmerkmale) setzt Vorwissen voraus; Aufgabe 4 verlangt Transfer und analytisches Denken und ist für stärkere Schülerinnen und Schüler besonders geeignet.

Weiterführung: Die Geschichte eignet sich als Ausgangspunkt für eine Erörterung – „Ist es richtig, sich dem Leistungsniveau der Gruppe anzupassen?“ – oder für kreatives Schreiben (z. B. die Geschichte aus Stefans Perspektive weiterschreiben).


📋 Erwartungshorizont (EHZ) – Kurzgeschichte „Der Streber“ von Björn Lankert

A. Verstehensleistung (45 Punkte)

AufgabeAnforderungenPunkte
1a. BasissatzFormuliert korrekt: Autor (Björn Lankert), Titel (Der Streber), Textsorte (Kurzgeschichte), ggf. Entstehungszeit (keine Pflichtangabe, da nicht bekannt), Thema (z. B. sozialer Druck gegen Leistungsbereitschaft, Intrige gegen einen Neuen). Formale Korrektheit: ein Satz, Präsens, vollständig.5
1b. InhaltsangabeFasst die wesentlichen Stationen zusammen (Ankunft Peters, Einschüchterung durch Björn, Rückzug, gute Deutscharbeit, Spickzettel-Intrige, Entdeckung durch den Vater, Stefans Geständnis, Klärungsversuch). Verfasst im Präsens, ohne Wertung, gerafft. Textsignale genutzt (z. B. Z. 3–5, 21–29, 46–54). Abweichende, sinnvolle Schwerpunkte werden anerkannt.10
2. Figuren und ZusammenspielCharakterisiert die vier Hauptfiguren (Peter, Stefan, Björn, Dr. Langkamp) mit Belegen: Peter als leistungsbereit, anpassungsbereit (Z. 6–7, 16–17); Stefan als schwache, aber nicht böse Figur (Z. 41–42, 46–54); Björn als Vertreter des Gruppendrucks (Z. 1–5, 47–48); Dr. Langkamp als prinzipientreuer, aber korrigierbarer Lehrer (Z. 24–25, 30–31). Ergänzend: Peters Vater als sachlich-starke Kontrastfigur (Z. 32–37, 55–57). Stärkere Schüler erkennen das Wechselspiel zwischen Figuren und benennen, wie jede Figur die Handlung vorantreibt oder verändert.12
3. Kennzeichen der KurzgeschichteBenennt und belegt mindestens vier Merkmale: unvermittelter Einstieg (Z. 1), Konzentration auf einen Konflikt, wenige Figuren, Alltagssituation, tendenziell offener Schluss (Z. 55–57), „Ausriss aus einem Leben“ (Vorgeschichte nur angedeutet, Z. 6–10). Ergänzend: erlebte Rede als Mittel der indirekten Figurencharakterisierung (z. B. Z. 6–10: Peters Gedanken über sein bisheriges Verhalten). Abweichende, begründete Beobachtungen werden anerkannt.10
4. Fortsetzung der GeschichteEntwickelt plausible Szenarien auf Grundlage der Figurenanalyse: Klärung durch Schriftsachverständigen oder Handschriftenvergleich; Rehabilitation Peters; Konsequenzen für Björn/Malte/Stefan. Nimmt Bezug auf mindestens zwei Figuren aus Aufgabe 2 und begründet die Fortsetzung mit Textsignalen. Gut: Reflexion über mögliche widersprüchliche Ausgänge (z. B. Björn zeigt keine Reue – oder doch).8
Summe AInhaltliche Leistung insgesamt45

B. Darstellungsleistung (15 Punkte)

KriteriumAnforderungen & Teillösungen (0–3 Punkte)Punkte
Struktur3 = klar gegliedert, Aufgaben deutlich voneinander abgesetzt, roter Faden erkennbar. 2 = weitgehend kohärent, gelegentliche Sprünge. 1 = erkennbare Gliederungsabsicht, aber unübersichtlich. 0 = keine Struktur.0–3
Fachsprache3 = Fachbegriffe korrekt und gezielt eingesetzt (z. B. Protagonist, erlebte Rede, offener Schluss, Charakterisierung, Wendepunkt). 2 = überwiegend korrekt. 1 = vereinzelt. 0 = keine oder falsch verwendet.0–3
Belege3 = Aussagen konsequent mit Zeilennummer und Zitat oder Paraphrase belegt. 2 = überwiegend belegt. 1 = vereinzelte Belege. 0 = keine Belege.0–3
Ausdruck3 = präzise, variabel, sachlich, durchgehend Präsens. 2 = weitgehend angemessen, gelegentlich umgangssprachlich oder Tempuswechsel. 1 = häufig ungenau. 0 = kaum angemessen.0–3
Korrektheit3 = kaum Fehler (max. 2–3). 2 = vereinzelte Fehler, Lesefluss nicht gestört. 1 = häufige Fehler, aber verständlich. 0 = viele grobe Fehler.0–3
Summe BDarstellungsleistung insgesamt15

Gesamtpunkte: 60 | Bestanden ab ca. 27 Punkten (45 %)

Hinweis: Der Erwartungshorizont deckt einen Pool möglicher Lösungen ab. Individuelle, gut begründete Deutungsansätze werden anerkannt, soweit sie am Text nachweisbar sind.

Weitere Infos, Tipps und Materialien