Worum es hier geht
In dieser Kurzgeschichte geht es um die praktischen Herausforderungen im Leben, besonders bei der Vorbereitung von Projekten und Terminen.
Die Schüler können hier gleich zwei Dinge gleichzeitig lernen: den Umgang mit Kurzgeschichten und die optimale Vorbereitung auf ein schulisches Praktikum. Wir liefern wie immer Infos und Tipps zum Einsatz der Geschichte im Unterricht.
Wir liefern hier zunächst eine Vorschau, dann ein Schaubild mit Erläuterung und schließlich eine pdf-Datei zum Download des Arbeitsblattes.
Textvorlage mit Aufgaben
Hier zunächst die Textvorlage mit Aufgaben

Das Schaubild

Anmerkungen zum Schaubild
Das Schaubild setzt oben links ein mit den eigentlich guten Voraussetzungen für die anstehenden Aufgaben. Dann aber kommt bereits die erste Panne, nämlich der Verzicht auf eine schnelle Bewerbung, weil private Dinge wichtiger erscheinen.
Panne 2 ergibt sich, wenn man zu denen gehört, die zu einem Stichtag noch keinen Praktikumsplatz haben. Hier greift scheinbar die Entschuldigung, dass man ja nicht alleine das Problem hat.
Panne 3 hätte nicht sein müssen, wenn man sich rechtzeitig um die schulischen Richtlinien bemüht hätte. So wird etwas, was an sich ein Erfolg war, wieder verspielt.
Panne 4 ist zum einen etwas Normales – nämlich, dass kein Praktikumsplatz mehr frei ist. Aber wenn man sich früher bemüht hätte, wären die Chancen gestiegen.
Dann das Glück, dass man noch etwas Passendes in der Nähe findet – allerdings spielen hier persönliche Neigungen und Interessen keine Rolle mehr. Damit werden entscheidende Ziele des Praktikums möglicherweise verpasst.
Die nächsten beiden Pannen ergeben sich dadurch, dass Ben sich nicht genügend um seinen Einstieg ins Praktikum in der Baufirma gekümmert hat. Vielleicht hatte er auch ein bisschen Pech, dass ihm diese spezifischen Infos nicht von der Firma aus gegeben worden sind. Aber Ben hätte auf Grund seiner Vorerfahrungen damit schon rechnen können.
Am Ende gibt es zwei offene Weiterführungsmöglichkeiten: Zum einen weiß man nicht, wie Ben den Tag auf der Baustelle in der ungünstigen Kleidung übersteht und wie er an Essen kommt. Vielleicht muss er ein bisschen „betteln“ gehen oder jemanden ansprechen, der vielleicht sowieso etwas mit dem Auto holen muss.
Viel wichtiger ist aber, ob Ben die Erfahrungen, die er gemacht hat, auch für sich verwertet. Leider gibt es in der Geschichte selbst keine Hinweise in diese Richtung. Aber vielleicht sind seine weiteren Erfahrungen in dem Betrieb ja auch so, dass er um positives Lernen gar nicht herumkommt.
Aufgaben mit Lösungsvorschlägen
Hier findest du die Aufgaben noch einmal – diesmal mit ausführlichen Lösungshinweisen. Versuch zuerst, die Aufgaben selbst zu lösen, bevor du die Hinweise liest.
Aufgabe 1: Was macht Ben falsch?
💡 Unser Tipp
Geh die Geschichte Schritt für Schritt durch und frage dich jedes Mal: Was hätte Ben an dieser Stelle besser machen können? Sammle erst alle Fehler, bevor du sie formulierst. Denk auch daran, dass Fehler nicht immer spektakulär sind – manchmal ist es einfach das Nichtstun.
- Kein rechtzeitiges Handeln: Ben hört beim ersten Mal aufmerksam zu, lässt das Thema dann aber wieder fallen – weil ihn Lisa mehr interessiert. Er verpasst die Gelegenheit, sich frühzeitig zu bewerben, als die besten Plätze noch frei sind.
- Aufschieben und Mitläufertum: Als die Klassenliste herumgeht, tröstet Ben sich damit, dass andere das Problem auch haben. Statt selbst aktiv zu werden, schiebt er die Verantwortung auf die Gruppe ab.
- Unkenntnis der Regeln: Dass ein Praktikum in der Firma des eigenen Vaters nicht erlaubt ist, hätte Ben durch einen einfachen Blick in die schulischen Richtlinien wissen können. Er hat sich offenbar nie damit beschäftigt.
- Unvorbereitet telefonieren: Beim Anruf in der zweiten Werbefirma weiß Ben nicht einmal, wann sein Praktikum stattfinden soll – eine grundlegende Information, die man vor jedem Bewerbungsgespräch kennen muss.
- Zu spät bewerben: Die Werbefirma ist zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Wer zu spät kommt, bekommt nicht den Praktikumsplatz, den er sich wünscht.
- Kein richtiges Bewerbungsgespräch: Bei der Baufirma läuft alles informell und unverbindlich ab – kein schriftlicher Nachweis, kein klarer Termin, keine Absprache über Zeiten oder Kleidung. Ben ist zufrieden, obwohl eigentlich nichts geregelt ist.
- Keine Vorbereitung auf den ersten Tag: Ben erscheint um 8:00 Uhr, obwohl die Arbeitsgruppen bereits um 7:00 Uhr losfahren. Er hat sich nicht informiert, wann und wie der Betrieb läuft.
- Falsche Kleidung, kein Essen: Auf einer Baustelle braucht man festes Schuhwerk und geeignete Kleidung – und muss selbst für Verpflegung sorgen. Ben hatte sich offenbar keine Gedanken darüber gemacht, was ihn erwartet.
Aufgabe 2: Geschichte weiterschreiben
💡 Unser Tipp
Stell dir vor, du bist Ben auf der Baustelle – ohne Ahnung, ohne die richtige Ausrüstung, umgeben von Profis. Was könnte als Nächstes schiefgehen? Schreib im gleichen Stil wie die Vorlage: locker, mit einem leichten Augenzwinkern, aber trotzdem realistisch. Die Tipps in der Aufgabe sind gute Ausgangspunkte – du kannst sie nutzen oder eigene Ideen entwickeln.
Lösungsvorschlag (Fortsetzung der Geschichte):
Der ältere Mann, dem Ben zugeteilt worden war, hieß Karl und war ein erfahrener Maurer mit wenig Geduld für Praktikanten, die Turnschuhe und eine helle Jeans auf die Baustelle mitbrachten. Er sagte nichts – er schaute nur. Das reichte.
Das erste Problem war das Frühstück. Oder besser gesagt: das fehlende. Die anderen hatten Brotdosen, Thermoskannen und Äpfel dabei. Ben hatte sein Handy und eine halbe Packung Kaugummi. Als Karl um neun Uhr kurz Pause machte und in seine Brotdose griff, schaute Ben demonstrativ in die andere Richtung. Hunger hatte er schon – aber fragen wollte er nicht. Zum Glück drückte ihm ein jüngerer Kollege wortlos eine belegte Scheibe Brot in die Hand. Ben murmelte ein Dankeschön und beschloss, das als Erfolgserlebnis zu verbuchen.
Dann kam der Eimer. Karl erklärte kurz, dass der flüssige Mörtel von Punkt A nach Punkt B müsse – nicht zu schnell, nicht zu langsam, und auf keinen Fall über die frisch verlegten Fliesen im hinteren Bereich. Ben nickte. Er hatte aber nur die Hälfte zugehört, weil gerade eine Nachricht von Jan auf seinem Handy aufgeploppt war. Als er den Eimer aufnahm und losgehen wollte, suchte er sich den kürzesten Weg – und der führte natürlich genau über die frisch verlegten Fliesen. Das leise, aber sehr deutliche Geräusch unter seinen Turnschuhen ließ ihn innehalten. Karl sagte immer noch nichts. Er musste auch nichts sagen.
Am Nachmittag gab es eine kurze Besprechung in einem provisorischen Bürocontainer. Ben setzte sich in die letzte Reihe und scrollte durch seinen Instagram-Feed, während der Bauleiter etwas über Sicherheitsvorschriften erklärte. Als ihn plötzlich alle anschauten, merkte er, dass er angesprochen worden war. „Wie heißt du noch mal?“ – „Ben.“ – „Und, Ben – was habe ich gerade gesagt?“ Stille. Sehr lange Stille.
Gegen Ende des Tages hatte Ben sich auf der weitläufigen Baustelle auch noch einmal verlaufen. Als er den Weg zurück zu Karls Gruppe fand, waren die Werkstattwagen bereits abgefahren. Ein Taxifahrer, dem er sein Zuhause nannte, schaute ihn mitfühlend an – und kassierte zwanzig Euro.
Zu Hause angekommen, ließ Ben sich aufs Sofa fallen und starrte an die Decke. Vielleicht, dachte er, wäre es doch keine so schlechte Idee gewesen, sich vorher ein bisschen mehr zu informieren.
Weitere Infos, Tipps und Materialien
- KiMia Tiviag, „Das Lagerfeuer vom Freitag“
Hier geht es darum, wie ein junger Mann möglicherweise die große Chance seines Lebens „verlebt“, indem er sich wohl aus einem falschen Bewusstsein heraus an diesem Wochenende für die falschen Schwerpunkte entscheidet. - Schnelle Hilfe bei Aufgaben im Deutschunterricht
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