Lese-Scout: Sich schnell zurechtfinden: Björn Lankert, „Der Streber“

Die Dokumentation zum Video

Inzwischen gibt es ein Video, das diese Seite in zehn Minuten vorstellt.

Hier die Übersicht über das Video, sodass man gezielt interessante Teile ansteuern kann.

0:00 Einleitung – Was ist der Lese-Scout?
0:31 Das Konzept – Text links, Erklärung rechts
0:57 Neugier-Einstieg – Worum geht es?
1:37 Abschnitt 1 – Peter kommt neu in die Klasse
2:24 Abschnitt 2 – Die Hausaufgaben-Falle
3:28 Abschnitt 3 – Druck am Kaffeeautomaten
4:13 Abschnitt 4 – Die Deutscharbeit und die Fünf
5:18 Abschnitt 5 – Sekretariat, Eltern, Hoffnung
6:33 Abschnitt 6 – Stefan klärt auf
8:27 Diskussionsfragen für den Unterricht
10:01 Abschluss und Hinweis auf die Webseite

Das Video werden wir hier auch noch separat einblenden, so dass es direkt hier angeschaut werden kann.

Das Interessante an der Kurzgeschichte „Der Streber“

Stell dir vor: Du bist neu in einer Klasse, machst einfach nur das, was du immer gemacht hast – und plötzlich bist du der Feind. Nicht weil du jemanden geärgert hast, sondern weil du die Hausaufgabe gemacht hast. Peter versteht die Welt nicht mehr. Und als er dann auch noch eine Fünf bekommt, obwohl er alles richtig gemacht hat, wird es richtig kompliziert. Was steckt dahinter? Und wer steckt wirklich dahinter?

Kurz-Vorstellung der einzelnen Abschnitte

1: Der erste Tag – Ankommen in der neuen Klasse (Zeilen 1–23)

Peter ist neu in der Klasse 8d. Sein Lehrer Dr. Langkamp beginnt den Unterricht, ohne sich groß um ihn zu kümmern. Sein Banknachbar Stefan lässt ihn mitschreiben und hilft ihm so, den Einstieg zu finden. Stefan, Sven, Malte und Björn nehmen Peter am Ende des Tages einfach mit – er gehört dazu, ohne dass viele Worte fallen.

→ Worum geht es in diesem Abschnitt? Peter kommt neu in eine Klasse und findet durch seinen Banknachbarn Stefan schnell Anschluss an eine kleine Clique.

2: Die Hausaufgaben-Falle (Zeilen 24–48)

Am zweiten Tag droht Dr. Langkamp allen eine Sechs an, weil niemand die Hausaufgabe vorlesen will. Peter hat sie gemacht – und sein Nachbar Stefan schubst ihn, damit er sich meldet. Peter liest vor, die Klasse ist beeindruckt, aber in der Pause wird er sofort gefragt, woher er das hat – und Malte warnt ihn: „Verdirb uns nicht die Preise.“

→ Worum geht es in diesem Abschnitt? Peter liest als einziger die Hausaufgabe vor und wird deshalb von der Clique misstrauisch beäugt – er gilt als zu engagiert.

3: Druck und Rückzug (Zeilen 49–64)

Björn spricht Peter am Kaffeeautomaten direkt an: Er solle aufhören, sich bei Langkamp einzuschmeicheln. Peter versteht die Aufregung nicht – er hat doch nur normal mitgemacht. Er zieht sich in den Pausen zurück, ist zunehmend allein, findet sich aber zumindest selbst gut genug, um klarzukommen.

→ Worum geht es in diesem Abschnitt? Die Clique macht Peter klar, dass sein Verhalten im Unterricht stört, und er zieht sich daraufhin zurück.

4: Die Deutscharbeit und die Fünf (Zeilen 65–86)

Peter freut sich auf die Deutscharbeit – endlich kann er zeigen, was er kann, ohne aufgerufen zu werden. Er schreibt gut. Bei der Rückgabe bekommt er aber eine Fünf mit dem Vermerk „Täuschungsversuch“ und einem ganzen Kommentar auf roter Seite. Im Heft findet er einen eingeklebten Buchausschnitt über die Merkmale der Kurzgeschichte – jemand hat einen Text aus einem Buch in sein Heft geschoben, um ihn als Schummler dastehen zu lassen.

→ Worum geht es in diesem Abschnitt? Peter bekommt eine ungerechte Fünf, weil jemand aus der Clique einen Buchausschnitt in sein Heft geschmuggelt hat, der ihn wie einen Betrüger aussehen lässt.

5: Sekretariat, Eltern, Hoffnung (Zeilen 87–113)

Peter wird ins Sekretariat gerufen. Seine Mutter holt ihn ab, sein Vater kommt gerade von einer Reise zurück. Der Vater schaut sich das Heft genau an und erkennt, dass die Schrift im Zettel nicht Peters Handschrift ist. Er ruft noch abends Dr. Langkamp an – ohne Peter das vorher genau zu erklären. Peter schläft mit einer Wärmflasche ein und hofft.

→ Worum geht es in diesem Abschnitt? Peters Vater erkennt den Betrug – die Handschrift im Heft ist nicht die seines Sohnes – und kündigt an, die Sache zu klären.

6: Stefan klärt auf – und entschuldigt sich (Zeilen 114–150)

Am Samstag klingelt Stefan bei Peter. Er erzählt: Dr. Langkamp hatte die Hefte bei einem Sachverständigen prüfen lassen wollen, und da wurde Björn und Malte klar, dass der Plan auffliegen würde. Stefans Mutter hatte ihn gedrängt, zur Polizei zu gehen. In einem langen Gespräch erklärt Stefan – über einen Umweg durch Fußball-Metaphern – warum das, was die anderen gemacht haben, falsch war. Er lächelt am Ende: Er will versuchen, die Hefte noch abzufangen.

→ Worum geht es in diesem Abschnitt? Stefan gesteht Peter indirekt, dass Björn und Malte den Zettel eingeschmuggelt haben, und entschuldigt sich auf seine Art – die Sache soll jetzt bereinigt werden.

Textanker pro Abschnitt (Markiervorschläge)

AbschnittFundstelle im OriginalWarum markieren?
1Z. 14–15: „dass sein Banknachbar großzügig sein Heft mit dem Textzettel in die Mitte schob“Zeigt: Erste kleine Geste der Zugehörigkeit
2Z. 36–37: „Los, mach schon, du hast das doch gemacht.“Schlüsselmoment: Stefan schubst Peter in die Falle
3Z. 53–55: „Ich habe dir schon mal gesagt, du verdirbst uns hier die Preise.“Gruppendruck als Zitat
4Z. 74–76: „Da stand nicht etwa nur eine Note … sondern fast eine ganze Seite in roter Schrift und darunter ein deutliches ‚Mangelhaft‘.“Wendepunkt – die Ungerechtigkeit wird sichtbar
5Z. 95–96: „Hast du eigentlich deinen Lehrer auf die handschriftlichen Eintragungen auf diesem Zettel aufmerksam gemacht?“Der Vater erkennt den Betrug
6Z. 144–147: „Beim Fußball sei es für uns selbstverständlich, dass man optimale Leistung bringt…“Stefans versteckte Entschuldigung

Diskussionsfragen für den Unterricht

  1. Warum nennen Björn und Malte Peter einen „Streber“? Was sagt das über sie aus – und was sagt es über die Klassengemeinschaft? Ist „Streber“ ein Schimpfwort, das irgendwie auch Angst verrät?
  2. Stefan steckt dazwischen: Er hilft Peter, schaut aber zu, als die anderen ihn reinlegen. Kennt ihr das – diese Situation, in der man weiß, dass etwas falsch läuft, aber trotzdem nichts sagt? Warum ist das so schwer?
  3. Am Ende versucht Stefan, die Sache zu reparieren. Reicht das? Was müsste man noch tun, damit wirklich alles wieder gut ist – für Peter, für die Clique, für das Klassenklima?

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