Das Gedicht ist z.B. hier zu finden.

Anmerkungen zum Titel:

„Sogenannte Mesalliance“

  • Der Titel spricht den Vorwurf an, dass die Beziehung zu einem anderen Menschen eine Mesalliance sei, also eine unpassende Verbindung.
  • Durch das Attribut „sogenannte“ wird schon eine gewisse Distanz erzeugt. Man kann davon ausgehen, dass das lyrische Ich eine abweichende Auffassung hat.

Anmerkungen zu Strophe 1

  • Die erste Strophe beschreibt aus der Sicht des lyrischen Ichs Beziehungsangebote, die vorwiegend materiell ausgestaltet sind und die Zukunft „rosig“, also glücklich gestalten sollen.
  • Das lyrische Ich reagiert darauf sehr selbstbewusst, lacht in sich hinein und verschwindet schnell und lässt diese Männer mit ihren „Bügelfalten“ als Kennzeichen ihrer bereits ‚rosigen‘ Stellung zurück.

Anmerkungen zu Strophe 2

  • In der zweiten Strophe wird die negative Reaktion der Nachbarn beschrieben.
  • Das lyrische Ich fügt hinzu, dass es selbst mal ein solches Verhalten als negativ angesehen hat.
  • Im Schlussteil der Strophe geht es dann auf einen Wanderer ein, der zwar „bestaubt“ war, aber ihr Herz dazu gebracht hat, zu singen, also intensive Freude zu empfinden.

Anmerkungen zu Strophe 3

  • In dieser Strophe wird der Wanderer näher vorgestellt. Er ist geprägt durch seine „wilden Träume“.
  • Dazu kommt ein „ferner Widerschein“ aus der Zeit der Kindheit.
  • Das heißt: Dieser Wanderer hat sich kindliche Hoffnungen und Erwartungen erhalten.
  • Das lyrische Ich vergleicht ihn mit Tieren oder Bäumen und zwar, weil er über die Fähigkeit verfügt, „unverhüllt er selbst zu sein“.
  • Das „unverhüllt“ könnte sich beziehen auf die Bügelfalten als pars pro toto (nur ein Teil für ein Ganzes) für Berufskleidung, die immer auch eine bestimmte Stellung ausdrückt.

Anmerkungen zu Strophe 4

  • In dieser Strophe wird das Besondere, das Außergewöhnliche des Wanderers vorgestellt.
  • Die in der ersten Strophe genannten Angebote werden umgedreht. Es wird nämlich positiv hervorgehoben, dass dieser Wanderer nicht von Haus oder Hof oder Feld besessen wird. Denn solche Besitztümer bedeuten ja auch immer Verpflichtungen.
  • Stattdessen hat er immer ein Ziel beim Wandern, das als „Ufer“ jenseits eines Stroms liegt, also mehr oder weniger in einer neuen Welt.
  • Ergänzt wird es durch den Hinweis auf das Sternenzelt als Schutzraum. Man kann davon ausgehen, dass dieser Wanderer wohl auch einen Bezug zum Himmel hat.

Anmerkungen zu Strophe 5

  • Die letzten Zeilen präsentieren nur noch die rhetorische Frage, wer nicht bereit wäre, den Reichtum eines Krösus (sagenhafter König der Antike) dafür einzutauschen, um zwar „bettelarm“, aber in der Nähe eines solchen Menschen zu sein.

Insgesamt …

  1. … ein Gedicht, das den landläufige Vorwurf einer Messalliance ins Gegenteil umkehrt.
  2. Wenn man auf Reichtum verzichtet und dafür den Träumen seiner Kindheit treu bleibt, hat man eine bessere Zukunft, als wenn man sich zum Sklaven seines Besitzes macht.

Wer noch mehr möchte …