Sabrina Eisele, „Momente“ – eine doppelt offene Kurzgeschichte (Mat4131-dok)

Auch Schülerinnen und Schüler können ins Deutschbuch kommen

Eine 17-jährige Schülerin hat eine Kurzgeschichte geschrieben, die inzwischen sogar in einem Lesebuch veröffentlicht worden ist. Das Thema ist aus dem Schulleben gegriffen: der Umgang mit einer schlechten Note in einer Englischarbeit.

Das Besondere: Diese Geschichte hat nicht nur ein offenes Ende wie viele Kurzgeschichten – sondern sogar noch eine „offene“ Stelle mitten in der Erzählung selbst. Das gibt einen zusätzlichen Grund, sich damit zu beschäftigen. Und weil es keine perfekt wirkende Erzählung eines Profis ist, traut man sich eher, auf Augenhöhe mitzudenken und kreativ daran weiterzuarbeiten.

Das Video zur Geschichte

Das Video zeigt die Geschichte in Erzählschritten, analysiert eine erzählerische Lücke und diskutiert das offene Ende.

Video anschauen:
https://youtu.be/QMI5a999n80

Sprungmarken im Video

  • 0:00 – Einstieg: Eine besondere Schülergeschichte
  • 0:27 – Aufbau des Videos
  • 1:13 – Überblick: Sechs Erzählschritte
  • 1:31 – Erzählschritt 1: Am Schreibtisch
  • 2:23 – Erzählschritt 2: Abendessen mit der Familie
  • 3:00 – Erzählschritt 3: Familie im Fokus
  • 4:20 – Erzählschritt 4: Die Note und der Zusammenbruch
  • 4:57 – Erzählschritt 5: Nachdenken im Zimmer
  • 5:21 – Erzählschritt 6: Versöhnung mit der Mutter
  • 6:19 – Analyse: Unmotiviertes Verhalten der Mutter
  • 7:19 – Kreative Ergänzung: Was könnte passiert sein?
  • 8:29 – Offenes Ende: Drei mögliche Fortsetzungen
  • 10:24 – Bedeutung und Lernimpuls
  • 11:09 – Materialien & Links
  • 12:09 – Abschluss & Einladung

Materialien und Links

Die ausführliche Dokumentation zum Video – mit Schaubildern und vertiefenden Hinweisen:
https://textaussage.de/sabrina-eisele-momente-doppelt-offene-kurzgeschichte

Inhaltsangabe und Kennzeichen der Kurzgeschichte:
https://schnell-durchblicken.de/sabrina-eisele-momente-kennzeichen-der-kurzgeschichte

Vergleichsmöglichkeit

Diese Geschichte lässt sich gut vergleichen mit Gabriele Wohmann, „Ja, das ist machbar“. Dort geht es um ein junges Tennistalent, das mit den Erwartungen der Eltern nicht klarkommt. Im Unterschied zu „Momente“ bleibt das Ende hier wirklich ganz offen – ohne die Annäherung zwischen Mutter und Tochter.
https://schnell-durchblicken.de/gabriele-wohmann-ja-das-ist-machbar

Vergleichbare Kurzgeschichten

In der Kurzgeschichte „Momente“ von Sabrina Eisele geht es um ein junges Mädchen, das unter dem enormen Leistungsdruck und dem Perfektionsanspruch ihrer Familie leidet. Der Text thematisiert die Entfremdung am Esstisch, die Fixierung auf Äußerlichkeiten und das Motiv der Maskerade, die erst am Ende durch eine ehrliche Geste der Mutter fällt.

1. Leistungsdruck und das Gefühl des Versagens

  • Björn Lankert, „Der Streber“
    Beleuchtet die Kehrseite des Leistungsdrucks: Während in „Momente“ das Scheitern stigmatisiert wird, zeigt „Der Streber“, wie exzellente Leistungen zu sozialer Ausgrenzung führen können. Gut geeignet, um über den Stellenwert von Noten in Schule und Familie zu diskutieren.
  • Annette Rauert, „Der Schritt zurück“
    Ein Junge steht vor der Erwartung, vom Zehn-Meter-Brett zu springen. Wie die Tochter in „Momente“, die sich wie eine „Marionette“ fühlt, leidet er unter dem Druck, eine Rolle erfüllen zu müssen.

2. Schein vs. Sein – Die Maske der Perfektion

  • Alice Föhr, „Das Monster mit den Stilettos“
    Ein Mädchen wirkt nach außen perfekt (Make-up, High Heels, reiche Eltern), ist innerlich aber unglücklich. Verdeutlicht das Motiv der sozialen Maske, die Jugendliche oft tragen müssen.
  • Margret Steenfatt, „Im Spiegel“
    Achim versucht, seine innere Leere zu überdecken, indem er sich eine Maske auf den Spiegel malt. Während die Mutter in „Momente“ die Maske ablegt, um Nähe zu ermöglichen, zerstört Achim den Spiegel gewaltsam.

3. Sprachlosigkeit und Entfremdung am Esstisch

  • Peter Bichsel, „Die Tochter“
    Auch hier ist das gemeinsame Essen von Sprachlosigkeit geprägt. Die Eltern warten am gedeckten Tisch, haben ihrer Tochter aber nichts mehr zu sagen. Ein Vergleich zeigt, wie materielle Ordnung oft den Mangel an emotionaler Nähe kompensieren soll.
  • Sibylle Berg, „Arizona“
    Der Vater fühlt sich am Tisch seiner Familie wie ein „fremder Hund“ – geduldet, aber verachtet. Spiegelt die Situation in „Momente“ wider, in der die Tochter sich vor der perfekten Mutter schämt.
    https://textaussage.de/berg-arizona-sonne

Weiterführendes

Die Geschichte hat uns so gut gefallen, dass wir uns gefragt haben: Warum gibt es nicht mehr Texte von dieser Autorin? Entstanden ist dabei eine eigene Seite – vielleicht meldet sich die richtige Sabrina Eisele ja irgendwann:

https://schnell-durchblicken.de/nicht-abgesandter-brief-an-sabrina-eisele

Weitere Infos, Tipps und Materialien