Severin Weiland, Böllern an Silvester: „Her mit dem Verbot!“ (Spiegel, 2018)

 

In diesem Kommentar wird – vor dem Hintergrund persönlicher Betroffenheit – die Frage gestellt, ob man nicht einen Ort wie Berlin schöner bzw. lebensfreundlicher gestalten könne, wenn man das Böllern zu Silvester verbietet.

Die dann notwendigen Kontrollmaßnahmen werden verglichen mit der Kontrolle gebührenpflichtiger Parkplätze. Darüber kann man gut diskutieren, man muss sich beide Situationen nur konkret vorstellen.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/boellern-an-silvester-warum-berlin-ein-verbot-braucht-kommentar-a-1245648.html?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph

Wir haben in diesem Schaubild mal versucht, den Gedankengang des Kommentars zu veranschaulichen.

  • Links die Ausgangssituation: Die Gegenüberstellung einer wünschenswerten Situation und ihres Gegenteils
  • Dann ein persönlicher Rückblick zwischen Positivem und Negativem
  • Positiver Blick in die Bevölkerung hinein
  • Blick auf positive Regelungen
  • Berlin als Negativbeispiel
  • Probleme:
    • Kontrolle
    • Nicht-Zuständigkeit (Bund)
    • Gegenargument gegen das Kontrollproblem (Parkregelungen)
  • Vorschlag: Das Problem über die Frage des Feinstaubs zu lösen
  • Rückgriff auf persönliche Situation: Aus der Flucht wird eine Rückkehr

Wie könnte man diese Frage in einer Erörterung klären?

Hinführung zum Problem

  • Typisch für eine Erörterung ist zunächst einmal die sogenannte „Problemwahrnehmung“. Gemeint ist damit, dass man erst einmal klar macht, was es da für ein Problem gibt.
    Häufig liest man dann: Doppelpunkt. „Seit einiger Zeit wird wieder diskutiert. …“
  • Aber das ist nicht sehr überzeugend und eine reine Behauptung. Viel besser ist es, eine persönliche Beziehung herzustellen. So kann man an die letzte Silvester an die Probleme erinnern, die es dabei mit Böllern gegeben hat.
  • Dann kann man überleiten zur Frage, ob es nicht wirklich sinnvoll wäre, so etwas zu verbieten.
  • Und dann ist man eigentlich beim Thema angelangt.

Strategie: Erst die Argumente präsentieren, die der Gegenseite entsprechen

  • Wir gehen hier von folgender Situation auf: Man hat persönlich mitbekommen, welche Probleme dabei auftauchen konnten. Das war ja auch der Einstieg, und dann geht man erst mal auf die Gegenseite ein.
  • Wenn man seine eigene Meinung überzeugend ins Ziel bringen will, ist folgende Reihenfolge sinnvoll:
    • Man beginnt mit dem stärksten Argument der Gegenseite.:
      Und das ist wohl die Einschränkung der persönlichen Freiheit.
    • Als nächstes kann man darauf eingehen, dass es sich doch um eine Art Kulturgut handelt, das man nicht einfach aufgeben sollte.
    • Dann geht man über dazu, was passieren kann, wenn man dieses Verbot wirklich erlässt. Es könnte große Schwierigkeiten geben, es durchzusetzen.
    • Am Ende dann das schwächste Argument, nämlich die Verluste der Industrie, die diese Böllern herstellt.
      Damit hat man für die Gegenseite den Eindruck, dass es hier mehr um Geld geht, als um die Gefährdung von Menschen.


  • Kommen wir nun zu den Pro-Argumenten
    • Hier hat jemand als erstes den Wegfall von Umweltbelastung genommen, weil die zwar am Jahresende sehr sichtbar, aber ansonsten von der Masse nicht sehr umfangreich ist.
    • Als nächstes noch relativ schwaches Argument wurde die Belastung für Tiere genommen – die haben es auch sonst nicht immer leicht, also auch hier ein gutes, aber kein sehr schwer wiegendes Argument gegen das Böllern.
    • Die Feinstaubbelastung trifft dann schon Menschen, kann zu Atemproblemen führen, deutlich gewichtiger.
    • Und in die Richtung geht es auch weiter, wenn es um den heute gefährlicheren Einsatz der Rettungskräfte geht.
    • Am Ende dann das Killer-Argument, die Verletzungen bei den Beteiligten, aber auch bei Unbeteiligten.
  • Fazit: So könnte man für ein Verbot argumentieren – und zugleich überlegen, welche Ausweichmöglichkeiten es noch gibt.
    • Von besonders geschützten Plätzen – unter Aufsicht von Polizei und Rettungskräften
    • bis hin zum Rückzug auf Feuerwerksgroßveranstaltungen.

Hinweise auf weitere Infos und Tipps: