Sammlung von Sachtexten, die sich gut für Analyse und Stellungnahme eignen

Sachtexte spielen im Leben eine wichtige Rolle – denn sie informieren eben über Sachverhalte bzw. nehmen auch Stellung dazu.

Wir stellen hier einfach einmal interessante Texte zusammen, an denen man üben kann,

  • wie man zum einen den Inhalt knapp und möglichst systematisch zusammenfasst
  • und zur Position des Autors Stellung nimmt.

Hinweis auf unser bsd. Projekt: Sachtexte zum Thema „Künstliche Intelligenz“

https://textaussage.de/infos-kuenstliche-intelligenz-schule-leben


„Bhutan – im Königreich des Glücks“

Näher vorgestellt wird diese Reportage auf der Seite:

https://textaussage.de/klassenarbeit-reportage-bhutan-glueck


Reportage: „Sonne, Palmen und immer mehr Müll“ (Massentourismus in Indonesien, 7.8.2021)


Warnschussarrest für Jugendliche: Schock ohne Wirkung – Panorama – SZ.de

Ein interessanter Aspekt des Umgangs mit Jugendkriminalität

Unsere Analyse und Tipps:
https://textaussage.de/warnschussarrest-schock-ohne-wirkung


„Duell am Donnerstag: Graffiti – Kunst oder Krawall?“

Das Spannende: Hier werden Pro und Contra direkt einander gegenübergestellt.

Unsere Analyse und Tipps:

https://textaussage.de/duell-am-donnerstag-graffiti-kunst-oder-krawall-zwei-meinungen-in-einem-text


Knigge und die Frauenfeindlichkeit des 18. Jhdts


Severin Weiland, Böllern an Silvester Her mit dem Verbot! (Spiegel, 2018)

In diesem Kommentar wird – vor dem Hintergrund persönlicher Betroffenheit – die Frage gestellt, ob man nicht einen Ort wie Berlin schöner bzw. lebensfreundlicher gestalten könne, wenn man das Böllern zu Silvester verbietet.

Die dann notwendigen Kontrollmaßnahmen werden verglichen mit der Kontrolle gebührenpflichtiger Parkplätze. Darüber kann man gut diskutieren, man muss sich beide Situationen nur konkret vorstellen.

https://textaussage.de/severin-weiland-boellerverbot


Hauschild, Jana, „Neue Lesegewohnheiten: In F-Form durch Texte springen“ (Spiegel, 2014)

  • In dem Text geht es um Veränderungen der Lese-Gewohnheiten, die vor allem durch das Internet bedingt sind.
  • Es wird auf verschiedene Forschungsergebnisse verwiesen, die deutlich machen, dass Texte
  • erstens häufig nicht mehr komplett gelesen werden
  • und zweitens weniger durchdacht werden.

Zu finden ist der Text auf der Webseite des Spiegel:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/lesen-im-internet-veraenderungen-der-gewohnheiten-a-971179.html

Auf der Seite:

https://www.schnell-durchblicken2.de/hauschild-neue-lesegewohnheiten

wird gezeigt, wie man sich diesen Text über die Autoren-Aktivitäten erschließen kann – und dabei schon eine Grundlage für eine Stellungnahme legt.

Krisha Kops, „Finger weg vom Handy“ – 21.08.2019 – gegen die Zerstörung normaler sozialer Beziehungen

  • Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine Art Kommentar von Krisha Kops zur Problematik der Handy Nutzung im Bereich des sozialen Miteinanders.
  • Der Text ist in der Süddeutschen Zeitung am 21.8.2019 veröffentlicht worden und hier abrufbar:
    https://sz-magazin.sueddeutsche.de/leben-und-gesellschaft/handy-tisch-unhoeflich-87515

  • Im wesentlichen wird kritisiert, dass die ständige Gegenwart von Handys in normalen Gemeinschaftsaktionen, sowohl das Miteinander als auch die Konzentration stört.
  • Interessant ist der Text wegen seiner Einseitigkeit, so dass man dazu gut eine kritische Stellungnahme verfassen kann.

Näheres dazu haben wir auf der folgenden Seite zusammengestellt:

https://www.schnell-durchblicken2.de/krisha-kops-finger-weg-vom-handy-sachtext

Meredith Haaf, Analyse eines Sachtextes zum Thema „Gewalt gegen Frauen“
Der Kommentar von Meredith Haaf trägt den Titel: „Gewalt gegen Frauen. Veränderung fängt bei jedem Einzelnen an. Erschienen ist er am 25.11.2020.
Zu finden ist er im Internet auf der Seite:
https://www.sueddeutsche.de/leben/gewalt-gegen-frauen-veraenderung-faengt-bei-jedem-einzelnen-an-
1.5126661

Genauere Hinweise zur Position der Verfasserin und zu einer möglichen kritischen Stellungnahme finden sich auf der Seite:
https://www.einfach-gezeigt.de/haaf-gewalt-gegen-frauen


Korinna Hennig, Kommentar: Corona-Probleme an Schulen unbürokratisch lösen

  • NDR-Artikel vom 11.11.2020
  • Zu finden auf: https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/kommentare/Kommentar-Corona-Probleme-an-Schulen-unbuerokratisch-loesen,corona5234.html
  • Es geht vor allem um praktische Lösungen, bei denen der Staat Kreativität zeigen müsste und Geld wäre natürlich auch nötig. Aber hier würde es über die Bildung die Zukunft des Landes sichern.
  • Den Artikel kann man sehr gut vor dem Hintergrund konkreter Erfahrungen der Schüler kommentieren lassen.
  • Was die Frage des Geldes angeht, wäre es sicher gut, wenn man begleitend einige Infos zu aktuellen Rettungspaketen in der Corona-Krise mitliefert, damit die Schüle auch diesen Aspekt kommentieren können.

Schaefer/Idefix, „Schluss mit dem Pessimismus“

Vorstellung eines Meinungsbeitrags, der sich auf der Internetseite der Wochenzeitung „Freitag“ findet:

https://www.freitag.de/autoren/idefix/schluss-mit-dem-pessimismus

Er stammt aus dem Jahre 2013 und will deutlich machen, dass es die heutige junge Generation nicht schwerer hat als frühere Generationen.

Das ist sicher besonders interessant vor dem Hintergrund der Corona-Krise mit ihren Lockdowns.


Wir stellen den Gedankengang, die Intention und die sprachlich-rhetorischen Mittel auf der folgenden Seite vor:
https://www.einfach-gezeigt.de/schaefer-idefix-schluss-mit-pessimismus


Yvonne Hofstetter, „Die Ideologie der Digitalisierung ist der Informationskapitalismus“

Der Originaltext ist zu finden auf:

https://www.yvonnehofstetter.de/2016/09/13/die-ideologie-der-digitalisierung-ist-der-informationskapitalismus/

Eine Gliederung mit der folgenden Zusammenfassung ist hier zu finden:
https://textaussage.de/yvonne-hofstetter-die-ideologie-der-digitalisierung-ist-der-informationskapitalismus

Der Text ist hervorragend als Klassenarbeit oder Klausur geeignet, wenn man nur den vorderen, scheinbar positiven Teil nimmt, bis „Aber warum nur?“

  • Der Text kritisiert sehr deutlich die aktuelle Machtsituation im Bereich der Technik.
  • Er sieht aber auch Chancen, das zu ändern.
  • Als Vergleich dient die Entwicklung im Bereich der Umweltfrage.
  • Der Artikel ist raffiniert aufgebaut, weil er im ersten Teil die Pro-Tech-Haltung scheinbar unreflektiert wiedergibt
  • und sie dann erst historisch einordnet
  • und schließlich massiv kritisiert.
  • Ein sehr schöner Text, der aber einen entscheidenden Fehler hat: BigTech kontrolliert auch zunehmend die Medien – und die sind die Basis für die Information der Bevölkerung und ihre Meinungsbildung. Das ist völlig anders als in den – im Rückblick – noch schön altertümlich natürlichen Zeiten des beginnenden Kampfes gegen die Umweltverseuchung.

Michael Krechting, Umgang mit Medien: Nicht das Web ist das Problem

  1. Der Text stammt aus dem Jahr 2012 und ist online zu finden auf der folgenden Seite:
    https://www.ksta.de/politik/umgang-mit-medien-nicht-das-web-ist-das-problem-4695990?cb=1612466714766
  2. Begonnen wird mit der Unruhe, die neue technische Entwicklungen, besonders im Bereich der Informationstechnologie, auslösen.
  3. Vor diesem Hintergrund wird auf die Zeit des Taschenrechners zurückgeblickt und von dort aus auf geringe Gefährlichkeit und großen Nutzen verwiesen.
  4. Präsentiert werden zwei Erkenntnisse:
  5. dass fast immer neue Entwicklungen erst mal kritisch beäugt oder gar verflucht werden,
  6. dass man sie dann später ganz selbstverständlich und mit Erfolg nutzt.
  7. Wichtig erscheint dem Verfasser die Gestaltung der nicht zu verhindernden Entwicklung.
  8. Er sieht Suchtgefährdung, aber eben auch große Vorteile.
  9. Gelobt wird am Ende die Wirtschaft, die sich gut darauf einstellt. Kritisiert wird die Politik – mit dem Vorschlag der Bestellung eines besonderen Beauftragten im Kanzleramt.

  10. Reizvoll ist es, diesen Artikel mit der heutigen Entwicklung zu vergleichen:
  • Was ist aus den letzten Jahren selbstverständlich geworden?
  • Was gibt es Neues?
  • Wie wird damit umgegangen?

„Weihnachtseinkäufe  – wenn der Konsum eskaliert“ –  Kommentar von Friederike Zoe Grasshoff


Kommentar aus dem Jahre 2012 zu Vor- und Nachteilen der IT-Digitalisierung – gut geeignet für den Vergleich mit heute

  • Es geht um größere Transparenz durch das Netz, was angeblich zu mehr ehrlichem Verhalten führt.
  • Kritisch kann man auf Cybermobbing hinweisen.
  • Dann geht es um den größeren Stress, der mit IT verbunden ist, hier kann man aber auch aus heutiger Sicht Vorteile der Arbeit oder des Lernens von zu Hause aus einbeziehen.
    https://www.einfach-gezeigt.de/kommentar-post-pc-%C3%A4ra

Analyse einer Rezension zu dem umstrittenen Roman „Nichts“ von Janne Teller


Andreas Rosenfelder, „immer wieder heißt es, die lyrik kommt zurück. aber wozu brauchen wir sie eigentlich noch?“ (2017)

  1. Der Artikel geht aus vom Büchnerpreis
  2. und fragt von dort aus nach dem Image der Lyrik heute und ihrer wahren Bedeutung.
  3. Hervorgehoben wird die Besonderheit von Lyrik, bei deren Lektüre laut dem Verfasser so etwas wie „ein existenzieller Kurzschluss“ eintreten kann.
  4. Was das zentrale Merkmal der Konzentration angeht, stellt der Verfasser fest: „Indem die Lyrik aus der unendlichen Menge des Sagbaren immer nur das absolute Minimum auswählt, lädt sie dieses mit einem Maximum an Bedeutung auf. „
  5. Lyrik sei keine „Fluchtstrategie“, sondern „verdichtete Gegenwart“.
  6. Am Ende greift der Verfasser auf Eichendorffs Vorstellung zurück und bejaht sie: „Schläft ein Lied in allen Dingen“.
  7. Fragwürdig und damit auch diskussionswürdig erscheint uns der abschließende Vergleich der Lyrik mit einer Programmiersprache.
  8. Viele Schüler werden sich aber wohl erleichtert fühlen, wenn in dem Zusammenhang auch davon gesprochen wird, dass die Lyrik „die beste Verschlüsselungstechnik“ sei, die wir haben.
  9. Dem kann man gut das Gedicht von Novalis entgegenhalten, der Poesie doch sehr deutlich abgrenzt von „Zahlen und Figuren“.
  10. Und wenn der Verfasser behauptet, dass wir in einer Welt leben, „in der unsichtbare und ungreifbare Datenflüsse das Dasein bis in seine tiefsten Tiefen durchdrungen haben“, dann stimmen wir dem gerne zu, aber das hat kaum etwas zu tun mit dem was anfangs als das Wesenskern der Lyrik aus dem 19. Jhdt zitiert worden ist: Sie sei das „punctuelle Zünden der Welt im Subjecte“


Rede von Bundespräsident Rau aus dem Jahre 2004 zum Geburtstag von Lessing – Thema: Religion und Toleranz

Die Rede ist hier zu finden:
Sie trägt den Titel:
„Religionsfreiheit heute – zum Verhältnis von Staat und Religion in Deutschland“
und wurde gehalten in Wolfenbüttel, am 22. Januar 2004.
  1. Abschnitt: Anlass der Rede
  2. Lessings Wirken im Rahmen der Aufklärung
  3. Ausgehend von „Nathan der Weise“ Anmerkungen zum Kopftuchurteil des Bundesverfassungsgerichts
  4. Eingehen auf die historische Situation nach dem 30jährigen Krieg
  5. Konsequenzen für das Verhältnis von Staat und Religion
  6. Die Bedeutung auch religiöser Grundüberzeugungen für ein demokratisches Staatswesen
  7. Anfragen an den Islam, was sein Verhältnis zu Demokratie und Menschenrechten angeht
  8. Warnung vor Pauschalurteilen – bsd. auch im Hinblick auf die Kopftuchfrage
  9. Die Frage des Kopftuchs im Schulbereich
  10. Das Problem des Fundamentalismus
  11. Die Frage einer für alle verbindlichen Wahrheit
  12. Schluss: Ausblick auf einen speziellen Beweis für interreligiöse Toleranz

Reportage: Kathrin Hollmer, „Der Feind in der Tasche“ – Reportage zur privaten Verschuldung

  • Reportage aus dem Jahre 2013
  • zu finden auf der Seite:
    https://www.jetzt.de/jetztgedruckt/der-feind-in-der-tasche-565014
  • Sehr gut geeignet um zu zeigen oder zu prüfen, wie eine Reportage Persönliches und Anschauliches mit Allgemeinem und Ratschlägen verbindet.
  • Deutlich wird auch, welche Motive, Situationen und Abläufe zur privaten Verschuldung führen
  • und wie man wieder herauskommen kann.
  • Nutzen kann man den Artikel auch für kritisches Lesen, denn an einigen Stellen möchte man doch mehr wissen:
    • Wieso konnten sich 8000 Euro Schulden ansammeln und für 3000 gab es nur Mahnungen.
    • Wieso wurde nur die Schwester drauf aufmerksam? Hätte sie ohne diese Schwester weitermachen können?
    • Welche Möglichkeiten haben Gläubiger?
    • Kann man im Internet leicht fast unendlich Schulden machen?
    • Wieso hat der Vater des gemeinsamen Kindes nicht gezahlt? Wieviele Frauen sind von einer solchen Situation betroffen?
    • Ist die Schuldnerberatung kostenlos?
  • Auf jeden Fall ein sehr empfehlenswerter Text.
  • Anregung: Der Artikel hat eine schöne Überschrift, aber keine Unterüberschrift, wie sie bei klassischen Reportagen in der Zeitung gegeben ist. Wie könnte eine solche Unter-Überschrift aussehen?

Barbara Esser, „Nach Schulschluss Geld verdienen“ – zwischen Reportage, Bericht und Ratgeber

  • Beginn mit zwei Fragen: Wie findet man den richtigen Job – und wann schadet er der Schule?
  • Es kommen Einzelbeispiele aus der Praxis, die dann mit der allgemeinen Lage verglichen werden.
  • Dann gibt es Tipps zur Frage, wie man an einen guten Job kommen kann.
  • Hingewiesen wird auch auf „zwielichtige Angebote“, verbunden mit Hinweisen auf die Verantwortung der Eltern.
  • Probleme in der Schule seien eher die Ausnahme und die meisten Jugendlichen würden das verdiente Geld sinnvoll einsetzen.
  • Am Ende ein schöner Schluss, der zeigt, wie man einen Text auch gut abrunden kann. Da das mindestens einen Klick auf die Seite wert ist, verraten wir hier nicht mehr, können den Text aber sowohl als Beispiel für die Kombination von Bericht und Reportage sowie als Ratgeber empfehlen.
  • Zu finden ist der Text hier:
    https://www.focus.de/familie/freizeit/nach-schulschluss-geld-verdienen-ferien-freizeit_id_2524733.html
  • Hinweise zur Analyse und zur Erörterung des Textes finden sich hier:
    https://wvm.schnell-durchblicken3.de/barbara-esser-nach-schulschluss-geld-verdienen/

Ivan Zovko (Praktikant bei der Badischen Zeitung), Kommentar zum Jogging-Hosen-Verbot an einer Schule

  • Es handelt sich um einen Text, den ein 21jähriger Praktikant wohl im Rahmen seiner Mitarbeit bei der Badischen Zeitung erstellt hat.
  • Er bezieht sich auf die Entscheidung einer Gesamtschul-Direktorin, das Tragen von Jogginghosen an ihrer Schule zu verbieten.
  • Der Text beginnt sehr geschickt, indem er erst mal scheinbar vom Thema abweicht und sich kritisch mit der Vorbereitung „auf das spätere Berufsleben“ beschäftigt.
  • Dann geht es direkt zum Thema „Jogginghosen“ – und die werden als Bestandteil heutiger Jugendmode verteidigt.
  • Vor diesem Hintergrund erscheint dem Verfasser das Verbot als Ausdruck eines Vorurteils, was für ihn den Idealen der schulischen Bildung widerspricht.
  • Am Ende kehrt der Verfasser geschickt zum Ausgangspunkt zurück und fordert die Direktorin auf, sich mehr den wirklichen Aufgaben der Schule zuzuwenden.
  • Zu finden ist der Text hier:
    https://www.badische-zeitung.de/mit-jogginghose-in-der-schule

Harald Martenstein, „Was ist denn schlimm an dem Wort ‚Arzthelferin‘?“

Zum Text:

Carolin Ströbele, „Fridays for Future: Hört auf, eure Kinder zu beklatschen!“

Zum Text:
  •     Es handelt sich um einen Kommentar
  •     vom 29.03.2019
  •     zu den bevorstehenden Fridays-for-Future-Protesten in Hamburg
  •     zur Frage der Motive und der Bedeutung der Haltung der Eltern der beteiligten Schülerinnen und Schüler.

Zu den Kernaussagen des Textes:

  •     Hinweis auf das Missverhältnis zwischen dem elterlichen Applaus für die Fridays-Schüler und ihrem realen Verhalten
  •     Vermutung, dass es sich hier um den Versuch einer Entlastung für das eigene Versagen handelt.
  •     Forderung nach mehr realer Übernahme von Verantwortung durch die Erwachsenen
  •     was nach Auffassung der Autorin vor allem die Inkaufnahme von Unannehmlichkeiten bedeutet,
  •     denen stünde aber das Gefühl gegenüber, wirklich etwas getan zu haben.

Nähere Hinweise zum Text und Analyse-Ansätze sowie Hinweise auf mögliche Elemente einer Stellungnahme:

https://schnell-durchblicken3.de/index.php/schnell-durchblicken-kurse/umgang-mit-sachtexten/171-uebung-sachtextanalyse-fridays-future

Edo Reentz, „Digitale Kommunikation: Die Verbindlichkeit des Geschriebenen“ (2014) – Hinweis auf den unberechtigten Anspruch des Internets, die Welt angemessen abzubilden

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitale-kommunikation-die-verbindlichkeit-des-geschriebenen-13182711.html

  1. Der Artikel beginnt gleich mit dem interessanten Hinweis darauf, dass Autorität früher sich in einer Einbahnstraße geäußert hat. Demgegenüber wird als Problem der heutigen Zeit angedeutet, dass jeder mit jedem kommunizieren kann und damit Autorität als überragende Position nicht mehr gegeben ist.
  2. In diesem Zusammenhang spricht der Verfasser von „Scheinnachrichten“, die „Orientierungslosigkeit“ produzieren und „Unbehagen“ hervorrufen.
  3. Neben der Demontage von „Instanzen“ sieht der Verfasser auch das Problem der Überforderung der Empfänger dieser Datenflut. In diesem Zusammenhang deutet er sogar Entwicklungen ins Krankhafte hinein an.
  4. Was der Autor vermisst, ist vor allem „Besinnung“. Hier kann man ihm sicher zustimmen.
  5. Wenn er außerdem vom verlorenen gegangenen „Schutz des Verborgenen“ spricht, so ist das möglicherweise vor allem Klage über ein verlorenes Prestige das heute in der Zeitungswelt nicht immer mehr gerechtfertigt ist.
  6. Interessant ist der Hinweis auf einen Widerspruch: Das Internet tritt in mancherlei Hinsicht an die Stelle der realen Welt, beansprucht aber immer noch die „Dignität das schwarz auf weiß“, wie der Autor es nennt.
  7. Am Ende betont der Autor noch einmal die Notwendigkeit von „Filterung“, was grundsätzlich richtig ist, aber übersieht, dass viele Menschen heute nicht mehr glauben, in den offiziellen Medien eine ausgewogene und damit angemessene Sicht auf die Welt präsentiert zu bekommen. Dies wiederum führt zum wachsenden Einfluss von Parallelmedien (bsd. Blogs), die anbieten, diese Lücke zu füllen.
  8. Damit ist man auch bei dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels, nämlich dem Jahr 2014. Interessant dürfte es sein, diesen Artikel mit den Augen von heute zu lesen.

Britta M. Scholz, „Jugend ohne Bot“ – ein Hinweis auf Probleme des Internets bei der Meinungsbildung

Zu finden ist der Text auf der Seite:
Anscheinend hinter einer Anmeldeschranke – aber möglicherweise über Ipad oder Smartphone auch ohne Einschränkung abrufbar.
Interessant an dem Artikel sind die folgenden Aspekte sowie damit verbundene Fragen.
  1. Der Artikel hebt zunächst einmal die Probleme einer Informationsaufnahme und -verarbeitung hervor, die mit einer weitgehenden Beschränkung auf das Internet verbunden sind.
  2. Demgegenüber wird auf den Wert einer differenzierten, fundierten und ausgewogenen Berichterstattung in den sogenannten  Qualitätsmedien verwiesen. Inwieweit sich diese Ansprüche heute noch mit dem Phänomen des so genannten Haltungsjournalismus vertragen, wird nicht angesprochen.
    Von daher könnte geprüft werden, inwieweit auch dieser Artikel eine gewisse Einseitigkeit verrät.-
  3. Das Internet wird nach dem Fernsehen als drittem Elternteil vor allem als eine Gefahr für reale soziale Kontakte gesehen. Hier kann man sehr gut diskutieren, wo wirklich Vorteile und Gefahren liegen. Denn niemand wird bestreiten, dass das Internet heute Menschen auch in Kontakt bringt und hält, die sich früher lange Zeit nicht gesehen oder gesprochen hätten.
  4. Als weiteres Problem werden Desinformation, Fake News und Propaganda angesprochen. Auch hier müsste im Einzelfall geprüft werden, wo all das in der Realität unserer Zeit zu finden ist und wie man damit am besten umgeht. Viele haben heute den Eindruck, dass durchaus auch alternative Medien beziehungsweise der Kommentarbereich nicht nur Problematisches präsentieren, sondern den Blick durchaus auch erweitern können.
  5. Worin man der Autorin sicherlich uneingeschränkt zustimmen kann, ist die Warnung vor den im Titel angesprochenen Akteuren einer künstlichen Intelligenz („Bots“), die im Extremfall dazu führen können, dass einem – wie bei der Werbung – auch im Informationsbereich nur noch das präsentiert wird, was man sowieso schon denkt.
  6. Und wenn am Ende beklagt wird, was aus „aufgeschlossenen, fröhlichen junge Menschen“ später wird, so liegt das sicherlich nicht nur am Internet.
  7. Auf jeden Fall eine Herausforderung stellt der schöne Satz dar:
    „Die Generation der unter 30-Jährigen ist nicht schlauer, weil sie sich einer Technologie verschrieben hat, die die Älteren nur selektiv nutzen oder gar ablehnen, aber sie wird definitiv dümmer, wenn die restliche Gesellschaft ihr dabei nur zuschaut, wie ein bloßes Medium für sie das Denken übernimmt.“
  8. Insgesamt also ein Artikel, der reale Probleme anspricht, aber insgesamt doch etwas schwarz-weiß malt, was aber nicht schaden muss, sondern die Diskussion befördern kann.

David Froitzheim, „Ballern statt Büffeln?“

David Froitzheim, „Ballern statt Büffeln?“
  1. In diesem kurzen Text, der online auf der Internet-Seite des Kölner Stadtanzeigers verfügbar ist:
    https://www.ksta.de/david-froitzheim–ballern-statt-bueffeln–13471950
    geht es um die Auseinandersetzung mit der Kritik an sogenannten Ballerspielen.
  2. Der Text stammt aus dem Jahre 2006 und ist von jemandem verfasst worden, der selbst gerne im Internet „ballert“ und das nicht nur ganz normal findet, sondern sich auch gegen Kritik wehrt.
    Der Titel ist nicht ganz nachvollziehbar – denn nirgendwo geht es um „büffeln“ im Sinne von lernen.
  3. Das Problem des Textes ist, dass er sehr subjektiv ist und nur mit Tatsachenbehauptungen arbeitet.
    1. Angeblich gibt es bei ihm und seinen Freunden keine negativen Folgen.
    2. Sie seien ganz normal geblieben.
    3. Junge Menschen wissen angeblich, was für sie gut ist – auch die jüngsten.
  4. Die Kritik richtet sich an alle Erwachsenen, besonders Politiker und Eltern, denen vorgeworfen wird, dass sie keine Ahnung haben und nur Vorurteilen folgen.
  5. Insgesamt
    1. ein Text, der – wie schon gesagt – sehr subjektiv ist und nur mit Behauptungen arbeitet. Das ist seine größte Schwachstelle. Nirgendwo wird auf Untersuchungen von Fachleuten verwiesen.
    2. ein Text aber auch, der sicher zu Recht die Frage stellt, ob die Erwachsenen genügend mit den jungen Leuten reden, auf sie hören und auch ihre Sichtweise ernst nehmen.
    3. Allerdings bleibt am Ende die Frage, was passiert, wenn hier einfach Interessen auseinandergehen: Die Jugendlichen wollen  vor allem Spaß haben – und das offensichtlich auch am virtuellen Töten, denn „die nächsten Terroristen oder das nächste Monster“ soll lustvoll ins „virtuelle Nirwana“ geschickt werden. Die Erwachsenen haben vielleicht nicht mehr dieses jugendliche Verständnis, aber sie wissen vielleicht doch besser, welche Gefahren bestehen.
    4. Denn wenn man auf der Linie des Verfassers bleibt, dann könnte man Jugendlichen auch erlauben, schon ganz früh Spaß am Auto- oder Motorradfahren zu haben.
    5. Wenn man den Gedanken weiter verfolgt, könnte man die Frage stellen, ob es nicht vielleicht auch einen Führerschein für solche Ballerspiele geben müsste – neben einer Altersgrenze. Denn was ist mit jungen Leuten, die auch noch im Älterwerden Spaß an diesen Spielen haben?

Artikel zum Thema „Hass und Liebe zbw. Hassliebe“

In ihrem Internet-Beitrag mit dem Titel „Hassliebe – Liebe und Hass“ vom 22.05.2016
https://www.medizin-im-text.de/blog/2016/18457/hassliebe/

geht die Ärztin Dunja Voos vom Unterschied zwischen Wut und Hass aus: Das erstere Gefühl könne schnell vergessen werden, Hass aber sei eine Art „wiederkehrende Wut“, die als festes Bild im Kopf verankert sei. Wenn sich so etwas in einer Mutter-Kind-Beziehung ergebe, dann könnte das später auf die Beziehungen zu anderen Menschen übertragen werden. Das heißt: Wenn etwas nicht so funktioniert, wie man sich das in der Beziehung wünscht, kann sich schneller Hass ergeben, als man sich das wünscht.
Fortsetzung der Vorstellung der zentralen Gedanken auf Seite:
http://schnell-durchblicken3.de/index.php/faq/84-info-hass-liebe-hassliebe

Lars Krüsand, „Technik: Rückschritt statt Fortschritt“

Der Sachtext zeigt Probleme der rasant fortschreitenden Techniknutzung im privaten Bereich auf – allerdings auf der Zeitebene von 2005.

Trotz seines Alters iste er aus den folgenden Gründen durchaus auch heute nochinteressant:

  1. Zum einen kann man ihn erst mal aufnehmen, was die Fragen  Fortschritt und Rückschritt in der Technik angeht.
  2. Dann aber kann man diesen Text aus dem Jahre 2005 auch überprüfen, inwieweit die für die damalige Zeit angesprochenen Probleme heute noch aktuell sind – wenn auch vielleicht in anderer Form.
  3. Besonders Kreative Schüler könnten sich von dem Text auch anregen lassen, die Problematik aus heutiger Sicht anzugehen: Der Vorteil dabei: Man kann den Gedankengang übernehmen und passt nur die Beispiele an.
  4. Natürlich kann man auch die Richtung ändern und einen Gegentext schreiben.
  5. Natürlich kann man sich auch an den Aufgaben einer Klassenarbeit aus dem Jahre 2005 orientieren und die Lösungshinweise verwenden, um die Analyse von Sachtexten zu üben.

Sammlung von „Anstoßtexten“

Schauen Sie mal in unsere Sammlung von „Anstoßtexten“ – die sollen gerade zum „Nach-denken“ anregen:

Analyse und Auswertung von wissenschaftlichen Arbeiten

  • Ute Nawratil: „Glaubwürdigkeit in der sozialen Kommunikation.“
    2. Auflage, München 2006 (digitale Ausgabe)
    URL: http://epub.ub.uni-muenchen.de/archive/00000941/
    Erstveröffentlichung: Westdeutscher Verlag 1997.
    „Die vorliegende digitale Ausgabe entspricht inhaltlich der Erstausgabe. Es wurden kleinere Korrekturen vorgenommen, Seiten- und Fußnotennumerierung stimmen nicht mit der Erstausgabe überein..
    Dieses Werk kann durch jedermann gemäß den Bestimmungen der Lizenz für die freie Nutzung unveränderter Inhalte genutzt werden.“

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