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Schlagwort: Zitate

Kafka, „Die Verwandlung“ – schnell durchblicken – Inhalt, Zitate, Detail-Interpretation

Was heißt für uns: schnell durchblicken?

Im Folgenden stellen wir Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ in insgesamt 10 Schritten so vor, dass man schnell einen Überblick über den Inhalt bekommt, aber auch wichtige Schlüsselzitate kennt.

Video mit Dokumentation

Inzwischen gibt es auch ein Video, das hier zu finden ist:
https://youtu.be/1TLJkGm-Wys

Die Dokumentation kann hier angeschaut bzw. heruntergeladen werden:

Mat2902 vf Kafka Verwandlung Kurzversion Inhalt, Zitate, Detail-Interpretation

Die Seitenzahlen bei den Zitaten beziehen sich auf die E-Book-Fassung der Reclam-XL-Ausgabe der Erzählung.

Kommen wir jetzt zu der Textfassung, die für uns der Ausgangspunkt des Videos war:

1. Aufwachen in „Ungeziefer“-Existenz – mit Vorgeschichte

  • Gregor Samsa, ein junger Handlungsreisender findet sich eines Morgens „zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt“ (05). Das heißt: Bei ihm findet zu Beginn der Erzählung keine Verwandlung statt, sie ist schon passiert.
  • Bezeichnend ist, er wacht aus „unruhigen Träumen“ (05) auf – und bald erfährt man auch, dass der Mann schon vorher gar nicht glücklich gewesen ist. Er leidete nämlich unter der „Plage des Reisens“ (6) und macht das nur noch mit wegen der „Schuld“ (Schulden) der Eltern. Ganz klar ist: „Der Teufel soll das alles holen“ (06) – und in spätestens 5-6 Jahren wird der „große Schnitt gemacht“ (07).

2. Bemühen um Normalität – hofft: alles ist „reine Einbildung“

  • Erstaunlich ist, wie Gregor an der Vorstellung festhält, er könne auch in seiner Tiergestalt mit leichter Verzögerung sein normales Leben weiterführen. Die Mutter wird durch die geschlossene Tür beruhigt.  Allerdings erschreckt ihn seine stark veränderte Stimme.
  • Gregor glaubt wirklich, durch ruhiges Überlegen alles in Ordnung bringen zu können.
  • Das Aufstehen gelingt ihm nicht und so bleibt er im Bett.
  • Interessant ist, dass er bei der Frage, ob er sich Hilfe holen soll, „ein Lächeln nicht unterdrücken kann“ (11). Anscheinend weiß ein Teil von ihm doch, dass das alte Leben nicht einfach weitergehen kann.

3. Erscheinen des Prokuristen – Zuspitzung der Lage

  • Als dann der Prokurist, also ein Vertreter der Geschäftsleitung erscheint, muss der Gregor immer noch durch die geschlossene Tür deutlich machen, dass seine Situation in der Firma „durchaus nicht die festeste“ ist (14). Es gibt also größere Probleme, als Gregor sich (und dem Leser) eingesteht.
  • Gregors Verblendung wird deutlich, als er die Tür aufmachen will – im Glauben, dann hätte er „keine Verantwortung mehr“ (15).
  • Als er dann wirklich in seiner Tiergestalt sichtbar wird, weicht der Prokurist erschrocken zurück, „als vertreibe ihn eine unsichtbare, gleichmäßig fortwirkend Kraft“ (18). Der Vater ballt erst „mit feindseligem Ausdruck die Faust“ (18), dann fängt er an zu weinen. Der Grund wird später deutlich: Gregor ist anscheinend nicht mehr in der Lage, die für die Familie bequeme Vollversorger-Rolle auszufüllen.
  • Das einzige, was Gregor schafft, ist eine lange Rede, in der er den Prokuristen bittet, in der Firma für ihn einzutreten. Das ist natürlich völlig illusorisch.
  • Als Gregor dem Prokuristen auch noch nachlaufen möchte, wird der Vater erstmals aggressiv und treibt Gregor in sein Zimmer zurück – mit einem „wahrhaftig erlösenden starken Stoß“ (23), der bei dem Sohn eine blutende Wunde zurücklässt.

4. Versorgung durch die Schwester – Kapital des Vaters

  • In der Folgezeit (Kapitel 2) bemüht sich die Schwester, ihrem Bruder in Tiergestalt die passende Nahrung zu bringen. Ansonsten ist Gregor stolz darüber, „dass er seinen Eltern und seiner Schwester ein solches Leben in einer so schönen Wohnung hatte verschaffen können“ (25).
  • Aber er hat auch Angst, dass jetzt „alle Zufriedenheit ein Ende mit Schrecken“ nehmen“ (25) könnte, und muss überlegen, „wie er sein Leben neu ordnen sollte“ (25)
  • Auch die Eltern und die Schwester sprechen darüber – offensichtlich im klaren Bewusstsein, dass man sich in der aktuellen Situation irgendwie einrichten muss.
  • Dabei stellt sich heraus, dass der Vater doch noch einiges an Kapital hat und trotzdem Gregors mit viel Anstrengung verdientes Geld „dankbar“ (30) annimmt, ohne dass sich damit eine „besondere Wärme“ (30) ergeben hätte – ein eindeutiges Zeichen für eine sehr ungesunde Situation.
  • Gregor findet das mit dem Kapital völlig in Ordnung und möchte sich gar nicht vorstellen, dass die anderen jetzt selbst arbeiten müssen.

5. Aufstieg der Schwester und ihr Verrat an Gregor

  • Im Laufe der Zeit wird immer deutlicher, dass die Schwester durch die alleinige Versorgung des Bruders ihre Stellung in der Familie ausbaut und auch keine Hemmungen hat, die Mutter von ihrem Sohn fernzuhalten.
  • Als es dann doch zu einer Begegnung kommt, findet die unter den ungünstigsten Umständen statt. Gegen den Willen Gregors und auch der Mutter soll sein Zimmer freigeräumt werden.
  • Interessant in dem Zusammenhang ist, dass Gregor vor allem das Bild einer Dame an der Wand verteidigen will – das steht offensichtlich für ein anderes Leben als das eines überforderten Handlungsreisenden.
  • Genau in der Situation, als brauner Fleck an das Bild geklammert, sieht die Mutter ihren Sohn erstmals in seiner neuen Gestalt und bricht gleich ohnmächtig zu sammen.
  • Die Schwester hat dann keine Hemmungen, das dem Vater so darzustellen, als wäre Gregor „ausgebrochen“ (41). Der ist „gleichzeitig wütend und froh“ (41) und treibt mit Apfelwürfen den Sohn zurück, wobei der eine ziemliche Wunde am Rücken davonträgt.

6. Ein gewisses Maß an Normalisierung in der Familie

  • Erstaunlicherweise kommt dem Vater jetzt doch die Einsicht, „dass Gregor trotz seiner gegenwärtigen traurigen und ekelhaften Gestalt ein Familienmitglied war, das man nicht wie einen Feind behandeln durfte, sondern dem gegenüber es das Gebot der Familienpflicht war, den Widerwillen hinunterzuschlucken und zu dulden, nichts als zu dulden.“
  • Das führt dazu, dass Gregor den Gesprächen der Familie wenigstens von weitem zuhören darf.
  • Ansonsten haben Vater, Mutter und Schwester angefangen zu arbeiten und sie bedauern es, wegen Gregor nicht in eine kleinere Wohnung umziehen zu können. Er wird immer mehr zu einem Störfaktor.
  • Auch die Schwester kümmert sich nicht mehr groß um die Essensauswahl und auch Gregors Zimmer wird nur noch oberflächlich gereinigt.
  • Umso penibler achtet sie darauf, dass die Mutter nicht zu ihrem Sohn kommt. Als sie Gregors Zimmer einmal gründlich reinigt, gibt es richtig Ärger.
  • Noch schlimmer wird es für Gregor, als eine neue Bedienerin eingestellt wird, die ihn hemmungslos als „Mistkäfer“ (49) beschimpft und sein Zimmer zu einer richtigen Rumpelkammer macht.

7. Gretes Musizieren – zwischen Sehnsucht und Eklat

  • Die Familie hat zur finanziellen Entlastung ein Zimmer an drei sog. „Zimmerherren“ vermietet.
  • Eines Abends hören sie die Violine von Gregors Schwester und bitten sie, ihnen vorzuspielen.
  • Gregor ist ganz fasziniert. Dabei wird deutlich, welche Bedürfnisse er wirklich hat: „Ihm war, als zeige sich ihm der Weg zu der ersehnten unbekannten Nahrung.“ (53) Er geht sogar soweit, sich ein gemeinsames Leben mir der Schwester, der er ein Musikstudium hat finanzieren wollen, vorzustellen.
  • Als die Zimmerherren dann Gregor sehen, kommt es zum Eklat. Mit „Rücksicht auf die in dieser Wohnung und Familien herrschenden widerlichen Verhältnisse“ (55) kündigen sie sofort ihr Zimmer.

8. Erklärung der Schwester: „Das Untier muss weg“

  • Die Leidensfähigkeit und auch das Mitleid vor allem der Schwester und des Vaters sind aufgebraucht: Die Schwester setzt alles daran, das „Untier“ (56)  – so bezeichnet sie ihren Bruder – „loszuwerden“ (56).
  • Den noch vorhandenen Bedenken des Vaters begegnet sie mit den Worten: „Du musst bloß den Gedanken loszuwerden suchen, dass es Gregor ist.“ (57)
  • Dieser akzeptiert das auch sofort und kehrt in sein Zimmer zurück, was die Schwester nur mit einem „Endlich“ (58) kommentiert, bevor sie den Schlüssel im Schloss umdreht.

9. Gregor stirbt in Frieden

  • Erstaunlicherweise akzeptiert Gregor seinen endgültigen Ausschluss aus der Familie nicht nur, sondern fühlt sogar „verhältnismäßig behaglich“, was vor allem seinen neuen Körper angeht.
  • An die Familie denkt er sogar „mit Rührung und Liebe“ (59) und seine „Meinung darüber, dass er verschwinden müsse“ erscheint ihm „womöglich noch entschiedener, als die seiner Schwester.“ (59)
  • In einem „Zustand leeren und friedlichen Nachdenkens“ (59) sinkt sein Kopf schließlich nieder. Dann heißt es: „… und aus seinen Nüstern strömte sein letzter Atem schwach hervor.“ (59) Kafka verwendet hier ein Wort, das man eigentlich nur bei Pferden verwendet. Man hat den Eindruck, dass das letzte, was man über den lebenden Gregor erfährt, nicht mehr mit „Ungeziefer“ verbunden werden soll.
  • Sehr viel weniger Achtung bringt die Bedienern Gregors Leiche entgeben: Für sie ist da nur etwas, was sie vorher schon als „Miststück“ bezeichnet hat, „ganz und gar kreptiert.“ Sie hat auch keine Hemmungen, das, was von Gregor übriggeblieben ist, auch noch den Zimmerherren zu präsentieren.

10. Auf ins Familienglück?

  • Der Rest der Familie beschließt, „den heutigen Tag zum Ausruhen und Spazierengehen zu verwenden“ (62).
  • Für den Vater sind die Prioritäten jetzt ganz klar: „Also kommt doch her. Lasst schon endlich die alten Sachen. Und auch nehmt ein wenig Rücksicht auf mich.“ (63)
  • Unterwegs werden sie sich klar, dass die „Aussichten für die Zukunft […] durchaus nicht schlecht“ (63) sind.
  • Die Eltern freuen sich darüber, dass ihre Tochter „zu einem schönen und üppigen Mädchen aufgeblüht“ (63) ist, für die sie jetzt „einen braven Mann“ (63) suchen wollen.
  • Der letzte Satz der Erzählung ist bezeichnend: „Und es war ihnen wie eine Bestätigung ihrer neuen Träume und guten Absichten, als am Ziele ihrer Fahrt die Tochter als erste sich erhob und ihren jungen Körper dehnte.“ (63)
  • Das ist natürlich ein guter Ausgangspunkt, die Erzählung weiterzuschreiben und dabei einiges weiterwirken zu lassen, was sie jetzt schnell vergessen wollen.

Wer noch mehr möchte

 

Kafka, „Die Verwandlung“ (Video) Inhalt, Zitate, Interpretation

Im Folgenden wird Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ in mehreren Videos vorgestellt.

Die Videos sind auf Youtube zu finden:

Video 1: https://youtu.be/Q8pZEoyXGrk
Vorgestellt wird der erste Teil der Erzählung, vom Erwachen Gregor Samsas als „Ungeziefer“ bis zum Verschwinden des Prokuristen, wodurch sich seine Situation sehr verschärft.

Eingegangen wird auf die ersten 6 Abschnitte der Textpräsentation, wie sie das Projekt Gutenberg liefert.
https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwandl.html

Das erleichtert die Orientierung, außerdem kann man checken, inwieweit die dort vorgenommene Einteilung überzeugend gewählt erscheint.

Mat2898 Vf Kafka Verwandlung T1 bis Flucht des Prokuristen

  • Neben der inhaltlichen Entwicklung und Schlüsselzitaten werden auch an wichtigen Stellen Interpretationsthesen präsentiert,
    • so im Hinblick auf die Frage, ob das Verwandelt-Sein am Anfang nicht Ergebnis einer früheren Fehlentwicklung ist.
    • Oder es geht um die Frage, warum Gregor bei der Frage lächelt, ob er sich beim Aufstehen helfen lassen sollte.
    • Die dritte Frage bezieht sich darauf, dass Gregor fest davon ausgeht, dass er trotz seiner Ungeziefer-Situation fast schon am Ende all seiner Probleme angelangt ist. Auch das kann bedeuten, dass Gregor sich nicht nur etwas vormacht, sondern dass sein Körper den erhofften Schnitt in fünf oder sechs Jahren auf extreme Weise vorgezogen hat. Das wäre dann eine zumindest ansatzweise positive Betrachtung seiner ansonsten schrecklichen Ausgangssituation zu Beginn der Erzählung.

Video 2: https://youtu.be/Bbui3s0wubA
Vorgestellt wird der zweite Teil der Erzählung, vom Verschwinden des Prokuristen bis zur Verteidigung des Schreibtisches gegen die Absicht der Schwester, sein Zimmer freizuräumen.

Mat2898 Vf Kafka Verwandlung T2 bis Schreibtisch

Video 3: https://youtu.be/VFu_kVilwQM
Vorgestellt wird der dritte Teil der Erzählung, von der Verteidigung des Schreibtisches gegen die Absicht der Schwester, sein Zimmer freizuräumen bis zum Rauswurf der Zimmerherren.

Dokumentation zum Video 3:
Mat2899 vf Video Kafka Verwandlung T3 Inhalt, Zitate, Interpretation

Video Nr. 4: Das Ende Gregors, die Verwandlung der Schwester zum neuen Star der Familie; Zusammenfassung der Aussagen der Erzählung und Tipps für kreative Bearbeitungen sowie ein Vergleich mit den kurzen Parabeln Kafkas

Dazu die Dokumentation:

Zur Interpretation der Erzählung

Worauf kann man „naiv“ / unbefangen kommen bei der Lektüre dieser Erzählung?

  • „Ungeziefer“-Zustand = Bild für den Ausbruch aus einem falschen Leben
  • Gregor wird um ein richtiges Leben betrogen (Kapital des Vaters)
  • betrügt sich eben auch selbst und bringt die Familie in unnötige Abhängigkeit
  • Gregor be„lächelt“ die Idee, man könnte ihm helfen, sieht am Ende die „endgültige Besserung alles Leidens“ nur noch in seiner „Ungeziefer-Existenz“
  • Die Verdrängung und Vertreibung funktioniert aber nicht auf Dauer: Gregor wird als „Ungeziefer“ lästig, Schwester wechselt die Fronten, will das „Untier“ loswerden -> Vernachlässigung u. Entwürdigung
  • Schließlich will Gregor nur noch „verschwinden“ und stirbt still und einsam.
  • Die eigentliche Gewinnerin ist die Schwester, sie gewinnt an Ansehen, übernimmt das Kommando und ist am Ende der neue Star der Famili

Kreative Anregungen

Interessant ist ein kreatives Weiterdenken oder Weiterschreiben der Erzählung:

  • Im Umgang mit Gregor hat die Familie moralische Grenzen überschritten, die sich vor allem gegen die ältere Generation der Eltern richten kann; die Schwester könnte erneut den Weg der Vernachlässigung von Unangenehmem gehen.
  • Aber auch die Schwester muss nicht unbedingt in der anvisierten Ehe glücklich werden – sie könnte dort auch in eine „Ungeziefer“-Existenz geraten.
  • Es könnte aber auch sein, dass sie soviel Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein gewonnen hat, dass ihr Ehemann in Schwierigkeiten geraten könnte.

Vergleich dieser Erzählung mit den kurzen Parabeln Kafkas

  • Die zeigen jeweils einen Aspekt der Existenz des Menschen in der Welt.
  • Das trifft auch hier zu. Allerdings geht es hier weniger um die äußere Welt als um das Leben von Individuen und ihren Umgang miteinander im familiären Zusammenhang.
  • Deshalb die These: Diese Geschichte wirkt sehr viel normaler als viele andere (etwa „Der Schlag ans Hoftor“ – die persönlichen und Beziehungsprobleme werden nur in ein sehr extremes „Ungeziefer“-Bild gepackt. Darauf könnte auch verzichtet werden – die Probleme würden trotzdem bleiben einschließlich Versagen, Ausgrenzung u. Tod.

Wer noch mehr möchte

 

Schirach, Ferdinand von, „Terror: Ein Theaterstück und eine Rede“

Infos zu Ferdinand von Schirach, „Terror: Ein Theaterstück und eine Rede“

Im Folgenden geht es um ein Theaterstück, das versucht, die Frage zu klären, ob der Pilot eines Kampfflugzeuges ein Passagierflugzeug eigenmächtig abschießen darf, das von einem Terroristen in ein voll besetztes Stadion gelenkt werden soll.

Hier zunächst eine Inhalts- und Strukturübersicht, bei der wir zugleich auf wichtige Textstellen hinweisen.

Die Seitenzahlen können leicht abweichen. Wir beziehen uns hier auf die E-Book-Ausgabe vom Oktober 2016 des btb Verlags (ISBN 978-3-641-20329-0 V002)

I. Akt

I,1, S. 7-9: Einführende Ansprache des Richters an die Zuschauer

Für ein Theaterstück und für ein Gerichtsverfahren in Deutschland eher ungewöhnlich, begrüßt der Vorsitzende Richter die Zuschauer, die als Schöffen fungieren sollen. so etwas ist eher untypisch für Deutschland, weil es hier nur Schöffen als sogenannte Laienrichter gibt, aber keine Geschworenen – wonach das im Stück eher aussieht.

Da der Richter erst danach seine Amtsrobe überstreift, wird deutlich, dass es hier eher um eine Art Einführung in das Theaterstück geht und das eigentliche Gerichtsverfahren erst danach beginnt.

Hier nun ein paar interessante Textstellen, über die man zum Teil gut diskutieren kann.

  1. „alles zu vergessen, was Sie über den Fall gelesen oder gehört haben“
  2. „das Gericht ist eine Bühne“
    1. „Recht sprechen hieß damals, eine Unordnung wieder in Ordnung bringen.“
    2. „Unsere Vorfahren wussten, dass das Böse so seinen Schrecken verlieren kann.“
  3. „Ein Richter kennt die Kategorie des ‚Bösen‘ nicht.
  4. „Denken Sie daran, dass vor Ihnen ein Mensch sitzt … Bleiben Sie deshalb bei Ihrem Urteil selbst Menschen.“
    • Kommentar: Das passt aber überhaupt nicht zu der Schwarz-Weiß-Entscheidung von Schuldig oder Unschuldig.

I,2: S. 10-16: Eröffnung der Verhandlung durch den Richter – Geplänkel mit dem Verteidiger

  • Aufnahme der Personalien
  • Vor dem Beginn der Verlesung der Anklageschrift:
    Verteidiger möchte, dass ein Fenster geöffnet wird.
  • Er zeigt deutliche Distanz zu einem Auftreten in Robe und zu vielen Kollegen.

Zitate:

  1. Verteidiger:
    „Können wir ein Fenster öffnen? Die Luft hier ist furchtbar.“
  2. Anwälte als angebliche „Spitzbuben“, vor denen man sich „hüten möge“.
  3. „Die Kollegen sind ja oft schwer zu ertragen.“
  4. Kommentar: Es ist interessant, wie „außergewöhnlich“ der Verteidiger hier auftritt. Auch das ist ein möglicher Einwand gegen die Ausgewogenheit und schlussendliche Offenheit dieses Theaterstücks. Da müssten nämlich beide Seiten auf gleiche Art und Weise professionell vertreten werden.

I,3: S. 10-14: Eröffnung der Verhandlung durch Verlesen der Anklageschrift

  • Vorwurf, als Pilot eines Kampfflugzeugs am 26.5.2013 ein Passagierflugzeug abgeschossen zu haben
  • Verweis auf die Zahl der Opfer: 164 Menschen hätten dabei den Tod gefunden
  • Anklage lautet auf Mord

I,4: S. 14-16: Der Vorsitzende erklärt dem Angeklagten seine Situation und Rechte

  • „Ich muss sie als Angeklagten darüber belehren, dass Sie sich redend oder schweigend verteidigen können. Sie müssen hier also keine Aussage machen. Falls Sie zu den gegen Sie erhobenen Vorwürfen schweigen, darf und wird das Gericht Ihr Schweigen nicht gegen Sie verwenden.“
    • Kommentar: Hierauf könnte man näher eingehen, wieso der Angeklagte hier Recht hat, die einem Zeugen nicht zustehen, wie sich im Falle von Lauterbach später zeigen wird.

I,5: S. 17-21: Vortrag der Gegenposition durch den Verteidiger (gut als Klausur geeignet)

  • Der Verteidiger verweist zunächst auf Fälle, in denen Flugzeuge als Waffen eingesetzt wurden.
  • Dann leiter er mit folgender Bemerkung zum Luftverteidigungsgesetz von 2005 über:
    S. 17: „Aber wir hatten aus den Vorfällen gelernt, wir hatten endlich verstanden, dass wir uns schützen müssen.“
  • Auf S. 18 präsentiert er dann die Reaktion des Bundesverfassungsgerichts auf diesen Versuch, das Problem zu lösen:
    „Und dieses Gericht erklärte, es widerspreche der Verfassung, unschuldige Menschen zur Rettung anderer unschuldiger Menschen zu töten. Leben dürfen niemals gegen Leben abgewogen werden.“
  • Dann gehte er auf den konkreten Fall ein und versetzt die Aktion des Angeklagten gleich eindeutig mit einem positiven Akzent:
    S. 18: „Aber ein Mann – dieser Mann – hatte den Mut und die Kraft zu handeln.“

    • Anmerkung: Damit verweist er auf einen entscheidenden Unterschied zwischen jemandem, der direkt am Geschehen ist und die konkrete Situation abwägt, und einer Gruppe von Menschen, die das zwar von Amts wegen, aber eben doch sehr von ferne anders sehen.“
    • Anmerkung: An dieser Stelle wird also exemplarisch deutlich, dass das geschriebene Recht als Grundlage wichtig ist, dass es aber nie alle möglichen Fälle komplett erfassen kann. Man denke etwa daran, dass ein Terrorist die Möglichkeit hätte, die Atomwaffen einer Supermacht in Marsch zu setzen und damit die ganze Erde zu vernichten.
    • Oder er verfügt über ein tödliches Virus, für das nur er das Gegenmittel hat.
    • Es könnte viele Menschen geben, die hier zu einem anderen Ergebnis kommen als das Bundesverfassungsgericht.
    • Bezeichnenerweise hat eine Abstimmung unter den Zuschauern der Fernsehinszenierung des Stücks dann ja auch eine eindeutige Mehrheit für den Abschuss und damit die Nicht-Bestrafung des Piloten ergeben.
  • Eindringlich hebt der Verteidiger die Situation und das Verhalten des Angeklagten positiv hervor und beklagt den Umgang mit ihm:
    • „Mein Mandant sitzt jetzt seit sieben Monaten in Untersuchungshaft, sein Kind hat er eben so lange nicht gesehen, seine Frau darf ihn alle 14 Tage für eine halbe Stunde besuchen.“
    • „Durfte Lars Koch diese 164 Menschen töten? Gibt es Situationen in unserem Leben, in denen es richtig, vernünftig und klug ist, Menschen zu töten? Und mehr noch: in denen alles andere absurd und sogar unmenschlich wäre?“
    • „Natürlich, diese Fälle sind so furchterregend, dass sie uns selbst infrage stellen. Aber zu glauben, dass es sie nicht gibt, weil es sie nicht geben darf – das ist nicht nur naiv, es ist gefährlich, sehr gefährlich sogar. Es geht nicht anders. Wir müssen uns damit abfinden, dass wir in einer Welt leben, in der das Unvorstellbarste und Schrecklichste längst Realität geworden ist. Wir müssen verstehen, dass es Grenzen für die Prinzipien unserer Verfassung gibt.“
    • Schließlich ist der Verteidiger sich sicher:
      „Sie werden ihn freisprechen, weil er gehandelt hat.“
    • Kommentar: Das Entscheidende ist hier das Wort „gehandelt“. Er will damit sagen, dass das was völlig Anderes ist als irgendwo solche eine Situation theoretisch zu erörtern.
  • Vor diesem Hintergrund wird der Vorwurf des Mordes abgelehnt.
  • Es gehe um die Frage, ob eine gewissermaßen erzwungene Tötung gerechtfertigt werden könne.

I,6: S. 23-50: Erklärung des Zeugen Lauterbach, der im nationalen Kontrollzentrum saß

  • Beschreibung der Tätigkeit als „Duty Controller“ im „Nationalen Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum“
  • Beschreibung des Ablaufs der Entführung
    • Übernahme des Flugzeugs durch einen Entführer
    • Ankündigung der Ermordung von Menschen mit islamistischer Begründung
    • Ziel: Die Allianz-Arena in München
    • Information aller betroffenen Dienststellen
    • Heranziehung von zwei Kampfflugzeugen
    • Scheitern des Versuchs, das entführte Flugzeug abzudrängen
    • Abgabe von Warnschüssen
    • Verteidigungsministerin lehnt den Vorschlag des zuständigen Generals ab, das Flugzeug abschießen zu lassen
    • Bestätigung der Kenntnisnahme dieses Befehls durch die Piloten
    • Der Angeklagte löst kurz vor München eine Rakete aus, die das Flugzeug zum Absturz bringt.

I,7: S. 50-62: Verhör des Zeugen Lauterbach durch die Staatsanwältin

  • Frage, warum das Stadion nicht geräumt worden sei.
  • Darauf bekommt sie keine überzeugende Antwort.
  • Die Staatsanwältin unterstellt daraufhin, dass Lauterbach und seine Kollegen von einem Abschuss ausgegangen seien.
  • Lauterbach gibt zu, dass so was als „übergesetzlicher Notstand“ immer wieder mal unter den Soldaten diskutiert worden sei.
  • Er gibt auch zu, dass die meisten Soldaten das Flugzeug auch abgeschossen hätten.
  • Die Staatsanwältin unterstellt, dass man die Sache als eine Art Wette betrachtet hätte.
  • Eingreifen des Verteidigers, der darauf hinweist, dass Lauterbach und sein Zentrum nicht die Befugnis für eine Räumungsanordnung gehabt habe.
    • [Kritische Anmerkung]
      Es ist erstaunlich, dass diese Frage nicht weiter verfolgt wird. Wieso werden dann nicht entsprechende Zeugen gehört, die für eine Räumung zuständig gewesen wären?

I,8: S. 63-75: Vernehmung des Angeklagten durch den Richter

  • Zunächst geht es um die Kindheit und die berufliche Entwicklung.
  • Deutlich wird, wie sehr Koch es sich gewünscht hat, Kampfpilot zu werden.
  • Anschließend wird die Situation vor dem Abschuss erläutert.
  • Koch macht deutlich, dass die große Zahl von Menschen, die im Stadion gefährdet waren, für ihn entscheidend war.
  • Deutlich wird, dass ihm die Entscheidung schwer gefallen sei.
  • Vom Versuch der Passagiere, sich zu retten, indem sie das Cockpit stürmen, hat er nichts mitbekommen.

I,9: S. 75-97: Verhör des Angeklagten durch die Staatsanwältin

  • Die Staatsanwältin übernimmt diese Frage, kommt aber auch nicht weiter.
  • Koch erklärt seine Rechtsposition angesichts der eindeutigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.
  • Für ihn ist klar, dass man ggf. einige Menschen opfern müsse, um viel mehr zu retten.
  • Die Staatsanwältin fragt nach dem seiner Meinung nach wichtigen Zahlenverhältnis, Koch verweigert das und verweist auf die Prüfung des Einzelfalls.
  • Vorwurf der Staatsanwältin, Koch maße sich eine gottgleiche Stellung an.
  • Dieser verweist darauf, dass die Passagiere auf jeden Fall gestorben wären.
  • Die Staatsanwältin verweist auf das Recht, auch noch eine kurze Zeit zu leben.
  • Koch vertritt die These, dass die Passagiere durch den Kauf des Tickets eine Mitverantwortung trügen.
  • Er beschränkt das auf Nachfrage nur auf Flugzeugpassagiere.
  • Die Staatsanwältin verwahrt sich dagegen, dass Koch Menschen zu Objekten der Instrumentalisierung von Terroristen reduziere.
  • Koch verweist auf seinen Eid, der auch seine Selbstopferung als Soldat einschließe.
  • Die Staatsanwältin hält dem entgegen, dass ein Soldat nicht vom eigenen Staat getötet werde und es hier nicht um ein Selbstopfer gehe.
  • Koch verweist noch mal auf seine Pflicht, dem Eid zu gehorchen und Schaden vom Land abzuwenden.
  • Die Staatsanwältin verweist auf die Freiwilligkeit des Soldatendienstes.
  • Koch geht über zur politischen Dimension: Die Entscheidung des BVG spiele den Terroristen in die Hände.
  • Auf die Schlussfrage der Staatsanwältin, ob er auch geschossen hätte, wenn seine Frau und sein Kind in der Maschine gesessen hätte, hat der Pilot keine Antwort.

I,10: S. 98-110: Vernehmung von Frau Meiser als der Ehefrau eines Opfers des Abschusses

  • Als Witwe und damit indirektes Opfer des Abschusses wirft Frau Meiser dem Piloten vor, er habe ihren Mann ermordet.
  • Sie schildert den Ablauf aus ihrer Sicht. Wichtig ist dabei, dass sie eine SMS von ihrem Mann bekommen hat, in dem er ankündigte, dass die Passagiere versuchen würden, das Cockpit zu stürmen.
    • [Das ist insofern sehr wichtig, weil damit eine gewisse Chance bestand, dass der Terrorakt ohne Eingreifen des Piloten verhindert werden konnte.]
  • Besonders tragisch: Als sie die Polizei über die SMS informieren will, erfährt sie, dass das Flugzeug inzwischen abgeschossen worden ist.
  • Die Frage, ob den Passagieren ihr Selbstrettungsversuch gelungen ist, kann sie nicht beantworten.
  • Ein stark emotionaler Moment ist, als die Witwe schildert, wie sie mit dem linken Schul ihres Mannes als einziges Überbleibsel umgegangen ist.
  • Den Schluss bildet ihre Bitte, dass ihr ihr Handy zurückgegeben wird, auf dem die SMS ihres Mannes eingegangen ist.

II. Akt

II,1: S. 113-123: Plädoyer der Staatsanwältin

  • Vorwurf des vielfachen Mordes
  • Hinweis auf das Bundesverfassungsgericht, das einen Passus aus dem Luftsicherheitsgesetzt aufgehoben hat
  • Grund: Menschliches Leben darf nicht gegen ein anderes abgewogen werden.
  • Gesetze werden als absolut angesehen, gegen die Idee des „übergesetzlichen“ Notstandes
    • Kommentar: Das ist dummes Zeug, wie die berühmte Hamburger Hochwasserkatastrophe zeigt, in der der Hamburger Innensenatur zur Rettung der Bevölkerung die Bundeswehr heranzogen. Dafür gab es keine gesetzliche Grundlage, wohl eher ein Verbot. Das müsste man genauer prüfen. Gute Idee für ein Referat.
      Grundsätzlich gibt es immer Situationen, an die der Gesetzgeber noch nicht denken konnte. Zum Beispiel wenn jemand mit Geiseln in einem Hotel sitzt und droht, die ganze Erde zu verseuchen,
    • Oder aber – noch schlimmer – ein Flugzeug fliegt auf einen Atomreaktor zu. Würde der hochgehen, wäre zum Beispiel ganz Bayern verseucht.
  • Die Staatsanwältin verweist auf den „Weichenstellerfall“
    • Kommentar: Später wird der Verteidiger auf einen Fall verweisen, bei dem jemand Menschen geopfert hat zugunsten der Rettung von viel mehr Menschen. Der wurde verurteilt, aber zumindest starke mildernde Umstände. Von denen ist hier überhaupt keine Rede.
  • Ein Widerstandsrecht wird nicht anerkannt, da es nicht um den Kampf gegen ein undemokratisches System gehe.
  • Größter Vorwurf: Verletzung der Menschenwürde, Menschen werden wie Gegenstände betrachtet
    • Kommentar: Die Frage ist, ob nicht auch die Menschen im Stadion über Menschenwürde verfügen, die man ab einem bestimmten Punkt schützen müsse.
  • Verweis auf die Chance der Passagiere, den Terroristen auszuschalten.
    • Kommentar: Das Argument greift ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr und ist auch in sich nicht schlüssig, da vorher ja gefragt worden ist, ob sie erfolgreich auf dem Weg waren.
    • Kommentar: Hier müsste ggf. ein Sachverständiger hinzugezogen werden, der deutlich machen kann, wie aussichtslos der Versuch angesichts heutiger Sicherheitsmaßnahmen möglicherweise ist.
  • Zusammenfassung: Mordvorwurf
    • Verstoß gegen Verfassung
    • und gegen Gesetze
    • und gegen die Menschenwürde, weil Menschen zu Objekten gemacht worden sind, die man gegeneinander aufrechnen kann.

II,2: S. 124-130: Plädoyer des Verteidigers

  • Plädoyer auf „nicht schuldig“
  • Prinzipien dürften nicht über den Einzelfall gestellt werden
    • Kommentar: Wichtiger Hinweis auf notwendige Güterabwägung, die vor Gericht ständig eine Rolle spielt, auch wenn es um Menschen geht. Müsste ggf. geprüft werden (Referatmöglichkeit).
  • These: Es sei gerechtfertigt gewesen, den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen, wenn dadurch viele gerettet werden.
  • Zum Bundesverfassungsgericht: Reduzierung der Entscheidung auf ein bestimmtes Gesetz, keine Entscheidung über Strafbarkeit eines Abschusses in einer bestimmten Situation
    • Kommentar: schwaches Argument, weil es wohl genau um den Fall im Gesetz ging
    • Kommentar: Es wäre zu prüfen, ob es vom Verfassungsgericht an anderer Stelle die Anerkennung eines übergesetzlichen Notstands gibt.
  • Hinweis auf Präzedenzfälle, in denen andere sich ähnlich verhalten haben wie der Pilot
    • 1841: Der Fall der „William Brown“; ein Matrose wirft Menschen über Bord, damit die Rettungsboote nicht untergehen. Er wurde verurteilt, aber relativ milde.
    • 2000: Der Fall der siamesischen Zwillinge: Nur einer kann überleben.
      Der zuständige Richter nannte zur Rechtfertigung eine ähnliche Situation mit einem führerlosen Flugzeug, das wegen Treibstoffmangels auf eine Stadt zu stürzen drohte.
    • Verweis auf den amerikanischen Verteidigungsminister im Hinblick auf den Angriff auf das World Trade Center
  • Hinweis auf die problematischen Ermutigungsfolgen im Hinblick auf Terroristen, die nun wissen, dass sie problemlos ihre Aktionen durchziehen können.
  • Vorwurf an das Bundesverfassungsgericht, dass es vor dieser Gefahr „kapituliert“ hat.
  • These: Man sei gegen die Terroristen im Krieg, da ließen sich Opfer nicht vermeiden.
  • Es folgt die kürzeste Szene (die wir deshalb nicht extra ausweisen), in der der Angeklagte einfach auf sein „letztes Wort“ verzichtet und vollumfänglich den Ausführungen seines Verteidigers zustimmt.

II,3: S. 113-123: Auftrag des Richters an die Zuschauer als Schöffen, sollen entscheiden

  • Der Richter wendet sich an die Zuschauer bzw. Schöffen.
  • Sie sollen sich nicht von „Sympathie oder Antipathie für den Verteidiger oder die Staatsanwältin leiten“ lassen.
  • Es komme allein auf das an, was sie „selbst für richtig halten“.
  • Erstaunlicherweise wird hier nur auf den Fall des griechischen Philosophen Karneades verwiesen, der an zwei Tagen sehr gut eine Position verteidigte und einmal widerlegte.
  • Die Zuhörer seien empört gewesen. Der Richter behauptet, das beweise nur, „dass die Wahrheit keine Frage der Argumentation ist“.
    • Kommentar: Der Fall wäre genauer zu prüfen. Er hört sich gut an, ist aber in den meisten Fällen lebens- bzw. wirklichkeitsfremd.
    • Kommentar: Außerdem ist der Hinweis des Richters wenig hilfreich, weil er auf fast schon sophistische Weise alles in Frage stellt. Es geht hier außerdem nicht um Wahrheit, sondern die Frage der Schuldzumessung. Man müsste diesen Richter und seine anschließenden Urteile mal von einem Juristen auf den im Bereich des Gerichtswesens üblichen Gang der Entscheidungsfindung hin überprüfen lassen.
  • Dann gibt der Richter den Schöffen / Zuschauern auch noch Hinweise, die man auf Beeinflussungsabsichten hin überprüfen müsste.
    • Kommentar: Interessant ist der Hinweis, dass es nur um eine Ja-Nein-Entscheidung geht. Hier wäre zu prüfen, inwieweit mildernde Umstände Spielräume eröffnen wie in dem Fall der „William Brown“.#
  • Offengelassen wird nur die Möglichkeit der Begnadigung. Auch das wäre eine gute Möglichkeit, in einem Referat zu klären, welche Möglichkeiten es da gibt und welche Voraussetzungen nötig sind bzw. Spielräume es gibt.

III. Akt

III,1: S. 134-140: Verurteilung mit Begründung

  • Schuldspruch
  • Argument 1: Der übergesetzliche Notstand wird nicht anerkannt, weil er in keinem Gesetz geregelt sei.
    • Kommentar: Das ist natürlich der größte Unsinn überhaupt. Wie kann etwas im Gesetz geregelt werden, wenn die Situation als speziell zu bewertender Einzelfall über jedes Gesetz hinausgeht?
  • Argument 2: Missachtung der Menschenwürde der realen Abschuss-Opfer und damit Ablehnung jeder Aufrechnung
    • Kommentar: Die findet im alltäglichen Leben jederzeit statt. Natürlich lässt der Staat es zu, dass jemand mit viel Geld eine bessere Behandlung bekommt als jemand mit weniger Geld.
    • Kommentar: Es wäre zu prüfen, wie es mit Regelungen ist, dass Menschen ab einem bestimmten Alter zum Beispiel kein neues Hüftgelenkt mehr bekommen.
  • Verweis auf einen besonderen Fall aus dem Jarhe 1884, wo es darum ging, ob Schiffbrüchige sich auf Kosten eines anderen retten dürfen (Kannibalismus). Interessant: Verurteilung und anschließende Begnadigung.
  • Daraus abgeleitet wird das unbedingte Durchsetzen von Prinzipien.
    • Kommentar: Dazu ist doch im Hinblick auf Kants Lügen-Prinzip schon einiges gesagt worden,
    • Kommentar: Prinzipien können eine große Belastung für Menschlichkeit werden.
  • Dem Piloten wird Versagen in rechtlichen und moralischen Fragen vorgeworfen.
  • Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, eine Art Schutzmauer gegen ähnliche persönliche Einzelfall-Entscheidungen aufrichten zu wollen.
  • Dann noch der Hinweis darauf, dass Menschen nicht nach Marktgesetzen bewertet werden dürfen.
    • Kommentar: Das wirkt weit hergeholt, bei dem Piloten hat das keine Rolle gespielt. Es hat möglicherweise die Funktion, antikapitalistische Ressentiments zu bedienen.

III,2: S. 141-145: Freispruch mit Begründung

  • Freispruch
  • Argument 1: übergesetzlicher Notstand – Wahl des kleineren Übels
  • Argument 2: Das hat das Bundesverfassungsgericht nicht ausdrücklich ausgeschlossen
  • Argument 3: Auflösung des Widerspruchs gegen das entsprechende Recht beim Schutz eines nahen Verwandten und Unrecht, wenn die Voraussetzung nicht gegeben ist
  • Argument 4: Anerkennung der Bemühungen des Piloten, eine richtige Entscheidung zu fällen
  • Argument 5: Auf das Wunder einer anderen Lösung habe man nicht hoffen dürfen.
  • Argument 6 = Präzisierung von Argument 1: Das Recht kann nicht alle Einzelfälle angemessen vorab klären.

Wer noch mehr möchte …

 

 

 

 

Franz Kafka, „Die Verwandlung“ – die wichtigsten Textstellen und ihre Aussagen

Die Ausgangssituation in Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“

Hier verweisen wir auf diese Seite, in der wir uns darauf konzentriert haben.

Diese Seite wird noch aufgebaut.

Hingewiesen sei auf die Seiten der Sammlung Gutenberg, in denen der gesamte Text der Erzählung in handliche Einheiten aufgeteilt worden ist. Wir werden prüfen, inwieweit diese „Handlichkeit“ auch mit der inneren Gliederung der Erzählung übereinstimmt.

Wir arbeiten aktuell daran, die einzelnen Abschnitte inhaltlich zu erfassen und die wichtigsten Textstellen im Hinblick auf ihre Aussagen auszuwerten. Daraus soll am Ende eine komplette Interpretation entstehen.

Abschnitt 1: Gregor entdeckt seine Verwandlung

Gregor Samsa zwischen den Unannehmlichkeiten einer neuen Existenz als „Ungeziefer“ und der Erinnerung an einen „anstrengenden Beruf“ mit dem Ziel, den „großen Schnitt“ zu machen.
Hypothese: „Die Verwandlung ist bereits vorher geschehen – sie wird Gregor jetzt nur plötzlich in einer besonders extremen Form bewusst.“

Genauere Hinweise haben wir in die einzelnen Abschnitte ausgelagert.

Näheres siehe hier:
https://textaussage.de/kafka-verwandlung-abschnitt-01

Den Text kann man in der Sammlung Gutenberg hier gut nachlesen:
https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa001.html

Abschnitt 2: Gescheitertes Aufstehen – Wunsch, in Ruhe zu frühstücken

Das Klopfen der Mutter führt zu einem ersten Versuch, sich aus dem Bett zu erheben, der aber scheitert. Bezeichnenderweise will er in Ruhe frühstücken, was deutlich macht, wie wenig er seine „Ungeziefer“-Situation begriffen hat.

Näheres siehe hier:
https://textaussage.de/kafka-verwandlung-abschnitt-02

Den Text kann man in der Sammlung Gutenberg hier gut nachlesen:
https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa002.html

Abschnitt 3: Erscheinen des Prokuristen – Gregor verweigert sich einem Gespräch

Schließlich ist Schluss mit solchen Ausweich-Bemühungen, weil der Prokurist kommt, um nach ihm zu sehen. Das ärgert Gregor sehr, weil er das für unangemessen hält,  und er versteift sich schließlich in die Weigerung, aus dem Zimmer herauszukommen.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa003.html

Inhalt und wichtige Textstellen mit Auswertung

Abschnitt 4: Vorwürfe des Prokuristen – Gregor gibt nach und hofft

Das wiederum führt zu einer Verschärfung der Haltung des Prokuristen, der ihm Vorwürfe macht und auf Nachlässigkeiten hinweist. Gregor entschließt sich daraufhin, alles zu tun, um die abgeschlossene Tür zu öffnen. Seltsamerweise verbindet er damit die Hoffnung, dass das auf jeden Fall zu einer Entlastung für ihn führt.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa004.html

Inhalt und wichtige Textstellen mit Auswertung 04

Abschnitt 5: Gregors lange Rede an den Prokuristen

Dazu kommt Gregors Freude über die Ankündigung seines Vaters, einen Arzt und einen Schlosser holen zu wollen. Er fühlt sich dadurch wieder in den „menschlichen Kreis“ einbezogen. Als es dann wirklich zur visuellen Konfrontation kommt, schwanken die Reaktionen zwischen Abscheu, Entsetzen, Wut und Verzweiflung. Gregors Hauptziel in einer langen Rede ist es, dass der Prokurist bei seinem Chef für ihn spricht, was wieder sein Nicht-Verständnis seiner Lage zeigt.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa005.html

Inhalt und wichtige Textstellen mit Auswertung 05

Abschnitt 6: Die Flucht des Prokuristen

Der Prokurist hört Gregor gar nicht richtig zu, sondern will nur verschwinden. Gregor versucht, ihn aufzuhalten, wird aber vom Vater daran gehindert, der ihn mit einer Zeitung und einem Stock in sein Zimmer zurücktreibt.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa006.html

Inhalt und wichtige Textstellen mit Auswertung 06

Abschnitt 7: Gregors Isolation

Fortgesetze Rücksichtnahme auf die Familie
Gregor denkt immer noch mehr an das Wohl der Familie an sein eigenes. Zur Rücksichtnahme auf ihre Bedürfnisse gehört auch, dass er sich unter ein Kanapee zurückzieht, um niemanden zu erschrecken.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa007.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-7-gregors-isolation

Abschnitt 8:

Mahlzeiten und Kommunikation
Gregor will immer noch Rücksicht nehmen auf seine Familie – um sich selbst kümmert er sich weniger. Seine Schwester kümmert sich jetzt um artgerechtes Essen für ihn, er kann sich aber nicht mit ihr unterhalten. Allerdings versteht er, wie sie sein Essverhalten mitfühlend kommentiert.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa008.html

Inhalt und Aussage des 8. Abschnitts

Abschnitt 9: Der eigentliche Grund für die „Verwandlung“

In diesem Abschnitt wird deutlich, wie problematisch das Verhältnis Gregors zu seiner Familie und umgekehrt ist. Es zeigt sich, dass man in finanzieller Hinsicht nicht ehrlich mit ihm umgegangen ist, er das aber auch gar nicht erwartete und wollte.

Zu einer zentralen Textstelle gibt es auch ein Youtube-Video, in dem gezeigt wird, wie man – ausgehend vom Textausschnitt – die Voraussetzungen klärt:
https://youtu.be/q4ZEvGU2S3I

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa009.html

Inhalt und Aussage des 9. Abschnitts
https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-9

Abschnitt 10:

In diesem Abschnitt wird deutlich, dass das Geld für die Familie nicht lange reichen wird. Gregor macht sich vor allem Gedanken darüber, warum die anderen in der Familie nicht arbeiten können. Im Mittelteil geht es um die Beziehung zwischen Gregor und seiner Schwester: Diese bemüht sich, was aber auch seine Grenzen hat. Den Schluss bildet dann das Verhalten der Familie insgesamt dem Sohn und Bruder gegenüber.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa010.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-10

Abschnitt 11:

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa011.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-11

  • Zunächst ist Gregor dabei, sich in seinem neuen Leben einzurichten und sich dabei relativ wohlzufühlen.
  • Dann zeigt sich, dass seine Mutter versucht, für ihn zu denken und zu sprechen.
  • Das wiederum führt dazu, dass Gregor den Prozess der Anpassung an sein neues Leben abbricht und wieder zu alten Scheinhoffnungen zurückkehrt.
  • Am wichtigsten und folgenreichsten ist aber, dass die Schwester immer selbstständiger agiert, selbst also eine Verwandlung durchmacht.

Abschnitt 12:

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa012.html

Vorstellung von Inhalt, Aussage und Bedeutung

Kern des Inhalts:

  1. Gregor will jetzt alles tun, um den bisherigen Zustand seines Zimmers zu erhalten. Dabei spielt das Bild der Dame eine wichtige Rolle.
  2. Die Schwester stellt sich auf die Seite des Vaters – gegen Gregor.
  3. Alles deutet auf eine gefährliche Situation für ihn hin – er kann nur noch versuchen, den aufgebrachten Mann zu besänftigen.

Abschnitt 13: Der Vater zwischen Aggression und Vernachlässigung

In diesem Abschnitt erscheint der Vater zunächst durch seine neue Amtsstellung und Uniform riesengroß, was dann zu dem schmerzhaften Apfelwurf führt. Danach aber fällt er wieder ab und vernachlässigt sich sogar. Man hat den Eindruck, es ist nur die Rolle, die ihn scheinbar groß macht.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa013.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-13-apfelwurf-aggression

 

Abschnitt 14: Streit in der Familie um die Betreuung Gregors

Erstaunlicherweise kommt es zu einem Streit, wer sich um Gregor kümmern soll. Die Schwester verteidigt hier energisch und sogar tränenreich ihre angenommene Rolle, was im Gegensatz zu ihrer tatsächlichen Leistung steht. Gregor leidet erkennbar unter dem, was er da miterleben muss. Er scheint sehr harmoniebedürftig zu sein.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa014.html

ahttps://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-14

 

Abschnitt 15: Herabwürdigung durch eine neue Betreuerin – Verwandlung von Gregors Zimmer in einen Abstellraum

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa015.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-15

Abschnitt 16: Violinenspiel und Kündigung

Die Schwester präsentiert ihr Violinenspiel.

Die Zimmerherrn kündigen, als sie Gregor zu sehen bekommen.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa016.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-16

Abschnitt 17: Gregor soll als „Untier“ weg

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa017.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-17

Abschnitt 18: Gregors Tod und die Reaktionen darauf

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa018.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-18

Abschnitt 19: Die Familie lebt erleichtert auf.

Die Familie macht einen Ausflug, übt sich in fröhlicher Gemeinsamkeit und denkt an eine Zukunft, die vor allem eine Heirat der Tochter betrifft.

https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/verwandl/verwa019.html

https://textaussage.de/kafka-die-verwandlung-abschnitt-19

Hinweise auf weitere Infos und Tipps:

 

 

Roman „tschick“ – Inhalt, Schlüssel-Textstellen und Anregungen zum Nachdenken und Diskutieren

Vorstellung wichtiger Textstellen aus dem Roman „tschick“

  1. Wenn es in der Schule um Lektüren geht, dann wird häufig „über“ den Text gesprochen, aber nicht „mit ihm“. Damit ist gemeint, dass man von der Erinnerung an den Inhalt ausgeht, aber nicht konkret auf Textstellen verweist. Unsere Erfahrung ist die, dass man bei guten Büchern immer mehr „Goldkörner“ entdeckt und auch bisherige Auffassungen abändert oder sogar über Bord wirft.
  2. In diesem Falle geht es um den Roman „tschick“, der auf eine sehr ansprechende Weise ein besonderes Reiseabenteuer von zwei Schülern eines Berliner Gymnasiums präsentiert. Gerade bei ihm lohnt es sich, immer wieder genau hinzuschauen.
  3. Wir konzentrieren uns vor allem auf wichtige Textstellen, die man sich in seiner Lektüreausgabe auch gut anstreichen kann.
    Um die Textstellen möglichst genau auswerten zu können, zerlegen wir sie in ihre Bestandteile.
  4. Außerdem zeigen wir, welche „Aussage“ man den Stellen jeweils entnehmen kann, welchen Beitrag sie also zum Verständnis des Romans leisten.
  5. Darüber verweisen wir auch immer wieder auf Textstellen, über die man sich mal richtig „austauschen“ könnte. Häufig kann man damit dann sogar etwas „anfangen“. Das könnte zum Beispiel eine Ergänzung oder auch eine Abänderung sein. Das ist ja erlaubt, denn „Kunst entsteht im Kopf des Betrachters“ – und das gilt auch für Literatur.

Aktuell liegen die folgenden Teile fertig vor:

Vorstellung eines Youtube-Videos (mit Dokumentation), in dem wir unser Projekt vorstellen. Es geht um die Klärung der Aussage von wichtigen Textstellen aus den einzelnen Kapiteln. Außerdem geben wir Anregungen, was man diskutieren könnte und wo man vielleicht auch mal kreativ werden könnte.
Dabei gehen wir von einer Textstelle aus dem 1. Kapitel aus.
https://textaussage.de/tschick-video-zum-projekt-wichtige-textstellen

  1. Kapitel: Maik in der Autobahnpolizeistation bei der kritischen Beobachtung der Bemühungen der Polizisten bis zur Ohnmacht
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-1
  2. Kapitel: Maik im Krankenhaus zwischen weiterer Beobachtung und einem nicht wirklich gelingenden Gespräch mit einem Arzt – bis zur nächsten Ohnmacht
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-2
  3. Kapitel: Maik trifft mit der Schwesternschülerin Hanna erstmals einen Menschen, mit dem er schon „richtige Erwachsenengespräche“ führen kann – und mit dem er sich auch humorvoll austauschen kann.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-3
  4. Kapitel: Es folgt ein ziemliches Gegenmodell, denn das Gespräch mit dem Arzt ist eher schwierig, auch wirkt es nicht so authentisch wie das mit Hanna. Am Ende gibt es dann aber doch so etwas wie relative Harmonie.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-4
  5. Kapitel: Nach den Polizei- und Krankenhauskapiteln geht es jetzt erstmals um schulische Erfahrungen und besonders das Mädchen, das schon gleich am Anfang als sehr wichtig vorgestellt worden ist. Dabei hat es bei dem, was zu den Problemen geführt hat, überhaupt keine Rolle gespielt.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-5
  6. Kapitel: Maik erzählt, wie er an den Spitznamen „Psycho“ gekommen ist. Dabei spielt eine Reizwortgeschichte eine Rolle, in der er sehr wahrheitsgetreu, aber durchaus liebevoll von der Alkoholkrankheit seiner Mutter berichtet. Im schlimmen Gegensatz dazu steht die Reaktion eines völlig verständnislosen und sehr aggressiven Lehrers.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-6
  7. Kapitel: Maik empfindet sogar den Verlust seines Spitznamens „Psycho“ als Verlust. Verantwortlich ist nämlich der „schöne André“, der vor aller Augen und Ohren erklärt, für den Namen sei er doch viel zu langweilig.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-7
  8. Kapitel: Maik versucht, mit einem tollen Hochsprung bei den Mädchen Punkte zu machen, die sind aber gerade anderweitig beschäftigt. Er ist am Boden – verweist aber schon auf Tschick, mit dem alles anders wird.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-8
  9. Kapitel: Tschick führt sich in der neuen Klasse gleich stark ein, indem er einen Lehrer regelrecht vorführt. Dieser geht damit aber auch recht klug um. Am Ende zeigt Tschick auch noch, dass er sich auch gegenüber älteren Mitschülern durchsetzen kann, die ihn beleidigen.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-9
  10. Kapitel: Tschick im Mathe-Unterricht: Anfangs sehr schlechte Leistungen, Lehrer bemüht sich um ihn; dann wird es besser – je nachdem, wieviel Alkohol Tschick vorher getrunken hat. Die Bedeutung von „Aussetzern“, um nicht vergessen zu werden.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-10
  11. Kapitel: Tschick zeigt sich als sehr eigenwilliger Interpret einer Parabelgeschichte von Brecht
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-11
  12. Kapitel: Maiks Vorbereitung auf den Geburtstag Tatjanas. Dabei geht es vor allem erst mal um ein Geschenk. Interessant ist dabei, wie sich seine Einstellung dabei verändert.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-12
  13. Kapitel: Maiks Ferienfrust – weil er jetzt längere Zeit Tatjana nicht sieht
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-13
  14. Kapitel: Maik hat zu Ferienbeginn das ganze Haus für sich und muss sich erst mal mit der vietnamesischen Reinigungskraft arrangieren.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-14
  15. Kapitel: Maik nimmt sich am ersten richtigen Ferientag sein Lieblingsbuch vor und spielt sich in eine Grafenrolle hinein, während er den Garten wässert.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-15
  16. Maik ist mit Tschick in dem angeblich geliehenen Lada unterwegs und zeigt ihm schließlich die Zeichnung für Tatjana. Daraufhin wird ihm vorgeschlagen, einfach unangemeldet zu ihrer Geburtstagsparty zu fahren.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-16
  17. Maik lässt sich von Tschick tatsächlich zu Tatjanas Haus fahren und übergibt ihr dort seine Zeichnung. Dann fahren sie beide in dem Auto wieder los, was die Mitschüler natürlich bestaunen.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-17
  18. Den nächsten Tag verbringen die Jungen mit Videospielen. Er nähert sich langsam Tschicks Vorschlag an, seinen Großvater per Lada in der Walachei zu besuchen.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-18
  19. An einem Sonntagmorgen packen sie einiges ins Auto und fahren dann los.
    https://textaussage.de/tschick-kapitel-19
  20. Kapitel 20-28
    • Kap 20: Auf der Fahrt muss Tschick zunächst versuchen, unauffällig auszusehen. Ansonsten versuchen sie in Richtung Walachei zu fahren, ohne mehr zu wissen, als dass sie irgendwo in Rumänien liegt.
    • Kap 21: Sie fahren zum Teil auch über einsame Feldwege und landen schließlich auf einer Wiese. Die können sie nach längerem Regen nicht mehr verlassen und müssen die Nacht erst mal im Auto verbringen.
    • Kap 22: Am nächsten Tag bringt Tschick Maik das Autofahren bei.
    • Kap 23: Sie weichen Polizisten aus, wechseln Nummernschilder und verstecken sich schließlich in einem Wald. In der Nacht führen sie angesichts des Sternenhimmels Gespräche über Außerirdische.
    • Kap 24: Sie treffen eine Fahrradgruppe von Mädchen.
    • Kap 25: Auf der Suche nach einem Supermarkt landen sie in der seltsamen des 12jährigen Friedemann. Dort werden sie freundlich aufgenommen, bekommen etwas zu essen und nehmen an familiären Spielen teil.
    • Kap 26: Sie kaufen ein, dann werden sie getrennt, als sie vor einem Polizisten fliehen.
    • Kap 27: Schließlich treffen sie sich an einer Aussichtsplattform wieder. Tschick hat inzwischen den Wagen auf schwarz umgespritzt, um sicher vor Fahndung zu sein.
    • Kap 28: Sie haben Spritprobleme und Maik fällt ein, dass man über einen Schlauch aus anderen Autos Benzin absaugen kann. In ihrem Alter können sie natürlich nicht auf normale Weise an einer Tankstelle Benzin kaufen.
      https://textaussage.de/tschick-kapitel-20-28-unterwegs-bis-isa
  21. Kap 29-34:
    • Kap 29: Sie treffen auf einer Müllkippe das Mädchen Isa, das ihnen zeigt, wo man Schläuche finden kann.
    • Kap 30: Isa geht dann einfach mit ihnen mit.
    • Kap 31: Schließlich zeigt sie ihnen auch noch, wie das mit dem Tanken über einen Schlauch geht.
    • Kap 32: Sie landen an einem See und baden dort – Isa zeigt sich dabei nackt, was Maik sehr gefällt.
    • Kap 33: Als er mit ihr allein ist, weil Tschick für sie einkaufen geht, wird Maik von Isa mit der Frage überrascht, ob er mit ihr schlafen wolle. Dazu ist er nicht bereit, genießt aber ihre Nähe.
    • Kap 34: Gemeinsam besteigen sie einen Berg – mit einem Gipfelkreuz. Die Inschrift dort lässt sie über die Vergänglichkeit des Lebens nachdenken.
      https://textaussage.de/tschick-kapitel-29-34-mit-isa-unterwegs
  22. Kap 35-43: Die Kapitel werden noch gefüllt, der Link führt zu einer zusammenfassenden Darstellung.
    • Kap 35: Flucht vor der Polizei und Fahrt über einen Abgrund
    • Kap 36: Ein seltsamer alter Mann
    • Kap 37: Ein Autounfall und ein Feuerlöscher, der beim Fallen Tschick verletzt
    • Kap 38: Ein seltsames Gespräch mit einer Stimmtherapeutin
    • Kap 39: Nach der Behandlung Tschicks wollen sie weiter.
    • Kap 40: Ein seltsames Telefonat
    • Kap 41: Vielfältige Klärungen im Gespräch
    • Kap 42: Erinnerungen an ein Kindheitserlebnis
    • Kap 43: Der Zusammenstoß mit dem Schweinelaster
    • https://textaussage.de/tschick-kapitel-35-43
  23. Kap 44-49: Die Kapitelaufstellung wird noch präzisiert – der Link weiter unten liefert aber schon genauere Informationen.
    • Kap 44: Situation direkt nach dem Zusammenstoß
    • Kap 45: Auseinandersetzung mit dem Vater
    • Kap 46: Die Gerichtsverhandlung
    • Kap 48/48: Maik wieder in der Schule – plötzlich im Mittelpunkt
    • Kap 49: Brief von Isa und Ausbruch aus dem bisherigen Leben zusammen mit der Mutter
    • https://textaussage.de/tschick-kapitel-44-49

Außerdem bemühen wir uns um Verständnis für den Aufbau des Romans. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack im Hinblick auf die ersten vier Kapitel, die wir zu einer Gruppe zusammengefasst haben.

Anregung:

Man könnte diesen Roman mal an dem Maßstab prüfen, den Theodor Storm im Hinblick auf „Jugendschriftstellerei“ aufstellt:

Theodor Storm, Nachwort zur Frage der „Jugendschriftstellerei“

Weiterführende Hinweise

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