Tipp 1: Basisartikel mit Blick auf das spätere Referat auswerten, z.B. Wikipedia

  • Als erstes nimmt man sich eine Basis Information. Früher hätte man einen Lexikonartikel genommen, heute greift man in der Regel auf Wikipedia zurück.
    Im Folgenden werten wir den Artikel mal beispielhaft aus:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Kal%C3%A9ko
  • Beispielhaft bedeutet dabei, dass wir uns auf die Infos konzentrieren, die zum Beispiel für ein Referat in der Schule bsd. interessant sind.
  • Wichtig ist dabei, diesen Artikel „kursorisch“ zu lesen, d.h. man überfliegt ihn also mehr oder weniger und achtet in einem ersten Zugriff nur auf das, was man braucht.
    Wir haben z.B. alle Infos zur Ehe und zu den Kindern außen vor gelassen.

Was wir für wichtig halten – mit Begründung:

  • Hier ist erst mal interessant, dass Mascha Kaléko 1907, also ein paar Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, im Grenzgebiet zwischen Österreich und Russland geboren wurde.
    Anm:
    Natürlich ist es wichtig, zu wissen, wann jemand geboren wurde. Dabei muss man aber nicht zu genau sein – viel wichtiger ist eine Einordnung in Raum und Zeit.
  • Zu Beginn des Ersten Weltkrieges ist sie mit ihren Eltern vor Verfolgung von Juden nach Deutschland geflohen.
    Anm:
    Das ist natürlich wichtig, um die Beziehung zur deutschen Sprache und Kultur zu erklären.
  • Dort konnte sie eine gute Schulausbildung absolvieren, musste dann allerdings statt eines Studiums als Sekretärin arbeiten.
  • Sie besuchte aber nebenher Kurse und lernte in Berlin dann auch Leute aus der Schriftstellerszene kennen.
    Anm:
    Hier ist interessant, wie die spätere Autorin mit ihrer Situation der Bevormundung umging. Sie entwickelte Eigeninitative.
  • Ab 1929 veröffentlichte sie Gedichte, die auch ganz gut ankamen. Inhaltlich ging es um das Leben kleiner Leute und auffallend war von Anfang an eine Kombination aus Melancholie und Heiterkeit Das kann man am folgenden Beispiel zeigen, einem Gedicht, das die Autorin selbst vorliest.
    „Möblierte Melancholie [Melancholie eines Alleinstehenden]“
    https://www.lyrikline.org/de/gedichte/moeblierte-melancholie-1580#.Vzy-Q77-WM8
    Anm:
    Hier geht es darum, einen ersten Eindruck von Inhalt und Art ihres Schreibens zu bekommen.
    Die Kombination von Melancholie und Heiterkeit könnte man an dem Beispielgedicht aufzeigen, das die Autorin selbst vorliest. Das wäre auch eine gute Abwechslung und zeigt, dass es nicht nur um das Leben, sondern eben auch um das Werk geht.
  • Der Verfolgung durch die Nazis nach 1933 konnte sie erst mal entgehen. 1938 wurde aber bekannt, dass sie jüdischer Herkunft war, ihre Schriften wurden verboten. Sie konnte aber glücklicherweise in die USA emigrieren.
  • Nach 1945 wurde sie in Deutschland wieder gelesen und kehrte dann auch in ihre alte Heimat zurück.
  • 1960 kam es dann allerdings zu einem Eklat. Ihr sollte ein Literaturpreis verliehen werden. Als sie entdeckte, dass in der Jury ein ehemaliger SS-Mann saß, verweigerte sie die Annahme und wurde dafür sogar beschimpft.
    Der zuständige Mann entschuldigte die SS-Mitgliedschaft des Jurymitglieds „zum Teil als Jugendtorheit. Zum anderen warf er Kaléko Verbreitung falscher Gerüchte vor und kanzelte sie ab, wenn es „den Emigranten nicht gefalle, wie wir hier die Dinge handhaben,“ sollten sie fortbleiben.“
    Anm:
    Dieser ganze Bereich hat etwas damit zu tun, dass diese Schriftstellerin zufällig einer Menschengruppe angehörte, der nach 1933 in Deutschland ungeheures Leid zugefügt wurde, verbunden sogar mit Massenmord.
    Das ganze Leben der Autorin war von da an von dieser Ausnahmesituation bestimmt.
  • Darauf hin übersiedelte Mascha Kaléko nach Israel. Ihr fehlten dort aber die deutsche Sprache und die Kultur. Sie kehrte 1974 noch einmal nach Deutschland zurück, wollte dort auch eine Wohnung nehmen, starb aber auf der Rückreise nach Israel.
    Anm:
    Hier zeigt sich die ganze Tragik dieses Lebens, dass die Autorin zwar fliehen konnte, aber am Ende von „Heimweh“ nur das „weh“ übrig blieb.
    Das wird in dem folgenden Gedicht deutlich:
    Mascha Kaléko, „Wiedersehen mit Berlin“. Das Gedicht ist u.a. hier zu finden.
    Eine Interpretation des Gedichtes findet sich hier.

  • Mascha Kaléko wird der literarischen Epoche der neuen Sachlichkeit zugeordnet und durchaus mit Ringelnatz oder auch Kästner verglichen.
  • Was die Besonderheit ihres Schreibens angeht, heißt es bei Wikipedia (und das könnte man überprüfen) „Charakteristisch für Mascha Kalékos Arbeit ist die Großstadtlyrik mit ironisch-zärtlichem, melancholischem Ton.“
    Anm:
    Hier wird abschließend noch einmal zusammenfassend auf das Schriftstellerische dieses Lebens eingegangen.

 Wer noch mehr möchte …