Schnell erkennen, worum es geht ...

Kategorie: Tivag-Blog

Anders Tivag Blog 2: Die Beschränktheit der reinen Begriffe (Mat4530 )

Bitte nicht wundern.

Wer ärgert sich nicht auch über Texte, die man erst mal mühsam zerlegen muss, um sie zu verstehen.

Deshalb präsentiere ich hier einfach mal meine Gedanken – schön gegliedert – und hoffe, dass  das positiv aufgenommen wird.

  1. Es ist immer wieder erstaunlich,
    1. wie einen plötzlich ein Gedanke überfallen kann, der zumindest einem selbst neu und vielleicht sogar revolutionär erscheint.
    2. Nun soll man sich nicht überschätzen – wahrscheinlich haben das auch schon andere gedacht. Aber es lohnt sich auch jedenfalls „nachzudenken“, auch wenn es ein „Nach-denken“ ist.
  2. Ausgangspunkt
    1. war der Ärger über einen Text zum Kulturbegriff, der seltsam allgemein blieb.
    2. An allen möglichen Stellen hätte man sich gewünscht, dass der Autor genauer gesagt hätte, was er da eigentlich meint.
    3. Aber der Text war ziemlich komplex und wir kannten uns auch nicht genug aus – deshalb nennen wir den Autor auch nicht, sondern nehmen das nur zum Anlass eine These aufzustellen:
  3. „Die einfachen Begriffe reichen in vielen Fällen nicht aus, um etwas präzise verständlich zu machen!“
    1. Das beginnt schon mit dem Satz:
      „Die meisten Menschen sind egoistisch.“
    2. Dabei geht es gar nicht darum, ob das zahlenmäßig stimmt. Es ist viel schlimmer. Was Menschen sind, ist klar. Aber was heißt „egoistisch“ zum Beispiel.
      • Ist das der Mann oder die Frau, die ihren Partner nicht mit anderen teilen wollen?
      • Ist das jemand, der einem Bettler kein Geld gibt?
      • Ist das jemand, der in der Schule einen während einer Klassenarbeit nicht abschreiben lässt?
    3. Man kann das beliebig erweitern und stellt dann fest, dass Begriffe ziemlich seltsame Gruppenbezeichnungen sind.
      1. Das kann man sehr gut am Wort „Spiel“ sehen.
        • Im Sandkasten ist das bei Kleinkindern das Ausprobieren von Möglichkeiten, die sich da ergeben.
        • Auf einem Fußballfeld ist das eine erste Angelegenheit, die über Millionen von Euro entscheiden kann.
      2. Natürlich haben alle diese Verwendungsweisen etwas Gemeinsames wie auch bei den Beispielen für „Egoismus“ – aber man merkt, wie wichtig es ist, in bestimmten Zusammenhängen zumindest die Weite der Bedeutungsspielräume etwas einzugrenzen.
    4. Halten wir fest:
      1. Jemand, der einen Begriff verwendet, tut das hoffentlich mit ganz bestimmten Vorstellungen. Die sollte er aber auch offenlegen.
      2. Schluss also mit Texten, in denen der Verfasser die eigenen Gedanken nicht veranschaulicht. Das gilt zumindest für Sachtexte, wenn sie wirklich Klarheit schaffen wollen.
      3. Wenn nicht, sollte man das deutlich sagen und sich gar nicht auf eine Auseinandersetzung einlassen – denn das ist dann ziemlich sinnlose Spiegelfechterei.
      4. Es wäre schön, wenn jemand diesen Ball aufnimmt und nicht gleich verzweifelt, wenn er einen Text vorfindet, den er nicht versteht. Es könnte sein, dass der Autor das entweder gar nicht wollte oder sich nicht viel Mühe gegeben hat 🙂

Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn hier bald Beispiele gebracht werden – sowohl solche, auf die die Kritik zutrifft, als auch solche, die sich zumindest Mühe geben, Klarheit zu schaffen – als Basis für jedes vernünftige Gespräch darüber.

Wer noch mehr möchte … 

Lessing, „Die Ziegen“ – oder die Erkenntnis: Der Deutschunterricht kann was bringen!“ (Mat4383)

Anders Tivag,

Soll mal einer sagen: „Der Deutschunterricht bringt nichts …“

Da kann natürlich was dran sein, aber vielleicht liegt es auch am Umgang mit Texten.

Mein Neffe – nennen wir ihn Eddy – und ich hatten jedenfalls heute ganz schön viel Spaß – und das sogar mit einer Fabel von Lessing – und der ist schon über 200 Jahre tot.

Ausgangspunkt war, dass er – natürlich nicht Lessing, sondern mein Neffe – auf mich zukam und frage: „Was soll denn hier die Moral sein?“ Und damit hielt er mir einen Zettel mit einem Text hin.

Aber da hatte ich schon Erfahrung – schließlich sollte mein Neffe ja noch mehr lernen. Also sage ich ihm: Nö, das ist langweilig, wenn ich das lese und du hast nichts zu tun. Erzähl mir lieber mit deinen Worten, worum es in dem Text geht.

Eddy murrte etwas, aber dann legte er los – und er war ein echt guter Erzähler geworden mit der Zeit und mit der Übung:

  1. In der Geschichte geht es um Ziegen, die gerne Hörner hätten, die hatten sie nämlich noch nicht.
  2. Sie wendeten sich an den griechischen Obergott und baten ihn um Hilfe.
  3. Der sagte auch: Okay, geht klar, aber ihr müsst dann auch noch ein zweites Geschenk nehmen, das euch vielleicht nicht so gefällt.
  4. Aber sie dachten wohl: Kennen wir – wir schmeißen es einfach hinterher weg, wenn es uns nicht gefällt.
  5. Aber dann sahen sie zu ihrem Schrecken, wie ihnen nicht nur Hörner wuchsen, sondern auch ein sehr übel aussehender Ziegenbart. Den konnten sie jetzt nicht einfach loswerden.

Nachdem ich ihn für sein tolles Erzählen gelobt hatte, fragte ich ihn: „Was ist denn ganz allgemein eine Moral?“ Wusste er nicht sofort – aber da fiel mir was ein, was helfen konnte:

Es gibt doch den Spruch: „Und die Moral von der Geschicht…“

Sein Gesicht hellte sich auf und er meinte: „Na ja, die Lehre, was man daraus lernen kann.“

Mein Gesicht hellte sich auch auf – hatte geklappt. Wir waren einen Schritt weiter.

Jetzt also auf zu Schritt 2:

Was können die Ziegen denn aus dieser Geschichte lernen?

Nach kurzem Nachdenken kam: „Dass man nicht unbedingt etwas wollen soll. Es könnte auch Nachteile haben.“

Schon mal nicht schlecht – aber noch nicht die ganze Wahrheit.

Also versuchte ich es auf einem Umweg:

Stell dir vor, du möchtest unbedingt in einen neuen Film. Gehst du dann nicht hin, nur weil es Nachteile haben könnte. Zum Beispiel könnte der Film drei Stunden dauern und der Busverkehr auf der Kino-Strecke ist eingestellt  – also eine halbe Stunde Fußmarsch.

Jetzt kam Eddy ins Grübeln – aber dann hatte er es: Ich kann doch nachschauen, ob es Probleme mit dem Busverkehr gibt.

Ich daraufhin: Und was ist mit den drei Stunden?

Aber auch da kam er drauf: Ich schau einfach im Internet nach.

So, jetzt hatten wir es. Also zurück zur Fabel und der Frage:

Und was haben die Ziegen falsch gemacht?

Und dann der zweite Erfolg:

„Sie haben Zeus nicht gefragt, was denn das zweite Geschenk sein würde.“

Ich klopfte ihm anerkennend auf die Schulter und wollte mich meiner Arbeit wieder zuwenden.

Aber er ging nicht, sondern meinte: Wir sollen aber noch eine zweite Frage beantworten.

Und die wäre:

Hat die Fabel noch eine Bedeutung für uns heute?

Jetzt wurde es schwierig, denn jetzt musste man sich was einfallen lassen.

Ich dachte also über mein Leben nach und speziell über Situationen, in denen ich mal etwas bereut hatte, was sich erst mal fantastisch angehört hatte.

Und da hatte ich es:

Also Eddy, stell dir vor, du möchtest ein neues Handy – und du gehst in einen Laden und der Verkäufter sagt: „Klar, ich habe hier eins, das kostet nur 10 Euro und im Monat 5 Euro.“

Glücklicherweise hast du Lessings Fabel gelesen und … was machst du?

Eddy strahlend: „Ich frage ihn, wo der Haken ist.“

Ich sagte nichts – und es half, er dachte weiter:

„Es kann sein, dass die 5 Euro nur für eine gewisse Zeit gelten.“

Ich: Macht nichts, du kündigst dann, wenn es teurer wird.

Und tatsächlich: Er erkannte sofort: Wahrscheinlich hat der Vertrag zwei Jahre Laufzeit und am Ende habe ich viel mehr als 5 Euro im Monat bezahlt.

Jetzt kam es nur noch darauf an, das mit der Aktualität kurz zu formulieren.

Eddy verschwand und kam nach 10 Minuten wieder – und in seinem Heft stand:

„Die Fabel ist immer noch aktuell – denn es gibt immer wieder Wünsche, die man hat. Zum Beispiel ein neues Handy – für wenig Geld im Monat. Das bekommt man dann fast umsonst – und dann wundert man sich, wenn man einige Zeit später später pro Monat viel mehr bezahlt muss. Man hatte also genauso wie die Ziegen sich nicht genügend erkundigt.“

Schon wollten wir beide glücklich auseinandergehen, als Eddy sich an der Tür umdrehte und meinte: Was hältst du eigentlich davon, wenn ich ab jetzt deinen Rasen jede Woche mähe und das Gras hinterher auch wegschaffe.

Das war seit langem mein Herzenswunsch – aber dann fielen mir die Ziegen ein und ich fragte sicherheitshalber nach 😉

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 Wer noch mehr möchte … 

Der Anders-Tivag-Blog: Folge 1 „Erlkönigs Tochter“ kreativ (Mat4380)

Literatur kann so schön sein – allerdings darf man da nicht mehr vor Dichterdenkmälern knien, sondern muss aufrecht vor so einem Denkmal stehen uns sagen: „Nicht schlecht – aber für mich geht es noch besser!“ Das ist hoffentlich bescheiden genug – und so eine Reaktion ist immer noch besser als „analysieren – und dann schnell wieder vergessen“.

Wir probieren das mal an einem ersten Denkmal aus:

Da ist uns zum ersten Mal in unserem Leben eine andere Erlkönig-Ballade in die Hände gefallen, als sie alle kennen.

Natürlich Goethe, das ist der, dessen Erlkönig man kennt: Am Ende ist das Kind tot und man denkt: Hätte er mal auf das Kind gehört. Auch eine Variante von „Kids an die Macht“ 😉

Nun ja, Goethe mag sich kurz noch gedulden. Wir machen uns jetzt erst mal an den guten alten Herder ran – das war ein Freund des jungen Goethe und hat sich sehr um Volkssagen gekümmert.

Und so ist eine entstanden, die man vielleicht gut singen kann, aber nur, wenn man – wie häufig bei Gesang – nicht so auf den Text achtet – der wird nämlich nur an zwei Stellen interessant.

Gehen wir kurz auf die Langweiler-Zeilen ein:

Da heißt es am Anfang:

Herr Oluf reitet spät und weit,
Zu bieten auf seine Hochzeitleut;

  • Der Typ wird einem leider nichtd vorgestellt, aber anscheinend geht es um die Vorbereitung einer Hochzeit. Wenn er Pech hat, wie sich herausstellen wird, geht es sogar um seine Hochzeit und zugleich um seine Beerdigung. Seltsames Zusammentreffen.
  • Aber daran sind die Elfen schuld – das sind Naturgeister, die nicht mit sich spaßen lassen, wie wir gleich sehen werden.

Da tanzen die Elfen auf grünem Land,
Erlkönigs Tochter reicht ihm die Hand.

  • Sie tanzen also …
  • Und anscheinend ist er nicht schnell genug vorbeigeritten, denn die Tochter des Erlkönigs kommt dazu, ihm die Hand zu reichen. Also so was – ist das nicht ein Symbol für die Ehe – von wegen „um ihre Hand anhalten“ oder hier eben „um seine“.

„Willkommen, Herr Oluf! Was eilst von hier?
Tritt her in den Reihen und tanz mit mir.“

  • Nach der Begrüßung gleich schon mal eine Mahnung – lass mal langsam angehen.
  • Und dann wird es schwierig, denn der gute Oluf soll zu den Naturgeistern und mittanzen – das kann eigentlich nur peinlich werden. Da muss man schon was drauf haben – hat dieser Oluf aber nicht, wie wir sehen werden.
  • Ach und da ist ja noch die Hochzeit, die scheint noch nicht gut vorbereitet zu sein, sonst müsste der Mann nicht so schnell reiten.

„Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,
Frühmorgen ist mein Hochzeittag.“

  • Kein Wunder, dass der Mann ablehnt.
  • Die Begründung ist aber etwas schwach.
  • Vielleicht will er am Tag drauf fit sein oder es ist unpassend, am Abend vorher noch mit fremden Leuten tanzen.
  • Auf jeden Fall ist es ungeschickt von dem Mann, nicht um ein bisschen Verständnis für sich zu werben.
  • Und da juckt es uns schon in den Fingern: Er hätte doch sagen können:
    • Ach Prinzessin, das ist wirklich toll, dass du mich einbeziehen willst.
    • Aber können wir das nicht auf übermorgen verschieben.
    • Ich muss nämlich noch einiges für meine Hochzeit vorbereiten – die Typen, die das machen wollten, sind alle in Corona-Quarantäne.
    • Spätestens dann hätte er eine Chance auf Mitgefühl. Die Elfe könnte jetzt sagen:
      Aber Oluf, ich verlass mich drauf. Übermorgen, 20 Uhr – und bring deine Braut, sorry: Frau dann ruhig mit. Dann gibt es nicht gleich am Anfang der Ehe Ärger.

„Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,
Zwei güldne Sporne schenk ich dir!

Ein Hemd von Seide so weiß und fein,
Meine Mutter bleicht’s mit Mondenschein.“

  • Stattdessen erhöht die Elfe den Druck – ein bisschen Gold und ein schönes Hemd.
  • Das würde ihm auch bei der Hochzeit gut tun, könnte er mit angeben.

„Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,
Frühmorgen ist mein Hochzeittag.“

  • Stattdessen noch mal die gleiche Nummer – das wird der Elfe nicht gefallen.

„Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,
Einen Haufen Goldes schenk ich dir.“

„Einen Haufen Goldes nähm ich wohl;
Doch tanzen ich nicht darf noch soll.“

  • Kein Wunder – Elfen haben es ja – also wird das Angebot deutlich erhöht
  • und erstaunlicherweise wird dieser Herr Oluf doch ein bisschen schwach.
  • Aber er möchte das ohne Risiko – also nichts mit Tanz.
  • Jetzt passiert das, was eigentlich passieren muss.
  • Wie soll die Tochter des Erlkönigs mit soviel Stumpfheit umgehen.
  • Sie ist bestimmt doppelt zornig, einmal wegen der Ablehnung – zum anderen wegen der Schwäche dieses Kontrahenten. Vielleicht ärgert sie sich, dass sie sich überhaupt mit so einem Typen eingelassen hat.
  • Also kommt die volle Ladung: Eine Drohung, dann gleich die passende Aktion und am Ende noch ein zynisch klingender Abschied.

„Und willt, Herr Oluf, nicht tanzen mit mir,
Soll Seuch und Krankheit folgen dir.“

Sie tät einen Schlag ihm auf sein Herz,
Noch nimmer fühlt er solchen Schmerz.

Sie hob ihn bleichend auf sein Pferd:
‚„Reit heim nun zu dein’m Fräulein wert.“

  • So ist das eben – man soll so eine Elfe nicht enttäuschen. Vor allem ist sie wahrscheinlich stinkesauer, dass sie sich überhaupt mit so einem Typen eingelassen hat.
  • Aber wir leben ja in einer Zeit der Nettigkeit und suchen immer nach guten, einvernehmlichen Lösungen.
  • Also lassen wir die Elfe stattdessen lieber sagen – so mit hochgezogenen Augenbrauen:
  • Dann verschwinde mal schnell, bei so einem Langweiler wird mir ein Tanz mit dir zu öde.
  • Und wenn der Mann einen Rest von Verstand hat, gibt er spätestens jetzt seinem Pferd die Sporen und macht, dass er wegkommt.
  • Und als wäre das alles noch nicht schlimm genug, gibt es zu Hause auch noch ein Problem, an das der leicht beschränkte Herr überhaupt nicht gedacht hat:

Und als er kam vor Hauses Tür,
Seine Mutter zitternd stand dafür.

„Hör an, mein Sohn, sag an mir gleich,
Wie ist dein‘ Farbe blaß und bleich?“

  • Die Antwort ist auch nicht berauschend – vor allem auch von der Grammatik am Ende her gesehen.

„Und sollt sie nicht sein blaß und bleich,
Ich traf in Erlenkönigs Reich.“

  • Seine Mutter denkt ganz praktisch:

„Hör an, mein Sohn, so lieb und traut,
Was soll ich nun sagen deiner Braut?“

  • Und jetzt endlich entwickelt der Mann eine sagenhafte Kreativität.

„Sagt ihr, ich sei im Wald zur Stund,
Zu proben da mein Pferd und Hund.“

  • Das wird die Braut sicher freuen. Vor allem, wenn sie die erstaunten Gesichter ihrer Begleitung sieht.
  • Vielleicht hätte er sich lieber nach einem Arzt umsehen sollen – seine Braut hätte sicher Verständnis gehabt.
  • Stattdessen eine Notlüge, die nicht viel Liebe zu seiner Braut zeigt. Aber so war das wohl in früheren Zeiten: Von den Elfen bekam man eine Krankheit angesteckt – und vom Bräutigam nur eine Lüge, wenn es drauf angekommen wäre.
  • Es kommt dann, wie es kommen muss:

Frühmorgen und als es Tag kaum war,
Da kam die Braut mit der Hochzeitschar.

Sie schenkten Met, sie schenkten Wein;
„Wo ist Herr Oluf, der Bräutigam mein?“

„Herr Oluf, er ritt in Wald zur Stund,
Er probt allda sein Pferd und Hund.“

  • Jetzt zeigt sich, dass die Braut von einem ganz anderen Kaliber ist.
  • In kürzester Zeit hat sie das Problem gelöst.

Die Braut hob auf den Scharlach rot,
Da lag Herr Oluf, und er war tot.

  • Das ist natürlich so was von „lakonisch“ – so nennt man Äußerungen, bei denen kein Wort zu viel ist.
  • So wie bei Cäsar: Ich kam, ich sah, ich siegte.
  • Hier könnte man auf den Grabstein schreiben:
    • Ich ritt
    • und hielt an.
    • Hatte keinen guten Spruch.
    • Darum war für mich Schluss.
  • Wir hätten uns natürlich ein bisschen mehr gewünscht. Zum Beispiel so ein kurzes leises Zwiegespräch zwischen Braut und Brautjungfer.
    • Braut: Das darf doch nicht wahr sein.
    • Brautjungfer: Der hat wohl nur ein bisschen Angst bekommt. Haben manche Männer, wenn es ernst wird.
    • Braut: Ob der sich irgendwo versteckt?
    • Brautjunger: Schau mal dahinten, die Decke auf dem Sofa wölbt sich verdächtig.
    • Braut: Dann schauen wir doch mal nach. … Habe ich es mir doch gedacht. Aufstehen, Oluf, geschlafen wird erst später.
    • Brautjunger: O Gott, der ist nicht nur bleich, der hat ganz glasige Augen. Den hat’s erwischt.
    • Braut: Und für den habe ich mich auf den weiten Weg gemacht! Na ja, war sowieso nur zweite Wahl, was sie mir da geboten haben. Lass uns verschwinden – gut, dass das schon vor der Hochzeit passiert ist – da können wir wenigstens noch von dem ganzen Spuk erholten. Nichts mit Trauerkleidung und so.
  • So gefällt mir das Ganze deutlich besser als diese etwas Ballade, die nur an zwei Stellen was zu bieten hat:
    • Einmal, als die Elfe auf Angriff schaltet.
    • Und dann dieser Hammer-Schluss: Scharlachdecke anheben – tot – und dann das Happy End für die Braut: Nichts wie weg.

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Wir setzen das hier noch fort 😉

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