Anmerkungen zur Überschrift

  • Der Titel des Gedichtes beschreibt die Situation des lyrischen Ichs.
  • Es hat offensichtlich ein altes Foto vor sich.
  • Und zwar geht es um einen Jungen, der gerade konfirmiert worden ist und dementsprechend auch festlich angezogen ist.

Anmerkungen zur Strophe 1

  • Gleich die erste Strophe schreibt dem Jungen ein bestimmtes Gefühl zu, nämlich nur „als Mann verkleidet“ zu sein.
  • Er scheint sich auch nicht wohl zu fühlen. Das lyrische Ich vermutet, dass der Junge unter einem Verlust leidet.
  • Als Leser kann man vermuten, dass es hier um seine Kindheit geht. Vielleicht ahnt er, dass er jetzt mehr Verantwortung übernehmen muss, das Leben weniger ein Spiel ist.

Anmerkungen zur Strophe 2

  • Die zweite Strophe geht genauer auf die Kleidung ein, in der der Junge sich nicht wohl fühlt.
  • Er probiert dann auch schon mal, so zu sein, wie die Kleidung ist andeutet.
  • Aber dabei entsteht eine „falsche Pose“ und er kommt sich selbst „fremd“ vor.

Anmerkungen zur Strophe 3

  • Die nächste Strophe macht deutlich, dass er sich auch innerlich nicht wohl fühlt.
  • Er merkt, dass bei ihm „gar nichts sitzt“. D.h. Inneres und Äußeres passen hier nicht zusammen.

Anmerkungen zur Strophe 4

  • In der vierten Strophe versucht das lyrische Ich, die offensichtlich quälende Situation genauer zu erklären.
  • Hier wird jetzt das erwähnt, was der Leser schon vermutet hat, nämlich dass die Kindheit gestorben ist.
  • Das wird dann auch verbunden mit dem schwarzen Anzug, der in dieser Zeit wohl mit der Konfirmation verbunden wurde.

Anmerkungen zur Strophe 5

  • Am Ende geht das Gedicht zusammenfassend auf die besondere Situation dieses Jungen ein.
  • Es ist ein Zwischenstatus, bei dem man sich zugleich auch daneben fühlt.
  • Zum Schluss wird deutlich gemacht, dass jetzt erst das eigentliche Leben beginnt.
  • Das wird dann auf den nächsten Tag bezogen, wenn er diesen Anzug nicht mehr trägt, aber sich so verhalten muss.

Anmerkungen zu den Aussagen des Gedichtes

  1. Insgesamt ein Gedicht, das auf beeindruckende Art und Weise deutlich macht, wie sich eine gesellschaftliche Konvention auf den Menschen auswirkt.
  2. Hier wird nämlich nicht von der individuellen Entwicklung ausgegangen, sondern mit einem bestimmten Alter wird automatisch eine bestimmte Verhaltensweise verlangt.
  3. Sehr gut deutlich wird, was das mit einem jungen Menschen machen kann.

Anmerkungen zum kreativen Umgang mit dem Gedicht

  1. Man kann sich zum einen überlegen, wie man diese Situation entspannen könnte, ohne die notwendige Entwicklung auszublenden.
  2. Zum anderen könnte man überlegen, welche anderen Situationen es gibt, in denen ein Mensch formal in eine Situation und ein Verhalten hinein gezwungen wird, das ihn zumindest zu dem Zeitpunkt überfordert.
  3. Es gibt übrigens eine Kurzgeschichte („Die Entscheidung“), in der jemand etwas längst ist, aber Angst hat vor der formalen Übernahme von Verantwortung.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/zwollich-mark-die-entscheidung/
  4. So könnte man auch mal versuchen, dieses Gedicht in eine Kurzgeschichte umzuwandeln.
  5. Oder aber man macht eine Umfrage, in der junge Menschen erklären, ob sie diese unangenehmen Gefühle nachvollziehen können, vielleicht selbst erlebt haben. Das kann sich auch auf andere festliche Ereignisse beziehen. Zum Beispiel gibt es Leute, die nicht glücklich sind, dass ein Geburtstag auf eine bestimmte Art und Weise an einem bestimmten Tag gefeiert werden muss. Vielleicht fühlen sie sich da gerade unwohl und wären froh, wenn der Geburtstag anders gefeiert werden könnte. Wie zum Beispiel?
  6. Dann sieht man ja hin und wieder junge Leute, die bis zu einem bestimmten Alter (30?) noch nicht verheiratet sind – und dann werden sie in einem komischen Kostüm durch die Stadt geschleppt und es werden irgendwelche Rituale durchgezogen, über die sich der oder die Gefeierte am wenigsten freut.

 Wer noch mehr möchte …