Das Besondere an dieser Internetseite

ist, dass dort zwei Positionen direkt gegenübergestellt werden.

Zu finden ist die Zusammenstellung hier:
http://www.pflichtlektuere.com/18/04/2013/duell-am-donnerstag-graffiti-kunst-oder-krawall/

 

Das macht es leichter, nach Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu suchen, also die Texte nach Aspekten durchzuschauen. Allerdings stehen sie sich nicht direkt gegenüber, sondern es handelt sich um zwei eigenständige, gewissermaßen „normale“ Positionspapiere.

Fangen wir mit dem linken Text, dem Pro-Text an:

Als erster Aspekt wird darauf verwiesen, dass die Einschätzung von Graffiti-Darstellungen vom Geschmack abhänge.

Damit werden die Probleme, die damit in vielen Fällen verbunden sind, auf nicht ganz überzeugende Art und Weise verkleinert bzw. verharmlost.

Der zweite Aspekt ist dann der Ort, an dem man diese Kunst finden kann. Hier wird als positiv herausgestellt, dass man dafür nicht eigens ins Museum gehen muss, sondern dass man eine Art Street Art Museum vorfindet.

Dabei wird allerdings übersehen, dass bei einem Museum ein Plan und entsprechende Abstimmungen hinter der Präsentation stehen, während Graffiti-Sprayer in der Regel willkürlich vorgehen, also nur ihren Interessen entsprechend handeln.

Das Argument, dass die Platzierung von Graffiti-Werken zur Auseinandersetzung mit Kunst beiträgt, ist grundsätzlich richtig, aber auch hier ist die Frage, ob das willkürlich und zum Teil eben in Form einer Sachbeschädigung geschehen muss. Auf den ersten Blick scheint das vor allem für private Immobilienbesitzer ein Problem zu sein – aber die Renovierung öffentlicher Gebäude wird ja über die Steuern auch getragen.

Der nächste Aspekt ist dann die Frage, inwieweit es sich jeweils noch um Kunst handelt oder ob viele nicht einfach nur „ihr Ego pushen wollen“.

Hier wird alles auf eine persönliche Meinung reduziert, nämlich Dankbarkeit für jede Inspiration. Das löst aber nicht das Problem, dass viele sich durch Graffitis auch belästigt fühlen.

Es folgt das Argument, dass es sich hier nicht nur um Kunst, sondern auch um Kultur handelt, die sich in entsprechenden Darstellungen zeige.

Hierbei wird aber wieder übersehen, dass dort wohl eher Qualität vorgestellt wird, während die Belästigung ja vor allen Dingen mit geringer Qualität verbunden ist.

Am Ende geht es um das Argument der Illegalität. Hier bleibt die Argumentation in einem Lob für legale Möglichkeiten stecken und geht nicht darauf ein, dass viele Graffiti Künstler möglicherweise tatsächlich gerade ihr Ego „pushen“ wollen, wie in dem Artikel am Anfang ja sogar festgestellt worden ist.

Der Contra-Text

Der Contra-Text beginnt gleich mit dem eigentlichen Skandal. Der besteht darin, dass Graffiti-Künstler häufig einfach auf die eigene Entscheidung setzen, wo sie etwas unterbringen wollen. Dabei spielt verschärfend häufig eine Rolle, dass sie zeigen wollen, wie „krass“ sie sind. Das heißt: Der Regelverstoß spielt gerade eine wichtige Rolle.

Der zweite Aspekt sind dann die hohen Kosten, die mit der Beseitigung von problematischen Graffiti-Ergebnissen verbunden sind, vor allem auch im privaten Bereich.

Das was im Pro-Text „Kultur“ genannt worden ist, wird vor diesem Hintergrund eben auch kritisch gesehen, weil es sich inzwischen immer mehr ausbreitet und eben nicht Ergebnis einer öffentlichen, letztlich politischen Diskussion ist.

Hingewiesen wird hier auch auf die Möglichkeit, ganz legal vorgesehene Wände zu bemalen. Aber das wird mit dem Hinweis verbunden, dass viele Sprayer das eben nicht ausreichend cool finden und dementsprechend eigene Wege gehen.

Anschließend wird die Frage der Qualität diskutiert. Auch Graffiti mit Anspruch werden allerdings kritisch gesehen, weil sie ungewollt anderen aufgedrängt werden, was als anmaßend empfunden wird.

Deshalb wird am Schluss auch noch einmal auf die normale Kunst verwiesen, die eben ins Museum oder in Bücher gehöre. Was einem im Graffiti-Bereich aber zum Teil geboten werde, mag zum Stadtbild gehören, es wird dann allerdings polemisch darauf hingewiesen, dass das auch für „Hundekacke und Tauben“ zutreffe.

Fazit:

Mit den beiden Texten hat man eine Fülle von Aspekten und Argumenten, die man gut für eine eigene Position verwenden kann.

Weiterführende Hinweise