Joseph von Eichendorff, Leben und Werk, bsd. die wichtigsten Gedichte Themenseite (Mat2682)

Worum es hier geht

Eichendorff ist wohl der Dichter, der in der Schule am häufigsten vorkommt, wenn es um die Romantik geht. Deshalb ist es sehr sinnvoll, sich etwas genauer mit ihm zu beschäftigen.

Wir tun das hier in drei Schritten:

  1. Allgemeine Vorstellung seiner Gedichte
  2. Vorstellung einzelner Gedichte – haben wir rausgelöst und auf der folgenden Seite untergebracht:
    https://textaussage.de/eichendorff-interessante-gedichte-vorgestellt
  3. Eingehen auf seine Novellen wie zum Beispiel „Aus dem Leben eines Taugenichts“

Allgemeines zu Eichendorff

Wir stellen hier einfach mal die wichtigsten Infos vor, mit denen man Durchblick zeigen kann.

  1. 1788 geboren, ein Jahr vor der Französischen Revolution. Goethe war knapp 40 Jahre alt.
    Das ist ein Beispiel dafür, dass man nicht einfach nur irgendeine Jahreszahl auswendig lernen soll. Vielmehr geht es um Zusammenhänge, um Einordnung.
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  2. Herkunft: katholischer Landadel in Oberschlesien, Kindheit auf Schloss Lubowitz. Nach dem Tod des Vaters musste die Familie die Güter aus Geldnot verkaufen.
    Der Verlust der Kindheitsheimat ist eine mögliche Erklärung für die vielen Heimweh- und Sehnsuchtsmotive. Aber Vorsicht: Nicht jedes Gedicht einfach aus dem Leben des Autors deuten – als Hintergrund taugt es trotzdem.
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  3. Studium u. a. in Heidelberg, dort Kontakt zum Kreis der Heidelberger Romantik um Arnim, Brentano und Görres – Arnim und Brentano sammelten damals Volkslieder („Des Knaben Wunderhorn“).
    Das erklärt den schlichten, volksliedhaften Ton vieler Eichendorff-Gedichte – und warum sie sich so gut singen lassen.
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  4. 1813 zog er als Freiwilliger in die Befreiungskriege gegen Napoleon.
    Romantik ist also nicht nur Mondschein und Wald – sie gehört auch in eine Zeit politischen Aufbruchs. Wer das weiß, ordnet die Epoche nicht zu „weltfremd“ ein.
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  5. Im Hauptberuf war er Jurist und preußischer Verwaltungsbeamter, zuletzt im Kultusministerium in Berlin.
    Ein schöner Kontrast: Ausgerechnet ein pflichtbewusster Beamter schreibt den „Taugenichts“, der sich jeder Ordnung entzieht. Damit kann man zeigen, dass Dichtung oft eine Gegenwelt zum eigenen Alltag entwirft.
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  6. Bekannt ist er vor allem wegen seiner Gedichte, von denen viele vertont worden sind – besonders berühmt ist Robert Schumanns „Liederkreis“ op. 39. Ein bekanntes Beispiel ist „Mondnacht“.
    Auch hier ist es wichtig, dass man mindestens ein Beispiel nennen kann.
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  7. Typisch sind wiederkehrende Bilder: Wald, Rauschen, Mondnacht, Ferne, Posthorn, der Wanderer, der Blick aus dem Fenster. Man spricht auch von „lyrischen Formeln“ (mehr dazu weiter unten).
    Wer diese Bausteine kennt, erschließt viele Eichendorff-Gedichte deutlich schneller – und erkennt, wo ein Gedicht davon abweicht.
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  8. Sein wohl bekanntester Vierzeiler, „Wünschelrute“: „Schläft ein Lied in allen Dingen, / Die da träumen fort und fort, / Und die Welt hebt an zu singen, / Triffst du nur das Zauberwort.“
    Hier steckt romantisches Dichtungsverständnis in vier Zeilen: Die Welt hat einen verborgenen Zauber, und der Dichter ist derjenige, der ihn zum Klingen bringt. Mit diesem Zitat kann man in fast jeder Romantik-Diskussion punkten.
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  9. Eichendorff gilt als Spätromantiker, oft auch als „letzter Ritter der Romantik“. Er starb 1857 – da war die Literatur längst beim Realismus angekommen.Epochen sind keine sauberen Schubladen: Ein Autor kann seine Epoche überleben und an ihrem Ton festhalten, während um ihn herum schon ganz anders geschrieben wird.
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  10. Eine interessante Gegenfigur ist Heinrich Heine: Er beherrscht den romantischen Ton genauso, bricht ihn aber oft am Ende ironisch.
    Wer Eichendorff und Heine nebeneinanderstellen kann, zeigt echten Durchblick: gleiche Bilder – aber einmal ernst gemeint, einmal mit Augenzwinkern hinterfragt.

Eichendorffs Welt der Gedichte – Kennzeichen seines Schreibens

Zu den Novellen Eichendorffs, bsd. „Aus dem Leben eines Taugenichts“

Weitere Infos, Tipps und Materialien