Worum es hier geht …

Im Folgenden soll kurz und knapp gezeigt und erklärt werden, wie man zwei Gedichte miteinander vergleicht.

Zu Beginn ein Schaubild

Anmerkungen zum Vergleich

Gedicht von Arno Holz

  • In dem Gedicht geht es um eine kleine Stadt. Man bekommt den Eindruck, als wäre es gemütlich, es wäre aber auch nicht viel los.
  • Dem wird dann die Welt draußen gegenübergestellt, die auf den ersten Blick weitläufig und vielleicht auch großartiger wirkt.
  • Der Schluss ist etwas unklar, betont wird, dass diese zweite Welt zunächst mal nur ein Traum ist, real ist ihm gegenüber die kleine Welt.
  • Man spürt hier eine gewisse Tendenz, dass das lyrische Ich sich möglicherweise doch für die vertraute Heimat entscheidet.
  • Insgesamt werden hier zwei romantische Welten gegenübergestellt. Dazu kommt die Frage, ob man in der vertrauten kleinen Welt bleiben will oder sich der Ferne aussetzen will.

Gedicht von Mascha Kaléko

  • Wenn man das erste Gedicht im Kopf hat und sich dann das zweite Gedicht durchliest, fällt als erstes auf, dass es hier um ein Drinnen geht. Der Blick richtet sich also nicht von außen auf das möglicherweise heimatliche Städtchen, sondern von innerhalb eines Zimmers auf das, was eine Wohnung gemütlich macht.
  • Bereits in der ersten Strophe wird dann aber der Blick nach draußen gerichtet:
    • Dort weht Vagabundenwind
    • und es gibt Abenteuer,
    • also ein wildes, und geregeltes Leben, das vor allem spannend ist.
  • Die zweite Strophe entwickelt aus dem konkreten Moment häuslicher Gemütlichkeit und Ahnung von einer abenteuerlichen Welt draußen eine allgemeine Lebenserfahrung:
    • Die besteht darin, dass es bei Menschen immer wieder so ist, dass sie sich genau das wünschen, was sie gerade nicht erleben.
    • Das wird im Gedicht auf den Begriff „Sehnsucht nach dem Anderswo“ gebracht.

Abschließender Vergleich

  • Wenn dann beide Gedichte von Inhalt und Aussage her geklärt sind, kann man sich einen abschließenden Vergleich überlegen:
  • Da ist es am besten, von dem auszugehen, was beiden Gedichten gemeinsam ist, nämlich das Gespaltensein zwischen Nähe und Ferne. zwischen heimatlicher Geborgenheit und Sehnsucht nach Aufbruch und Abenteuer.
  • Der Hauptunterschied besteht in der Situation und der Haltung des lyrischen Ichs:
    • Im ersten Gedicht geht es um eine innere Zerrissenheit zwischen verschiedenen Möglichkeiten,
    • im zweiten Gedicht geht es um eine allgemeine Lebenserfahrung, die einem letztlich hilft, dort zu bleiben, wo man ist.
  • Das wäre dann auch eine weitere Gemeinsamkeit, denn auch im ersten Gedicht hat man den Eindruck, dass am Ende die Heimatgefühle überwiegen.
  • Ein Unterschied besteht außerdem noch darin, dass im ersten Blick von außen auf die kleine Welt der Geborgenheit geblickt wird, während das lyrische Ich im zweiten Gedicht von der Situation innerhalb des Hauses ausgeht.

 Wer noch mehr möchte …