Theo Schmich, „Die Kündigung“ – Insider-Tipps für Lehrkräfte (Mat7417-lv)

Warum Insider-Tipps?

  • Theo Schmichs „Die Kündigung“ ist kurz, leicht zu lesen – und steckt voller Themen, die gerade jetzt enorm an Bedeutung gewinnen: Entscheidungen durch Maschinen, Verantwortung, die niemand mehr übernimmt, Kommunikation, die nur noch aus Formeln besteht.
  • Hier sammeln wir, was über die Schülerseite hinausgeht: wo man an den Text kommt, welche Aspekte sich lohnen, welche Vergleichstexte passen und wo man mit einer Lerngruppe weiterdenken kann.

Die Schülerseite zu dieser Geschichte
https://schnell-durchblicken.de/theo-schmich-die-kuendigung
Mit Einstiegsfragen, Schritt-für-Schritt-Durchgang, Aussagen, Kommunikationsanalyse und dem Vergleich damals – heute.

Handgezeichnetes Männchen mit Sprungtuch als Wegweiser zum Inhaltsverzeichnis

Wie man sieht: Zeichnen ist nicht unsere Stärke. Aber Überblick können wir! Jeder blaue Eintrag im Inhaltsverzeichnis ist ein Link – einfach antippen, und du springst direkt an die passende Stelle. Zurück geht’s mit dem Zurück-Pfeil deines Browsers.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wo Sie an den Text kommen
  2. Die Stärke der Geschichte: die Vielfalt der Aspekte
  3. Am Rand, aber brisant: Wer widerspricht noch der Maschine?
  4. Ideen für den Unterricht
  5. Vergleichbare Kurzgeschichten
  6. Weitere Infos, Tipps und Materialien

Wo Sie an den Text kommen

  • Thomas Möbius, Wie interpretiere ich Fabeln, Parabeln und Kurzgeschichten? Aufgaben und Musterinterpretationen
    7. Auflage 2021, Bange Verlag, Hollfeld, ISBN 978-3-8044-1575-1
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    Dort mit Text und Interpretationsteil. Eine gesicherte Jahresangabe zur Geschichte gibt es auch dort nicht („o. J.“).
  • Zur Datierung
    Im Netz kursieren die Jahreszahlen 1974 und 1977, teils mit dem Hinweis auf eine Reclam-Anthologie zur Literatur der Arbeitswelt. Belegen konnten wir das bisher nicht – Hinweise nehmen wir gern über das Kommentarfeld entgegen.
  • Zu unseren Zeilenangaben
    Der Text ist urheberrechtlich geschützt, wir drucken ihn deshalb nicht ab. Alle Zeilenangaben beziehen sich auf unsere interne Fassung mit 87 Zeilen – leicht umzurechnen, bei gleicher Fassung direkt übernehmbar.

Die Stärke der Geschichte: die Vielfalt der Aspekte

  • Die Kette der Verantwortungsabgabe
    Personalchef – Vorgesetzter – Betriebsrat: Jeder reicht weiter, am Ende steht die Maschine. Ergiebig ist vor allem die Frage des Mannes selbst, wer die Daten zusammengestellt hat (Z. 34–36). Die Geschichte zeigt also nicht „die böse Technik“, sondern Menschen, die sich hinter ihr verstecken.
  • Kommunikation
    Der Mann fragt auf der Beziehungsebene („Habe ich so schlecht gearbeitet?“), alle antworten auf der Sachebene oder mit Formeln. Der Satz „Sie brauchen es nicht persönlich zu nehmen“ ist ein kleines Lehrstück.
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    Dazu das dreifache „Danke“ des Mannes: Höflichkeit als eingeübte Anpassung. Gut geeignet für Schulz von Thun oder Watzlawick.
  • Abhängigkeit und Freiheit
    Die „ketzerischen Gedanken“ (Z. 68–69) über Urlaub, Wochenende und den Rest der Zeit, die dem Arbeitgeber gehört, sind eine knappe, sehr anschauliche Beschreibung von Abhängigkeit – und ein guter Anlass für die Frage, was Freiheit im Berufsleben heißt.
  • Der Hammer: eher Pointe als Höhepunkt
    Die Zerstörung des Rechners wirkt wie das Ende eines Witzes, zumal der Personalchef sie sofort als Bestätigung umdeutet. Im Unterricht lohnt sie sich vor allem als Ausgangspunkt: Welche Möglichkeiten hat man außer der Maschinenstürmerei, sich Autonomie zu bewahren?
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    Historischer Seitenblick: Maschinenstürmer gab es schon in der frühen Industrialisierung – auch damals änderte die Zerstörung nichts an der Entwicklung.
  • Damals und heute
    Die eigentliche Brisanz liegt in der Frage, ob die Lage heute nicht viel schlimmer ist: KI-Systeme sind schwerer zu durchschauen als ein Rechner der 1970er-Jahre, und für die nächsten Jahre wird mit vielen Entlassungen gerechnet, besonders im Dienstleistungs- und Bürobereich.

Am Rand, aber brisant: Wer widerspricht noch der Maschine?

  • Das Problem
    Wer der Maschine folgt und sich irrt, kann sich auf sie berufen. Wer ihr widerspricht und sich irrt, steht allein da – auch rechtlich.
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    Besonders deutlich wird das in der Medizin: Es ist zu befürchten, dass Ärzte kaum noch gegen den Vorschlag eines KI-Systems entscheiden werden, weil sie bei einem Fehler größere Schwierigkeiten bekommen als bei einer halbwegs begründeten Übernahme des Maschinenvorschlags.
  • Die Verbindung zu Schmich
    Das ist dieselbe Struktur wie in der Geschichte – nur gefährlicher: Die Verantwortung verschwindet nicht, weil sich jemand bewusst versteckt, sondern weil Widerspruch zum persönlichen Risiko wird.
  • Rechercheauftrag für Oberstufe oder Projektarbeit
    Welche Regeln gibt es für automatisierte Entscheidungen über Menschen? Ansatzpunkte: Artikel 22 der Datenschutz-Grundverordnung und die Vorgaben der EU-KI-Verordnung zur menschlichen Aufsicht.
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    Leitfrage: Reicht es, wenn „ein Mensch draufschaut“ – oder braucht dieser Mensch auch den Mut und die rechtliche Rückendeckung, Nein zu sagen?

Ideen für den Unterricht

  • Gegenprobe: Ein Mensch spricht die Kündigung aus
    Die Schüler schreiben das erste Gespräch so um, dass der Personalchef die Entscheidung selbst begründet. Was wird schwerer für ihn, was leichter für den Mann? Daran sieht man, was die Maschine in der Geschichte eigentlich „leistet“.
  • Schaubild „Kette der Verantwortungsabgabe“
    Die drei Gespräche als Stationen mit jeweils einem Kernsatz – und am Ende die Frage: Wo hätte jemand die Kette unterbrechen können?
  • Die E-Mail des Personalchefs
    Er gibt einem Kollegen in einer anderen Niederlassung Tipps, wie man Entlassungen mit Verweis auf den Computer „reibungslos“ abwickelt. Ein Schreibauftrag, der die Haltung der Figur entlarvt, ohne dass man sie erklären muss.
  • Diskussion: Was bleibt einem außer dem Hammer?
    Sammeln, welche Wege es gibt, sich gegen Abhängigkeit zu wappnen – von Nachfragen und Einspruch bis zu Fähigkeiten, die schwer zu automatisieren sind.

Vergleichbare Kurzgeschichten

Weitere Infos, Tipps und Materialien

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