Worum es hier geht
Dieses Video zeigt, wie man expressionistische Gedichte schnell erkennen kann. Das Entscheidende: Nicht irgendwelche Checklisten auswendig lernen, sondern möglichst viele Gedichte kurz checken und so ein Gefühl für die Epoche bekommen.
Genau das wird im Video vorgemacht – an drei Gedichten von Georg Heym, Georg Trakl und Ernst Wilhelm Lotz. Das Wichtigste dazu findest du weiter unten auch in Kurzform.
Das Video und das Begleitmaterial
🔍 Platz für den Ezoic-Einbettungscode des Videos.
- Video: Expressionistische Gedichte schnell erkennen
https://www.youtube.com/watch?v=1NlWjIGTN_8
Das Video auf unserem YouTube-Kanal „schnell durchblicken“. - Begleitmaterial zum Video (PDF)
https://textaussage.de/wp-content/uploads/2023/02/Mat4767VidBegBlatt-ExpressGedichte-erkennenBearb.pdf
Alle Schaubilder und Hinweise aus dem Video zum Nachlesen und Ausdrucken.
Das Problem – und unsere Lösung
Das Problem:
- Normale Aufgabe: Gedicht nicht nur analysieren, sondern Epoche erkennen.
- Man lernt dann Kennzeichen auswendig – auch nicht schlecht, aber besser ist es:
Unsere Lösung:
- wenn man neben den Kennzeichen
- auch Beispiele für sie hat
- und am besten möglichst viele Gedichte „kurz gecheckt“ hat.
- Wir können hier auf eine schöne Sammlung von Gedichten zugreifen, die schon geordnet sind.
Kennzeichen von Gedichten des Expressionismus
Der Spickzettel: die Kennzeichen auf einen Blick

- Dieser Spickzettel stammt aus dem Buch „In drei Tagen fit für Klausuren und Prüfungen: Lyrik der Romantik und des Expressionismus“. Im Video kann man die Pause-Taste drücken und ihn in Ruhe ansehen.
- Die Nummern im Schaubild findest du in der Liste unten wieder. So kannst du schnell vergleichen.
- Wichtig: Eine solche „Buchliste“ ist nur der Anfang. Sicher wird man erst mit einer „Erfahrungsliste“ – also wenn man die Kennzeichen an möglichst vielen Gedichten selbst wiedergefunden hat.
Die Kennzeichen im Überblick:
- starke Gefühle,
- die ungewohnt krass präsentiert werden (Farben und Formen)
- Leiden an der Fabrikwelt
- Leiden an der Vermassung des Menschen
- die gleichzeitig Einsamkeit bedeuten kann
- Gefühl von Verfall
- Richtung Sinnlosigkeit
- oder auch Apokalypse
- Aber auch Aufbruch, Sehnsucht nach einem neuen Menschen, einer neuen Welt, verbindet sich mit Ekstase, s. o.
- Risikobereitschaft
Drei Beispielgedichte – die Schaubilder aus dem Video
Im Video werden drei Gedichte kurz „gecheckt“ – genau so, wie wir es empfehlen. Die Gedichtauszüge in den Schaubildern stammen aus einer Sammlung von rund 50 kurz vorgestellten Gedichten. Die Farben helfen beim Lesen: Romantisch klingende Stellen sind anders markiert als das, was diese Stimmung stört oder zerstört.
1. Georg Heym, „Die Stadt“ – romantischer Anfang, der kippt

- Auf den Punkt gebracht: Hier wird eine scheinbare Idylle zerstört – romantische Atmosphäre schlägt um in Masse, Leere und Bedrohung.
- Der Anfang klingt fast romantisch: eine weite Nacht, Wolkenschein, tausend Fenster, die „blinzeln“. Doch die Stimmung kippt schnell.
- Dann das typisch Expressionistische: Menschenmassen, Eintönigkeit und ein Leben von der Geburt bis zum Tod, das stumpf und „einerlei“ vorbeigeht.
- Am Ende stehen Feuer und Bedrohung – und das alles in der strengen Form eines Sonetts. Traditionelle Form, verstörender Inhalt: Das findet man im Expressionismus häufig.
2. Georg Trakl, „Grodek“ – Schönheit und Grauen nebeneinander

- Auf den Punkt gebracht: Das Gedicht lebt von der Gegensatzspannung zwischen schönen Naturbildern und drastischen Bildern des Krieges.
- Grodek ist der Ort einer Schlacht zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Das muss man wissen, sonst bleibt der Titel rätselhaft.
- Romantische Bilder wie goldene Ebenen und blaue Seen stehen direkt neben der Grausamkeit des Krieges: sterbende Krieger, Straßen, die in „schwarze Verwesung“ münden.
- Nach Ansätzen von Heldenverehrung folgt ein brutaler Schluss: die „ungebornen Enkel“. Die Toten werden keine Kinder mehr haben.
3. Ernst Wilhelm Lotz, „Aufbruch der Jugend“ – Neubeginn mit kriegerischem Ton

- Auf den Punkt gebracht: Gefühlsintensität pur – Umsturz, Befreiung und neue Welten, aber mit einer Sprache voller Gewalt.
- Hier geht es nicht um Untergang, sondern um Aufbruch: Die Jugend will auf den Trümmern der alten eine neue Welt bauen.
- Auffällig: Auch ohne direkten Krieg klingt der Aufbruch kriegerisch – Kolonnen, Waffen, Barrikaden.
- Typisch für die Epoche ist die Sprache, die bis an die Grenzen ausgereizt wird, bis hin zu messianischem Selbstbewusstsein. Manchmal hat man das Gefühl, es ist etwas dick aufgetragen.
- Mehr dazu im Video: Lotz, „Aufbruch der Jugend“
https://www.youtube.com/watch?v=VGI5X7XBidE
Schritt für Schritt durch das Gedicht – vom Signal zur Aussage.
Weitere Infos, Tipps und Materialien
Weitere Infos, Tipps und Materialien
- Expressionismus-Gedichte verstehen – alle unsere Videos nach Themen
https://textaussage.de/expressionismus-gedichte-verstehen-videos
Übersicht über alle Videos zum Expressionismus, sortiert von der Epoche über einzelne Gedichte bis zum Vergleich. - Expressionismus – Themenseite
https://textaussage.de/expressionismus-themenseite
Zentrale Seite zur Epoche mit Infos, Tipps und Materialien rund um den Expressionismus. - Gedichte des Expressionismus – nach Themen sortiert
https://textaussage.de/gedichte-expressionismus-sortiert-nach-themen
Sammlung expressionistischer Gedichte, geordnet nach Themen wie Großstadt, Krieg oder Weltende – ideal zum „Kurz-Checken“. - Infos, Tipps und Materialien zu weiteren Themen des Deutschunterrichts
https://textaussage.de/weitere-infos
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