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Für Schüler: Text, Aufgaben & Lösungshinweise

Auf dieser Seite findest du alles, was du für die Arbeit mit Der Außenseiter von Lars Krüsand brauchst: die Druckvorlage mit dem Text und den Aufgaben – und direkt darunter ausführliche Lösungshinweise, die dir zeigen, wie man solche Aufgaben angeht.

Hinweis zur Druckvorlage

Die Kurzgeschichte Der Außenseiter von Lars Krüsand sowie eine druckfertige Version der Aufgaben sind hier zu finden:

https://textaussage.de/lars-kruesand-der-aussenseiter

Hier zunächst eine Vorschau, darunter die PDF-Datei.

Und hier die PDF-Datei.

Aufgaben mit Lösungsvorschlägen

Hier findest du die Aufgaben noch einmal – diesmal mit ausführlichen Lösungsvorschlägen. Versuch zuerst, die Aufgaben selbst zu lösen, bevor du die Hinweise liest.

Aufgabe 1: Merkmale der Kurzgeschichte

Woran erkennt man gleich am Anfang, dass es sich um eine Kurzgeschichte handelt?

💡 Unser Tipp

Denke an die typischen Merkmale der Kurzgeschichte: Wie beginnt der Text? Was wird uns nicht erklärt? Schau dir gezielt den ersten Satz und die ersten Zeilen an.

  • Es gibt einen direkten Einstieg. Der Leser weiß nicht sofort, was da mal wieder „soweit“ ist und jetzt „wieder losgehen“ wird.
  • Weder die Klasse wird genauer bestimmt – noch wird am Anfang etwas über den Protagonisten gesagt, dessen Namen erfährt man erst später („Lars“, Z. 13).
  • Auch fehlen ganz allgemein Angaben zum Ort und zur Zeit. Allerdings wird die Vorgeschichte bzw. die Situation aus den Gedanken der Hauptfigur deutlich (erlebte Rede).

Aufgabe 2: Aufbau und Sinnabschnitte

Wie ist die Geschichte aufgebaut? Teile sie in passende Sinnabschnitte ein.

💡 Unser Tipp

Überlege, an welchen Stellen in der Geschichte etwas Neues beginnt: eine neue Situation, ein Ortswechsel, ein neues Gespräch oder eine Wendung. Das sind die natürlichen Grenzen der Sinnabschnitte.

  • Z. 1–12: Einführung in die Situation und die Problematik, zum Teil Vorgeschichte
  • Z. 13–22: Gespräch mit Tim – ein zweites Problem wird deutlich: niemanden „vor den Kopf stoßen“ wollen
  • Z. 23–35: Entscheidung durch Nicht-Entscheidung
  • Z. 36–44: Plötzliches Erscheinen Tims, Überlegungen, wie man ihm helfen kann
  • Z. 45–60: Interesse Tims an den überarbeiteten Gedichten
  • Z. 61–71: Tims Vorschlag, wie man die Gedichte in den Unterricht einbringen kann

Aufgabe 3: Inhaltsangabe

Wie könnte man den Inhalt kurz zusammenfassen? Am besten führst du einfach den Satz fort: „In der Geschichte geht es um einen Jungen, der …“

💡 Unser Tipp

Eine gute Inhaltsangabe nennt: Wer? Was? Warum? Wie endet es? – in zwei bis drei Sätzen, im Präsens, ohne Wertung.

In der Geschichte geht es um einen Jungen, der am liebsten für sich alleine Gedichte umschreibt und dann durch einen verständnisvollen Mitschüler dazu gebracht wird, das auch in den Deutschunterricht einzubringen.

Aufgabe 4: Offener Schluss

Inwieweit ist der Schluss offen? Wie könnte die Geschichte weitergehen? Am einfachsten ist es, wenn du die Hinweise, die es dazu in der Geschichte schon gibt, nutzt.

💡 Unser Tipp

Schau dir die letzten Zeilen genau an: Was ist noch nicht gelöst? Welche Figuren könnten wie reagieren? Nutze die Signale, die der Text selbst gibt – du erfindest nichts, du verlängerst den Text logisch.

  • Hier kommt es darauf an, die Signale des Textes aufzunehmen, die für eine mögliche Fortführung wichtig sind – dazu gehört zunächst die tolerante Persönlichkeit von Tim.
  • Dann sein Interesse und sein Einfallsreichtum.
  • Die weiteren Schritte sind in Z. 68 ff. vorgezeichnet.
  • Ebenso interessant: wenn jemand herausbekommt, dass die beiden Mitschüler hinter den Gedichten stecken –
  • und daraus vielleicht eine Diskussion über falsche Hemmungen und besondere Potenziale entsteht.
  • Wer noch weiterdenkt: Der Lehrer könnte Kontakte zu einem Schulbuchverlag haben, der sich für diese besonderen Werke interessiert.

Aufgabe 5: „Ausriss aus einem Leben“

Wieso kann man diese Geschichte so verstehen, dass sie den „Ausriss aus einem Leben“ darstellt? Gilt das sowohl für Lars als auch für Tim?

💡 Unser Tipp

Der Begriff „Ausriss aus einem Leben“ ist ein typisches Merkmal der Kurzgeschichte: Es gibt keine vollständige Lebensgeschichte, sondern nur einen kurzen, bedeutsamen Moment. Frag dich: Was erfahren wir nicht? Was bleibt offen?

  • Es geht um einen besonderen Moment im Leben vor allem von Lars, aber auch möglicherweise von Tim. Sogar die ganze Klasse könnte betroffen sein.
  • Über die Vorgeschichte erfahren wir relativ wenig – über die weitere Entwicklung nichts. Der Lehrer könnte auch sehr negativ reagieren – nach dem Motto: „So geht man mit den geistigen Leistungen anderer nicht um!“
  • Aber es könnte auch sein, dass die beiden Jungen enge Freunde werden und sich auch später immer wieder stützen – wenn der eine Schriftsteller und der andere Astronom wird. So würde ein Roman entstehen, dann auch noch mit Parallelhandlungen, wenn andere aus der Klasse ebenfalls versuchen, originell zu sein, damit aber scheitern.

Aufgabe 6: Andere „Außenseiter“

Überlege, welche anderen „Außenseiter“ es gibt, die auch heimlich etwas machen, das für die Gemeinschaft (Klasse, Verein u. Ä.) interessant sein könnte.

💡 Unser Tipp

Denke an Talente, die man nicht sofort sieht: Musik, Sport, Technik, Kunst, Naturkunde. Stell dir vor: Wer in deiner Klasse könnte etwas Unerwartetes können – und was würde passieren, wenn das herauskäme?

  • Es könnte jemand heimlich singen, aber sich nicht an die Öffentlichkeit trauen. In der Schule wird aber gerade ein Sänger oder eine Sängerin gesucht.
  • Oder jemand möchte später Event-Manager werden, hat aber nie daran gedacht, dass seine Mitschüler und der Klassenlehrer gerne auf solche Fähigkeiten zurückgreifen würden.
  • Oder jemand macht heimlich Judo oder eine ähnliche Sportart und wäre bereit, seinen Mitschülern etwas beizubringen.
  • Es könnte auch jemand sich mit Blumen oder Tieren sehr gut auskennen und dazu faszinierend Geschichten erzählen können.

Analyse: Einleitungssatz, Sinnabschnitte, Aussagen, Sprachliche Mittel

Dieser Abschnitt enthält die vollständige Analyse der Geschichte – von der Einleitung über die Struktur bis zu den sprachlichen Mitteln und der Aussage des Textes.

1. Einleitungssatz

Die Geschichte zeigt, wie ein stilles, kreatives Individuum durch eine zufällige Begegnung aus seiner Isolation herausgeführt wird und dabei entdeckt, dass Anderssein kein Makel, sondern ein verborgenes Potential sein kann.

2. Sinnabschnitte mit Dramaturgie

Abschnitt 1 – Exposition: Der Einzelgänger und seine Welt

(Absatz 1: „Es war wieder mal soweit …“)

  • Die Klasse plant ein gemeinsames Ereignis – der Leser ahnt: Jemand wird wieder gefragt werden.
    • Ruhiges Plätzchen in Pausen, Notizen, Nachdenken – Lars‘ Eigenrhythmus wird skizziert.
    • „Insgesamt hatten sie akzeptiert, dass er lieber für sich war“ – Lars ist geduldet, nicht integriert.
  • Wichtige Differenzierung: Lars ist kein sozial Gestörter, er hat nichts gegen andere, er kann nur mit vielem nichts anfangen.

→ Coaching: Der erste Absatz folgt dem typischen Kurzgeschichtenmuster: kein erklärender Einstieg, sofort mitten in einer Situation. „Es war wieder mal soweit“ – das „wieder“ signalisiert Gewohnheit und Routine. Die Exposition charakterisiert Lars indirekt, durch sein Verhalten, nicht durch Beschreibung. Das ist ökonomisches Erzählen.

Abschnitt 2 – Einladung und Ausweichen: Das freundliche Nein

(Absatz 2: „Hi Lars, wie sieht es denn aus? …“)

  • Tim lädt Lars zu Inas Geburtstagsfeier ein.
    • Tim wird als tolerant und freundlich charakterisiert: „er akzeptierte einfach, dass andere Menschen so waren, wie sie waren“.
  • Lars antwortet ausweichend: „Ich überlege es mir“.
    • Inneres Dilemma: Lars will andere nicht verletzen, braucht aber Offenheit bis zuletzt.
    • Die Klasse hat sich daran gewöhnt – wieder das Motiv der Duldung.

→ Coaching: Tim fungiert hier als Kontrastfigur. Er ist sozial eingebunden, aber nicht oberflächlich – er ist das Bindeglied zwischen Lars und der Gemeinschaft. Seine Toleranz macht ihn glaubwürdig und ermöglicht später die entscheidende Begegnung. Die Szene ist kurz, fast flüchtig – wie das Gespräch selbst.

Abschnitt 3 – Der Freitag: Angst, Tagebuch und innerer Konflikt

(Absatz 3: „Dann kam dieser Freitag …“)

  • Lars zögert, denkt nach, trifft keine Entscheidung.
  • Ein Zeitungsartikel über Psychologie verunsichert ihn: Rückzug könne krank machen.
    • „Menschen, die zurückgezogen lebten, würden im Laufe der Zeit immer seltsamer“
    • Lars beginnt, sich selbst zu beobachten: Tagebucheintrag über soziale Kontakte.

Vergleichbare Kurzgeschichten

In Krüsands „Der Außenseiter“ geht es um die soziale Dynamik in einer Gruppe und die Schwierigkeit eines Einzelnen, dazuzugehören. Die folgenden Geschichten beleuchten unterschiedliche Aspekte des Außenseiter-Seins und eignen sich gut zum Vergleich.

1. Der „Neue“ in der Klassengemeinschaft

Diese Texte spiegeln die Situation wider, als Fremder in ein bereits bestehendes soziales Gefüge einzutreten:

2. Der gescheiterte Versuch, dazuzugehören

Einige Protagonisten versuchen, ihre Außenseiterrolle durch bestimmte Verhaltensweisen zu überwinden, scheitern aber an der emotionalen Barriere der Gruppe:

  • Erich Junge, „Der Sieger“ – Dannwitz ist ein Außenseiter, der versucht, durch körperliche Kraft und Imponiergehabe Anerkennung zu finden. Die Geschichte zeigt die Tragik eines jungen Mannes, der eigentlich nur dazugehören will, aber von der Clique abgelehnt wird und am Ende weinend zusammenbricht.
    https://textaussage.de/erich-junge-der-sieger
  • Alice Föhr, „Das Monster mit den Stilettos“ – Hier wird die Perspektive umgekehrt. Das vermeintlich perfekte, beliebte Mädchen entpuppt sich als jemand, der sich innerlich völlig fremd fühlt und nur eine Rolle spielt. Der Text zeigt, dass man auch innerhalb einer Gruppe ein Außenseiter sein kann.
    https://textaussage.de/alice-foehr-das-monster-mit-den-stilettos

3. Außenseiter durch Vorurteile und Andersartigkeit

Oft wird man zum Außenseiter gemacht, weil man nicht in das vorgefertigte Bild der Mehrheit passt:

4. Die häusliche Isolation – Außenseiter in der Familie

Wenn das Gefühl, nicht dazuzugehören, im engsten privaten Kreis auftritt:

Für einen direkten Vergleich eignet sich vor allem „Der Streber“ von Björn Lankert – er beleuchtet die Cliquen-Dynamik aus einer anderen Perspektive – sowie „Der Sieger“ von Erich Junge, der tiefer in die Psychologie des Ausgegrenzten eintaucht, der vergeblich um Anschluss kämpft.

Für Lehrkräfte: Didaktische Hinweise & Erwartungshorizont

🍎 Didaktische Hinweise

Jahrgangsstufe: Klasse 7–9 (Gymnasium/Realschule), gut einsetzbar für Erst- und Wiederholungsstunden zur Kurzgeschichte.

Einstieg: Diskussionsimpuls – „Kennst du jemanden, der ein verborgenes Talent hat?“ – aktiviert Vorwissen und erzeugt Neugier auf den Text.

Differenzierung: Aufgaben 1–3 eignen sich für alle Leistungsstufen; Aufgaben 4–6 verlangen höhere Transferleistungen und sind für stärkere Schülerinnen und Schüler besonders geeignet.

Weiterführung: Die Geschichte eignet sich hervorragend als Impuls für kreatives Schreiben (Fortsetzung des Schlusses) oder für eine Erörterung zum Thema „Außenseiter in der Klasse – wessen Verantwortung?“

📋 Erwartungshorizont (EHZ) – Kurzgeschichte „Der Außenseiter“

A. Verstehensleistung (45 Punkte)

Aufgabe Anforderungen Punkte
1. Merkmale der Kurzgeschichte Benennt: unvermittelter Einstieg ohne Erklärung („Es war wieder mal soweit“), Fokus auf eine zentrale Person, keine Orts- und Zeitangaben zu Beginn, sofortige Einführung des Konflikts. Ergänzend: erlebte Rede als Mittel der indirekten Figurencharakterisierung (Z. 23 ff.) – zeigt Lars‘ innere Stimme, ohne Erzählerkommentar. 5
2. Aufbau / Sinnabschnitte Unterteilt sinnvoll, z. B.: (1) Exposition: Lars als Außenseiter, Z. 1–22; (2) Innerer Konflikt und Angst vor Isolation, Z. 23–34; (3) Wende: Tims zufälliges Erscheinen, Z. 35–43; (4) Entdeckung der Gemeinsamkeiten und gemeinsamer Plan, Z. 44–71. Abweichende, aber begründete Einteilungen werden anerkannt. 7
3. Inhaltsangabe Verfasst eine komprimierte Zusammenfassung im Präsens: Lars fühlt sich als Außenseiter, schreibt heimlich Gedichte um, und durch einen zufälligen Besuch seines Mitschülers Tim entsteht der Plan, die Texte anonym auf einer Website zu veröffentlichen. 8
4. Offener Schluss Deutet das Ende als hoffnungsvoll, aber ungewiss: Der Plan ist formuliert, aber noch nicht umgesetzt. Offen bleibt, ob die Klasse die Gedichte positiv aufnimmt und ob Lars‘ Identität entdeckt wird. Textbelege: Tims technisches Wissen (Z. 66 ff.), Lars‘ Talent (Z. 56 f.). 8
5. „Ausriss aus einem Leben“ Erklärt den Begriff: Die Kurzgeschichte zeigt einen kurzen, bedeutsamen Moment – ohne Vorgeschichte und ohne aufgelöstes Ende. Für Lars: Übergang von Isolation zu vorsichtiger Teilhabe. Für Tim: Offenbarung seiner Astronomie-Webseite – auch er hat ein verborgenes Leben. Stärkere Schüler erkennen: Beide brechen aus ihrem bisherigen Verhaltensmuster aus; der Leser weiß nicht, was danach kommt. 10
6. Transfer / andere Außenseiter Reflektiert kreativ über andere Außenseiterrollen (z. B. heimliche Sänger, Technik-Talente, Nischensportler, Tierpfleger) und benennt die Rolle eines Vermittlers wie Tim. Gut: Bezug zum eigenen Umfeld oder zur Klasse. 7

B. Darstellungsleistung (15 Punkte)

Kriterium Anforderungen & Teillösungen Punkte
Struktur 3 = klar gegliedert, Absätze sinnvoll gesetzt, roter Faden erkennbar. 2 = weitgehend kohärent, kleine Brüche. 1 = erkennbare Gliederungsabsicht, aber unübersichtlich. 0 = keine Struktur. 0–3
Fachsprache 3 = Fachbegriffe korrekt und sicher eingesetzt (z. B. Protagonist, erlebte Rede, Wendepunkt, offener Schluss). 2 = überwiegend korrekt. 1 = vereinzelt. 0 = keine oder falsch verwendet. 0–3
Belege 3 = Aussagen konsequent mit Zeilennummer und Zitat oder Paraphrase belegt. 2 = überwiegend belegt. 1 = vereinzelte Belege. 0 = keine Belege. 0–3
Ausdruck 3 = präzise, variabel, sachlich, durchgehend Präsens. 2 = weitgehend angemessen, gelegentlich umgangssprachlich. 1 = häufig ungenau oder Tempuswechsel. 0 = kaum angemessen. 0–3
Korrektheit 3 = kaum Fehler (max. 2–3). 2 = vereinzelte Fehler, die den Lesefluss nicht stören. 1 = häufige Fehler, aber verständlich. 0 = viele grobe Fehler. 0–3

Gesamtpunkte: 60 | Bestanden ab ca. 27 Punkten (45 %)

Hinweis: Der Erwartungshorizont deckt einen Pool möglicher Lösungen ab. Individuelle, gut begründete Deutungsansätze werden anerkannt, soweit sie am Text nachweisbar sind.

Weitere Infos, Tipps und Materialien