Gedichte interpretieren – Infos, Tipps und Materialien (Themenseite: Mat2655-ths)

Aufstieg des Erstbegehers – Schritt-für-Schritt-Weg zur Interpretation
Rückblick des Erstbegehers – fertige Lösung im Überblick

Wir sind gerade dabei, eine neue Doppelmethode auszuprobieren. Ziel ist es, noch besser mit Gedichten klarzukommen.

Auf der linken Seite zeigen wir den ausführlichen Weg, wie man selbst sicher beim Interpretieren ans Ziel kommt. Dies hat den Vorteil, dass man Schritt für Schritt nachvollziehen kann, wie wir zu einer Lösung gekommen sind.

Auf der rechten Seite soll dieses Bild zeigen, wie man eine kurze, fertige Lösung gewissermaßen nur nachvollzieht. Das geht deutlich schneller, aber man lernt natürlich nicht so viel dabei.

Ganz neu: Im Abitur „Seitensprünge“ vermeiden

Zum Artikel: Gedichtinterpretation ohne Seitensprünge – Tipps & Analyse

Worum es hier geht

  • Die schlechte Nachricht: Gedichte sind häufig schwierige Texte. Aber eigentlich sind sie nur eine Art Monolog, der da präsentiert wird. Allerdings haben die Dichter sich angewöhnt, diesen Monolog sehr „kunstvoll“ zu gestalten. Und des einen Freude kann des anderen Leiden sein – besonders in der Schule, wenn es um Noten geht.
  • Die gute Nachricht: Man kann Gedichte „knacken“. Wenn man versteht …
    • wie diese Texte funktionieren,
    • wie man am besten an sie rangeht,

    • wie man ihre Aussage versteht
    • und dann noch zeigt, welche „Mittel“ sie unterstützen,

    … dann fühlt man sich schon sehr viel wohler.
  • Das ist unser Ziel – und unser Prof-i Freistein versucht, alles besonders einfach zu erklären. Hier zwei kurze Videos, die einem die Angst vor Gedichten nehmen können:

Diese Pyramide soll zeigen, wie man zum Gedichtprofi wird. Einfach unser Programm hier mal „durchspielen“.

  • Wer es eilig hat: Stufe 1: unser Notprogramm
  • Wer genau sein will:
    Stufe 2: die richtige Methode
  • Stufe 3: Unterschied Analyse und Interpretation
  • Stufe 4: Beruhigung: Gedichte = einfach
  • Stufe 5: Problemstellen knacken
  • Stufe 6: Frage: Richtig oder falsch?
  • Stufe 7: Stöbern und selbst was entdecken

Wie wir ein Gedicht „knacken“ – ein Beispiel

Hier ist ein Beispiel – es geht um ein Eichendorff-Gedicht, das sich mit der Stadt Danzig beschäftigt. Wir zeigen, wie man in kürzester Zeit ein Gedicht versteht und drei Dinge kann:

  1. Die Strophen inhaltlich beschreiben
  2. die Aussagen des Gedichtes erkennen
  3. und das Thema formulieren

Einfach bei Interesse direkt anschauen:
Video: Eichendorff-Gedicht – Danzig (open.video)

Pyramidenstufe 1 – Unser Notprogramm: Wenn man nur noch wenig Zeit hat

Man stelle sich vor: Morgen – oder etwas günstiger: in drei Tagen – steht die Analyse bzw. Interpretation eines Gedichtes in einer Klassenarbeit oder Klausur an. Wir bieten zwei Varianten:

  • die Schnell-Version, wenn man nur noch etwa 3 Stunden aufwenden will,
  • die ausführlichere Version, wenn man noch etwa 3 Tage Zeit hat.

Zum Artikel: Klausur zu einem Gedicht – wie bereite ich mich optimal vor?

Pyramidenstufe 1a – Wie verstehe ich ein Gedicht „richtig“?

Unsere Ratschläge zu diesem Thema haben wir auf die folgende Seite ausgelagert. Sie helfen hoffentlich, die Angst vor Gedichten abzubauen.
Zum Artikel: Wie man ein Gedicht sicher versteht

Pyramidenstufe 1b – Die Survival-Tipps

Besonders hervorheben möchten wir hier:
Zum Artikel: 5 Survival-Tipps zur sicheren Interpretation – besonders von Gedichten

Pyramidenstufe 1c – Probleme und Gefahren

Diesen Bereich haben wir auf die folgende Seite ausgelagert:
Zum Artikel: Fehler vermeiden bei der Analyse und Interpretation von Gedichten

Pyramidenstufe 2 – Wenn man sich die richtige Methode mal zeigen lassen will

Hofmannsthal, „Erlebnis“ – mit Erklär-Video.
Das folgende Bild sieht kompliziert aus, zeigt aber einen sicheren Weg, den man ab dem ersten Lesen gleich einschlagen kann. Im Video wird alles erklärt – und man kann das natürlich auch abkürzen. Wichtig ist, dass man den entscheidenden Trick verstanden hat: Signale erkennen und bündeln 🙂

Zum Artikel: Training Gedichtsanalyse – Hofmannsthal „Erlebnis“

Beispiel für die Erarbeitung der Aussage eines Gedichtes

  • 1: Ort – romantische Situation
  • 2: Wirkung: Lyrisches Ich versinkt in der Natur, verlässt das normale Leben.
  • 3: Übergang in Phantasiewelt
  • 4: Musik Schwermut, Tod wird ersehnt
  • 5: Aber Gegensatz: Schwermut richtet sich auf Heimat, Tod geht über in Leben.
  • 6: Ziel: Abschied von der Kindheit, Aufbruch in ein neues Leben.
  • 7: klärung des Titels „Erlebnis“

Pyramidenstufe 2a – Kombination aus den Hilfsgöttern „Indu“ und „Dia“

Am besten hilft eine Kombination aus:

  • induktivem Vorgehen – d.h. Zeile für Zeile den Text erschließen und nicht gleich mit wilden Vermutungen loslegen,
  • Dialektik – d.h. immer wieder nach einer Stelle suchen, die gegen die aktuelle Deutung spricht,
  • und dabei auf den antiken Gott „Hermes“ hoffen: Die von ihm abgeleitete Hermeneutik geht nämlich davon aus, dass man bei einem solchen Vorgehen das Gedicht immer besser versteht. Und wenn eine Unklarheit im Gedicht selbst steckt und also auch bleibt: Einfach diese Unklarheit beschreiben und die beste Lösungsidee präsentieren, auch wenn man sie nicht beweisen kann. Da muss erst mal ein anderer eine bessere haben 😉

Näheres: 5 Survival-Tipps – dort wird auch auf Hermes und die Hermeneutik eingegangen

Pyramidenstufe 2b – Ein Video: Wie man von den „Signalen“ zu den „Aussagen“ kommt

Video: Wie Gedichte ihre Aussage verraten – Beispiel: Claudius, „Abendlied“
Zum Artikel
Video direkt: https://youtu.be/4eqGJ4qpNHw

Pyramidenstufe 2c – Darf man ein Gedicht „weiterdenken“?

Am Beispiel des Gedichtes „Liebe“ von Karoline von Günderrode haben wir gezeigt, wann, wo und wie man als Leser auch etwas in das Gedicht hineinlegen darf oder sogar muss. Denn Gedichte sind eben lückenhaft – und ihren vollen Wert erreicht Kunst ja bekanntermaßen „im Auge des Betrachters“.

Auf dieser Seite wird vor allem deutlich, dass es Stellen gibt, an denen man nicht nur weiterdenken darf, sondern sogar muss.
Zum Artikel: Darf man ein Gedicht weiterdenken? – Profi Freisteins Tafel

Pyramidenstufe 2d – Wenn man eine Blockade überwinden muss

Was hilft das schönste Erklärbeispiel, wenn man selbst irgendwie nicht reinkommt. Auf dieser Seite verraten wir das Geheimnis des „qualitativen Sprungs“ und zeigen, wie man ganz leicht anfangen kann, aus der Blockade herauszukommen.
Zum Artikel: Tipps zum Kampf gegen die Blockade beim Umgang mit Gedichten

Pyramidenstufe 3 – Unterschied zwischen Analyse und Interpretation

Gut an einem Beispiel geklärt: Ausführliches Beispiel für Analyse und Interpretation.
Zum Artikel: Tipps zur Analyse und zur Interpretation

Dort gibt es auch ein Video zum Thema:
https://youtu.be/4eqGJ4qpNHw

Pyramidenstufe 4 – Warum Gedichte eigentlich etwas Einfaches sind

Wer das endlich verstehen möchte, dem können wir die folgende Seite empfehlen. Da sprechen Leute aus der Praxis – sogar jemand, der selbst schreibt. Und wer das gelesen hat, dürfte bei Gedichten erst mal aufatmen.
Zum Artikel: Keine Angst mehr vor Gedichten

Pyramidenstufe 4a – Drei Gedichte, bei denen das lyrische Ich einfach beim Wort genommen wird

Im Deutschunterricht wird meistens nicht auf den einfachsten Punkt bei Gedichten verwiesen: Da hat einer einfach seine Gedanken, Gefühle, Erfahrungen, Ideen, Ratschläge auf eine besondere Art und Weise rausgebracht – nämlich in Verszeilenform. Das ist das einfachste Kennzeichen eines Gedichtes. Es wird nicht wie bei Prosa von links nach rechts die Seite vollgeschrieben. Also braucht man zunächst nur zu beschreiben, was da „rausgehauen“ wird.

Zum Artikel: Was macht das lyrische Ich? – Wie erläutert man die Verszeilen eines Gedichtes?

Gedichtzeilen vorstellen – Formulierungsvorschläge

  • Der entscheidende Trick:
    Einfach beschreiben, was das lyrische Ich präsentiert.
    Formulierungsvorschläge:
    • Das lyrische Ich beschreibt …
    • Das lyrische Ich geht über zu …
    • Die Zeilen x bis y sind ein Rückblick.
    • Wenn es dort heißt … bedeutet das
    • Als Leser hat man den Eindruck, dass …
    • Nicht ganz klar ist …
    • Gemeint sein könnte …
    • In der Zeile X wiederholt sich …

Pyramidenstufe 5 – Was Gedichte mehr oder weniger schwierig macht

Hier gehen wir auf die drei Phänomene ein, die sich bei Gedichten eingebürgert haben:

  • Sie sind nicht nur in Verszeilenform, sondern auch noch „verkürzt“ – haben also große Lücken.
  • Dann sind sie häufig „verrätselt“: Viele Gedicht-Schreiber haben irgendwie Spaß daran, die Dinge nicht einfach auszudrücken.
  • Und am Ende auch noch „verkünstelt“. Die Dichter stehen alle mächtig unter Druck: Sie brauchen zum einen eine möglichst originelle literarische Idee. Zum anderen spielen sie auch gerne mit der Sprache rum – reizen sie bis zum Äußersten aus – und da kommt man als Leser nicht immer so einfach mit. Aber: Übung macht den Meister und die Meisterin 🙂

    In diesem Video zeigen wir, wie man schwierige Textstellen klären kann:

  • Tipp 1: Erst mal schauen, dass man die Gesamtaussage des Gedichtes versteht.

  • Tipp 2: Dann die „Nachbarn“ der Problemstelle befragen.
  • Tipp 3: Hypothesen aufstellen – Vermutungen äußern – und diese unbedingt begründen. Dann hat man eigentlich gewonnen.

  • Zum Artikel: Gedichtzeile nicht verstanden – was kann man tun? (Droste-Hülshoff)

    Video: https://youtu.be/31f8thv-DKo

Pyramidenstufe 5a – Wenn Künstliche Intelligenz weiterhilft

Es gibt Gedichte, die sind so „künstlich“, dass man hier einfach die Künstliche Intelligenz einsetzen sollte. Im Internet kann man ein Gedicht finden, dessen Anfang schon Probleme bereiten kann – als Titel wird angegeben: „S t a b i l i t ä t s – L e b r a“. Die ersten Zeilen lauten:

  1. EIN:MANN. in .Marzahn//
  2. tropft.auf.sich.herab: wie Ahornsirup; der.Tropfen.
  3. (AsphaltHirn /
  4. Kotflügelzunge) –

usw. (Gefunden haben wir das Gedicht hier.)

Hier zeigen wir, was ChatGPT aus diesem Gedicht an Aussagen, Sinn und Kommentiermöglichkeit herausholt – offen bleibt natürlich die Frage, ob das auch im Gedicht „drin gewesen“ ist 😉
Zum Artikel: Analyse des experimentellen Gedichtes „Stabilitäts-Lebra“ – ChatGPT als Hilfe

Pyramidenstufe 5b – Übungsbeispiel: Ein Liebesgedicht mit vielen Fragezeichen

Wer mal sehen möchte, wie wir mit der Signal-Bündelungsmethode ein wirklich schwieriges Gedicht geknackt haben:
Friedrich Hebbel, „Ich und Du“
Zum Artikel: Friedrich Hebbel – „Ich und Du“

Pyramidenstufe 6 – Warum es bei Gedichten nicht um ein absolutes „richtig“ oder „falsch“ geht

Ein Gedicht ist kein Kreuzworträtsel, bei dem es eindeutig Richtiges und Falsches geben muss. Ein Gedicht muss am Ende nicht „aufgehen“. Es darf durchaus auch rätselhaft bleiben. Dann reicht es, wenn man als Leser Überlegungen anstellt, die möglichst hilfreich und vielleicht sogar überzeugend sind.

Ein aktuelles Beispiel, an dem wir das gezeigt haben:
Zum Artikel: Christina Lavant – „Ach schreien“

Pyramidenstufe 6a – Warum man Vermutungen auch als Vermutung bezeichnen und erklären sollte

Ein Beispiel für eine Vermutung, die man äußern kann, die man aber eben auch als Möglichkeit kennzeichnen sollte, findet sich in Eichendorffs „Mondnacht“:

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Ein typisches Motiv bei Eichendorff ist das der himmlischen Heimat, die hier gemeint sein könnte. Das muss aber nicht sein. In solch einem Falle würde man das in einer Interpretation als Möglichkeit bezeichnen.

Zum Artikel: Wie erkennt man Thema und Motive? – Eichendorff „Mondnacht“

Pyramidenstufe 6b – Wenn Vermutungen nicht reichen, sondern man Kontext-Hilfen benötigt

Am Beispiel des Gedichtes „Vermächtnis“ von Goethe kann man gut zeigen, dass es auch Texte gibt, die man ohne viel Vorkenntnis bzw. die richtige Hilfe nicht verstehen kann. Bei diesem Gedicht hat Goethe am Ende seines Lebens seine wichtigsten Erfahrungen und Einsichten zusammengefasst. Die Zusammenhänge und Hintergründe muss man sich dann schon in den Kommentaren einer wissenschaftlichen Werkausgabe erklären lassen.
Zum Artikel: Goethe – „Vermächtnis“

„Hermetische“ Gedichte – nicht in der Klausur !!!

Schauen wir uns das folgende Gedicht mal an. Es gehört zu den sogenannten hermetischen Gedichten. Die versteht man nur, wenn man die ganzen Anspielungen im Text kennt. Also bitte rechtzeitig mit der Lehrkraft klären dass so etwas in der Klausur nicht drankommt

Kranzler-Elegie

1 Kalter Espresso im Glasturm
2 Benn zählt die Gehirne am Tresen
3 Die Statuen am Tor sind müde
4 Sie schweigen
5 Marmor weint nicht
6 Der Weltgeist reist dritter Klasse
7 Abflug verspätet
8 Morgue ist überall
9 Und die Freiheit schmeckt nach billigem Kaugummi
10 Ausverkauft

Die Auflösung gibt es hier – wenn jemand sich dafür interessiert:
https://textaussage.de/hermetik-oder-die-frage-was-ist-wenn-ein-autor-es-dem-leser-schwer-macht

Wer sich für noch mehr Ideen und Tipps interessiert

Dorthin haben wir alles erst mal ausgelagert, was die Ordnung hier stört. Wir werden aber auch das noch integrieren – bitte etwas Geduld. Aber zumindest geht durch die vorläufige Auslagerung nichts verloren.

Hier kann man sich schon mal umsehen:
Zur Seite: Gedichte interpretieren – offene Fragen und Tipps

Unsere Video-Übersicht

Zur Übersicht: Analyse und Interpretation von Gedichten – unsere Erklärvideos auf YouTube

Wer noch mehr möchte …